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Altersarmut – Beschlüsse der Koalition nutzen Müttern nichts

Betreuungsgeld kommt, Aus für die Praxisgebühr; Rente von Geringverdienern soll zukünftig aus Steuermitteln aufgestockt werden – das beschloss die Koalition am Wochenende. Aber: Keine Fortschritt gab es bei der Anrechnung der Kindererziehungszeiten von Müttern in der Rente – es soll weiterhin geprüft werden.

Die heutige Regelung (Quelle: Deutsche Rentenversicherung):

Wenn Sie das 67. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 5 Jahre versichert waren, haben Sie Anspruch auf die Regelaltersrente. WIEVIEL Rente Sie bekommen, ist abhängig von der Dauer und Höhe Ihrer Einzahlungen in die Rentenversicherung. Wollen Sie früher in Rente gehen, müssen Sie mind. 35 J. eingezahlt haben.

Folgende Zeiten werden als Rentenversicherungszeit berücksichtigt:

  • bis zu 8Jahre der Berufsausbildung
  • sozialversicherungspflichtige Berufstätigkeit (Arbeitnehmer)
  • freiwillige Versicherungsleistungen (z.B. Selbständige, die sich freiwillig Rentenversichern)
  • Wehrdienst und Pflegezeiten von Angehörigen
  • freiwillige Beiträge zwecks Aufstockung
  • Arbeitslosen- und Krankengeldzeiten
  • Kindererziehungs- und anrechnungszeiten (max bis zum vollendeten 10. Lebensjahr Ihres Kindes anrechenbar)

Um die Kinderbetreuungszeiten geht es in der nachfolgenden Ausführung. Wenn Mütter (selten Väter) Kinder erziehen, bekommen Sie dafür in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtbeiträge gutgeschrieben und erhalten für diese Zeit später mehr Rente. Die Rentenversicherungsbeiträge dafür zahlt der Bund.

Freiwillige Beiträge + Kindererziehung = Rente
Um überhaupt Rente bekommen zu können, sind mindestens 60 Beitragsmonate (= 5 Jahre “Wartezeit”) erforderlich – 1 Kind á 3 Jahre reicht also nicht. Wer allein mit Kindererziehungszeiten diese Mindestversicherungszeit bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze nicht erfüllt, kann für die fehlenden Monate freiwillige Beiträge zahlen. Die monatliche Beitragshöhe ist zwischen dem Mindestbeitrag von 78,40 Euro und dem Höchstbeitrag von 1 097,60 Euro frei wählbar.

Es gibt 2 Beitragszeiten:

a) Erziehungszeiten für die ersten 3 Lebensjahres des Kindes

und b) Berücksichtigungszeiten bis zu 10 Jahre.

Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat.


zu a) 12 oder 36 Monate Erziehungszeit

Bei Geburten vor 1992 umfasst die KinderERZIEHUNGszeit 1 Jahr, bei Geburten ab 1992 beträgt sie 3 Jahre (36 Monate).

Für KinderERZIEHUNGszeiten bekommen Sie ab 1992 drei (3) Entgeltpunkte, vorher nur 1 Entgeltpunkt. Je mehr Entgeltpunkte jemand hat, um so mehr Rente bekommt er!

Aktuell entspricht 1 Entgeltpunkt in Westdeutschland 28 Euro monatlicher Rente. Das heißt, wenn Frauen (mit nach 1992 geborenen Kindern) in Rente gehen, erhöht sich ihre Rente um 84 Euro pro Kind und Monat (3×28 EUR)

Erziehen Sie gleichzeitig mehrere Kinder, verlängert sich die KinderERZIEHUNGszeit um diese Zeit pro Kind – heißt: jedes Kind zählt extra

b) KinderBERÜCKSICHTIGUNGszeiten

KinderBERÜCKSICHTIGUNGszeiten beginnen mit dem Tag der Geburt und endet nach zehn Jahren. Sie haben aber keine direkte Wirkung auf die Rentenhöhe. Allerdings können sie zu einer günstigeren Bewertung weiterer Zeiten und somit zu einer höheren Rente führen. Außerdem tragen sie zur Erfüllung verschiedener Wartezeiten bei, zum Beispiel für die vorzeitige Altersrente an langjährig Versicherte.

Mit der Erziehung von fünf Kindern, die vor 1992, oder zwei Kindern, die nach 1991 geboren sind, können Sie zum Beispiel einen Anspruch auf die sogenannte Regelaltersrente erwerben, ohne dass weitere rentenrechtliche Zeiten not wendig wären.

Erwerbstätigkeit und Kindererziehung

KinderERZIEHUNGSzeiten werden beinahe jeder Mutter (Vater) angerechnet (wenn das monatl. Einkommen weniger als 5.600 EUR beträgt). KinderBERÜCKSICHTIGUNGszeiten erhalten nur solche Mütter angerechnet, die nicht berufstätig waren bzw. innerhalb dieses Zeitraumes nicht mehr als geringfügig selbständig tätig sind.

Wenn Sie während der KinderERZIEHUNGSzeit entweder wenig verdient oder gar nicht gearbeitet haben, können Sie für diese Zeit ca. 82,- EUR/mon PRO Kind rentenrechtlichen Ausgleich erhalten (bei 3 Kindern wären das z.B.247,- EUR)

Musterrechung für Mütter, die nach dem 3. Lebensjahr eines Kindes Teilzeit arbeiten:

Verdienen Sie 1000 Euro im Monat, stellt die Dt. Rentenversicherung Sie bei der Rentenberechnung so, als hätten Sie monatlich 1500 Euro verdient. Dies steigert Ihre spätere Rente.

Rentenanspruch hat solche eine Mutter, wenn sie bei Renteneintritt 25 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten zurückgelegt hat.

Mütter sind von Altersarmut bedroht, wenn Sie nach aktuellem Rentenmodell nur 1 oder 2 Kind(er) erziehen und bspl.weise bis zum 15 Lebensjahr der Kinder nicht arbeiten, da ihnen pro Kind nur 3 J. angerechnet werden.

Sie wollen grob ausrechnen, wieviel Rente Sie bekommen? Dann klicken Sie hier: http://www.brutto-netto-rechner.info/rente.php

Su-Ennas ganz persönliche Aussage: Die Deutschen sterben laut Statistik aus! Sie bekommen viel zu wenige Kinder. Gebärfähige FRAUEN sind eine der wichtigsten Ressoucen des Landes, weshalb sie uneingeschränkt in jeder Hinsicht unterstützt werden sollten. D.h. unter anderem, dass sie im Rentenalter gut leben können und es selbstverständlich sein sollte, dass sie uneingeschränkt vom Staat mit seinen Bürgern finanziell und gesellschaftlich getragen werden sollte.

Ich meine: Eine Mindestrente – deutlich über den HartzIV-Satz – sollte JEDER Mutter unabhängig von ihren Einzahlungen zustehen (egal ob sie vor oder nach 1992 Kind(er) bekommen hat).

Bist du auch dieser Meinung? Schreib gerne ein Kommentar dazu.

 
2 Kommentare
  1. Silvia
    Silvia sagte:

    Im Grunde wird man hier als Mutter bestraft, wenn man Kinder in die Welt setzt. Hier wünscht man sich endlich eine Unterstützung vom Staat, damit man später nicht die Nachteile im Rentenalter spüren muss. Zudem wundert man sich immer mehr, warum Frauen lieber an die Karriere als an eine eigene Familie denken. Alleine dies ist für viele schon ein Grund keine eigene Familie zu gründen, denn niemald will freiwillig in die Altersarmut geraten.

     
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  2. Silvia
    Silvia sagte:

    Im Grunde wird man hier als Mutter bestraft, wenn man Kinder in die Welt setzt. Hier wünscht man sich endlich eine Unterstützung vom Staat, damit man später nicht die Nachteile im Rentenalter spüren muss. Zudem wundert man sich immer mehr, warum Frauen lieber an die Karriere als an eine eigene Familie denken. Alleine dies ist für viele schon ein Grund keine eigene Familie zu gründen, denn niemald will freiwillig in die Altersarmut geraten.

     
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