Liebe Mütter und Väter,

da ich dazu beitragen möchte, die Situation von Alleinerziehenden mit ihren Kindern öffentlich bewusster zu machen, habe ich diesen echt langen Artikel dazu geschrieben.

Bitte sei so lieb, und nehme an meiner Umfrage teil (Aufwand: 3-4 Minuten).

Wenn Du dem etwas hinzuzufügen hast, schreibe mir gern ein Kommentar (ganz unten).

vielen Dank!

Susanne

9 Fragen – bitte klicke jedes Mal auf “vote”

Du bist alleinerziehende/r ...

View Results

Loading ... Loading ...

Wieviele minderjährige Kinder leben bei Dir?

View Results

Loading ... Loading ...

Wielange lebst Du schon alleine mit den Kindern?

View Results

Loading ... Loading ...

Was sind Deine größten Sorgen oder Probleme? Kreuze bitte 3-5 an, die Dich am meisten betreffen.

View Results

Loading ... Loading ...

Wieviele Stunden arbeitest Du in Deinem Beruf?

View Results

Loading ... Loading ...

Wie und wo Du arbeitest?

View Results

Loading ... Loading ...

Wie siehst Du Deine aktuelle Lebenslage? Kreuze bitte max. 2 an.

View Results

Loading ... Loading ...

Tagesablauf - Ich erledige regelmässig / mache beinahe täglich Folgendes:

View Results

Loading ... Loading ...

Folgende Frage wurde später hinzugefügt:

Wie und wo wohnst Du mit Deinen Kindern?

View Results

Loading ... Loading ...

Vielen Dank für Deine Teilnahme!

Wenn Du jetzt noch Su-Enna auf Facebook likst, bleibst Du auf dem Laufenden.

Bitte für Buch-Verlosung eintragen (kein Muss):

Definition von “Alleinerziehend” laut Wikipedia (Textauszug):

Alleinerziehende sind Mütter oder Väter, die ledig, verwitwet, dauernd getrennt lebend oder geschieden sind und nicht mit einem anderen Erwachsenen, jedoch mit ihrem Kind oder ihren Kindern in ständiger Haushaltsgemeinschaft zusammenleben (sogenannte Einelternfamilie). Das Kind hat dabei nur eine unmittelbare Bezugsperson, den mit ihm zusammenlebenden Elternteil. Mit dem anderen Elternteil (sofern dieser noch lebt und jemals eine Beziehung zu dem Kind aufgebaut hat) gibt es allenfalls Besuchskontakte.

Die Zahl der Alleinerziehenden hat in den industrialisierten Ländern über die letzten Jahrzehnte zugenommen. Die Alleinerziehendenfamilie ist eine ökonomisch besonders verletzliche Familienform und ist in diesem Zusammenhang Gegenstand sozialwissenschaftlicher und pädagogischer Forschung.[1]

Die gesellschaftliche Unterstützung für Familien spielt für Alleinerziehende eine wesentliche Rolle. Dies betrifft einerseits finanzielle Unterstützung, andererseits Beratungs- und Qualifizierungsangebote und Maßnahmen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere verlässliche, flexible und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und eine Arbeitsorganisation, die Arbeitnehmern Flexibilität ermöglicht.[2]

Der Begriff „alleinerziehend“ erfährt zum Teil Kritik, da er von Betroffeneninitiativen als diskriminierend erlebt wird. Mit dem Begriff werde fälschlicherweise oft mangelnde soziale Einbettung oder Erziehungsqualität assoziiert. Daher solle man besser von Ein-Eltern-Familien sprechen. Die Nationale Armutskonferenz (nak) fügte den Begriff der Liste der sozialen Unwörter hinzu.[3] Über die Hälfte der alleinerziehenden Mütter von Kindern unter drei Jahren muss (lt. dem “Zensus 2011” des Statistischen Bundesamtes mit weniger als 1.100 Euro im Monat auskommen.

Quelle: Wikepedia.org

Unzuverlässigkeiten, falsche Empfehlungen und die Folgen, die ich zu tragen habe. Immer wieder passiert es mir, dass mir ein Schaden entsteht, weil andere Menschen oder Firmen aus Faulheit, Egoismus oder Dummheit einfach nichts oder das Falsche tun, Lügen und Betrügen oder den falschen Rat geben. Wie soll man damit umgehen?
Ganz aktuell zum Beispiel habe ich den Superstress mit meinem Auto bzw. Wohnwagen, weil die Werkstatt unfähig ist .. Ich denke immer voraus – Entsprechend brachte ich im Juni mein Auto vorzeitig zur Inspektion und ließ ihn vom TÜV prüfen (Hauptuntersuchung), damit ich sicher sein kann, dass das Auto in Ordnung ist BEVOR ich mir einen Wohnwagen kaufe. Ich will ja keine bösen Überraschungen erleben …
Das Auto bekam die Plakette. Meine Werkstatt meinte noch, demnächst müsse mal eine Zündkerze getauscht werden, aber sie hätten keine Zeit mehr heute, dafür müssten wir einen Termin machen. Auch fragte ich, was denn nun mit meiner Anhängerkupplung sei, die wollte er doch noch mal prüfen, da – meiner Meinung nach – die Elektrik nicht in Ordnung ist.


Ja, machen wir demnächst ; ist nicht dringliches. „Ich kann so ganz bestimmt problemlos fahren?“, Ja, können Sie!“, lautete die Antwort. Der muss es ja wissen, oder? Ist ja vom Fach. Also nahm ich ihn erst und glaubte ihm …

Ich fahre also vom Hof und fange an, mir Wohnwagen anzusehen.
DAS ist eine eigene Geschichte. In dieser wurden mir auch einige Lügen aufgetischt – u.a. trat bei einem WoWa Gas aus, was ich zufällig am Ende der Besichtigung roch. Gas-Austritt kann tödlich enden – und der Typ meinte, „Ach was, alles in Ordnung.“ War es sicher nicht, sonst hätte er wohl eine gültige Gas-Prüfung vorlegen können – oder?
Ticken die Leute noch ganz richtig? Wie können Menschen andere Menschen wissentlich in Gefahr bringen – nur weil sie Geld machen wollen? Wir reden hier von „Normalos“, Menschen, die wir täglich auf der Straße treffen. Nicht von zweifelhaften Händlern aus Timbuktu. Wieso tun die sowas?
Zurück zum Wohnwagen.
Ich habe einen gefunden, sogar zwei, aber ich nahm den Kleineren. Einen Knaus mit Doppelbett; mit Deichsel 5,96 m lang. Innen wie neu – dachte ich. Sah gepflegt aus; die Familie mit eignem Handwerksbetrieb wirkte Bodenständig und Ehrlich. (Fast) Alles, was ich prüfen konnte, prüfte ich. Stromzufuhr, die elektrischen Geräte, die Gasanlage – ich nötigte den Verkäufern eine aktuelle Gas-Prüfung ab – sie machten die ohne Zögern. Preisnachlaß war allerdings nicht drin, weil sie ja SO VIEL noch investiert hätten …
Ich kaufe, unterschreibe, bezahle mehrere tausend Euro in BAR (die wollten das so; ich schwitzte Blut und Wasser, weil ich es hasse, viel Geld bei mir zu tragen) – und kupple den Wohnwagen das erste mal an. Irgendwie geht das schwer – bin ich zu unerfahren, zu aufgeregt? Vermutlich. Ich fahre vom Hof mit meinem Wohnwagen und meiner aufgeregten Tochter, die unaufhörlich redet. Mein Herz pocht überdreht, seitdem ich die Tausender von der Bank aufgeholt habe. Mein Tinnitus ist fast lauter als mein Kind. Ich versuche mich zu konzentrieren. Es rauscht – in mir drinnen. Am liebsten würde ich aussteigen und die Füsse hochlegen. Aber selbst ist die Frau; die erfolgreiche Unternehmerin gönnt sich natürlich keine Ruhe; ich schaffe das – als gute Autofahrerin alles kein Problem.
Stimmt. An mir liegt es nicht.



3 Tage später geht die WC-Spülung nicht mehr. Ein Nachbar meiner Eltern warf einen Blick darauf und stellte fest: Dadrinnen ist alles verrostet! Also die Schrauben, die Kabelverbindungen, etc. Kurzschlussgefahr und zwar massiv! Die Stromleitungen im WC-Kasten liegen quasi ungesichert frei und versinken im Wasser, wenn der Spülkasten darunter voll ist.
Kurzschlussgefahr heißt Brandgefahr. Tickt der Verkäufer nicht ganz richtig? Will der mir erzählen, dass bis dahin die Spülung immer ging? Nie ausgefallen ist, obwohl Stromkabel und Wasser oft aufeinandergetroffen sein müssen (siehe Rost)? Nachdem ich mich informiert hatte, bestellte ich das Ersatzteil und repariere selbst. Wau – ich kann sogar Elektriker sein. Ich baue den Spülknopf aus, vergaß nicht, den Strom abzuschalten und zu prüfen, ob die Leitung vor Reparatur auch keinen Strom mehr führt. Selbst ist die Frau.
Wochen später:
„Hey, Hallo, bei Ihnen geht nichts. Kein Bremslicht. Kein Blinker!“ – ach herrje, „Wirklich? Prüfe ich gleich!“ Ich stehe rund 100 km von Zuhause entfernt auf einem Campingplatz. Mein Auto hört sich komisch an. Mein Blick gleitet aufs Armaturenbrett. Da leuchtet doch was?! Mein Handbuch klärt mich auf: Das ist die Warnleuchte für den Motor. Sofort prüfen lassen. Wie denn???
Ich setzte den Blincker, steige aus. Auto blinkt, Wohnwagen nicht. Scheiße. Das Blut rauscht mir in den Ohren. Es ist August. Wir haben endlich Hochsommer in der Deutschland. Selbst an der Ostsee sind um die 30 Grad. Mir ist so schon heiß, ZWEI technische Probleme bringen mein Blut zum Kochen.
WARUM war ich im Juni in der Werkstatt? Weil ich sicher sein wollte, das mein Auto technisch in Ordnung ist? Meine Gedanken drehen sich um die Probleme. Meine Gefühle drehen sich um die Wut auf andere, weil sie – obwohl Fachleute – mich ins Verderben reißen. Ich stehe an der Ausfahrt des Platzen und weiß gerade nicht, welches Problem ich zuerst lösen soll. Erst meine Tochter holen, weil die schon auf dem Spielplatz auf mich wartet? Oder Auto und Wohnwagen hier wegfahren, weil die hier nicht stehen bleiben können? Oder mich um die Defekte kümmern?
Meine Tochter ist schlau, im Zweifelsfall sollte sie sowieso zur Rezeption kommen. Dort sage ich bescheid, wo meine Tochter mich ggf. findet und fahre die Fahrzeuge vom Hof, neben den Campingsplatz. Dorthin, wo wir bis heute Abend bleiben können und den Sonnenschein am Strand genießen zu können.
Geparkt, Fahrrad abgebaut, zum Spielplatz gefahren, Kind hat mich wirklich schon gesucht und eine Frau gebeten mich anzurufen – ich war nicht rangegangen, war ja mit dem WoWa beschäftigt. Ich kehre zurück und rufe beim ADAC an. Seit 2006 bin ich dort Mitglied und weiß jetzt endlich, auch warum. Der Mann kommt nach ca. 1 Std., die wir bei Wüstentemperaturen auf der Wiese verbringen.
Der KFZ-Mechaniker wirkt nett und kompetetent. Er ruft mit dem notebook und WLAN die Fehlermeldung ab; er prüft nach. Zündspule? Wie hört sich der Motor an? Er löscht den Fehler aus dem System und meint, es liefe alles ruhig, das wäre wohl ein Zündungsfehler oder so gewesen. Ich könne fahren. Zudem prüft er, aufmeine Bitte hin, mit mir die Rückleuchten des Wohnwagens. Blinker geht, Bremslicht nicht – das hätte ich alleine auch nicht prüfen können. Hier beweist er seine Kompetenz:
Was meiner Werkstatt nicht spontan einfiel (die wollte ja dafür extra einen Termin machen…) ist ihm in Nullkommanichts klar: Eine Sicherung ist durchgeknallt. Von der Stromversorgung der Anhängerkupplung. Er tauscht die in Sekunden aus, gibt mir noch zwei zum Ersatz mit. Was hätte mich die Fehlersuche in der Werkstatt gekostet???
Ich bin froh, habe das Gefühl, dass der Mann mir geholfen hat. Die nächsten Stunden verbringen wir – Mutter und Kind – am Strand, wo sich die Wärme bei Wind gut aushalten lässt. Später duschen wir noch auf dem Campingplatz und machen uns gg 17.30 Uhr auf den Weg nachhause.
Mein Gepann rollt von der Grünfläche. Die Warnleuchte springt wieder an – und bleibt. Verzweifelt beobachte ich das Verhalten meines Autos. Er fährt kaum. Setzt das Gasgeben nicht richtig um; scheint nur auf 5 Zylindern nicht auf 6 zu laufen. Immer dort, wo ich langsam fahren muss, geht es fast aus – auf der Landstraße, in den Kurven. Die Autobahn naht. Vermutlich fährt er dort besser, weil das Tempo hoch und gleichmäßig ist. Soll ich wirklich rauffahren? Was sonst, der ADAC-Mensch hat gesagt, es gäbe keine wirkliches Problem.
Mutig, wie ich bin, gebürtige Tochter eines KFZ-Meisters und nicht ganz unerfahren in solchen Sachen, fahre. Es stimmt: Auf der Autobahn läuft der Motor rund. Aber dann … STAU! Schneckentempo. Der Motor treibt wieder sein Spiel mit dem „Beinahe-Ausgehen“ und meine Nerven sind nun wirklich gereizt. 32 Grad draußen, Drinnen nochviel mehr. Das Kühlsystem ist überlastet. Der Motor wird heißer und heißer. Der Innenraum wird heißer und heißer, weil die Klimaanlage der Hitze von der Sonne und dem ackerndem Motor nichts mehr entgegen zu setzen hat.
SCHEIßE! Wasser tritt aus meiner Haut; der Rücken ist klitschnass geschwitzt. Meinem kleinem Engelchen hinten im Kindersitzt ist noch viel heißer. Wenigstens haben wir ausreichend Wasser dabei. Der Stau zieht sich. Mit meinem gerade erworbenen Smartphone suche ich im Internet nach „Stau A1“. 8 km zwischen Oldesloe und Ahrensburg. Und wieso wird dieser Stau hier, in dem ich Stecke, nicht angegeben? Die Strecke kenne ich; es gibt aktuell keine Besonderheiten, keine Autobahnzusammenführungen oder so. Also liegt es nur an den Automassen.
Mein Geländewagen geht fast aus. Ich gebe mehr Druck aufs Gaspedal. Der Impuls verpufft; der Motor reagiert nicht darauf. Ich HASSE so was! Stau, Heiß, Auto kaputt – und Hunger. Das alles mit Wohnwagen hinten dran. Angst legt sich für einen Moment auf meine Seele: Wenn der Motor ausgeht, kann ich den Wagen kaum noch lenken, weil die Servolenkung dann nicht mehr funktioniert. Der Geländewagen ist schwer – noch viel schwerer mit Wohnwagen dran! Geht der Motor aus, verliere ich die Kontrolle über mein Gespann…
Ausfahrt ‚Timmendorfer Strand / Niendorf‘. Niendorf? Freunde, Essen, Pause? Schnell ist der Blinker gesetzt und ich bin weg – raus aus dem Stau. 9 km weiter parken wir, besuchen eine befreundete Familie, wir essen, die Kinder spielen, meine Nerven beruhigen sich, der Motor kühlt ab.
Auch der Stau ebbt ab. Der, aus dem ich nach wenigen Kilometer rausgefahren ist, war zwischendurch 30 km lang. DREIßIG – gut, dass ich geflüchtet bin. Zwei Stunden später fahren wir erneut los – der Vater der befreundete Familie hatte die Staulage gescheckt – nur noch 6 km. Kaum vom Hof: Der Motor läuft nicht rund. Der Tank ist fast leer. Mir reicht es!

Was hat der ADAC-Mechaniker bloss übersehen? Warum habe ich Trottel mich auf den Fachmann verlassen? Wut und Sorge und mangelnde Konzentration machen mich ganz fuchsig. Meine Tochter fragt: „Mama, können wir jetzt einen Unfall bauen?“ „Ja …“
Nachhause wären es noch 50 km. Bis zu meinen Eltern nur 20. Ich rufe an. Erkläre und bitte um Obdach. Ich rufe wieder an; wir kommen später. Wir stecken erneut im Stau. Mal wieder logge ich mich im Internet an – irgendwie sind von mir lang vermiedene Smartphones doch echt gut – Stau. Immer noch 30 km. Zwischen Scharbeutz und Oldesloe. Der danach wird extra aufgeführt. Lübeck Mitte weiche ich dem Grauen und fahren über die B75 nach Reinfeld. Geht ganz gut. Nur in den Kurven geht mir der Motor fast aus.
Entnervt, überhitzt, und mein Töchterchen totmüde, kommen wir gegen 22 Uhr dort an. Oma versorgt und duscht sie; legt sie in ihr dortiges Kinderzimmer schlafen. Mein Bruder und ich versuchen im Schwach beleuchtetem Dunkeln mein Gespann zu parken und korrekt aufzustellen – ich sehe die Muttern nicht, auf die die Kurbel zum Aufbocken muss.. . Im WoWa schlafe ich viel besser als auf dem Gästebett meiner Eltern. Bei 25 Grad schlafe ich unruhig.
Der Morgen ist warm und schwül und voller Aufgaben. Meine Werkstatt sagt: keinen Meter mehr fahren, bevor noch mehr kaputt geht. Der ADAC würde mich auch zu denen schleppen. Ja? Ich frage nach. Stimmt. Ich bin Plus-Mitglied. Das hat Vorteile. Die hätten mich auf vom anderen Ende der Republik nachhause gebracht – auch vom Campingplatz aus.
Hätte der erste ADAC-Mitarbeiter mir das geraten … Wie schön, dann hätte ich gerne bei dem traumhaften, doch zu heißem Sommerwetter, Abend und Nacht erneut auf dem Campingplatz verbracht und gerne auf den Abschleppwagen am nächsten Morgen gewartet.
Aber das hat er mir nicht geraten, dieser Fachmann. Sondern gesagt, ich könne fahren.
„Der Abschleppwagen kommt innerhalb von 60 Minuten!“, sagt die ADAC-Dame am Telefon. „Mama? Kann ich meine Wäsche und Geschirr hier lassen?“ „Ja!“. Ich eile, esse kein Frühstück, weil ich echt noch zu tun habe, bevor der Abschleppwagen kommt. In der Schule rufe ich an und melde mein Kind ab bzw. für später an – wir werden ja gleichschon abgeholt. Ich räume den Wohnwagen auf, trage Dreckwäsche und – geschirr ins Haus meiner Mutter. Ich kupple den WoWa vom Auto, decke die Fahrräder ab – hier sollen durchaus mal Jugendliche herumstreunern, die Mist machen – hier???; ich gehe in die Physio-Praxis am Wendehammer und finde die Mitarbeiterin, die mich eingeparkt hat. Sie fährt ihr Fahrzeug weg; ich fahre mein Auto ohne WoWa um die Ecke, damit der leichter auf den Schlepper fahren kann.
Zwei Stunden sind um. Erneut rufe ich beim ADAC an. „Was? Sie sind noch nicht abgeholt worden? Ich schaue nach!“ Der Fahrer ist auf dem Weg, sagt sie. Wir warten.
3 Stunden sind um. Langsam reicht es mir. Es kann keine Verbindung aufgebaut werden. Mein Herz pocht vor Wut – und Hitze. Die Temperaturen steigen wieder. Nach dem fünften Versuch habe ich endlich wieder eine Damen des ADACs am Apparat. „Das gibt es ja garnicht!“, ruft sie und schaut ins System. „Warten Sie bitte, ich muss den Auftragnehmer anrufen. Firma Huckepack!“.
Huckepack sagt, sie kommen in 30 Minuten. Die ADAC-Dame regt sich über den Schleppdienst auf und entschuldigt sich tausend Mal bei mir.
Huckepack kommt – nach insgesamt 3,5 Stunden. Meine Herren, was hätte ich in Ruhe frühstücken können! Der Techniker kontrolliert erst mal die Funktionsfähigkeit des Autos. In diesem Moment läuft der Motor rund. „Dort wo ich heute Nacht stand, ist ein frischer Ölfleck!“, informiere ich ihn unter anderem. „Öl?“ Er schnuppert, sucht das Leck. „Kein Öl, Benzin; die Benzinleitung ist defekt.“
Nach einer weiteren halben Stunde sind wir endlich auf der Bahn. Die wichtigsten Sachen habe ich mit; meine Tochter sitzt aufgeregt im Heck des Abschleppwagens – welch ein Abendteuer! Es ist heiß. Wir haben Wasser. Der Fahrer erzählt von der Nacht. 30-km-Staus gab es auch in der entgegengesetzten Richtung. Ein Motorraderfahrer ist in Ohnmacht gefallen. Ein anderer mit 200 km/h auf einen Stau gefahren – ihn hat das in seine Einzelteile zerlegt. Ich bitte den Fahrer, diese Story wegen meiner Tochter nicht weiter auszuführen. Also erzählt er, dass er bis morgens um 6 Uhr im Dienst war und seine Tochter ihn um 10 Uhr schon wieder geweckt hat. Um 12 rief dann sein Chef und meinte, er müsse jetzt langsam mal losfahren, weil eine ADAC-Kundin wartet.
Er tut mir leid; all der Stress, Schlafmangel, die 15 Stunden Arbeit und zudem Seelenmüll. Den zerlegten Motorradfahrer wird er vermutlich nie wieder vergessen.
ICH tue mir aber auch leid. Der Mann schläft und ich warte derweil? Wieso hat sein Chef nicht jemanden anderen geschickt oder den ADAC gebeten, eine andere Firma zu beauftragen? Aus Egoismus und Gleichgegültigkeit vermute ich. Der will ja Geld verdienen, mein Problem interessiert ihn nicht.
Für Wut bin ich zu erschöpft… Wir kommen in der Werkstatt an. Alle Vermutungen der ADAC-Mitarbeiter teile ich dem Werkstattleiter mit: Benzinverlust, defekte Leitung und eine Zündspule ist wohl auch hinüber – zwei Defekte. Wie kann das sein, obwohl die 6 Wochen vorher mein Auto gerade kontrolliert und durch den TÜV gebracht haben? Vielleicht ist auch mehr kaputt gegangen, weil der ADAC-Mitarbeiter Nr 1 ja meinte, ich könne fahren?

Fazit: Mein Stress hätte mehrfach vermieden werden können – nur durch den richtigen Rat. Die Rechnung wird vermutlich hoch sein – die muss ich zahlen.
Ich fühle mich um unsere Sicherheit, meine Ruhe und mein Geld betrogen. Mein Gefühl sagt mir: Höre niemals mehr auf Fachleute! Sondern bestehe auf sofortige Lösung des Problems ODER verweigere dich, jemals wieder irgendwo vom Hof zu fahren, wenn irgendwas nicht wirklich funktioniert.

Und lass das mit dem Pflichtgefühl. Der Hitze wegen hätte ich das Wochenende vielleicht einfach bis Montag verlängern sollen – dann hätte ich mir wenigstens die Staus und die Halts inkl. Übernachtung ersparen können; stattdessen den Sommertag/-nacht am Strand verbracht.
Ich bin so dumm – aber die Fachleute noch dümmer. Wem kann man überhaupt vertrauen? Muss man alles selbermachen und für alles und nichts selbst Fachmann sein?
Wollt ihr Wissen, was nun wirklich kaputt war? Was sich Ende September rausstellte?