Am 23. Mai 1949 – also vor 70 Jahren – wurde das Grundgesetz als vorläufige Verfassung erlassen und trat zum Ablauf des Tages in Kraft. Doch welche Bedeutung hat manch ein Paragraf darin heute?

Gestern Abend lief u.a. im ARD ein Film über die Entstehung des Grundgesetzes. Die Juristin Elisabeth Selbert kämpfte darin für den Satz: “Männer und Frauen sind gleichberechtigt”. Was wäre gewesen, hätte es in den Nachkriegsjahren nicht mehr Frauen als Männer in Deutschland gegeben? Hätte dieser Satz dann die Mehrheit erlangt? Ich überlegte, ob ich heute darüber etwas schreiben sollte. Aber: Ich vertiefe das Thema nicht, denn:

Gleichberechtigung ist eine Selbstverständlichkeit und es ist lächerlich, diese infrage zu stellen.

Wer wie ich, seit vielen vielen Jahren, sowohl typisch männliche wie auch typisch weibliche Rollen im Leben “spielt” (wie die Frauen, die damals nach dem Krieg das Land wieder aufbauten und dafür selbstredend auch “Männerarbeit” machten), für den ist Gleichberechtigung logisch, und jede andere Meinung oder Handlung schlichtweg dumm. Ich mag auch das “Gendern” in Texten nicht – Arzt ist Arzt, Schüler ist Schüler und nicht SchülerInnen, ebenso wie Katzen nicht Katzen und Kater sind. Ich bin Autor, ein weiblicher eben.

Über manche Details im Zusammenhang mit Gleichberechtigung (z.B. in der Umsetzung manch einer Relgionsfrage) sollte ich im Internet auch nicht schreiben, weil ich weiß, dass deshalb ein Shitstorm über mich hereinbrechen oder ich bedroht werden könnte – ich behalte also die eine oder andere Meinung für mich.

Meinungsfreiheit? Kann also doch nicht jeder sagen, was er möchte?

Früher war es einfach: Am Kaffeetisch oder beim Bierchen saßen Menschen beieinander, wenn sie ihre Meinung über Etwas oder Jemanden sagten. Reaktionen von ihren Gesprächspartnern sahen sie sofort in den Augen oder der Körperhaltung. Wer zu vehement seine Meinung vertrat oder jemanden herabwürdigte, musste schon einmal mit Wortgefechten und Handgreiflichkeiten rechnen – heutzutage ist das anders – “soziale” Medien machen es möglich. Zügellosigkeit, verbale Totalausfälle, sind hier “normal”.

Was richtet das an?

Wie sehr wird die persönliche Ehre verletzt, wenn jemand für seine Meinung oder als Person beschimpft, beleidigt und herabgewürdigt wird? Was sich zum Beispiel Politiker alles gefallen lassen müssen … Während im wahren Leben die meisten Menschen absoluten Respekt vor Führungskräften haben und viele, viele es niemals wagen würden, zum Beispiel unsere Bundeskanzlerin persönlich und direkt zu beleidigen, so tun sie es in Massen auf den “sozialen” Netzwerken. Das teilweise in so heftiger Form, dass einem als Leser die Spucke wegbleibt. Fachbegriffe in dem Umfeld sind: HateSpeech und Cybermobbing sowie Shitstorm

Shitstorm [ˈʃɪtstɔɹm] (zusammengesetzt aus englisch shit „Scheiße“ und storm „Sturm“) bezeichnet im Deutschen das lawinenartige Auftreten negativer Kritik gegen eine Person oder ein Unternehmen im Rahmen von sozialen Netzwerken, Blogs oder Kommentarfunktionen von Internetseiten bis hin zur Schmähkritik. (Quelle: Wikipedia.org).

Persönlichkeitsverletzungen sind in den “sozialen” Netzwerken normal geworden, aber deshalb noch lange nicht richtig.

“Eine wesentliche Gewährleistung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts ist der Schutz vor Äußerungen, die geeignet sind, sich abträglich auf das Ansehen der Person, insbesondere ihr Bild in der Öffentlichkeit, auszuwirken. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt die Person insbesondere vor verfälschenden oder entstellenden Darstellungen, die von nicht ganz unerheblicher Bedeutung für die Persönlichkeitsentfaltung sind (BVerfG, Beschluss vom 25.10.2005, Az. 1 BvR 1696/98).” schreibt RA-Putte in seinem Blog zum Beispiel.

Andere Menschen in Misskredit zu bringen, ist nicht erlaubt. Beleidigungen und herabwürdigende Äußerungen können laut Strafgesetzbuch Folgen für die Täter nachsichziehen. Theoretisch. Praktisch? Scheinen solche gesetzlichen Regelungen in Vergessenheit geraten zu sein – die sozialen Netzwerke sind voll von Herabwürdigungen und Beleidigungen.

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Medienanstalt NRW zeigt, wie “normal” Beleidigungen im Netz geworden sind.

Wird so ein Verhalten zur Gewohnheit und überträgt sich aufs echte Leben?

Fernseh- und Online-Zuschauer konnten z.B. @Simii_Kowalski bei #GNTM sehen, welche hinter den Kulissen vor laufender Kamera extrem gemobbt wurde – und seelisch fast zerbrach. Wie sehr sie darunter gelitten hat, konnte die ganze Welt verfolgen. Warum geschah das? Aus Eifersucht und Neid? Weil sie ein Profi ist, die Anderen nicht? Die meisten Jobs bekam? Trotz Hochsensiblität und häufiger Angst immer wieder die Kurve kratzte und trotz Allem immer ablieferte? Ihr Mut und ihre Kraft ist zu bewundern und das Verhalten der anderen “Mädchen” war einfach nur abscheulich. Unglaublich ist, dass der TV-Sender das in der heftigen Form solange zugelassen hat.

In der oben gezeigten Statistik ist leicht erkennbar, dass insbesondere junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren mit Hate Speech jede Menge Erfahrung haben. Werden sie zu einer dahingehend abgebrüten Generation? Sind sie längst daran gewöhnt, verbal einzustecken und auszuteilen?

Interessant ist, dass Menschen mit Pseudonym, die ihren wahren Namen und ihr wahres Gesicht in den “sozialen” Netzwerken verbergen, verbal ganz besonders ausholen und keine Hemmungen mehr zu haben scheinen. Anonymität macht also hemmungslos? Wer nicht identifiziert werden kann, haut also einfach alles raus? Ob dabei die persönliche Ehre und/oder die Persönlichkeitsrechte der Beschimpften missachtet werden, ist dann egal?

Wollten die Gründer der sozialen Netzwerke das? Haben Sie geahnt, dass das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit so ausartet und schlichtweg missbraucht wird?

Spannend wird es dann, wenn du Menschen, die dich über “soziale” Netzwerke beschimpft, beleidigt oder ganz subtil herabgewürdigt haben, danach im echten Leben begegnest. Besonders zu beoachten in der Lokalpolitik. Beispiel: In einer Facebookgruppe, deren Administrator ich bin, geht es um lokale Themen in der Gemeinde. Um die zukünftige Entwickung der Stadt, um Interessen und Engagement der Bürger, um Meinungen – zu Allem und Nichts. Hier wird vieles gesagt, wie es gemeint ist – Auge in Auge würde davon vieles niemals geäußert werden! Tatsächlich ist es mir persönlich schon mehrfach passiert, dass jemand der mich eigentlich mag, sich auf Facebook subtil oder direkt herabwürdigend geäußert hat und mir dann nicht in die Auge sehen konnte, als ich ihm auf der Straße begegnet bin.

Auffallend ist, dass Diskussionen in den “sozialen” Medien immer und immer wieder von Sach- zu Personenthemen werden. Sobald echte Argumente fehlen oder die von Anderen nicht wiederlegt werden können, ufert die Diskussion aus. Dann beziehen sich auffallend viele Kommentare plötzlich auf Personen, anstatt aufs Thema. Natürlich kennen wir das auch aus dem echten Leben. Aber: es ist etwas Anderes, wenn am Kaffeetisch im kleinen Kreis über Personen gelästert und sie herabgewürdigt werden, als wenn die Verbreitung solcher Meinungen und Informationen – oft schlichtweg erfundenden  – im Internet veröffentlicht werden. Denn: Im Internet lesen viele, wenn nicht sogar Tausende mit – Informationen verbreiten sich in Sekunden. Ware wie erfundene.

Dabei beherrschen manche Kommentatoren eine sehr ausgefeilte Form subtiler Herabwürdigungen.

Mit großem Feingefühl überlegen sie sich differenzierte Kommentare, die einzelne Personen erniedrigen, wertlos machen oder in einem anderen Licht darstellen. Anderen Lesern fallen solche intelligent-geplanten Kommentare nicht auf und nehmen nicht wahr, was für ein Spiel dort läuft. Allerdings verstehen sie die Botschaft, die die Kommentatoren vermitteln wollten und bekommen ein negatives oder falsches Bild von der Person, die sich dagegen kaum wehren kann.

Plötzlich sind alle “Öffentliche Personen” – viele zerbrechen daran.

Öffentliche Personen, wie Politiker zum Beispiel, müssen sich ein wenig mehr gefallen lassen als Privatpersonen. Zum Beispiel müssen sie damit leben, dass auch mal unvorteilhafte oder missdeutige Fotos ebenso wie “verdrehte” Informationen veröffentlicht und verbreitet werden. Das gilt quasi als Berufsrisiko und wird i.d.R. vor Amtseintritt auf persönlicher Ebene einkalkuliert – ein innerer Schutzwall kann aufgebaut werden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass ein hochkarätiger Politiker oder Prominenter genug Selbstbewusst hat, um Shitstorm ertragen oder ihn “sportlich”  nehmen zu können.

Doch wie ist das mit all den jungen Instagram- und Youtube-Sternchen? Wie fühlt sich der normale Bürger von nebenan, wenn er völlig unerwartet von Anderen verbal zerfetzt wird? Wenn er mit einem Mal im öffentlichen Raum des Internets beleidigt oder herabgewürdigt wird? Wie kann es sein, dass ganze Menschenmengen über einen Kommentator verbal herfallen, nur weil er seine eigene – sachliche – Meinung gesagt hat?

Wir alle, die im Internet unterwegs sind, sollten über solche Fragen nachdenken und für Ethik in den sozialen Netzwerken sorgen – denn: sozial sind sie schon lange nicht mehr. Ein Stück weit sollten wir Moralapostel werden!


Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.


Foto-Montage: #SBraunSpeck mit Fotos von Pixabay, Social Networks: Geralt und ängstliche Frau: TBHeinz

Endlich wurden die ersten richtigen Schritte zur Entlastung von selbständigen Krankenversicherten, insbesondere von Teilzeit-Selbständigen eingeleitet: Mit dem GKV Entlastungsgesetz, dass am 18.10.18 beschlossen wurde, wird die monatliche Mindestbemessungs-Grundlage für Selbstständige auf monatlich 1.015 Euro herabgesetzt. Der KV- und Pflegebeitrag liegt damit bei rund 188 Euro/Monat. Egal, ob eine Teilzeit- oder Fulltime-Selbständig vorliegt – und das ist elementar wichtig! Denn: Bisher mussten auch Teilzeit-Selbständige den vollen Mindestbeitrag für die Krankenversicherung bezahlen …

“Ich selbst habe erlebt, was das bedeutet: Nach meinem Burnout vor einigen Jahren, lebte ich eine Weile – als alleinerziehende Mutter – nur von Rücklagen aus erfolgreichen Jahren. Nebenbei verdiente ich – als Aushilfe bei meiner eigenen GmbH / irgendwer musste ja die Geschäftsleitung inne haben – noch 386 Euro im Monat. Im Folgejahr sendete mir die gesetzliche Krankenkasse eine Nachforderung in Höhe von 342 Euro – PRO Monat. Für 1,5 Jahre in der Summe mehrere tausend Euro. Angeblich wäre ich hauptberuflich Selbständig gewesen …”

Die Versicherung wusste aber, dass das Einkommen laut Einkommenssteuererklärung unter der Mindestbemessungsgrenze lag. Warum legte sie dann die Bemessungsgrundlage für “richtige” hauptberufliche Selbständige an, anstatt die Bemessungsgrundlage für nebenberuflich Selbständige? Nach der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrundlage hätte doch ein monatlicher Beitrag von 152,27 EUR für nebenberuflich Selbständige bezahlt werden müssen – oder nicht? Nein: Nebenberuflich ist aus Krankenkassensicht die selbständige Tätigkeit laut bisheriger Gesetzgebung nur dann, wenn die versicherte Person ein weiteres, höheres Einkommen als Angestellte hat. Ansonsten gelten Selbständige immer als Fulltime-Selbständig. Ab 2019 wird das nun anders sein.

“Nach langer postalischer Auseinandersetzung zeigte sich die Krankenversicherung kulant und behandelte mich, als wäre ich eine Angestellte mit nebenberuflicher Selbständigkeit. Damit blieb es bei dem Versicherungsbeitrag, den ich bereits bezahlt hatte und die horrende Nachzahlung entfiel. Übrigens: Vorher schon entwickelte ich das unten aufgeführte Grob-Konzept, wovon jetzt (im Oktober 2018) einiges durch das GKV Entlastungsgesetz realisiert wurde”, erzählt Susanne Braun-Speck, die sich darüber freut, dass es vielen Gleichgesinnten in Zukunft deutlich leichter gemacht wird, z.B. als Mutter nebenberuflich selbständig zu sein – auch ohne Familienversicherung über einen Ehemann.

Aktuell arbeitet sie übrigens erneut an einem Artikel über Selbständige, deren sozialen Risiken und Vereinbarkeit mit der Familie. Dazu läuft eine Umfrage auf: https://tiefenschaerfe.de/umfrage-selbstaendige-vereinbarkeit/

Blogbeitrag  aus Oktober 2012 (geändert im Januar 2014 + 2016, Autor: Susanne Braun-Speck):

Autor: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de) ist seit 1996 überwiegend selbständig und seit 2005 alleinerziehend, aber erst seit 2017/01 endlich in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert. Das, nachdem sie sich neu positioniert hat und jetzt Kreative ist (Webdesignerin und Online-Redakteurin). Ähnlich sozialversichert zu sein – mit der SAK – wünscht sie allen Gleichgesinnten.

Kinderarmut? Rentenvorsorgelücke? Hohe Krankenkassenbeiträge? Nachwuchsmangel? Alleinerziehende und Kleinstunternehmer leben ohne Netz und doppelten Boden – ständig und bis zum Lebensende mit hohem Risiko. In Deutschland. Ganz ohne Krieg oder Hungersnöte. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation nicht erkennt, und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen. Helfen würden eine …

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) ähnlich der Künstlersozialkasse

Ziele: Soziale Absicherung & Rentenvorsorge für die Mitglieder der Gesellschaft, die die Beiträge alleine nicht leisten können.

Die zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder, ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen. Alleinerziehenden wird das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozial-Versicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberufliche bzw. selbständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

Die bisherige aktuell soziale Ungerechtigkeit: Kleinstunternehmer können sich freiwillige Beiträge in sämtliche Sozialversicherungen meistens NICHT leisten – vor allem nicht die für gesetzliche Krankenkasse und die Rentenversicherung. Sie sind massiv von Altersarmut bedroht – es ist ein gesellschaftlicher Irrtum, dass es Selbständigkeiten grundsätzlich finanziell besser geht. Besonders unfair zur Zeit: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich ggf voll als Selbständige krankenversichern – von Rentenvorsorge, etc. reden wir hier noch gar nicht!

Der Mindestbeitrag betrug z.B. in 2016 (auch bei TZ-selbständigen Müttern) mit Krankengeld-Anspruch 382,- EUR / Monat (link zur Quelle). –> Sinngemäß wird mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) auf die bürokratische Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflicher Selbstständigkeit ab 2019 verzichten.

Die zwei Hauptaufgaben der SAK:

  1. Sozialversicherungs-Zuschuss: Die SAK übernimmt den Arbeitgeberanteil von 50% an Versicherungsbeiträgen von freiberuflichen/selbständigen Müttern und Vätern (nur Einzel-/Kleinstunternehmer ohne Mitarbeiter) für die Krankenkasse, Rentenvorsorge, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung – so, wie es auch die Künstlersozialkasse für ihre Mitglieder macht.
  2. Einkommens-Aufstockung: Außerdem sollen die Einkommen von Alleinerziehenden (egal ob festangestellt oder selbständig), prozentual auf einen fiktiven (berufs- und altersabhängigen) Ganztagslohn aufgestockt werden, inkl. anteiliger Rentenversicherungsleistung, sodass sie später genauso viel Rente bekommen, als wären sie Vollzeit-Arbeitnehmer gewesen.

Ziele für die Betreffenden

  • bezahlbar sozialversichert sein, vergleichbar mit einem Vollzeit-Arbeitnehmer
  • Arbeiten und Kinder versorgen ohne Nachteile oder sozialem Abstieg
  • Unabhängig schaffen, berufliche Möglichkeiten als Klein-UnternehmerInnen wahrnehmen können, um nicht arbeitslos zu sein.
  • durch die Einkommens-Aufstockung heute Lebenswert mit Kindern leben
  • und später gut versorgt im Rentenalter sein.

Ziele für Gesellschaft & Wirtschaft

  • Start-Up´s und Kleinunternehmen fördern!
  • Fachkräftemangel senken: In vielen Berufen ist Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Gäbe es ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, würden deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
  • Geburtenrate erhöhen – für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen.
  • Alternative zu Hartz IV; eine berufliche Chance auf selbstständiger Basis geben
  • Hilfe zur Selbsthilfe leisten (Selbständigkeit ist eine gute Alternative für Alleinerziehende -> eigene Zeiteinteilung = flexible Arbeit)
  • Kinder aus der Armutsfalle holen und eine förderliche Entwicklungsumgebung ermöglichen. Denn: Diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen! Aber nur, wenn sie “abliefern” (gute Schullaufband und später Berufstätigkeit), was sie nicht können, wenn ihre Grundbedürfnisse nicht gestillt werden.

Finanzierung

  • Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II – Empfänger sind ja auch sozialversichert. D.h. die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig erheblich geringer.
  • Wie Angestellte und Mitglieder der Künstlersozialkasse bezahlen SAK-Versicherte prozentual am Einkommen gemessene Beiträge mit dem selben Höchstbetrag. Neugründer und Teilzeitselbständige zahlen niedrigere Beiträge.
  • Spenden durch Stiftungen, etc.

Mitglieds-Voraussetzungen könnten sein:

Alleinerziehend mit mindestens einem minderjährigen Kind bei Gesetzeinführung (Übergangsfrist?) oder Gründung (wie freiwillige AL-Versicherung);  der Status erlischt, wenn alle Kinder Schulbildung und den ersten Berufsweg (Ausbildung o. Studium) abgelegt haben, spätestens jedoch im Alter von 24J.

Bei Kleinunternehmern: Nicht mehr als 2 Teilzeitmitarbeiter und max. 20% mehr Netto-Einkommen als eine vergleichbare angestellte Führungskraft in selben Beruf (entsprechend Alter und Region). Es wird das höhere Gehalt von Männern angesetzt.

Die wichtigste begleitenden Maßnahmen:

  • Gesetzesänderungen im SGB z.B. im 5. Buch gesetztl. Krankenversicherung. Hier insbesondere eine Neu-Definition von “nebenberuflicher Selbständigkeit” – diese hängt jetzt von einer “hauptberuflichen Angestelltentätigkeit” ab. Dieser könnte eine “hauptberufliche Elterntätigkeit” gleichgesetzt werden. –> sinngemäß wird mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) auf die bürokratische Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflicher Selbstständigkeit ab 2019 verzichten.
  • Ausbau der Bürgschafts-Übernahme durch Bund und Länder ggü Banken und Kreditinstituten (ganz wichtig!) für Neugründer
  • Aufbau von Netzwerk-Zentren (kurz: NWZ) speziell für berufstätige Alleinerziehende und ihre Kinder zwecks Betreuung und Organisation des Alltags.
  • etc.

Gerade arbeitet Braun-Speck erneut an einem Artikel über Selbständige, deren sozialen Risiken und Vereinbarkeit mit der Familie. Dazu läuft eine Umfrage auf: tiefenschaerfe.de

Als 20jährige Chiropraktik-Patientin war ich entsetzt, als ich im Stern Nr. 40 den Artikel „Echte Handarbeit“ las. Der Artikel enthält viele Fehler, ist einfach sehr schlecht recherchiert! Da der ganze Artikel neu geschrieben werden müsste, beschreibe ich nur das Wichtigste. Es gibt:
  • Chiro-Praktiker
  • Chiro-Therapeuten
  • Chiro-Praktoren 
Ein ChiroPRAKTIKER ist Heilpratiker, der im Wochenendseminar nur eine Weiterbildung zum Chiropraktiker gemacht hat. Ein ChiroTHERAPEUT ist Arzt, ja. Zum Beispiel Orthopäde, der wenigstens eine 320 Stunden-Weiterbildung absolvierte. Aus Erfahrung weiß ich, dass deren Behandlung zu wünschen übriges lässt und nicht ungefährlich ist (daher in Teilen auch der schlechte Ruf dieser Behandlungs-Methode).
 
ChiroPRAKTOREN dagegen haben ein 4-6jähriges einschlägiges Vollzeit-Studium hinter sich – wie jeder Mediziner!
 
Der „Doctor of Chiropractic“ (oder „Master of Chiropractic“) ist eine heilkundliche Ausbildung auf höchstem Niveau – im Ausland, jedoch leider nicht in Deutschland. Meine Chiropraktoren, zu denen ich seit 1998 gehe, haben zum Beispiel in Dänemark und Kanada studiert. Da es dieses Studium in D nicht gibt, müssen ChiroPRAKTOREN von Gesetzwegen auch Heilpraktiker sein, sonst könnten sie hier nicht praktizieren. Private (Zusatz-) Versicherungen bezahlen das.
 
Behandlungsziel ist, Gelenkblockaden (Subluxationen, sprich verschobene Wirbel) durch sogenanne „Impulse“ zu lösen, wodurch die Beweglichkeit der Wirbel und Wirbelsäule wieder hergestellt und Druck auf Nervenbahnen gemindert wird, wodurch dann auch Schmerzen verschwinden. Ihre Behandlung liefert schnelle, meist sofortige Linderung und vor allem Behebung des Schmerzauslösers. Eine osteopathische Behandlung ist auch gut, dauert aber Wochen ggf Monate.
 
Da ChiroTHERAPEUTEN meistens Orthopäden sind, betrachten sie den Patienten selten bis nie ganzheitlich. Ein ChiroPRAKTOR dagegen hat ein ganzheitliches Medizinstudium hinter sich und betrachtet den Patienten entsprechend und erkennt viel eher Zusammenhänge.
 
Doch Vorsicht: Nur in Deutschland ist der Begriff ChiroPRAKTOR nicht geschützt und kann auch von Wochend-Seminar-Teilnehmer genutzt werden! Mein Tipp: Gucken Sie genau hin – auf Website oder in der Praxis. Ist der Behandler ein richtiger „Doctor / Master of Chiropractic“ mit ausländischem Studium? Ich persönlich habe alles durch und gehe nur zu solchen!
 
Am besten und übersichtlichsten erklärt das diese Quelle (NICHT meine Praxis, die ist in SH, nicht HH).

Im Januar 2017 hatte ich einen Blog-Artikel mit dem Titel ” Trassen, Windräder & ein e-Highway? Wird SH der zweite Ruhrpott?” zum geplanten Bau des E-Highways vor meiner Haustür, sprich auf der A1 zwischen Reinfeld und Lübeck, geschrieben. Der wurde als “polemisch wie von Trump” betitelt, fand aber in der Summe viel Zuspruch. Doch meine Argumente wollten die Entscheider in Kiel, etc nicht hören. Nur der Siemens-Projektmanager selbst räumte mir ggü ein, die wären ja nicht ganz falsch.

Nun las ich:

“Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht es als falsch an, dem Oberleitungs-Lkw eine zentrale Rolle in den Konzepten zu einer Klimawende im Verkehr zuzuweisen. „Der Oberleitungs-Lkw ist keine realistische Alternative, um im Transportgewerbe in Sachen Klimaschutz voranzukommen. Von Konzepten, die weder technisch, finanziell noch europaweit politisch tragfähig sind, sollte man lieber gleich die Finger lassen“, so VDV-Vizepräsident Joachim Berends. Oberleitungsbetrieb von Lkw auf Autobahnen ist nach Ansicht der Experten extrem teuer und ökologisch ineffizient.”

Quelle ist ein Artikel in der LN, dort steht auch:

“Trassenkonflikte zwischen Güter-, Fern- und Nahverkehr besonders in den Knoten sind die Regel.”

Ich sagte es ja – siehe Artikel!

Und ob polemisch oder nicht – anscheinend gibt es Fachleute, die sinngemäß gleicher Meinung sind wie ich!

Sehr geehrte Frau Jourová, ich habe das Interview mit Ihnen in der Zeit gelesen und bin erstaunt, wie weit Sie sich in Ihrem Gedankengut von der Realität entfernt haben!

  • Schutz durch Kontrolle? Kontrolle setzt voraus, dass ein Nutzer das Risiko versteht und aktiv beeinflussen kann, z.B. durch Verhandlungen. Aber: Das können geschätzt 97% der Menschen nicht.
    • Wenn Nutzer den Datenschutzerklärungen von Diensten zustimmen (die sind nicht verhandelbar), tun diese das fast immer OHNE diese Datenschutzerklärungen zu lesen. Diese sind nämlich so lang und unverständlich in ihren Zusammenhängen, dass sie keiner lesen will und vermutlich in ihrer Tragweite sowieso nicht verstanden werden. D.h. die Großen wie Facebook, Amazon, etc haben nur noch ausgefeiltere DS-Erklärungen, denen die Nutzer blind zustimmen. Das Risiko des Datenmissbrauchs ist also durch neue DS-Erklärungen ausschließlich gestiegen! Zudem: Die Großen sind jetzt auf der sicheren Seite: Denn die Nutzer haben ja händisch und “freiwillig” zugestimmt.

Petition – Hilf mit deiner Stimme, dass Erleichterungen für Kleinstunternehmer, KMU, Vereine, etc eingeführt werden! -> openpetition.de/!kmuaufschrei


    • Vertrauen?
      • Sie sprechen von Vertrauen bei Facebook in puncto Datenlöschung? Soll das ein Witz sein? Daten sind das Gold der Zukunft und kein Konzern wird dieses Gold löschen, wenn er es verstecken kann. Daten zu verstecken, ist einfach!
    • Klagewelle?
      • Sie haben keine Sorge deswegen? Es sind keine “Verrückten”, wie Sie gesagt haben, die klagen. Es sind berechnende, über Laichen gehende Abmahnanwälte und -vereine, die sowas tun. Eine einzige Abmahnung kann soviel Geld kosten, dass ein 1-Personen-Unternehmer wie z.B. eine Hebamme oder Gärtner oder auch ein Verein, daran pleite gehen kann. Nicht nur wegen der Kosten, sondern auch wegen dem Zeitaufwand, den ihnen niemand bezahlt. Ich habe das selbst erlebt!!! Das allerdings von einem “Verrückten”, der mich belästigt hat. Das Datenschutzzentrum hat sich nur für die Datenhaltung interessiert, aber nicht dafür, dass der Typ mich belästigt hat… Wo bleiben jetzt meine Rechte?
    • Abmahnungen kosten nichts?
      • Natürlich. Wenn eine Abmahnung ins Haus flattert, müssen Sie darauf reagieren. Aus Mangel an fachspezifischen Rechtskenntnissen müssen Sie dann einen Anwalt beauftragen – der arbeitet nicht umsonst. Weiteres Risiko ist, dass selbst Rechtsschutzversicherungen solche Fälle nicht bezahlen.
    • Gesunder Menschenverstand? Wo gibt es denn den?
      • In unserer gesamten Gesellschaft ist kaum noch von gesundem Menschenverstand auszugehen. Längst steuern Selbstsucht/Egoismus und Machtmissbrauch das Leben der Menschen in allen Bereichen! Zudem: Die Sachbearbeiter bei den Aufsicht führenden Stellen haben nicht die Fähigkeiten über ihren Fachbereich hinaus zu denken. Die beantworten noch nicht einmal Fragen – weil sie die Antworten selbst nicht kennen! Gesunden Menschenverstand trauen sie sich dagegen schlichtweg nicht anzuwenden. Sie könnte ja etwas falsch machen …

Petition – Hilf mit deiner Stimme, dass Erleichterungen für Kleinstunternehmer, KMU, Vereine, etc eingeführt werden! -> openpetition.de/!kmuaufschrei


  • Keine Technik-Kenntnisse, aber Sie sind sich sicher, die DS-GVO selbst umsetzen zu können? NIEMALS.

Vogestern schrieb ich einem meiner Kunden – einem Handwerker – was ich gemacht habe, um seine Website DS-GVO-konform zu gestalten. Ich schwöre Ihnen: Er versteht davon kein Wort. Und Sie auch nicht. Wenn Sie keine Ahnung von der Technik und den Millionen von Erweiterungen haben, wie wollen Sie es denn selbst tun? Ohne einen Externen zu beauftragen, ohne Kosten zu produzieren? Echtes Beispiel:

    • WordPress-Update (dort gibt es jetzt z.B. Datenlöschfunktionen)
      • Update des WP-Themes (wegen neuen datenschutzrelevanten Funktionen)
      • Plugin “Search+Replace” installiert als vorbreitende Maßnahme für die SSL-Umstellung.
      • Plugins erneuert, inkl. Deaktivierung von Datenschutzrelevanten Funktionen
        • Anti-Spam
        • WP-Statistics
      • Umstellung auf SSL / https
      • Kontaktformular um Zustimmung ergänzt.
      • Social-Media-Plugin von e-recht24 installiert
      • sofern vorhanden: Google-Analystics deaktiviert
      • Cookies-Notice hinzugefügt
      • Datenschutzerklärung aktualisiert

DAS hätten Sie selbständig, ohne (Web-) Techniker und ohne Rechtsberatung hinbekommen? Niemals! Selbst mit diesem Schritt-für-Schritt-Plan bekommen Sie das nicht hin.

Und jetzt das Beste! Sie sagten das im Interview:

“Wenn Ihnen jemand eine E-Mail schreibt und Ihnen zugesteht, dass Sie seine Daten verwenden dürfen, dann ist doch klar, dass er Ihnen eine Einwilligung erteilt.” Weit gefehlt Frau Jourová! A) Alle Arbeitgeber sind verpflichtet, nicht angeforderte Bewerberdaten SOFORT zu löschen im E-Mail-Eingang. Die ganze Personalbranche dreht am Rad deswegen! B) Ist auch anderswo nicht klar und selbstverständlich, dass Daten dann auch verwendet werden dürfen. 

Sehen Sie der Wahrheit ins Gesicht!

Lesen Sie dazu beispielsweise meine Geschichte: https://tiefenschaerfe.de/datenschutz-ruiniert-kmu/

>Und dann nehmen Sie meine Petition ernst und handeln, bevor die Klein- und Mitteständler a) enorme Kosten wegen Abmahnungen tragen müssen und b) Geschäftsbereiche einstellen! Beispiel: Ein Familienunternehmen bei mir um die Ecke hatte 2017 erst einen Online-Shop entwickelt. Der wird aufgrund der Datenschutz-Auflagen jetzt geschlossen. Er ist einer von Vielen! Die großen Mitbewerber gewinnen dadurch ganz viel “Land”.

Die Kleinen sterben, die Großen wachsen. Die Digitalisierung wird aufgehalten. Das ist, was Sie erreichbar haben. Eine traurige Bilanz!

Das einzige, was noch helfen kann ist: Den Forderungen in meiner Petition nachkommen.


Petition – Hilf mit deiner Stimme, dass Erleichterungen für Kleinstunternehmer, KMU, Vereine, etc eingeführt werden! -> openpetition.de/!kmuaufschrei