37 Prozent der Frauen brauchen flexible Arbeitszeiten, um Familie und Beruf stressfreier vereinen zu können. 29% würden auch gerne Zuhause arbeiten.Statistik: Was wäre eine zeitliche Hilfe für sie als Eltern? | Statista

Was passiert zukünftig mit dem Solidaritätszuschlag? Wird er abgeschafft oder bekommt er eine neue Verwendung? Vorschlag von der Autorin: Der Soli wird  für die Sozialkasse für Mütter (SKA) verwendet.

In 2013 gab beispielsweise mehr als 14 Milliarden Steuereinahmen durch den Soli. Damit sollte das SKA-Konzept finanzierbar sein!

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Eine alleinerziehende Mutter lebt von Rücklagen und ist nebenberuflich selbständig. Sie verdient nach einem Burnout nur das Minimum von 386 EUR brutto im Monat  – und jetzt sendet ihr die gesetzliche Krankenkasse eine Nachforderung in Höhe von 342 Euro – PRO Monat. Für 1,5 Jahre in der Summe mehrere tausend Euro. Angeblich wäre sie hauptberuflich Selbständig gewesen …

Es gibt Situationen im Leben von alleinerziehenden Müttern, die den Blutdruck steigen lassen. Heute war so ein Tag bei Su-Enna* (Name geändert). Sie erzählt: “Heute (April 2015) bekam ich von meiner gesetzlichen Krankenkasse ein Schreiben zu meinen Beiträgen. Für die Zeit von Januar 2013 bis August 2014 soll ich fast 3.000 EUR nachzahlen. Ich habe fast einen Herzschlag bekommen, als ich das las!

Viele Jahre lang war sie als Selbstständige sehr erfolgeich. Trotz Kind, trotz Scheidung, trotz allgemeiner Wirtschaftskrisen verdiente sie viele Jahre gut. Aber dann … kam er schleichend; der Burnout Nr 2. Den ersten hatte sie Jahre vor der Schwangerschaft, als ihre Firma zu schnell gewachsen war.

Aus dem zweiten Burnout kommt sie nicht wieder in die Spur. Su-Enna* ist lange Zeit kaum arbeitsfähig; ist Monatelang krank geschrieben; kann einfach nicht mehr. Zwischendurch ist sie Arbeitslos gemeldet, hält aber ihre GmbH auf dem Papier am Leben. Sie verkauft ihre Wohnung. Löst eine Altersvorsorge auf. Verbraucht das Geld daraus über Jahre hinweg und kann damit ihrer Tochter dennoch ein ganz normales, aber lebenswertes Leben sichern. Sich selbst aber nicht. Sie funktioniert bestmöglich und versucht, wieder Geld zu verdienen.

Monat für Monat verbraucht Su-Enna. mehr als 2.000 Euro von ihrer Altersvorsorge. Nebenbei verdient sie als Aushilfe bei ihrer GmbH nur noch 386 Euro im Monat. Theoretisch. Faktisch wird mit diesem Betrag nur ihr uralter Firmenwagen abgerechnet. Das muss so sein laut Finanzamt. 14 Jahre vorher wurde der Neuwagen mit der 1-Prozent-Regelung als Arbeitslohn angelegt. Das heißt, der Arbeitnehmer, der den Firmenwagen nutzt, muss 1-Prozent des Neuwagenpreises als Einkommensbestandteil versteuern. Hier eben mit 386 Euro – jeden Monat, auch wenn er schon so alt ist, dass er fast auseinander fällt.

Laut Gehaltsabrechnung bekommt Su-Enna 386 Euro brutto als Sachwert. Macht netto in bar: 0,00 EUR. Tatsächlich lebt sie jahrelang von ihren Rücklagen. Die sind  Anfang 2015 fast aufgebraucht.

Die gesetzliche Krankenkasse ist nunmehr der Meinung, dass Su-Enna in 2013 und 2014 hauptberuflich selbständig war. Die Versicherung weiß aber (stand im Schreiben der KV), dass das Einkommen laut Einkommenssteuererklärung unter der Mindestbemessungsgrenze lag. Warum legt sie dann die Bemessungsgrundlage für “richtige” hauptberufliche Selbständige an, anstatt die Bemessungsgrundlage für nebenberuflich Selbständige?

Nach der gesetzliches Beitragsbemessungsgrundlage müsste sie einen monatlichen Beitrag von 152,27 EUR für nebenberuflich Selbständige bezahlen – was sie auch jahrelang getan hat. Aber: Nebenberuflich ist die selbständige Tätigkeit laut aktueller Gesetzgebung dann, wenn die versicherte Person ein weiteres, höheres Einkommen als Angestellte hat.

Aber was ist, wenn es nur dieses Nebeneinkommen gibt? Und die selbständig arbeitende Person ansonsten Hausfrau und Mutter ist und kein weiteres Einkommen hat? Muss sie dann wirklich 342 EUR KV-Beitrag monatlich zahlen? Kaum weniger als ihr Bruttoeinkommen?

Berechtigt das fehlende Haupteinkommen die Krankenversicherung, dass nebenberufliche Einkommen aus Selbständigkeit als hauptberufliche Selbständigkeit auszulegen? Auch wenn das faktisch unwahr ist? Und es kein nennenswertes Einkommen gibt? Oder hat die KV dennoch “Spielraum” und gibt es eine Beitragsermässungsgrundlage, wonach Su-Enna “nur” 152,- Euro im Monat Beitrag zahlen müsste? Was auch viel ist, wenn eigentlich NICHTS verdient wird?

Su-Enna hat die Forderung der Krankenkasse zurückgewiesen und ist bereit, den rechtlichen Weg zu gehen. Sie ist zum Glück auch Rechtschutzversichert …

Eine Lösung wäre die Sozialkasse für Alleinerziehende und Kleinstunternehmer.




Geändert im Januar 2014 + 2016, entworfen im Okober 2012 von Susanne Braun-Speck

Kinderarmut? Rentenvorsorgelücke? Hohe Krankenkassenbeiträge? Nachwuchsmangel? Alleinerziehende und Kleinstunternehmer leben ohne Netz und doppelten Boden – ständig und bis zum Lebensende mit hohem Risiko. In Deutschland. Ganz ohne Krieg oder Hungersnöte. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation nicht erkennt und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen.

Helfen würden eine

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) ähnlich der Künstlersozialkasse


Ziele: Soziale Absicherung & Rentenvorsorge für die Mitglieder der Gesellschaft, die die Beiträge alleine nicht leisten können.

Die zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder, ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen.

Alleinerziehenden wird das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozial-Versicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberuflliche bzw. selbständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

Die aktuell soziale Ungerechtigkeit: Kleinstunternehmer können sich freiwillige Beiträge in sämtliche Sozialversicherungen meistens NICHT leisten – vor allem nicht die für gesetzliche Krankenkasse und die Rentenversichung. Sie sind massiv von Altersarmut bedroht – es ist ein gesellschaftlicher Irrtum, dass es Selbständigkeiten grundsätzlich finanziell besser geht. Lies hier.

Besonders unfair zur Zeit: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich ggf voll als Selbständige krankenversichern – von Rentenvorsorge, etc. reden wir hier noch garnicht!

Der Mindestbeitrag betrug z.B. in 2016 (auch bei TZ-selbständigen Müttern) mit Krankengeld-Anspruch 382,- EUR / Monat (link zur Quelle). Ein Blogbeitrag dazu.

Die zwei Hauptaufgaben der SFA:

  1. a) Sozialversicherungs-Zuschuss: Die SAK übernimmt den Arbeitgeberanteil von 50% an Versicherungsbeiträgen von freiberuflichen/selbständigen Müttern und Vätern (nur Einzel-/Kleinstunternehmer ohne Mitarbeiter) für die Krankenkasse, Rentenvorsorge, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung – so, wie es auch die Künstlersozialkasse für ihre Mitglieder macht.
  2. b) Einkommens-Aufstockung: Außerdem sollen die Einkommen von Alleinerziehenden (egal ob festangestellt oder selbständig), prozentual auf einen fiktiven (berufs- und altersabhängigen) Ganztagslohn aufgestockt werden, inkl. anteiliger Rentenversicherungsleistung, sodass sie später genauso viel Rente bekommen, als wären sie Vollzeit-Arbeitnehmer gewesen.

Ziele für die Betreffenden

  • bezahlbar sozialversichert sein, vergleichbar mit einem Vollzeit-Arbeitnehmer
  • Arbeiten und Kinder versorgen ohne Nachteile oder sozialem Abstieg
  • Unabhängig schaffen, berufliche Möglichkeiten als Klein-UnternehmerInnen wahrnehmen können, um nicht arbeitslos zu sein.
  • durch die Einkommens-Aufstockung heute Lebenswert mit Kindern leben
  • und später gut versorgt im Rentenalter sein.

Ziele für Gesellschaft & Wirtschaft

  • Start-Up´s und Kleinunternehmen fördern!
  • Fachkräftemangel senken: In vielen Berufen ist Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Gäbe es ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, würden deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
  • Geburtenrate erhöhen – für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen.
  • Alternative zu Hartz IV; eine berufliche Chance auf selbstständiger Basis geben
  • Hilfe zur Selbsthilfe leisten (Selbständigkeit ist eine gute Alternative für Alleinerziehende -> eigene Zeiteinteilung = flexible Arbeit)
  • Kinder aus der Armutsmutfalle holen und eine förderliche Entwicklungsumgebung ermöglichen. Denn: Diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen! Aber nur, wenn sie “abliefern” (gute Schullaufband und später Berufstätigkeit), was sie nicht können, wenn ihre Grundbedürfnisse nicht gestillt werden.

Finanzierung

  • Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II – Empfänger sind ja auch sozialversichert. D.h. die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig erheblich geringer.
  • Wie Angestellte und Mitglieder der Künstlersozialkasse bezahlen SAK-Versicherte prozentual am Einkommen gemessene Beiträge mit dem selben Höchstbetrag. Neugründer und Teilzeitselbständige zahlen niedrigere Beiträge.
  • Spenden durch Stiftungen, etc.

Mitglieds-Voraussetzungen könnten sein:

Alleinerziehend mit mind. einem minderjährigen Kind bei Gesetzeinführung (Übergangsfrist?) oder Gründung (wie freiwillige AL-Versicherung);  der Status erlischt, wenn alle Kinder Schulbildung und den ersten Berufsweg (Ausbildung o. Studium) abgelegt haben, spätestens jedoch im Alter von 24J.

Bei Kleinunternehmern: Nicht mehr als 2 Teilzeitmitarbeiter und max. 20% mehr Netto-Einkommen als eine vergleichbare angestellte Führungskraft in selben Beruf (entsprechend Alter und Region). Es wird das höhere Gehalt von Männern angesetzt.

Die wichtigste begleitenden Maßnahmen:

  • Gesetzesändungen im SGB z.B. im 5. Buch gesetzl. Krankenversicherung. Hier insbesondere eine Neu-Defintion von “nebenberuflicher Selbständigkeit” – diese hängt jetzt von einer “hauptberuflichen Angestelltentätigkeit” ab. Dieser könnte eine “hauptberufliche Elterntätigkeit” gleichgesetzt werden.
  • Ausbau der Bürgschafts-Übernahme durch Bund und Länder ggü Banken und Kreditinstituten (ganz wichtig!) für Neugründer
  • Aufbau von Netzwerk-Zentren (kurz: NWZ) speziell für berufstätige Alleinerziehende und ihre Kinder zwecks Betreuung und Organisation des Alltags.
  • etc

Anmerkungen oder weitere Ideen? Schreib ggf unten ein Kommentar.

Allein als Frau zuhause? Niemand hilft. Alle sehen nur zu? In dem hier geschilderten Fall hören einige Leute zu. Sie lauschen der Hetzjagd eines griesgrämigen Rentners im Kreis Stormarn, der eine alleinerziehende Mutter in Misskredit bringt, ihren Ruf schädigt. Jetzt endlich nach fast 12 Monaten Tyrannei hat sie sich an den Weissen Ring gewendet und bekommt Hilfe.

Die Betroffene möchte namentlich nicht genannt werden, aber erzählt: “Endlich steht jemand hinter mir – mit breiten Schultern. Ein Kripobeamter! Er ist mein “weißer Ritter”.”

Der hasserfüllte Rentner erzählte über sie so einiges in der Nachbarschaft herum. Zum Beispiel, dass sie insolvent, pleite wäre. Er wiegelt Nachbarn auf; sagt ihnen, sie bräuchten keine Rücksicht nehmen und ihr ruhig den Nachtschlaf durch Ruhestörungen rauben. Dabei muss sie jeden morgen früh hoch, um sich um ihre schulpflichtige Tochter zu kümmern. Eigentlich muss sie auch ins Büro, Kunden akquirieren. Aber wie soll sie das schaffen, wenn sie nur 4-5 Stunden geschlafen hat?

Die Bewohner des gepflegten Hauses, der Verwalter, Nachbarn aus dem Umgebung gucken sie schief an, sagen ihr kaum noch “guten Tag”. Der Alte beschimpft mehrfach die kleine Tochter im Hausflur; er brüllt durchs Haus, die alleinerziehende Mutter wäre Schuld am Tod seiner Frau. Er versucht, den Verwalter davon abzuhalten, ihr gegen die Ruhestörungen zu helfen. An ihrem Geburtstag lud er die Nachbarn ein, um eine Versammlung gegen sie zu halten – und vieles mehr.  Der Alte verhält sich ihr gegenüber massiv feindseelig und destruktiv, schikaniert sie, wenn er nur kann. Der Verwalter macht das teilweise mit – hat er Angst, selbst der Gehetzte zu werden?

Die Hetzjagd des Alten hat Folgen.

Die seelische Belastung durch den gebrochenen Hausfrieden nimmt der Betroffenen die Kraft. Die Kraft, die sie dringend braucht, um sich um ihr Kind, ihre Arbeit und alles andere zu kümmern. Anstatt sich zuhause erholen, wird sie dort krank. “Ich bin selbst eher ein Helfertyp und kann nicht verstehen, wie jemand eine solche Hexenjagd veranstalten kann.”, erzählt die Betroffene. Warum der Alte das tut? Sie weiß es nicht, vermutet verletzte Eitelkeit.

Ihr Helfer vom WEissen Ring, Matthias Bruhn, hatte ihr Hilfegesuch, dass sie per E-Mail einreichte, mit Kollegen diskutiert und kam bereits mit Vorschlägen zu ihrem Termin. Die erste gute Nachricht: Aus Sicht des Weissen Rings ist sie Opfer einer Straftat und somit ein Fall für den Weissen Ring. Die zweite gute Nachricht: Durchaus gibt es Möglichkeiten, um gegen solche eine Art vom Verleumdung vorzugehen. Sie ist sogar strafbar. Im deutschen Recht ist Verleumdung im StGB folgendermaßen definiert:

„Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ (§ 187 StGB)

Was ist zu tun? Beispielsweise könnte die Betroffene bei der Polizei eine Anzeige erstatten, einen Rechtsanwalt beauftragen, einen Schiedsmann als Moderator um Hilfe bitten, oder einen Antrag auf einstweilige Anordnung beim Familiengericht stellen. Letzteres ist die Lösung, die der hier Betroffenen am ehesten zusagte. Jede Sachlage ist anders, weshalb die hier genannten Maßnahmen nicht für jeden Fall geeignet sind.

Opfer, die ebenfalls Hilfe benötigen, finden Informationen, Kontaktdaten, etc. unter:

www.weisser-ring.de oder Telefon: 04331/4349909 (Landesrufnr SH)

Anzeige:


Betreuungsgeld kommt, Aus für die Praxisgebühr; Rente von Geringverdienern soll zukünftig aus Steuermitteln aufgestockt werden – das beschloss die Koalition am Wochenende. Aber: Keine Fortschritt gab es bei der Anrechnung der Kindererziehungszeiten von Müttern in der Rente – es soll weiterhin geprüft werden.

Die heutige Regelung (Quelle: Deutsche Rentenversicherung):

Wenn Sie das 67. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 5 Jahre versichert waren, haben Sie Anspruch auf die Regelaltersrente. WIEVIEL Rente Sie bekommen, ist abhängig von der Dauer und Höhe Ihrer Einzahlungen in die Rentenversicherung. Wollen Sie früher in Rente gehen, müssen Sie mind. 35 J. eingezahlt haben.

Folgende Zeiten werden als Rentenversicherungszeit berücksichtigt:

  • bis zu 8Jahre der Berufsausbildung
  • sozialversicherungspflichtige Berufstätigkeit (Arbeitnehmer)
  • freiwillige Versicherungsleistungen (z.B. Selbständige, die sich freiwillig Rentenversichern)
  • Wehrdienst und Pflegezeiten von Angehörigen
  • freiwillige Beiträge zwecks Aufstockung
  • Arbeitslosen- und Krankengeldzeiten
  • Kindererziehungs- und anrechnungszeiten (max bis zum vollendeten 10. Lebensjahr Ihres Kindes anrechenbar)

Um die Kinderbetreuungszeiten geht es in der nachfolgenden Ausführung. Wenn Mütter (selten Väter) Kinder erziehen, bekommen Sie dafür in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtbeiträge gutgeschrieben und erhalten für diese Zeit später mehr Rente. Die Rentenversicherungsbeiträge dafür zahlt der Bund.

Freiwillige Beiträge + Kindererziehung = Rente
Um überhaupt Rente bekommen zu können, sind mindestens 60 Beitragsmonate (= 5 Jahre “Wartezeit”) erforderlich – 1 Kind á 3 Jahre reicht also nicht. Wer allein mit Kindererziehungszeiten diese Mindestversicherungszeit bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze nicht erfüllt, kann für die fehlenden Monate freiwillige Beiträge zahlen. Die monatliche Beitragshöhe ist zwischen dem Mindestbeitrag von 78,40 Euro und dem Höchstbeitrag von 1 097,60 Euro frei wählbar.

Es gibt 2 Beitragszeiten:

a) Erziehungszeiten für die ersten 3 Lebensjahres des Kindes

und b) Berücksichtigungszeiten bis zu 10 Jahre.

Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat.


zu a) 12 oder 36 Monate Erziehungszeit

Bei Geburten vor 1992 umfasst die KinderERZIEHUNGszeit 1 Jahr, bei Geburten ab 1992 beträgt sie 3 Jahre (36 Monate).

Für KinderERZIEHUNGszeiten bekommen Sie ab 1992 drei (3) Entgeltpunkte, vorher nur 1 Entgeltpunkt. Je mehr Entgeltpunkte jemand hat, um so mehr Rente bekommt er!

Aktuell entspricht 1 Entgeltpunkt in Westdeutschland 28 Euro monatlicher Rente. Das heißt, wenn Frauen (mit nach 1992 geborenen Kindern) in Rente gehen, erhöht sich ihre Rente um 84 Euro pro Kind und Monat (3×28 EUR)

Erziehen Sie gleichzeitig mehrere Kinder, verlängert sich die KinderERZIEHUNGszeit um diese Zeit pro Kind – heißt: jedes Kind zählt extra

b) KinderBERÜCKSICHTIGUNGszeiten

KinderBERÜCKSICHTIGUNGszeiten beginnen mit dem Tag der Geburt und endet nach zehn Jahren. Sie haben aber keine direkte Wirkung auf die Rentenhöhe. Allerdings können sie zu einer günstigeren Bewertung weiterer Zeiten und somit zu einer höheren Rente führen. Außerdem tragen sie zur Erfüllung verschiedener Wartezeiten bei, zum Beispiel für die vorzeitige Altersrente an langjährig Versicherte.

Mit der Erziehung von fünf Kindern, die vor 1992, oder zwei Kindern, die nach 1991 geboren sind, können Sie zum Beispiel einen Anspruch auf die sogenannte Regelaltersrente erwerben, ohne dass weitere rentenrechtliche Zeiten not wendig wären.

Erwerbstätigkeit und Kindererziehung

KinderERZIEHUNGSzeiten werden beinahe jeder Mutter (Vater) angerechnet (wenn das monatl. Einkommen weniger als 5.600 EUR beträgt). KinderBERÜCKSICHTIGUNGszeiten erhalten nur solche Mütter angerechnet, die nicht berufstätig waren bzw. innerhalb dieses Zeitraumes nicht mehr als geringfügig selbständig tätig sind.

Wenn Sie während der KinderERZIEHUNGSzeit entweder wenig verdient oder gar nicht gearbeitet haben, können Sie für diese Zeit ca. 82,- EUR/mon PRO Kind rentenrechtlichen Ausgleich erhalten (bei 3 Kindern wären das z.B.247,- EUR)

Musterrechung für Mütter, die nach dem 3. Lebensjahr eines Kindes Teilzeit arbeiten:

Verdienen Sie 1000 Euro im Monat, stellt die Dt. Rentenversicherung Sie bei der Rentenberechnung so, als hätten Sie monatlich 1500 Euro verdient. Dies steigert Ihre spätere Rente.

Rentenanspruch hat solche eine Mutter, wenn sie bei Renteneintritt 25 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten zurückgelegt hat.

Mütter sind von Altersarmut bedroht, wenn Sie nach aktuellem Rentenmodell nur 1 oder 2 Kind(er) erziehen und bspl.weise bis zum 15 Lebensjahr der Kinder nicht arbeiten, da ihnen pro Kind nur 3 J. angerechnet werden.

Sie wollen grob ausrechnen, wieviel Rente Sie bekommen? Dann klicken Sie hier: http://www.brutto-netto-rechner.info/rente.php

Su-Ennas ganz persönliche Aussage: Die Deutschen sterben laut Statistik aus! Sie bekommen viel zu wenige Kinder. Gebärfähige FRAUEN sind eine der wichtigsten Ressoucen des Landes, weshalb sie uneingeschränkt in jeder Hinsicht unterstützt werden sollten. D.h. unter anderem, dass sie im Rentenalter gut leben können und es selbstverständlich sein sollte, dass sie uneingeschränkt vom Staat mit seinen Bürgern finanziell und gesellschaftlich getragen werden sollte.

Ich meine: Eine Mindestrente – deutlich über den HartzIV-Satz – sollte JEDER Mutter unabhängig von ihren Einzahlungen zustehen (egal ob sie vor oder nach 1992 Kind(er) bekommen hat).

Bist du auch dieser Meinung? Schreib gerne ein Kommentar dazu.

Wäre de Investition in Eltern-Initiativen oder Rentenvorsorge eine gute Idee? Im April diesen Jahres sendete ich das unten aufgeführte Konzept an unser Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gestern hörte ich einen Teil davon in den Nachrichten … Weiterlesen