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Alleinerziehend und Selbständig? Funktioniert das?

Ich bin eine von 1,5 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland. Was mich von den meisten unterscheidet: Ich bin die meiste Zeit selbstständig gewesen; verdiene – je nach Wirtschaftslage – gut bis überdurchschnittlich und kann meiner Tochter (bisher) ein liebevolles, förderndes Leben in einer freundlichen Umgebung bieten. Im Übrigen bekam ich niemals Unterhalt; selbst den Kindesunterhalt zahlte der Vater nie. Wie mache ich das?

Nun: Ich habe Mut zum Risiko und kann meine Zeit absolut flexibel gestalten. Zur Not arbeite ich abends, wenn mein Kind schläft. ABER: Ich bin im Dauerstress und Verantwortung wie Kosten „erschlagen“ mich beinahe. UND: Die Qualität meines „Lebensabends“ (Rente) ist ungewiss – ich bekomme nämlich nach aktuellem Recht keine bzw. eine Mini-Rente.

Die Alternative: Keine.

Was wäre, würde ich arbeitslos werden? Ein Arbeitsberater den ich neulich traf, sagte mir, er sähe KEINE Chance, Müttern wie mir jemals einen qualifizierten, gut bezahlten Job zu vermitteln (wg dem Alleinerziehendem-Status, Kind und Überqualifizierung und langjährige Selbständigkeit – „so“ eine will kein Arbeitgeber).

Schlussfolgerung: Meine Chance besteht nur darin, ewig selbständig zu bleiben? Nicht sozial abgesichert zu sein? Horende (Privat-) Krankenkassenbeiträge zu zahlen? Keine Rente zu bekommen? IMMER zu arbeiten, auch wenn ich krank bin? Dem Druck und der Verantwortung ewig standzuhalten?

Oder könnten ich und Gleichgesinnte doch noch irgendwie ins System rutschen und in den Genuss von sozialer Absicherung kommen?

Warum sind Alleinerziehende eigentlich so selten selbstständig?

Sie wären doch viel flexibler in ihrer Tagesplanung; könnten ihre Berufstätigkeit besser an die Bedürfnisse ihrer Kinder, etc anpassen?

Es fehlt Ihnen an:
· Bezahlbarer Risikoabsicherung
· Bezahlbarer Sozialversicherung inkl. Rentenversicherung
· Mut, Hilfe, Förderung (soziale und finanzielle)
· Finanziellen Mitteln / Sicherheiten ggü. Banken
· qualifzierter und durchgängiger Kinderbetreuung !
· Rat und Tat
· Flexibilität von Auftrag-/Arbeitgebern
· Etc

Selbstständigkeit bedeutet: Viele Chancen zu haben und flexibel zu sein, bringt aber auch viele Nachteile mit sich.

In dem Moment, in dem jemand selbstständig ist, steht er alleine da! Jemand wie ich gilt dann als selbstständiger Unternehmer, – hat gleiche Pflichten wie Großunternehmen – der jedes Risiko allein trägt, und nicht mehr als unterstützungswürdiger Alleinerziehender! Dabei verdoppelt sich die Verantwortung, die Herausforderung, die Pflichten (rechtlichen), das Risiko, etc. durch eine Selbstständigkeit. Auch für Kleinstunternehmer!

Ich z.B. war bereits selbstständig, bevor ich schwanger wurde. Das bedeutete: ich bekam weder Mutterschafts- noch Erziehungsgeld. Ich arbeitete bis 2 Tage vor und bereits ab dem 5. Tag nach der Geburt. Ich bekam niemals irgendwelche Unterstützung!

Ähnlich wird es mir mit der Rente gehen.

Ich falle aus dem sozialen Netz der versicherungspflichtigen Berufstätigen. Es ist beinahe unmöglich (rechtlich und vom finanziellen Aufwand her) sich freiwillig komplett sozialzuversichern.

Warum helfen uns die Polikter nicht? Frau von der Leyen versucht ihr bestes, aber kann sie allein helfen? Solche und andere Probleme in den Griff zu bekommen? Es gibt…

· Zu viele Hartz IV Empfänger ohne Chance
· Zu wenig Kinder, damit zu wenig zukünftige „Rentenzahler“
· schlecht betreute und viele nicht geförderte Kinder – sie werden im Stich gelassen und bleiben auf der Strecke
· einen immensen Mangel an hoch qualifizierten Ingenieuren, etc.
· zu wenig Fachkräfte für Pflegeberufe, etc.
· und viele Probleme mehr

Was könnte bei o.g. Problemen helfen? Vielleicht das?

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