Firma. Familie. Freizeit? Rentenvorsorge? Freiberufler, (Solo-) Selbständige und Unternehmer tragen hohe Risiken und viel Verantwortung. Dabei leben sie oft ohne Netz und doppelten Boden – manchmal bis zum Lebensende. Ist das so? Wie sind sie sozial abgesichert? Ermöglicht die neue digitale Arbeitswelt z.B. durch Homeoffices eine bessere Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf & Familie? Und: Ist eine Selbständigkeit für Eltern und Alleinerziehende (m/w) geeignet?


Dieser Artikel ist einer von zwei Beiträgen von Susanne Braun-Speck (@SBraunSpeck) beim Booksprint von der Bertelsmann Stiftung zum Thema “Vereinbarkeit 4.0.”. Das Buch wird im Januar 2019 herausgegeben und gemeinfrei sein.

26. September 2018: Während des 7. deutschen Weiterbildungstages mit dem Thema “Digitale Weiterbildung in Unternehmen“ fanden die Teilnehmer in Norderstedt (Schleswig-Holstein) einen Vorfall besonders charmant: An der Präsentation einer Schulungsfirma nahm u.a. ein freiberuflicher Mitarbeiter von extern / per Internetverbindung teil. Seine Aufgabe: Digital durch eine virtuelle Lernwelt navigieren und diese dem Publikum erklären. Doch plötzlich erklang ein heller Schrei. Weinen. Dann: Ton aus …

Die beiden Chefs auf der Bühne riefen ihren freiberuflichen Mitarbeiter. Er war nicht mehr zu hören, aber: unerwartet zu sehen. Die Kamera seines Notebooks war jetzt an – und alle im Vortragssaal sahen ihn: in Jeans und T-Shirt und mit Kleinkind auf dem Arm; zuhause am Küchentisch. Als sie merkten, dass sie zu sehen waren, winkte der Vater verlegen und das Kind unbedarft in die Kamera. Die rund 150 Zuschauer im Saal (Selbständige und Führungskräfte) jubelten und klatschten und freuten sich über dieses Bild der schönen, neuen digitalen Arbeitswelt.

#FreieMitarbeit #NewWork #Vereinbarkeit – sieht sie so aus? Ist das herrlich oder nervig?

Selbständigkeit klingt erst einmal spannend, bietet Abwechslung, ist aber auch eine große Last! Banken sehen sie selten als kreditwürdig an und das Privatleben kommt eigentlich immer zu kurz. Die Familie im Norden, der Kunde im Süden. Projekte, deren Zeitziel oft zu knapp kalkuliert wurde oder mehrere Aufträge parallel, sorgen für Stress. Mitarbeiter, die ausfallen oder Fachkräfte, die gar nicht erst zu gewinnen sind, treiben Unternehmer an den Rand der Machbarkeit. Solche und viele andere unternehmerische Risiken erfordern starke Nerven & einen langen Atem! Während zum Beispiel mittelständische Unternehmer besonders viel Verantwortung für ihre Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze tragen; weiß ein Solo-Selbständiger oder Freiberufler: Ohne ihn geht nichts. Er ist nicht ersetzbar! Egal ob freiberuflicher Berater in der IT-Branche oder Arzt mit Praxis: Wenn der Chef zum Beispiel wegen Krankheit ausfällt, wird kein oder weniger Geld verdient. Nach 6 Wochen übernimmt vielleicht – wenn vorhanden – eine Kranken(tage)geldversicherung die Einkommensersatzleistung.

Selbständige und ihre Familie – kommt sie zu kurz?

So wie der oben genannte Vater entscheiden sich viele für die freiberufliche Tätigkeit, weil es in ihrer Berufsgruppe üblich ist – Ärzte, Rechtsanwälte, Hebammen, etc. Andere werden selbständig, weil sie sich als solche eher verwirklichen können, als in Festanstellung und – laut einer Umfrage von tiefenschaerfe.de – ihre Selbständigkeit der Familie viele Vorteile bietet. Mit den wenigen Nachteilen kann der größte Teil der Umfrageteilnehmer gut leben!

Rund 1/3 von ihnen findet es zudem herrlich, zuhause zu arbeiten, weil es familiennah und besser organisierbar ist. Sie schätzen, dass lange und stressige An- und Abfahrzeiten entfallen. Jeder 3. ist zudem davon überzeugt, im Homeoffice konzentrierter Arbeiten zu können und entsprechend produktiver zu sein. Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (+Freizeit) sind ihrer Meinung nach mobile (digitale) Arbeitsplätze perfekt. Doch manche Unternehmer mussten erst Lehrgeld bezahlen, bis sie sich endlich solch eine persönliche Freiheit nahmen …

Armin Moghaddam, Chef der Firmen Alfalot und AMA (pistazien.de).

Armin Adib-Moghaddam, Unternehmer aus Reinbek, bei Hamburg, gründete parallel zu seinem Studium die A.M.A. Nussveredelungs-Manufaktur, danach zudem die Firma alfaLot, einem Exporteur von Industrieausrüstungen. Vor nunmehr 12 Jahren hat er in Reinfeld bei Lübeck ein innerstädtisches, 67.000 qm großes parkähnliches Industriegelände erworben. Hier vermietet er Einzelbüros, kleine und größere Lager und Produktionsflächen. Die Nachfrage ist groß und die Auslastung liegt bei über 80 %. Auch Coworking-Arbeitsplätze wären hier möglich.

Der Unternehmer ist geschäftlich täglich 12 Stunden eingebunden und oft auf Geschäftsreisen. Zusätzlich engagiert er sich als 2. Vorsitzender des örtlichen Handelsvereins und als „Business Angel“ für Existenzgründer. An diesen zeitlich aufwendigen Aufgaben ist seine erste Ehe mit zwei Töchtern gescheitert. In seiner jetzigen Partnerschaft, mit derzeit zweijährigem Sohn, will er das nicht wieder riskieren und arbeitet deshalb nur noch 4-Tage die Woche im Büro – und einen Tag zuhause. Zitat: „Ich schätze den frühen Morgen, wenn ich mit meinem Sohn am Frühstückstisch sitze und unsere gemeinsamen Freitage. Die Kindheit meiner – heute erwachsenen – Töchter verpasst zu haben, hat mich gelehrt, was wirklich wichtig ist. Die Zeit lässt sich leider nicht zurückdrehen …“

Sein Vater war über 60 Jahre selbständiger Kaufmann. In dieser Zeit hat er viele Millionen Euro Steuern bezahlt und musste dennoch in Krisenzeiten seine Altersrücklagen auflösen – das kennen viele Unternehmer. Seine ehemaligen 20 Mitarbeiter erhalten heute Rente – er nicht. Armin Adib-Moghaddam selbst zahlt einen fast 4-stelligen monatlichen Betrag an seine private Krankenkasse und seit ewigen Zeiten freiwillig den Mindestbeitrag in die gesetzliche Rentenkasse. Ob und wenn ja, wieviel er jemals rausbekommen wird, ist ungewiss. Der Industriepark und seine Unternehmungen sind in dem Sinne seine Rentenvorsorge. Was passiert, wenn er arbeitsunfähig wird, möchte er sich nicht ausmalen.

Selbständige leben ohne Netz und doppelten Boden!

Alexandra A. (Name von der Redaktion geändert) aus dem nördlichen Speckgürtel von Hamburg löst Sozialversicherungs-Probleme und Traum durch eine hybride Tätigkeit: Sie hat einen 15-Stunden-Job in Festanstellung und arbeitet zudem als selbständige Heilpraktikerin. Eine andere Chance hatte sie nicht … Nach langjähriger Familienzeit als Mutter ohne Berufstätigkeit war der Weg zurück ins Arbeitsleben schwer. Ihre Ausbildung fand bei Arbeitgebern keine Anerkennung mehr – zulange war sie raus aus dem alten Job. Zudem ist sie alleinerziehend mit Kind – aus Arbeitgebersicht keine gute Kombination. Aber: sie hat sich auf eigene Kosten Stück für Stück weitergebildet und sich als Heilpraktikerin zertifizieren können. Zuhause hat sie nun einen Praxisraum, wo sie Patienten behandelt. Irgendwann klappte es auch mit dem oben genannten Halbtagsjob als Betreuerin in einem Schulhort, worüber sie ein regelmäßiges Einkommen hat und sozialversichert ist. Bevor sie diesen Job hatte, war sie jahrelang als Aushilfe bei ihrem Ex-Mann versichert – um bezahlbar sozialversichert sein zu können!

Schulferienzeiten kann sie als einzige berufstätige Alleinerziehende perfekt überbrücken!

Bei ihrer Festanstellung im Schulhort arbeitet sie jede Woche mehr, als sie bezahlt bekommt und erarbeitet sich quasi die Ferienzeiten im Voraus – so wie Lehrer. Dadurch kann Alexandra A. ohne Probleme 3 Monate Ferien pro Jahr mit Kind stressfrei gestalten. Doch ohne den Kinderunterhalt vom Vater würde all das dennoch nicht für ein gutes Auskommen reichen. Alleinerziehend, ist alleinerziehend d.h. selbst in der Summe aller Tätigkeiten kein volles – und gut bezahltes – Einkommen.

Autorin & alleinerziehende Freiberuflerin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de

Susanne Braun-Speck (Autorin dieses Artikels, tiefenschaerfe.de), aus Reinfeld bei Lübeck kommt väterlicherseits aus einer Unternehmerfamilie – sie hat quasi das Unternehmer-Gen. Ihr Anliegen bei Gründung ihrer ersten Firma: eine neuartige Geschäftsidee verwirklichen und „etwas“ bewegen. Seitdem sie alleinerziehende Mutter ist (ab dem 8. Jahr ihrer Selbständigkeit), zeigt sich:

Überwiegend im homeoffice als Selbständige zu arbeiten, mit absolut flexiblen Arbeitszeiten ist für sie der einzig gangbare Weg, um qualifizierte Arbeit leisten sowie Beruf & Kind vereinbaren zu können.

Eine 5-Tage-Woche mit 40, 50 Arbeitsstunden z.B. in Hamburg mit langen Anfahrtzeiten ist für sie undenkbar.

Seit 2006 (seit der Einführung dieser Versicherung) ist Susanne Braun-Speck freiwillig bei der Agentur für Arbeit arbeitslosenversichert. Ihre Firma erlebte viele Aufs und Abs, ging aber erst den Bach runter, nachdem die Chefin  ihren zweiten Burnout erlebte und parallel alleinerziehende Mutter war. Das langjährige Risiko, nicht sozialversichert gewesen zu sein, konnte sie Anfang 2017 endlich mindern, in dem sie sich neu aufgestellt hat: Sie ist jetzt Kreative im Bereich Webdesign & Content-Management (Online-Redakteurin) und somit (freiwillig) in der Künstlersozialkasse (kurz: KSK) pflichtsozialversichert – daraus gibt es jetzt auch kein Entkommen mehr.

Die KSK bezahlt 50% ihrer Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse, Rente, Pflege), die nunmehr auch nicht mehr pauschal berechnet werden, sondern – wie bei Angestellten – sich prozentual am Einkommen (Honorar nach Abzug der Kosten) orientieren. Endlich ist sie sozial abgesichert! Neben ihrem ewigen Risiko als kleine Freiberuflerin wie große Unternehmerin (die ehemalige Firma hatte ein Franchise-System mit 9 Niederlassungen, sie war der Chef d.h. Franchisegeber) UND alleinerziehende Mutter, die nie Unterhalt bekam, hat mit der sozialen Absicherung über die KSK nunmehr ihr unternehmerisches Risiko ein wenig gemindert. Doch wird sie von ihrer gesetzlichen Rente ziemlich sicher nicht leben können (Status heute).

Wie lösen andere Selbständige solche Probleme? Wer ist sogar versicherungspflichtig?

Alex Kauz, Dachdecker aus Bad Oldesloe ist pflichtsozialversichert.

Dachdecker-Meister Alex Kauz aus Bad Oldesloe (Kreis Stormarn, kauz-bedachung.de) ist mittlerweile mehr als 3 Jahre selbständig und liefert handwerkliche Qualitätsarbeit. Die hat seinen Preis – wirklich gute Gesellen fordern auch wirklich guten Lohn. Damit er diese auch über die Wintermonate halten und bezahlen kann, lässt er sich selbst in einem befreundeten, größeren Handwerksbetrieb im Winter sozialversichert einstellen – für Büroarbeit. Als selbständiger Handwerker gehört er traditionell zum Kreis der Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung (Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2018 (siehe Link)). Dazu zählen alle Gewerbetreibenden, die in die Handwerksrolle eingetragen sind und tatsächlich selbständig arbeiten. Der Regelbeitrag in 2018 beträgt für selbständige Pflichtversicherte 501,27 Euro. Alex Kauz hat übrigens zwei Kinder und sein Büro sowie Lager im Anbau am Haus – so ist er wenigstens indirekt mal zuhause. Zeit für die Familie hat der Familienvater nur bei sehr, sehr schlechtem Wetter und am Sonntag; da nimmt er sich die.

Weitere selbständige Pflichtversicherte sind zum Beispiel: Lehrer, Künstler / Kreative wie Webdesigner; Hebammen, Erzieher, Tagesmütter und Beschäftigte in der Pflege; Hausgewerbetreibende; Selbstständige mit einem Auftraggeber („Scheinselbständige“) etc. Vorteilhaft ist für sie natürlich, dass sie entsprechend Anspruch auf Alters- oder Erwerbsminderungsrente haben. Doch die Summe der monatlichen Versicherungskosten ist hoch, und muss erst einmal verdient werden. Alleine für die Rentenversicherung kann der Höchstsatz für Selbständige bis zu 1.078,80 EUR betragen (Quelle: Deutsche Rentenversicherung 2018 (siehe Link)).

Geht das überhaupt, wenn der betroffene Selbständige zum Beispiel Kinder hat und wegen ihnen nur Teilzeit arbeiten kann? Im Extremfall alleinerziehend und nirgendwo anders – also nicht z.B. über einen Ehepartner – versichert ist?

Gering verdienende Selbst­ständige zahlen bislang z.B. unver­hält­nismäßig hohe Krankenkassenbeiträge. Die Kassen setzen noch ein fiktives Mindest­einkommen von 2 284,75 Euro an; die Höchstgrenze 2018: 4.425 Euro pro Monat. Für Selbstständige mit Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit oder besonderer Beitragsentlastung: 1.522,50 EUR.

Ab dem 1. Januar 2019 wird durch GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) das fiktive Einkommen auf 1.015 Euro im Monat und damit der zu zahlende Mindestbeitrag auf rund 188 € (f. KV + Pflege) gesenkt werden. Damit ist bereits ein wichtiger Beitrag geleistet!

Doch: Deutlich höhere Beiträge sind schnell erreicht … In Zahlen:

Versicherungen Mindest-beitrag bis Ende 2018
Beträge beim Einkommen* von 4.500 € zugrunde  liegende Höchstgrenze % Satz 2018 / Erläuterungen
Rente 283,19 € 566,37 € 3.045 € 18,6% von der Höchstgrenze
Krankenv. mit Tagegeld 333,43 € 685,88 € 4.425 € 14,6% mit Krankengeld-Anspruch
ggf zzgl. KV-Zusatzbeiträge 20,03 € 39,83 € 4.425 € 0,9% bei der TK (Techniker TK)
Pflege 58,24 € 112,84 € 4.425 € 2,55% (zw. EUR 58,24 u. 112,84)
zzgl. freiw. Arbeitslosen-V. 45,68 € 91,35 € 3% bzw. Pauschalen bei Selbständigen
Summe pro Monat: 740,57 € 1.496,27 €    
1/2 Satz (50%) 370,28 € 748,13 €   für KSK-Mitglieder; auch für Selbstständige mit Gründungszuschuss kommen andere Summen zustande.
Quellenangaben:

Vom Bruttoeinkommen (nach Kosten für den Betrieb) in Höhe von 4.500 € / pro Monat bleiben dem normalen Selbständigen nach Abzug der Sozialversicherungsleistungen in Höhe von 1.496,27 € nur noch 3.003,73 EUR übrig. Hierauf bezahlt er Lohnsteuer in Höhe von ca. 858 € (je nach Steuerklasse)

Das bedeutet:

Der Selbständige hat bei diesem Beispiel ein Nettogehalt von 2.145,73 Euro – für all seine Risiken!

Lohnt sich das? Ist das verhältnismäßig? Ganz gewiss nicht. Deswegen zahlen viele Selbständige / Unternehmer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sondern schließen – in jungen Jahren ohne Kinder – eine günstigere private Krankenversicherung ab und sorgen durch private Versicherungspolicen vor. Doch Altersvorsorgen verschwinden oft schneller, als sie aufgebaut wurden: beispielsweise wenn die Umsätze nicht ausreichen, das Unternehmen in eine Schieflage gerät und die Altersvorsorge für den weiteren Betrieb gebraucht wird – kein Einzelfall und bei Insolvenzen die Regel.

Was sind die Alternativen? Gibt es Lösungen?

Eine Alternative für selbständige Berater ist in jüngster Zeit zum Beispiel die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft, worüber sie dann versichert sind. Doch: Gerade Alleinerziehende und viele andere Kleinstunternehmer jeder Branche leben ohne soziale Absicherung, dass heißt ohne Netz und doppelten Boden. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation verkennt und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen. Helfen würden eine:

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) ähnlich der Künstlersozialkasse

Die von Susanne Braun-Speck erdachte und noch zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder a) ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen und 50% ihrer Beiträge übernehmen bzw. durch Steuergelder finanzieren. Alleinerziehenden wird b) zudem das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozialversicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberufliche bzw. selbstständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

Warum die Finanzierung klappen kann: Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II-Empfänger sind ja auch sozialversichert. Das heißt, die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig rechnet sich das. Denn arbeitslose Eltern inbesondere Alleinerziehende werden zu Selbständigen. Auch mal zu überdenken: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige/r (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert, sofern der Ehepartner gesetzlich versichert ist. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich z.B. voll als Selbständige krankenversichern.

Durch die SAK würden Start-Up´s und Kleinunternehmen gefördert und der Fachkräftemangel gesenkt werden, da in vielen Berufen Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich ist (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Es gäbe ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, wodurch deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sogar die Geburtenrate würde sich erhöhen und so für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen. Natürlich ist eine berufliche Chance auf selbständiger Basis eine Alternative zu Hartz IV und: Kinder werden aus der Armutsfalle geholt und erleben eine förderliche Entwicklung – diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen!

Letzte Worte. Ja. Die neue digitale Arbeitswelt bietet z.B. durch Homeoffices Vielen, insbesondere Müttern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf & Familie. Für die soziale Absicherung wurden hier Lösungen vorgestellt. Die Politik muss sie nur realisieren.


Schon gewusst? Auf das Jahr gerechnet, verdienen viele Selbständige oft NICHT mehr als Angestellte!

So berechnet sich das Honorar von ihnen (Beispiel-Rechnung):

Angestellten-Gehalt vs Beraterhonorar    
       
Position / Kosten für einen Angestellten (Beispiel: Software-Entwickler) Euro / Jahr pro Monat pro Tag

bzw. Std

Durchschnittsgehalt Angestellter (12 Gehälter, brutto) 56.000,00 € 4.666,67 €  
zzgl. Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (ca. 20%) 11.200,00 € 933,33 €  
freiwillige AG-Leistungen wie z.B. Pensionsfonds, vermögenswirksame Leistungen, etc (200,-/mon.) 2.600,00 € 216,67 €  
Weiterbildungskosten p.a. 1.000,00 € 83,33 €  
Summe pro Jahr (brutto) 70.800,00 € 5.900,00 €  
       
Arbeitstage eines Angestellten      
Kalendertage 365    
abzgl. Wochenend-Tage -104    
abzgl. Urlaub -30    
abzgl. Feiertage -10    
abzgl. Krankheit -8    
abzgl. Weiterbildung -6    
produktive Tage eines Angestellten á 8 Stunden 207    
       
Das kostet ein Angestellter tatsächlich PRO TAG:      
Gehalt durch produktive Arbeitstage 342,03 €    
das sind in der Stunde (8/Tag) 42,75 €    
       
das dürfte nun ein gleichwertiger Freiberufler kosten, um das gleiche wie ein Angestellter zu verdienen:      
Summe Gehalt pro Jahr Angestellter (siehe oben) 70.800,00 €    
zzgl. Betriebskosten für Freelancer (Büromiete, Steuerberaterkosten, etc) je Monat 400 € 4.800,00 €    
Summe 75.600,00 €    
       
tatsächliche Arbeitstage für Freiberufler errechnen sich so:      
Tatsächlich produktive Angestellte-Arbeitstage 207    
abzgl. Leerlauf zw. Projekten, Akquisephase (22 Tge/Jahr) -22    
abzgl. “Heimarbeit” / Tage für interne, nicht an Kd fakturierbare Arbeitstage (4 Tage pro Monat) -48    
Summe tatsächlich fakturierbarer Arbeitstage: 137    
       
notwendiges Honorar pro Tag  (Zeile 24 geteilt durch Zeile 30)
(um das selbe wie ein Angesteller zu verdienen)
    551,82 €
Honorar pro Stunde eines gleichwertigen Freiberuflers (netto zzgl. Ust)     68,98 €

Diese Berechnung hat die Autorin erstmalig 2011 in ihrem Artikel „Wertschätzung von Know-how und Leistungen – sind Freelancer ihre Honorare wert?“ erstellt. Seitdem wird sie von einigen Firmen zur Berechnung von fairen Honoraren genutzt! Siehe: https://tiefenschaerfe.de/wertschaetzung/

Erstmals wurde im Bildungsmonitor 2018 der Bereich “Digitalisierung in Schulen” vertieft untersucht. Das Ergebnis zeigt: Deutschland liegt im internationalen Vergleich schwach im Mittelfeld. Wie kann der Sprung an die Spitze der digitalen Bildungslandschaft gemeistert werden?

Dies einer von zwei Beiträgen von Susanne Braun-Speck (@SBraunSpeck) beim Booksprint von der Bertelsmann Stiftung zum Thema “Vereinbarkeit 4.0.”. Das Buch wird im Januar 2019 herausgegeben und gemeinfrei sein. Eine vorherige, kürzere Textversion aus September auf diesem Portal ist gelöscht worden.

Der Bildungsmonitor vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln läuft im Auftrag der Initiative “Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM). Er zeigt, dass Deutschland bei der Computernutzung an Schulen, bei den IT-Kompetenzen der Schüler und bei der Forschung Nachholbedarf hat. Innerhalb Deutschlands zeigt sich ein differenziertes Bild: Bayern und Baden-Württemberg zeigen hier Stärken. Schleswig-Holstein und viele der neuen Länder schwächeln. Siehe Factsheet SH. Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM wird in deren Pressemitteilung vom 15.8.2018 wie folgt zitiert: „Für die Digitalisierung brauchen wir eine bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrerfortbildung, mehr Austausch über innovative digitale Lehr- und Lernkonzepte und vor allem eine regelmäßige Überprüfung digitaler Kompetenzen der Schüler und ihrer Lehrer.“

Konkrete Lösungsvorschläge liefert ein Reinfelder Thinktank

Auch ein Elternteam mit einschlägigem Fachwissen aus Reinfeld (Holstein) macht sich Gedanken darüber. Vor den Sommerferien stand bereits die Idee im Raum, ein Lernportal für den Unterricht aufzubauen und jetzt zudem die Position eines Digitalisierungs-Managers in Schulen einzuführen. Für ein in SH und HH kurzfristig skalierbares Pilotprojekt werden Sponsoren und Kooperationspartner gesucht.

Zum Reinfelder Digitalisierungs-Thinktank-Team gehört Susanne Braun-Speck, die bereits die beste Online-Schülerzeitung Deutschlands 2018 – erKant.de – coachte. Sowie René Krolow (CDU), der in den Sommerferien zur Schülerzeitungsredaktion Kontakt aufnahm, um zusammen herauszufinden, wie die Oberstufe der Immanuell-Kant-Schule in Reinfeld belebt werden kann. Aktiv mitarbeiten wird auch Barbara Hilgert, die Mutter von 3 Schülern (m/w) und KMU-Beraterin im Bereich “Work 4.0 – Digitalisierung im Arbeitsleben” ist. Krolow ist IT-Projektleiter und Braun-Speck Webdesignerin und Content-Marketing-Fachfrau. Zusammen sind die drei ein fachlich versiertes Team! Die richtigen Fragen aus der Elternschaft, die mit digitalem Arbeiten bisher kaum etwas zu tun hatten, stellt u.a. Team-Mitglied Petra Naethbohm. Im September 2018 lernte sie bei Braun-Speck, wie am PC Bewerbungen erstellt und per E-Mail versendet werden. „Ich bin jetzt Anfang 50 und muss lernen, wie das geht, damit ich meine Tochter unterstützen kann. Ist das nicht eigentlich die Aufgabe der Schule in Zeiten wie diesen?“

Jüngster Bildungsauftrag für Lehrer (m/w) ist, in allen Schulfächern digitales Lernen und Arbeiten einfließen zu lassen. Doch: Das ist einfacher gesagt als getan, denn vielen Lehrern geht es ähnlich, wie Naethbohm: Sie sind nicht mit PC, Handy und den Möglichkeiten des Internets aufgewachsen.

Aber wie kann nun digitale Bildung gelernt und gelehrt werden?

“Vor den Ferien war ich u.a. Teilnehmerin einer Konferenz mit Lehrern, bei der der Lehrplan durch digitale Lehrinhalte erweitert werden sollte. Hier waren deutlich Umsetzungsprobleme zu spüren, die von Lehrer- sowie Technikmangel, Generations-Konflikten und fehlender Praxis herrühren: Woher sollen Knowhow, Technik und Zeit dafür kommen? Im September fand dazu eine einmalige Veranstaltung in Kiel statt. Wieviele Lehrer dort wohl zeitgleich – während der üblichen Unterrichtszeit – hingefahren sind?“ Fakt ist: In Schulen wird nach wie vor überwiegend Frontalunterricht mit Tafel und Papier gegeben. Wie sieht nun digitales Lernen und Arbeiten aus? So zum Beispiel:

Die Reinfelder Jugendredakteure (m/w) von erKant.de, der derzeit besten Online-Schülerzeitungs Deutschlands, und ihr Coach arbeiten voll digital.

Eine Online-Schülerzeitung ist ein digitales Produkt, mit digitalen multimedialen Inhalten und digitalen Arbeitsvorgängen. Obwohl die Redakteure von erKant.de ein eigenes Redaktions-Büro im Alfa-Park #1, aber aktuell keinen Internetzugang haben, treffen sie sich dort zwar zu Meetings, aber nicht zum aktiven Arbeiten. In der Praxis gestaltet sich die Teamarbeit also überwiegend digital. Beispielsweise so, wie jetzt bei Marwin, 12j, neu bei der Schülerzeitung. Er war bereits bei zwei Meetings von erKant.de dabei und arbeitet und denkt virtuell über deren WhatsApp-Gruppe bereits mit. Leider fand das Team noch nicht die Zeit, einen weiteren Workshop abzuhalten. Die Einarbeitung sowie Teamarbeit findet also überwiegend digital statt. Das nach Schulschluss, sehr oft am späten Nachmittag und an den Wochenenden.

Die Anfänge lernte Marwin in der Schulprojektwoche kennen. Projektleiter waren zu dem Zeitpunkt die Redakteure Minoka Braun und Marvin Ladwig; unterstützt aus der Ferne (remote) von ihrem Coach Susanne. Auch bei solchen, eigentlich schulinternen, Aktionen steht sie immer bereit – per Whatsapp, Telefon und E-Mail, in 2017 auch persönlich vor Ort. Grundsätzlich investiert sie seit Februar 2017 pro Woche zwischen drei und zehn Stunden Arbeit in das gemeinnütziges Projekt, das von ihr und ihrem Verein sii-kids & -talents e.V. gesponsert wird.

Seit der Projektwoche sind zweimal Ferien vergangen, bevor das jüngste Mitglied endlich seinen zweiten Artikel schreiben konnte. In der Zeit waren die Erinnerungen verblasst, aber das ist nicht schlimm, denn: Wie auf der Online-Schülerzeitung Artikel gestellt werden können und vieles Weitere, ist in Lern-Videos erklärt. Diese Videos können sich die Jugendredakteure und solche, die es werden wollen, jederzeit online ansehen – so oft sie wollen. Die einen Schüler und Schülerinnen (kurz: SuS) begreifen schnell, die anderen brauchen Wiederholungen – jeder lernt im eigenen Tempo und: Wann und wo und was er will!

Zurzeit stehen den Redakteuren von erkant.de 18 Lern-Videos sowie diverse Infotexte (auch zum Thema Recht wie Datenschutz, uvm.) zur Verfügung, die ihr Coach nach und nach produziert hat. Die Videos sind nicht professionell und nur so nebenbei – probono, wie alles andere – von ihr erstellt worden. Aber es reicht, um als SuS einfach loszulegen und Schritt-für-Schritt Online-Redakteur zu werden.

Soweit die Theorie. Ansonsten gilt hier: learning by doing … Das digitale Lernen und Arbeiten kann selbständig begonnen und erprobt werden. Für das Erlernen des journalistischen Handwerks und für die vielen tausend Details der digitalen Arbeit braucht es allerdings auch Menschen – d.h. bei erKant.de die Teamkollegen aus dem Kreis der Jugendredakteure und deren Coach. Manche Fragen kehren immer wieder, zu Themen und Inhalten, Schreibstil, Bilddateigrößen, Datenschutzfragen und vielem mehr.

Arbeitsmittel sind überwiegend Smartphones und die PC´s der Eltern zuhause. Smartphones werden zu Allem und Nichts genutzt: zum Schreiben auf der Website, zum Fotografieren und Video drehen, zum Aufnehmen von Interviews, Terminplanung und natürlich zur Kommunikation (Whatsapp und E-Mail) sowie für grafische Arbeiten (Plakate entwerfen, etc.). Besser geeignet wären dafür Tablets – etwas Geld dafür haben die Jugendredakteure – selbst gewonnene Preisgelder. Für ein interaktives Whiteboard reichen die Eigenmittel aber nicht …

Ein „Unternehmen“ führen und digital Lernen und Arbeiten in allen Facetten

„Tatsächlich ist es ja so, dass eine unabhängige Schülerzeitung (beachte die rechtliche Abgrenzung zur Schulzeitung) wie eine Firma ist. Das heißt, wir haben im Februar 2017 bei der Namensfindung und Marktpositionierung angefangen, es folgte das Teamfinden und das WebDesign. Heute haben wir natürlich immer wieder Aufgaben im Bereich des Personalwesens, Marketing, Technik und Finanzen  – und das überwiegend digital!“ sagt Susanne Braun-Speck, die auch Initiator der Schülerzeitung war. „“Meine“ Jugendredakteure lernen hier fürs Leben und sind teilweise enorm daran gewachsen – persönlich, als Menschen. Nicht zuletzt durch die zwei Gewinne beim Schülerzeitungs-Wettbewerb der Länder 2018 #2. Außerdem weiß ich, dass ich sie durch unsere Online-Schülerzeitung fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft mache – was wir hier tun, ist digitales Lernen und Arbeiten in allen Facetten.“

Das Coaching der Schülerzeitung versteht Susanne Braun-Speck als Teilaufgabe von jemanden, dessen Berufsbild sie vor wenigen Wochen kreiert hat. Dem:

Digitalisierung-Manager für Schulen

Schulen haben die Digitalisierung als Zusatzaufgabe, wofür es i.d.R. keine speziellen Lehrkräfte oder andere Fachmitarbeiter gibt. Medienentwicklungspläne sollen „nebenbei“ erstellt werden – was nur über einen langen, mehrjährigen Zeitraum geschehen kann. Genau das geht nicht! Wer bereits der weltweiten Entwicklung hinterherhinkt, muss schneller laufen, um nicht abgehängt zu werden! Dafür hat das Reinfelder Digi-Thinktank das Berufsprofil des Digitalisierungs-Managers (m/w) entworfen.  Was er/sie alles für Schulen IN Schulen vor Ort machen kann, teilt das Team auf Anfrage gerne mit. Die Ministerien fordern die Schulen im Rahmen dessen dazu auf, für digitale Hilfsmittel und technische Infrastruktur sowie Beratung & Schulung kompetentes Personal zu stellen (kein Ehrenamt) – und es sich ggf extern zu beschaffen (Quelle für SH).  

Ist das Digi4Schools-Konzept eines, das aufgehen könnte? Interessierte Sponsoren & Kooperationspartner oder auch weitere Lernbegleiter mt IT-Knowhow und/oder interessierte Schulen finden hier weitere Infos und Kontaktdaten: https://digi4schools.de/

Fakten-Check: Welche Komponenten haben Digitalisierungs-Vorhaben?

·        Menschen & ein Steuerungsteam – Der Schulträger, Schüler, Lehrer und Eltern sind direkt betroffene Personen die mit Veränderungen im Schulalltag leben und arbeiten müssen. Sie sollten alle von Anfang eingebunden sein; das Steuerungsteam durch sie begründet und von externen Beratern begleitet werden. Die Auseinandersetzung mit der Thematik „Digitalisierung“ ist schon ein Teil des Ziels und nutzt allen beteiligten Personen, ja sogar den Stadtverwaltungen (meist Träger der Schulen).

·        Finanzielle Mittel – Der DigitalPakt ist in trockenen Tüchern (vorausgesetzt die Änderungen im Grundgesetz erfolgen auch) und auf Länderebene vorbereitet; Gemeinden stellen ihren Schulen bereits Gelder zur Verfügung und Akteure stehen bereit. Doch schlussendlich sind es Firmen und Betriebe, die fürs Arbeitsleben digital geschulte Jugendliche als Nachwuchs brauchen. Sie sollten helfen und durch Spenden den Schülern „Flügel“ verleihen; sprich ihnen technische Hilfsmittel und Manpower finanzieren.

·        Hardware & Netzwerke – Eine Netzwerkstruktur wird gebraucht, mit Servern, Routern, LAN, WLAN, Internetzugang, Security-Konzepten; interaktive Whiteboards, PC´s, Laptops u/o Tablets, Dokumentenscanner; Cloud- / Speicherlösungen uvm. sowie ggf. BYOD-Geräte, etc. Bei der Beschaffung von Hard- & Software sind insbesondere die Zusatzaufwände durch Installation, Wartung und Support zu beachten und zu vergleichen – vor der Anschaffung!

·        Apps & Software – Standard-PC-Anwendungen, Lern-Apps / -programme, Web-User- & Multimedia-Tools, interne Management-Systeme, Augmented Reality, etc. Schüler sollten darüber auch skizzieren, kommentieren und zusammen­arbeiten können und Lernmittel (vor allem Bücher und Arbeitsblätter) in digitaler Form nutzen können; Video-Learning bringt viel, uvm. Um neue Anwendungen zu finden und zu wählen, kann der Weg das Ziel sein! Zum Beispiel durch ein erstes Pilotprojekt, das vor dem „großen Wurf“ kommt.

·        Konzepte & Methoden –  Wie funktioniert ein virtuelles und ein „flipped“ Klassenzimmer? Was sind die Besonderheiten bei Remote-Arbeiten? Design-Thinking, schülerzentrierter Unterricht, kollaboratives Arbeiten, blended und e-learning? Wir wird Kreativität gefördert und in dezentralen Teams sowie in Gruppen gearbeitet? Viele neue Methoden müssen erprobt werden! Der Weg dorthin muss gezielt und klar geplant werden, ein MEP erstellt werden – sonst gibt es keine Fördermittel.

·        Knowhow & Praxis – Generationen von Lehrern und Eltern sind nicht mit PC, Handy und den Möglichkeiten des Internets aufgewachsen. Es gibt in vielen Schulen weder speziell ausgebildetes Personal noch flächendeckende einschlägige Erfahrungen. Dabei ist Anwender- und Lehrer-Knowhow entscheidend für den Erfolg jeglicher Digitalisierungs-Maßnahme! Deshalb ist unser Konzept, spezielle Digitalisierungs-Manager für Schulen IN die Schulen zu senden, enorm zielführend!

Weiteres siehe unter: digi4schools.de


# Hinweise:

#2 Gewinne beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder 2018 – erKant.de wurde 2018 beim SZWdL zweifach ausgezeichnet. Die aktuell beste Online-Schülerzeitung Deutschlands gewann den Innovationspreis vom Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger (@BDZV) sowie mit ihrem Artikel über „Mobbing“ (Werner-Bonhoff-Stiftung)

#1 Das Redaktionsbüro wird gesponsert. – Der Raum an sich wird von Armin Moghaddam (pistazien.de) zur Verfügung gestellt; die Büro-Ausstattung vom Coach Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de; @SBraunSpeck); 2 PC´s aus dem sii-kids-Forscherlabor kamen von der Firma IT-Tec.

*Quellen & Links:

  1. ISNM Bildungsmonitor: https://www.insm-bildungsmonitor.de/
  2. Pressemitteilung des INSM: www.insm-bildungsmonitor.de/pdf/bildungsmonitor-2018-bundesweit.pdf
  3. Digitalisierungs-Manager: https://digi4schools.de
  4. Online-Schülerzeitung: https://erKant.de
  5. Wegweiser Digitale Bildung, www.netzwerk-digitale-bildung.de
  6. Digitale Bildung in SH: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Arbeitsfelder/LSBB/SchulentwicklungQM/digitaleBildung.html

Endlich wurden die ersten richtigen Schritte zur Entlastung von selbständigen Krankenversicherten, insbesondere von Teilzeit-Selbständigen eingeleitet: Mit dem GKV Entlastungsgesetz, dass am 18.10.18 beschlossen wurde, wird die monatliche Mindestbemessungs-Grundlage für Selbstständige auf monatlich 1.015 Euro herabgesetzt. Der KV- und Pflegebeitrag liegt damit bei rund 188 Euro/Monat. Egal, ob eine Teilzeit- oder Fulltime-Selbständig vorliegt – und das ist elementar wichtig! Denn: Bisher mussten auch Teilzeit-Selbständige den vollen Mindestbeitrag für die Krankenversicherung bezahlen …

“Ich selbst habe erlebt, was das bedeutet: Nach meinem Burnout vor einigen Jahren, lebte ich eine Weile – als alleinerziehende Mutter – nur von Rücklagen aus erfolgreichen Jahren. Nebenbei verdiente ich – als Aushilfe bei meiner eigenen GmbH / irgendwer musste ja die Geschäftsleitung inne haben – noch 386 Euro im Monat. Im Folgejahr sendete mir die gesetzliche Krankenkasse eine Nachforderung in Höhe von 342 Euro – PRO Monat. Für 1,5 Jahre in der Summe mehrere tausend Euro. Angeblich wäre ich hauptberuflich Selbständig gewesen …”

Die Versicherung wusste aber, dass das Einkommen laut Einkommenssteuererklärung unter der Mindestbemessungsgrenze lag. Warum legte sie dann die Bemessungsgrundlage für “richtige” hauptberufliche Selbständige an, anstatt die Bemessungsgrundlage für nebenberuflich Selbständige? Nach der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrundlage hätte doch ein monatlicher Beitrag von 152,27 EUR für nebenberuflich Selbständige bezahlt werden müssen – oder nicht? Nein: Nebenberuflich ist aus Krankenkassensicht die selbständige Tätigkeit laut bisheriger Gesetzgebung nur dann, wenn die versicherte Person ein weiteres, höheres Einkommen als Angestellte hat. Ansonsten gelten Selbständige immer als Fulltime-Selbständig. Ab 2019 wird das nun anders sein.

“Nach langer postalischer Auseinandersetzung zeigte sich die Krankenversicherung kulant und behandelte mich, als wäre ich eine Angestellte mit nebenberuflicher Selbständigkeit. Damit blieb es bei dem Versicherungsbeitrag, den ich bereits bezahlt hatte und die horrende Nachzahlung entfiel. Übrigens: Vorher schon entwickelte ich das unten aufgeführte Grob-Konzept, wovon jetzt (im Oktober 2018) einiges durch das GKV Entlastungsgesetz realisiert wurde”, erzählt Susanne Braun-Speck, die sich darüber freut, dass es vielen Gleichgesinnten in Zukunft deutlich leichter gemacht wird, z.B. als Mutter nebenberuflich selbständig zu sein – auch ohne Familienversicherung über einen Ehemann.

Aktuell arbeitet sie übrigens erneut an einem Artikel über Selbständige, deren sozialen Risiken und Vereinbarkeit mit der Familie. Dazu läuft eine Umfrage auf: https://tiefenschaerfe.de/umfrage-selbstaendige-vereinbarkeit/

Blogbeitrag  aus Oktober 2012 (geändert im Januar 2014 + 2016, Autor: Susanne Braun-Speck):

Autor: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de) ist seit 1996 überwiegend selbständig und seit 2005 alleinerziehend, aber erst seit 2017/01 endlich in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert. Das, nachdem sie sich neu positioniert hat und jetzt Kreative ist (Webdesignerin und Online-Redakteurin). Ähnlich sozialversichert zu sein – mit der SAK – wünscht sie allen Gleichgesinnten.

Kinderarmut? Rentenvorsorgelücke? Hohe Krankenkassenbeiträge? Nachwuchsmangel? Alleinerziehende und Kleinstunternehmer leben ohne Netz und doppelten Boden – ständig und bis zum Lebensende mit hohem Risiko. In Deutschland. Ganz ohne Krieg oder Hungersnöte. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation nicht erkennt, und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen. Helfen würden eine …

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) ähnlich der Künstlersozialkasse

Ziele: Soziale Absicherung & Rentenvorsorge für die Mitglieder der Gesellschaft, die die Beiträge alleine nicht leisten können.

Die zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder, ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen. Alleinerziehenden wird das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozial-Versicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberufliche bzw. selbständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

Die bisherige aktuell soziale Ungerechtigkeit: Kleinstunternehmer können sich freiwillige Beiträge in sämtliche Sozialversicherungen meistens NICHT leisten – vor allem nicht die für gesetzliche Krankenkasse und die Rentenversicherung. Sie sind massiv von Altersarmut bedroht – es ist ein gesellschaftlicher Irrtum, dass es Selbständigkeiten grundsätzlich finanziell besser geht. Besonders unfair zur Zeit: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich ggf voll als Selbständige krankenversichern – von Rentenvorsorge, etc. reden wir hier noch gar nicht!

Der Mindestbeitrag betrug z.B. in 2016 (auch bei TZ-selbständigen Müttern) mit Krankengeld-Anspruch 382,- EUR / Monat (link zur Quelle). –> Sinngemäß wird mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) auf die bürokratische Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflicher Selbstständigkeit ab 2019 verzichten.

Die zwei Hauptaufgaben der SAK:

  1. Sozialversicherungs-Zuschuss: Die SAK übernimmt den Arbeitgeberanteil von 50% an Versicherungsbeiträgen von freiberuflichen/selbständigen Müttern und Vätern (nur Einzel-/Kleinstunternehmer ohne Mitarbeiter) für die Krankenkasse, Rentenvorsorge, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung – so, wie es auch die Künstlersozialkasse für ihre Mitglieder macht.
  2. Einkommens-Aufstockung: Außerdem sollen die Einkommen von Alleinerziehenden (egal ob festangestellt oder selbständig), prozentual auf einen fiktiven (berufs- und altersabhängigen) Ganztagslohn aufgestockt werden, inkl. anteiliger Rentenversicherungsleistung, sodass sie später genauso viel Rente bekommen, als wären sie Vollzeit-Arbeitnehmer gewesen.

Ziele für die Betreffenden

  • bezahlbar sozialversichert sein, vergleichbar mit einem Vollzeit-Arbeitnehmer
  • Arbeiten und Kinder versorgen ohne Nachteile oder sozialem Abstieg
  • Unabhängig schaffen, berufliche Möglichkeiten als Klein-UnternehmerInnen wahrnehmen können, um nicht arbeitslos zu sein.
  • durch die Einkommens-Aufstockung heute Lebenswert mit Kindern leben
  • und später gut versorgt im Rentenalter sein.

Ziele für Gesellschaft & Wirtschaft

  • Start-Up´s und Kleinunternehmen fördern!
  • Fachkräftemangel senken: In vielen Berufen ist Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Gäbe es ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, würden deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
  • Geburtenrate erhöhen – für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen.
  • Alternative zu Hartz IV; eine berufliche Chance auf selbstständiger Basis geben
  • Hilfe zur Selbsthilfe leisten (Selbständigkeit ist eine gute Alternative für Alleinerziehende -> eigene Zeiteinteilung = flexible Arbeit)
  • Kinder aus der Armutsfalle holen und eine förderliche Entwicklungsumgebung ermöglichen. Denn: Diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen! Aber nur, wenn sie “abliefern” (gute Schullaufband und später Berufstätigkeit), was sie nicht können, wenn ihre Grundbedürfnisse nicht gestillt werden.

Finanzierung

  • Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II – Empfänger sind ja auch sozialversichert. D.h. die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig erheblich geringer.
  • Wie Angestellte und Mitglieder der Künstlersozialkasse bezahlen SAK-Versicherte prozentual am Einkommen gemessene Beiträge mit dem selben Höchstbetrag. Neugründer und Teilzeitselbständige zahlen niedrigere Beiträge.
  • Spenden durch Stiftungen, etc.

Mitglieds-Voraussetzungen könnten sein:

Alleinerziehend mit mindestens einem minderjährigen Kind bei Gesetzeinführung (Übergangsfrist?) oder Gründung (wie freiwillige AL-Versicherung);  der Status erlischt, wenn alle Kinder Schulbildung und den ersten Berufsweg (Ausbildung o. Studium) abgelegt haben, spätestens jedoch im Alter von 24J.

Bei Kleinunternehmern: Nicht mehr als 2 Teilzeitmitarbeiter und max. 20% mehr Netto-Einkommen als eine vergleichbare angestellte Führungskraft in selben Beruf (entsprechend Alter und Region). Es wird das höhere Gehalt von Männern angesetzt.

Die wichtigste begleitenden Maßnahmen:

  • Gesetzesänderungen im SGB z.B. im 5. Buch gesetztl. Krankenversicherung. Hier insbesondere eine Neu-Definition von “nebenberuflicher Selbständigkeit” – diese hängt jetzt von einer “hauptberuflichen Angestelltentätigkeit” ab. Dieser könnte eine “hauptberufliche Elterntätigkeit” gleichgesetzt werden. –> sinngemäß wird mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) auf die bürokratische Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflicher Selbstständigkeit ab 2019 verzichten.
  • Ausbau der Bürgschafts-Übernahme durch Bund und Länder ggü Banken und Kreditinstituten (ganz wichtig!) für Neugründer
  • Aufbau von Netzwerk-Zentren (kurz: NWZ) speziell für berufstätige Alleinerziehende und ihre Kinder zwecks Betreuung und Organisation des Alltags.
  • etc.

Gerade arbeitet Braun-Speck erneut an einem Artikel über Selbständige, deren sozialen Risiken und Vereinbarkeit mit der Familie. Dazu läuft eine Umfrage auf: tiefenschaerfe.de

Startup-DNA. Hinfallen, Aufstehen, die Welt verändern.

In seiner Autobiografie erzählt Frank Thelen (43j) – Deep-Tech-Investor und TV-Star –  von einem bewegten Leben mit Hoch und Tiefs als Unternehmer, seiner zweiten Karriere als Juror bei “Die Höhle der Löwen”, sowie von Technologien der Zukunft. Was kommt da auf unsere Gesellschaft zu? Warum wurde dieser Mittelschichts-Junge so erfolgreich?

Das Buch ist am 27. August 2018 vom Hamburger Murmann Verlag herausgegeben worden und als Print- und E-Book* erhältlich. Es hat rund 285 Seiten mit 21 Kapiteln. Fachbegriffe werden zwischendurch erklärt und Fotos von ihm und seinen Wegbegleitern gezeigt.

Ein Buch für Unternehmer und solche, die es werden wollen.

Das Buchcover ist schlicht in Blaugrün gehalten und zeigt den gestandenen Unternehmer und TV-Star in jugendlicher Frische, als hätten seine Erlebnisse mit jahrelangen 70-Stunden-Wochen und Nachtarbeit kaum Spuren hinterlassen. Ist das authentisch?

Anfangs wirkt der Schreibstil etwas aufgesetzt, wodurch der Eindruck vermittelt wird, dass Frank Thelen nicht gerne über Alltägliches spricht. Typisch für ihn, der wenig Sinn für Smalltalk hat? Mit jedem Kapitel wird seine Sprache gezielter und lebendiger: Wenn es ums Business und Technologien geht, scheint Frank Thelen auch als Autor in seinem Element zu sein!


Ist das „Unternehmer-Gen“ der Grund für seinen Erfolg?

Rezensentin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de wollte herausfinden, warum und wie Frank Thelen “es” geschafft hat – und warum Andere nicht.

Es klingt, als wäre Begeisterung für die jeweilige Produktidee und das Mitreißen von Investoren und/oder Kunden die wichtigsten Erfolgsfaktoren von Frank Thelen – und natürlich seine Fähigkeit, einfach loszulaufen, hinzufallen, einzustecken und – wieder aufzustehen. Welche Talente & Fähigkeiten er noch hat; also solche, die ihn so erfolgreich machen, lassen sich nur zwischen den Zeilen herauslesen. Aber: Die Autobiografie liefert interessante und lehrreiche Inhalte aus der Technikwelt von heute und morgen.

Doch vorher erzählt sie von seiner Jugend in Bonn, Skateboardfahren, Schulversagen & seinem Einstieg in die IT; vom Aufstieg und Fall seiner ersten drei Firmen; seiner Frau Nathalie sowie unerwarteten Erfolgen, Unternehmensverkäufen an Größen wie Microsoft und seiner zweiten Karriere als TV-Star in der Höhle der Löwen. Später folgen Details über Investments in Deep-Technologien und Food-Start-Ups und: Ab Kapitel 13 geht es nicht mehr um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft. Unsere. Bei der Prognose für 2050 und der Aussicht auf „technologische Singularität“, bei der Mensch und Technologie eins sind, bekommt der eine oder andere Leser etwas Angst – was kommt da auf uns zu?

Von Fach-Chinesisch schreibt Frank (der das Duzen bevorzugt) auch, sogar viel: Auf rund 40 Seiten liefert er Einblicke in die wichtigsten Technologien, die Revolutionen vorantreiben, z.B. im Bereich Sprachsteuerung, 5G und IoT, Virtual Reality, 3D-Druck, Quantencomputer, etc. Die Themen künstliche Intelligenz (KI) und Distributed Ledgers, wozu auch die Blockchain und Kryptowährungen gehören, haben eigene Kapitel. Besteht hier die Möglichkeit, beim Lesen neue Geschäftsideen zu entwickeln? Fakt ist: Wer nicht losläuft, kommt nicht an. In Kapitel 21, dem Letzten, machen Franks Schlussworte Mut und fordern auf: Finde Deine #StartupDNA

Ende der kurzen Rezension, Download als pdf (mit 3.265 Zeichen)

Foto oben mit freundlicher Genehmigung von: freigeist.com; Bildmontage mit Spickzettel: Susanne Braun-Speck


Details zu den Inhalten einzelner Kapitel:

Skateboard-Fahren, Schulversagen & der Einstieg in die IT

Die ersten beiden Kapitel wirken sanftmütig und irgendwie normal. So normal, wie Frank Thelens Kindheit und Jugend in Bonn, wo er ab 1975 und in den 80zigern mit einer älteren Schwester aufwuchs. Im Stadtteil Bad Godesberg lernte er das Skateboard-Fahren, holte sich Blessuren, fiel oft hin und stand immer wieder auf. Sein Freizeitsport prägte ihn fürs Berufsleben und lieferte den Titel für dieses Buch.

Wegen schlechter Noten flog er vom Gymnasium; sein Informatiklehrer riet ihm von der IT ab. Er zerstörte beinahe den Familien-PC und lernte autodidaktisch, wie er ihn wieder reparieren konnte. Durch ein Praktikum und eine duale Ausbildung, sowie mit abgebrochenem Studium wurde er erst Programmierer und Gründer und infolge das, was er heute ist.

Von Aufstieg und Fall seiner ersten drei Firmen

Die folgenden drei Kapitel erzählen von den ersten drei Firmengeschichten, von 1993 bis 2008. Von der Gründung als 18-jähriger, seiner ersten Pleite und dem großen Unternehmensverkauf an Japaner. Der Leser merkt: Ab hier scheint der Autor in seinem Element zu sein – eher, als bei alltäglichen, privaten Themen. Im 6. Kapitel beschließt Frank Thelen erstmalig Investor zu werden; im nächsten geht es um Nathalie, die seine Wegbegleiterin wird und ihn heiratet – obwohl er bis dahin ein Nerd ohne Freundin war.

Er investierte als Erstes in „Wunderlist“, wofür Microsoft später mehr als 100 Millionen US-Dollar zahlte. Aber Frank Thelen gründete auch wieder selbst: Doch nicht immer erfolgreich. Er scheiterte mit DOO an den Gewohnheiten der Menschen. In Nachgang lieferte er aber wieder die beste APP am Markt.

Die Höhle der Löwen – fast alle rieten ihm davon ab, bei der TV-Show mitzumachen.

Zeitgleich mit dem Niedergang von DOO startet Franks Thelens TV-Karriere. Im 10. Kapitel seines Buches findet ein Ausflug in die Welt der Medienmacher statt: Er erzählt von seinem Werden in „Die Höhle der Löwen“ ( #DHDL ) und den Start-Ups, in die er investierte. Hier war er „Greenhorn“ und lernte viel Neues: Über das TV- und das Lebensmittel-Business. Auf alle Mitglieder seiner Food-Family geht er kurz ein und verrät, was sinnvoll klingt (Zitat):

Die beste Voraussetzung für ein Startup ist es, wenn die Gründer eine Lösung für ein persönliches Problem entwickeln.

Frank Thelen entdeckte natürlich auch ein Kern-Problem seiner Food-Family-Mitglieder: Das betraf die Logistik. Entsprechend gründete er “Xentral”, eine Softwaretechnologie, die die Logistikprobleme all der Food-Startups löst.

Investments in Deep-Technologien & Food-Start-Ups

Oft scheint Hochmut im Spiel zu sein, was in Wahrheit aber echte Begeisterung für das jeweilige Produkt ist. Das zeigt sich auch im Schreibstil: Ab Kapitel 12, in dem es um die heutige Beteiligungsgesellschaft „Freigeist“ geht und infolge um Disruptionen* der Vergangenheit und Zukunft: Da fühlt der Leser den Frank-Thelen-Innovationsgeist und sein Unternehmern-Gen durch die Worte und sieht mit seinen Augen, wohin Digitalisierung und Disruptionen* unsere Gesellschaft führen können.

* ist im Buch erklärt und online

Spätestens ab Kapitel 13 geht es nicht mehr um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft. Unsere.

Das größte Investment von Frank Thelen fand 2015 statt: In Lilium Aviation aus München, deren “fliegendes Auto” -> der Lilium-Jet erstmalig im April 2017 abhob. Dazu fiel mir, der Autorin dieser Rezension, ein Zitat von Albert Einstein ein:

„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorn herein ausgeschlossen erschien.”

Bei der Prognose für 2050 und der Aussicht auf „technologische Singularität“, bei der Mensch und Technologie eins sind, bekommt der eine oder andere Leser etwas Angst – was kommt da auf uns zu?

Von Fach-Chinesisch schreibt Frank auch, sogar viel: In Kapitel 15, 16 und 17 liefert er auf rund 40 Seiten Einblick in die wichtigsten Technologien, die Revolutionen vorantreiben, z.B. im Bereich Sprachsteuerung, 5G und IoT, Virtual Reality, 3D-Druck, Quantencomputer, etc. Den Themen künstliche Intelligenz (KI) und Distributed Ledgers, wozu auch die Blockchain und Kryptowährungen gehören, haben eigene Kapitel.

Besteht hier die Möglichkeit, beim Lesen neue Geschäftsideen zu entwickeln? Bestimmt. Details stehen im Buch 😊 Ebenso wie Links zu weiteren Informationen auf Franks Website (https://frank.io)

In Kapitel 18 geht es um die jüngste Lösung von Freigeist: Neufund.

Sie liefert bisher undenkbare Investitions- bzw. Finanzierungs-Möglichkeiten. Anstatt wegen Basel-III-Kriterien keine Kredite zu bekommen, geht es hier um alternative Finanzierungsformen: Seed-Kapital, Crowdfunding, etc und eben: Neufund eine “Distributed Ledgers”-Finanzierungsplattform, eine die leichtes Investieren in Startups etablieren will, wobei die Anteile dieser Startups über eine Blockchain basierte Technik handelbar sind (Artikel dazu).

Kurz vorm Ende geht Frank Thelen erneut auf sein Hobby ein und erklärt sinngemäß (kein O-Ton): Skateboarding ist eine Philosophie und der Weg, so etwas wie das Unternehmer-Gen zu entwickeln.

Das Buch soll dabei helfen, dass der Frosch aus dem Topf springt, bevor er platzt.

Bitte was? Für die Welt von morgen braucht unsere Gesellschaft: Mut, Pioniergeist, Passion und flexible Arbeitszeiten sowie Unternehmer und Politiker, die vorausdenken und der Wahrheit zeitig ins Gesicht sehen: Die Zukunft ist digital und künstliche Intelligenz wird Wahrheit. Bisher verharrt unsere Gesellschaft auf Bewährtem, anstatt jetzt die Bausteine der Zukunft voranzutreiben, bevor China und die USA uns Europäer komplett überholt haben. Wir müssen rechtzeitig das Springen lernen –  wie der Frosch.

Wie sehr schadet uns die Datenschutz-Grundverordnung? Was steht uns in Deutschland im Weg? Steuerwahnsinn, fehlende Digitalisierung, unser Bildungsystem? Was machen wir Menschen, wenn KI (künstliche Intelligenz) uns Menschen als Arbeitskräfte ersetzt und wieso brauchen wir dann ein Grundeinkommen?

Wer nicht losläuft, kommt nicht an.

In Kapitel 21, dem Letzten, machen Franks Schlussworte Mut und fordern auf: Finde Deine #StartupDNA

PS: Frank trinkt nach Feierabend gerne ein Glas Castell Miquel *- ob rot oder weiß, steht nicht geschrieben.

Jetzt lesen bzw kaufen -> Link zu Amazon*

Das Twitter-Hashtag zum Buch lautet:  #StartupDNA, Franks:

* Foto oben mit freundlicher Genehmigung von: freigeist.com

* Einige Links sind welche im Rahmen des Amazon Partnerprogramms, siehe Datenschutzerklärung.

Sind öffentliche Herabwürdigungen von anderen Menschen erlaubt und als Meinungsfreiheit anzusehen? Oder gibt es Grenzen? Wegen zunehmender Hassbotschaften im Netz startet gerade die von Youtube gestartete Initiative #NichtEgal.

#NichtEgal ist ein Peer-to-Peer-Konzept: Jugendliche coachen Jugendliche, die im Kern für einen respektvollen Meinungsaustausch im Netz sowie im Alltag werben. Es geht dabei auch um die Art des Umgangs miteinander, um positives aktives Verhalten, um ein Mitgestalten der Demokratie durch aktive Teilhabe an Diskursen und um mutige Reaktionen auf negatives Verhalten anderer. Gerade Jugendliche sollen für diese Themen sensibilisiert werden.

Auf Youtube beteiligen sich an der Aktion bekannte Youtuber, die selbst Hass im Netz erfahren haben. Dort sagt z.B. Lisa Sophie Laurent:

“Freie Meinungsäußerung ist ein unverzichtbares Grundrecht, bei dem aber Toleranz und gegenseitiger Respekt nie außen vor bleiben sollte!”

Cybermobbing beschreibt das absichtliche Bedrohen, Belästigen oder Beleidigen einer Person über das Internet; Hate Speech beschreibt die sprachliche Ausdrucksweise von Hass mit dem Ziel der Herabsetzung und Verunglimpfung. Aber nicht nur im Internet, sprich auf Youtube, Facebook, etc. sondern auch über Messenger-Dienste wie WhatsApp werden die Teilnehmer immer hemmungsloser. Diskutiert wird nicht über Sachthemen, sondern Menschen verleugnet, beleidigt, herabgewürdigt und bisweilen völlig im Ruf und/oder emotional geschädigt.

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Was ist das für ein Miteinander, wenn Menschen im Internet und Messenger-Diensten, in der Öffentlichkeit, bei der Arbeit, in den Schulen, etc. Lügen verbreiten, Kollegen, Klassenkameraden oder auch Trainer diffamieren (von lateinisch: diffamare = Gerüchte verbreiten), gegen sie hetzen und schlecht machen? Warum werden sachliche Auseinandersetzungen immer häufiger zur Schmähkritik, bei der nicht mehr die inhatliche Diskussion, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund steht?

Vor Kurzem hat Carsten Maschmeyer, deutscher Unternehmer und Juror bei der Höhle der Löwen, auf Twitter eine Belohnung von 10.000 EUR für das “bissigste” Kommentar versprochen. Ist das jetzt ein Volksport?

https://twitter.com/maschmeyer/status/981456961303703552?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.t-online.de%2Funterhaltung%2Ftv%2Fid_83501874%2Fcarsten-maschmeyer-diese-twitter-beleidigung-bekommt-10-000-euro-preisgeld.html

Sind “Hate Speech” & Cybermobbing quasi modern, weil die Hemmschwelle digital niedriger ist, als im echten Leben?

Beides stellt auf jeden Fall eine Form der psychischen Gewalt dar und kann Menschen emotional vernichten. Cybermobbing ist vor allem unter Jugendlichen verbreitet, weil oft noch die Sensibilität für die Tragweite der Mobbing-Angriffe fehlt, steht auf Statista zum Beispiel geschrieben.

Meinungsfreiheit definiert sich nicht nur moralisch, sondern auch von Gesetz wegen anders!

Laut Grundgesetz Art. 5 Ziffer 1 hat jeder das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten … Aber laut Ziffer 2 finden dieses Recht seine Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Für die Persönlichkeitsehre gibt es kein eigenes Gesetzbuch, sondern basiert auf verschiedene Gesetzesteile und vielzählige Gerichtsurteile.

Verleumdung und üble Nachrede verbietet aber zum Beispiel das Strafgesetzbuch.

In § 186 steht zur Üblen Nachrede ähnliches wie § 187 zum Thema Verleumdung: “Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.”

Seit dem 1. Oktober 2017 ist zudem das Gesetz gegen Hasskriminalität in Kraft gesetzt.

Es zielt darauf ab, Hasskriminalität, strafbare Falschnachrichten und andere strafbare Inhalte in sozialen Netzwerken besser zu bekämpfen und nimmt die Portalbetreiber in die Pflicht.

weiterführende Informationen (Links):


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Meinungsfreiheit laut Grundgesetz Art. 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung

Das BDSG fordert von deutschen Klein- und Mittelständlern das Gleiche wie von Staaten. Europaweit gilt ab 25. Mai 2018 die Datenschutz-Grundverordnung  (DSGVO als pdf laden) sowie in Deutschland das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG -> Link). Beide sind für öffentliche Stellen entwickelt worden, gelten aber auch für Unternehmen, Vereine, etc. Während die DSGVO Erleichterungen für Kleinstbetriebe sowie Klein- und Mittelständler vorsieht, ignoriert das BDSG diese. 


Teil 1: persönliche Story

Viele Unternehmer sind sehr besorgt, wissen nicht, wie sie die Vorgaben umsetzen sollen, und sehen schon die Abmahnungen ins Haus flattern. Das ULD (das unabhängige Datenschutzzentrum in Schleswig-Holstein) handelt derzeit danach, dass eine 1-Personen-GmbH das Datenschutzgesetz bzw. die -verordnung durchaus vollumfänglich zu erfüllen hat – genauso wie ein Staat und die öffentlichen Behörden.

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Susanne Braun-Speck aus Reinfeld, mit ihrer Agentur „tiefenschaerfe.de“ tätig als Web-Designerin und Marketing-Beraterin hat zum Beispiel eine 1-Personen-GmbH und muss sich seit Monaten mit dem ULD auseinandersetzen. Dies wegen ihres zweiten Geschäftsinhalt, der IT-Personalvermittlung und weil ein ebenfalls selbstständiger Berater beim ULD Beschwerde eingelegt hat.

„B-to-B gilt nicht? Dieser Berater ist genauso selbständiger Untenehmer wie ich, sprich: Er ist in diesem Zusammenhang keine Privatperson und stand seit vielen Jahren mit mir im geschäftlichen Kontakt. Ich verstehe nicht, wieso er hier nicht als Selbständiger behandelt wird! Anfangs forderte er die Löschung seiner Daten und infolge davon, die Vorlage eines Löschkonzeptes.”

Das Löschkonzept (Teil eines „Öffentliches Verfahrensverzeichnisses“) genügte dem ULD nicht! Dabei entspricht dieses Löschkonzept dem des OTTO-Versands (Link) und dem von XING (Link).

Ich als kleine Einzelunternehmerin habe zwar so ein „Papier“ wie die Großen – trotzdem reicht es nicht? Unfassbar!“ Seit Monaten wird Braun-Speck immer wieder vom ULD aufgefordert, irgendwas aufzuzeigen oder vorzulegen (das Löschkonzept an sich, Informationen darüber welche und wie Daten erhoben werden; Nachweise der Einwilligung durch den Berater, etc).

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Es hat sie bisher rund 40 Stunden unbezahlte Zeit gekostet – ihr der Einzelunternehmerin UND alleinerziehenden Mutter, die es schon schwer genug hat, überhaupt über die Runden zu kommen. Andererseits hat das ULD nunmehr seit vielen Wochen, die Fragen von Braun-Speck nicht beantwortet. Die seit mehr als 20 Jahren selbständige Unternehmerin informierte sich entsprechend über die Neuerungen durch die DSGVO im Internet – daraus entstand dieser Artikel. Sie sieht keine Chance, dieser Verordnung aufgrund der fehlenden Erleichterungen für KMU im BDSG nachzukommen.

Muss die Unternehmerin einen Teilbereich ihrer Selbständigkeit wegen der Datenschutzvorgaben aufgeben?

Die, mit der Personalvermittlung, die unter jobhopper geführt? Einerseits wird der oben genannte Berater vom ULD so behandelt, als wäre er kein Unternehmer, sondern eine Privatperson (sprich: er ist in diesem Fall kein “Verbraucher”). Das ULD meint aber, seine Daten als selbständiger Berater wären Personendaten und nicht die eines Unternehmers. Dabei hat Braun-Speck seit Jahr und Tag ausschließlich Verträge im Business-to-Business-Umfeld (B2B). Sie bietet Privatpersonen überhaupt gar keine Dienstleistungen an!

Während der oben genannte Berater wie ein unmündiges Kind behandelt wird, dessen Daten geschützt werden müssen, wird Braun-Speck mit ihrer 1-Personen-GmbH einem Staat gleichgestellt. “Ich weiß nicht, wie ich DAS schaffen soll. Es ist unmöglich, all den Arbeitsaufwand und die Kosten zu erbringen. Denn Fakt ist:

“Die Anzahl der Formalien in Schriftform und die Prozesse sind unabhängig von der Anzahl der Datensätze – ob nun eine automatische Löschung zum Zeitpunkt x von Daten in einem EDV-gestützten System mit 1.000 Adressen oder 2 Millionen Adressen geschehen soll, ist völlig egal!”

Die IT-technischen Lösungen und die Rechtsberatung sind gleichermaßen aufwendig – und teuer.

Eine Excel-Tabelle, die vermutlich in den kleinsten Firmen für Adressen verwendet wird, gibt so eine Funktionalität beispielsweise überhaupt nicht her. Auch die meisten CRM-Systeme dürften so eine zeitgesteuerte Lösch-Funktion nicht haben. Deshalb hat Braun-Speck jetzt ihre alte Anwendung komplett sperren müssen. Als Alternative kommt nur eine automatisierte Online-Lösung infrage – denn hierfür gibt es bezahlbare Plugins zu kaufen. Nunmehr kommt sie nicht mehr an ihre alten Personendaten selbständiger IT-Fachkräfte – was einen enormen Schaden verursachen wird, da sie ihre zweite Dienstleistung, die Vermittlung von selbständigen IT-Fachkräften kaum noch nachkommen kann.

Zudem wird der Prozess der Datenerfassung auf der neuen Online-Lösung mit inkludierten Personal-Recruiting-Tools umständlich. Ein Double-Opt-in Verfahren ist bei Registrierung notwendig (wie auf Online-Shops), zum anderen kann die zeitgesteuerte, automatisierte Datenlöschung nur durch ein weiteres Plugin (mit zusätzlichem Arbeitsaufwand für Administrator und Nutzer) ermöglicht werden. Für Nutzer z.B. einer Jobbörse, Hotel- oder Flugbuchungs-Plattform, sowie Kunden von Online-Shops, etc ein umständlicher Prozess, der nervt. Benutzer-Freundlichkeit findet dabei keine Beachtung …

Wieviele deutsche Klein- und Mittelständler werden Pleite gehen, bis höchstrichterliche Entscheidungen dafür sorgen, dass auch in Deutschland die DSGVO-Erleichterungen für KMU gelten?“ fragt sich die Betroffene.

Denn die Fakten-Recherche und ihre eigenen Erlebnisse zeigten ihr auf, dass das Bundesdatenschutzgesetz die EU-Datenschutz-Verordnung (DSGVO) nicht richtig umsetzt.

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Teil 2: Fakten-Check

Eigentlich wurde die EU-Datenschutz-Verordnung (DSGVO) für die Nutzung von Personendaten durch öffentliche Träger, sprich Behörden und Staaten (und mit ihnen verbundene Firmen) untereinander entwickelt. Aus der Praxis: Beim Arbeitsamt werden zum Beispiel die Daten der ehemaligen Kunden nach 3 Jahren komplett gelöscht. Es ist dann so, als wenn der ehemals Arbeitslose oder -suchende niemals ALG erhalten hätte.

Was geht das die 3,64 Millionen (Quelle) kleine und mittlere Unternehmen an?

Die DSGVO gilt erst einmal für ALLE, die Personendaten (also die Daten von Privatpersonen) vor allem digital verarbeiten – nicht nur für öffentliche Träger. Personenbezogene Daten verarbeitet natürlich jeder Betrieb, jeder Händler, jeder Verein, etc, der zum Beispiel Mitglieder verwaltet, etwas Online verkauft oder Angebote und Rechnungen schreibt.

Denn: Ohne persönliche Kunden-Daten geht das nicht.

Bezogen auf die geplanten Digitalisierungs-Vorhaben eigentlich aller Unternehmens-, Behörden- und Gesellschaftsbereiche ist schon erstaunlich, wie weit die Datenschutzvorgaben die Digitalisierung erschwert. Zurück zum Papier kann für kleine Unternehmer eigentlich nur die passende und bezahlbare Lösung sein …“, meint Braun-Speck.

Aber: Geschrieben steht in der DSGVO, dass es für KMU Erleichterungen gibt.

“… Um der besonderen Situation der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen Rechnung zu tragen, … , die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen. Außerdem werden die Organe und Einrichtungen der Union sowie die Mitgliedstaaten und deren Aufsichtsbehörden dazu angehalten, bei der Anwendung dieser Verordnung die besonderen Bedürfnisse von Kleinstunternehmen sowie von kleinen und mittleren Unternehmen zu berücksichtigen. …” (Quelle: Anlage, pdf u.a. Seite 40).

Als Einzelunternehmer auch in Form einer GmbH, ist man Kleinstunternehmer (weniger als 10 Mitarbeiter und weniger als 2 Mio. Umsatz, siehe pdf der KfW). KMU kennen solche Erleichterungen aus dem Steuer- sowie Arbeitsrecht.

D.h. eigentlich müssten die Datenschutz-Verordnung bzw. das -Gesetz eben doch nicht vollumfänglich auf kleine Betriebe, Vereine, etc anwendbar sein.

Aber diese Erleichterungen sind NICHT im neuen Bundes-Datenschutzgesetz (BDSG) zu finden!

In der deutschen Ausgabe steht in Absatz 1, Ziffer § 1 BDSG (neu) geschrieben, dass das Gesetz für ALLE datenverarbeitenden Stellen gilt, außer wenn es sich um persönliche oder familäre Tätigkeiten handelt. Eine Suche nach den Stichworten “Erleichterung(en)” und “Kleinstbetriebe” liefern 0 Ergebnisse.

Also gilt das BDSG abweichend von der DSGVO für JEDEN Selbständigen und jeder gemeinnützigen Institution, egal ob das eine freiberufliche Hebamme, ein Verein der Kinder fördert oder ein börsennotierter Konzern ist?

„Ist das Gerechtigkeit? Oder einfach nur eine KMU- und NGO*-Vernichtungsmaschinerie?“, fragt sich Braun-Speck.

(*NGO = Non-Profit-Organisation)

Allein wenn man die Check-Liste für Unternehmen vom ULD liest, bekommt Braun-Speck als Kleinstunternehmerin und Vorstand eines Vereins richtig Angst.

„Das ist nicht zu leisten! Die bestehenden technischen Lösungen erfüllen die Kriterien in der Regel nicht – oder enthält Ihre CRM-Software (Kunden- oder Mitglieder-Verwaltung) automatisierte Prozesse, um Daten zum Zeitpunkt X automatisch zu prüfen und zu löschen? Wer soll all die Unterlagen erstellen oder wie bezahlen?“, fragt sie.

Da die DSGVO Erleichterungen für KMU vorsieht, ist sie besser als das BDSG. Dabei hat EU-Recht Vorrang vor Bundesrecht – siehe hier, Auszug:

… Laut dem Grundsatz des Vorrangs hat das EU-Recht ein höheres Gewicht als das Recht der Mitgliedstaaten. Der Grundsatz des Vorrangs gilt für alle EU-Rechtsakte mit verbindlicher Wirkung. Die Mitgliedstaaten dürfen also keine nationale Rechtsvorschrift anwenden, die im Widerspruch zum EU-Recht steht. …”

Ein letzter Hoffnungsschimmer also für Klein- & Mittelstand sowie Non-Profit-Organisationen?!


Ein kleiner Tipp von tiefenschaerfe.de: Die Umstellung von Websites auf https/SSL aus Datenschutzgründen ist oft ein Muss. In der DSGVO heißt es sinngemäß, dass zumutbare Datenschutz-Vorkehrungen von jedermann zu leisten sind. Der Schutz von Daten für Websites mit Kontakt- und anderen Formularen (z.B. Bewerbungs-Formularen) sowie mit Verkaufsfunktionen (Shops, etc) erfolgt u.a. durch die Umstellung auf https/SSL und ist mit einer Stunde Arbeit entsprechend leistbar.

Hier ist eine Anleitung dafür: -> https://tiefenschaerfe.de/https-ssl-umstellung/


Quellen-Angaben:

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Die Elektrifizierung von Schleswig-Holstein ist erschreckend! Jetzt soll auch noch eine e-Highway-Teststrecke für Elektro-LKWs auf der A1 vor Lübeck gebaut werden. Die im Süden brauchen Strom, die Skandinavier wollen Güter transportieren und wir machen dafür unser Bundesland zum zweiten Ruhrpott?

Wird Schlewig-Holstein ein Land voller LKW´s, Masten, Bahngleisen, Windrädern und Stromtrassen – soweit das Auge reicht? Wo dann Touristen wegbleiben; Hotels und Gastromen pleite gehen; mit Verkehrs-Chaos in Stormarn und rund um Lübeck? SH – dann ein ländlicher Raum, in dem Wohnen nicht mehr schön ist?

Schon jetzt ist die A1 im Raum Nord-Stormarn & Lübeck der Verkehrunfallsreichste von SH! (siehe Blaulichtmonitor vom SHZ)

Meine kreativer Kopf zeigt mir die Zukunft, ein Gesamtbild von dem, wohin uns die Energie- und Transport-Konzerne in Schleswig-Holstein führen werden – wenn wir nichts dagegen tun.

In Gedanken (in 2 Jahren) fahre ich an einem Freitagnachmittag in Reinfeld auf die Autobahn. Mit Hund und Kind will ich an die Ostsee, einen Spaziergang am Strand machen. Die Fenster sind offen und der frische Wind weht mir durchs Haar. Kaum habe ich die Auffahrt genommen, schweift mein Blick über die Wiesen und Felder links und rechts der Autobahn. Aber mein Blick bleibt nicht lange ungetrübt …

Was viele Jahre meines Lebens mein Herz freudig zum Hüpfen brachte und Touristen Jahr für Jahr anlockte, ist – verbaut: Die Weitsicht.

Die Weitsicht ist weg!

Die grünen und gelben (Raps-) Felder Schleswig-Holsteins sind schon zu 17% dem Maisanbau  gewichen. Zudem sind sie – und es werden noch mehr – von Windkraftanlagen verbaut (zur Energiegewinnung …). Rotorblätter drehen sich kraftvoll, verursachen Windgeräusche und holen Vögel vom Himmel. Die wenigen Häuser und Höfe am Rande der Autobahn sind stellgelegt. Hier will keiner mehr wohnen!

DAS soll Umweltschutz sein?

Wegen des Fehmarnbelt-Tunnels (zwecks Transport von Gütern) wird nach und nach die Bahnstrecke im Innenland ausgebaut – überwiegend parallel zu den Autobahnen. Im 15-Minuten-Rythmus rauschen irgendwann unendlich lange ratternde Güterzüge durchs Land. Ebenso säumen die neuen Hochspannungsleitungen (zum Energie-Transport …) die komplette Autobahnstrecke – in alle Himmelsrichtungen. Sie sollen den Strom, der von den Windkraftanlagen produziert wird, in den Süden von Deutschland und andere Länder bringen.

Vor Lübeck läuft zudem die neue e-Highway-Teststrecke (auch zwecks Transport von Gütern) von Siemens auf Hochtouren.

Ihre Stromleitungen sind unter die neuen Hochspannungsleitungen gequetscht. LKW´s drosseln hier ihr Tempo, um ihre Batterien aufzuladen. Ständig gibt es technische Probleme, LKW´s stehen dann auf der Bahn und zack – da ist er wieder: ein Stau.

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Stau; immerzu Stau – zum Leid der Einheimischen und regionalen Betriebe.

Die Staus sind so häufig geworden, dass die Leute von hier die Autobahnen möglichst meiden –  vor allem die A1. Aber das geht nicht immer … In diesem Moment meldet mir mein Smartphone einen 12 km langen Stau bis weit hinter Lübeck. Ein Handwerker mit seinem Firmenwagen aus Oldesloe direkt neben mir, haut mit der Faust aufs Armaturenbrett. Wie andere regionale Betriebe wird er seine Termine nicht einhalten können – das ist schlecht fürs Geschäft.

Ich fluche und schaue rechts – genervte Autofahrer mit Kennzeichen von überallher setzen den Blinker und reihen sich in die Abfahrt Richtung Rostock. Ob die Urlauber jetzt noch häufiger nach Mecklenburg-Vorpommern fahren? Schleswig-Holstein hat schon jede Menge Touristen an das neue Bundesland verloren. Steigen jetzt die Zahlen der Abwanderer?

Was wird es für Folgen haben, wenn Schleswig-Holstein mehr und mehr von Strom-und Gas-Erzeugungsanlagen und Trassen verbaut wird?

Das beliebteste Urlaubsland der Deutschen wird Gäste verlieren; die Tourismus-Branche wird leiden!

Denn: Die Urlauber kommen wegen der Weitsicht, dem frischem Wind und des Meeres wegen.

Mindestens die Weitsicht wird es zukünftig so nicht mehr geben!

Gerade die vielen Menschen aus NRW, die Ruhrpottler zum Beispiel reisen nach SH, weil sie ungestört die Wiesen und Felder und die Wellen sehen wollen. Doch, was ist, wenn es in SH genauso aussieht wie Zuhause? Die Frage ist einfach zu beantworten: Es wird ein neues Urlaubsziel gesucht. In Meck-Pom, vielleicht wird es dann auch lieber Norditalien?

Schleswig-Holstein lebt (noch) vom Tourismus!

Aber nicht mehr lange, wenn alle unten aufgeführten Vorhaben durchgeführt werden sollten!

Und wofür? Damit Welt-Konzerne aus dem Energie- und Transport-Branchen noch viel größer und stärker werden? Das, obwohl weltweit die Emissionswerte steigen und unsere Bemühungen darum, den CO2-Ausstoß zu senken, sinnlos verpuffen? Dies, weil Großmächte am anderen Ende Welt wenig Rücksicht auf die Umwelt nehmen?

Dafür lassen wir uns die Landschaft verschandeln?

Und gehen gesundheitliche Risiken ein? Siehe Umwelt-im-Unterricht.de

Laut einem NDR-Bericht (siehe Link unten) will die Landesregierung Schleswig-Holstein zum Top-Windstrom-Exporteur machen – der Rest von D wird über uns lachen! Die im Süden brauchen Strom, die Dänen wollen Güter transportieren und wir machen dafür unser Bundesland zum zweiten Ruhrpott.

Würde unsere Landesregierung alternativ sagen. “Wir wollen, dass SH das TOP-Ferienland von Deutschland wird!,” würde ich das beispielsweise unterstützen. Klar Touristen können auch echt nerven. Aber die sind ja die Hälfte des Jahres nicht da!” sage ich, die Autorin Susanne Braun-Speck.

Abschließend:  die Idee ist ganz und gar NICHT neu.

Zudem erzählte ein befreundeter Ingenieur (der lange Jahre u.a. in der Automobilbranche als Berater tätig war), dass LKW-eHighways jetzt schon überholte Technik sind! Neue Elektromotoren machen sie schon in Kürze überflüssig. Und: Neu ist die Idee überhaupt nicht. Viele Länder haben im letzten Jahrtausend bereits solche erprobt – und für nicht gut befunden.

Wer will das für SH? Ich nicht.


Unternehmerland Schleswig-Holstein

Rückgrat der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft ist der Mittelstand: Fast 99 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten (Warum erlauben wir es, das 1% Konzerne unser SH kaputt machen?). Der Anteil des Dienstleistungssektors (Handel, Logistik, Tourismus, Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleister sowie Dienstleistungen in den Bereichen Erziehung und Gesundheit) an der Bruttowertschöpfung liegt mit 75 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt von 69 Prozent !!! Quelle

weitere Zahlen und Fakten:

  • Def. Elektrifizierung: Als Elektrifizierung wird allgemein die Bereitstellung der Infrastruktur in Form von Stromnetzen zum Transport und Versorgung mit elektrischer Energie bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)
  • e-Highway von Siemens: Die Oberleitungslastkraftwagen sind nur modernisiert. Es gibt sie in verschiedenen Formen mindestens seit 1901 – in vielen Ländern wurde ihr Betrieb nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Quelle: wikipedia -> weiterlesenInfo-Seite von Siemens
  • Windkraft in SH, Stand 2016-12: Mit noch mehr Windrädern will die Landesregierung Schleswig-Holstein zum Top-Windstrom-Exporteur machen. Den Politikern sind die Bürger egal. Neue Anbauflächen und andere W-Fragen werden hier beantwortet: NDR  – zum Vogel-Dilemma siehe NABU
  • Fehmarnbelt-Tunnel: Skandinavien und Deutschland sollen verbunden werden – überwiegend zum Transport von Gütern. Unter der Ostsee soll ein 18 Kilometer langer Tunnel für Schiene und Straße gebaut werden. Wie sehr die Umwelt (Natur- und Tierwelt) darunter leiden wird, können wir kaum absehen. Siehe weiteres unter: http://femern.com/de
  • Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung: Im Rahmen dessen soll die Bahnstrecke von Fehmarn bis Hamburg ausgebaut werden. Dies mit dem Ziel umweltgerechten Transport zu ermöglichen – mehr Güter kommen auf die Schiene, der Schienenweg für Warentransporte verkürzt sich um 160 Kilometer, Emissionseinsparungen gibt es auch. Weitere Infos unter: https://www.anbindung-fbq.de/
  • Mais-Anbau: Wie andere Energieträger hat auch der Anbau nachwachsender Rohstoffe seine ökologischen Schattenseiten: Großflächige Raps-Monokulturen zur Herstellung von Biodiesel führen teils zu einem erheblichen Rückgang der Biodiversität in der Agrarlandschaft. Quelle und weitere Informationen: http://www.kritischer-agrarbericht.de
  • Netzausbau SH: Nach dem Netzausbau-Konzept soll der Windstrom, der überwiegend an der Nordsee, in Nordfriesland, Dithmarschen, Ostholstein und Schleswig-Flensburg erzeugt wird, vor allem über 110-kV-Stichleitungen zu 380-kV-Umspannwerken geführt und von dort über (zu erschaffende) 380-kV-Leitungen nach Süddeutschland transportiert werden. Pläne, etc siehe hier: https://www.sh-netz.com
  • Emissionswerte / CO2: siehe Statista.com

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Aktuell gibt es bundesweit ein Styropor-Entsorgungs-Drama. Baustellen stehen still. Dachdecker und Fassaden-Sanierer sitzen auf Styropor-Abfall-Bergen; Angst vor Auftragsverlust und Stellenabbau geht um. Und was ist mit den Umweltzielen??? Wenn alte Dämmstoffe von Dach und Fassaden garnicht oder nur zu immensen Kosten entsorgt werden können, werden energetische Sanierungen kaum noch durchgeführt werden können. Umweltpolitische Ziele ersticken dann wortwörtlich in Müll!

Seit Jahren wird EUweit darüber diskutiert, was Sonderabfall sein soll und was nicht. Seit mindestens 2013 dürften der Handwerks- sowie der Abfall-Entsorgungs-Branche bekannt sein, dass EPS (Styropor) mit dem Flammschutzmittel HBCD zukünftig als Sondermüll gelten soll. In Deutschland ab 1.10.2016. Eine Entsorgung dessen ist aktuell fast unmöglich. Am 15. Dezember tagt der Bundestag u.a. dazu.
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Kein Dachdecker dachte VORHER an die Entsorgungs-Problematik

Von all dem ahnte ich als Privatperson und Kunde nichts! Keiner der 7 Dachdecker-Betriebe, die mir im 1. Halbjahr 2016 Angebote zur energetischen Dachsanierung vorgelegt haben, erwähnte das EPS-Entsorgungsproblem. Keiner. Jeder bot Bauschutt-Container an; dachte dabei an die Extrakosten für Bitumen-Abfall; aber an Styropor-Entsorgungs-Kosten? Die waren kein Thema.

Ende September stand gerade das Gerüst, die Aufbauer waren noch nicht vom Hof gefahren, da rief mein Dachdecker mich an. “Wir haben ein UNERWARTETES Problem. Wir werden die alte Dämmung nicht los. Wegen einer Gesetzesänderung wird EPS von KEINEM Entsorger mehr angekommen. Wir müssen unseren Termin verschieben! Das hat uns der Dachdeckerverband empfohlen.”

“Bitte was? Den dringend notwendigen Dachsanierungstermin verschieben? Wegen Abfall? Das geht nicht!” Ich antworte ihm, dass es eine Lösung geben muss, da ja EUweit unzählige Betriebe und ihre Kunden betroffen sind. Und vor allem: Mein Dach hat Leckagen! Es muss vor Wintereinbruch saniert werden. Die KfW-Fördermittel dafür sind bewilligt und kosten mich bald Geld.

Styropor darf nicht mehr in den Bauschutt-Container

Styropor darf nicht mehr in den Bauschutt-Container

Der Dachdecker musste loslegen. Bei mir liegen seitdem Styropor-Abfälle auf dem Parkplatz – und werden bis zur politischen Lösung dort bleiben. Die sind jetzt natürlich säuberlich in Säcken verpackt.

Einige wenige Entsorger machen jetzt den Reibach.

Aktuell nimmt nur 1 Entsorger in Schlewig-Holstein die EPS-Dämmstoffe an. Dieser nimmt 180 EUR / pro Kubikmeter. Wären bei mir rund 2.000 EUR!!!! Zweitausend! Für etwas, was bisher Hausmüll war. Auf meinem Dach war nur eine 6cm dicke Dämmung – Aber wie soll es Hauseigentümern gehen, die vor Jahren schon mal die Fassade 20 cm dick dämmten und diese bald erneut sanieren müssen? Wieviele Altbauten gibt es in Deutschland davon?

Bestehende und geplante Förderprogramme werden in Müll ersticken!

Was soll das neu geplante Programm “Effizienzhaus Nature+”? Was nutzen die bestehenden KfW-Förderprogramme? Deren Sinn und Zweck ist das Fördern von energetischen Sanierungen von Wohngebäuden. Dies mit den Zielen, Umweltressourcen zu schonen und den Energieverbrauch zu senken. Doch niedrige Kfw-Zinsen und einmalige Zuschüsse nutzen dem Verbraucher nichts, wenn er hohe zusätzliche Entsorgungskosten für alte Dämmungen zahlen soll.

Im Zweifel werden Hauseigentümer schlichtweg KEINE energetische Sanierung vornehmen.

Fehlt der Politik der Weitblick? 

Einige Bundesländer nahmen bereits die betreffende Verordnung zurück oder erteilten Sondergenehmigungen. Doch vor allem in nördlichen Bundesländern stehen ganze Branchen fast still und Lösungen werden nicht angeboten. Werden die Zusammenhänge nicht erkannt?

Tipp: Ein HBCD-Test vorweg?

Bevor teuer entsorgt wird, kann eine Röntgenfluoreszenzanalyse zwecks Testung von EPS / Styropor auf bromhaltiges HBCD durchgeführt werden. Das kostet beim Fraunhofer Institut wohl um die 500 EUR bei Firma Fischer aber nur 95,- EUR für 2 Materialproben in Postkartengrößen; Dauer: nach Posteingang 48 Std. Das Zertifikat wird von den Entsorgern anerkannt.

Aktuelle Pressemeldungen dazu bei Google News.





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Der Wind peitscht den Regen gegen mein Schlafzimmerfenster. Die Abdeckfolie knistert und verändert sich in meinem Traum zu Rutschgeräuschen von Schnee. Es pfeift und knistert, ein Knall folgt und ich sehe roten Schlamm herabfließen. Wie Schneelawinen am Berghang rutscht meine teure schlammartige Farbe von meiner Hauswand, reißt Steinchen aus dem Waschbeton und bleibt als Schutthaufen vor der Fassade liegen. Rot wie Blut. Alles kaputt! Ich schrecke auf, ziehe mich an und renne nach Draußen …

Alles ist gut! Gerade zieht die Morgenröte den Himmel herauf und taucht meine frisch gestrichene Fassade in sanftes Licht. Das tiefe Ziegelrot schimmert zart wie Seide, leicht feucht vom Morgentau. Genauso soll es sein. Alles ist gut. Es war ein Albtraum. Nur ein Albtraum! Entstanden aus berechtigten Sorgen (Regen unmittelbar nach dem Farbanstrich) und falschen Ratschlägen von den sogenannten Profis.

Inhaltsverzeichnis:

Silikat hält! Oben Ziegelrot, unten wird Sandsteinweiß folgen.

Abenteuer Bau? Oh ja.

Seitdem ich im Sommer 2015 dieses unansehnliche Waschbetonhaus gekauft habe, erlebte ich wahre Abenteuer am Bau. Viele. Aber heute erzähle ich nur vom jüngsten Projekt: der Fassadenmalerei. Mein Haus war so unglaublich hässlich als ich es kaufte, dass selbst meine blühende Fantasie die eine oder andere gedankliche Hürde überwinden musste. Wenn man so ein altes Ding erwirbt, braucht man wohl Mut, einen hohen Energiepegel, handwerkliches Geschick, Organisationstalent, Geld und Fantasie.

“Fantasie ist wichtiger als Wissen” – Albert Einsteins Zitat kann ich uneingeschränkt zustimmen. Es trifft auch bei Haussanierungen zu. Wie eine meiner Schwestern Weihnachten meinte: „Das hätte ich mir nicht vorstellen können, dass das mal so schön aussehen wird! Dazu hätte mir die Fantasie gefehlt.“ Fantasie. Es war die Vorstellungskraft und Kreativität meines Hirns, dass tatsächlich den hässlichen, innen komplett mit Holz vertäfelten, durch und durch braunen und dreckigen Waschbetonbau sah, daraus aber im Hinterstübchen ein modernes Gartenhofhäuschen im Bauhausstill machte. Ich kaufte günstig und investierte. Neben Geld vor allem Arbeit – und Hirn.

Fassadendämmung, verputzen oder streichen? Was geht?

Was sagt das Bauamt? Alles klar. Unser Bauamt antwortete 2015 schon, ich könne farblich machen, was ich will. Vielleicht komme ich noch mal auf diesbezügliche Nörgler und Neider zurück (die sich beim Bauamt beschweren wollten… etc) oder auf Bewunderer aus der Nachbarschaft. Aber da wir mit den Arbeiten längst nicht fertig sind, passiert dahingehend vielleicht noch etwas besonders Erzählenswertes. Im Moment bin ich einfach froh, dass meine frisch gestrichene Hauswand in der Morgenröte leuchtet – und hält.
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Das irgendeine Farbe auf Dauer auf einer Waschbetonwand haften bleibt, bezweifelten Viele. Maler, Nachbarn und Bekannte. Kurz mal mit einer anderen falschen Annahme aufgeräumt: Waschbeton ist zwar hässlich, aber atmungsaktiv und dampfdurchlässig. Im Gegensatz zu Neubauten, die energieoptimiert Luftdicht gebaut werden. Schlussendlich sind in Beton ziemlich viel Sand und Steine – Kiesel. Mineralien! Was soll daran schlecht sein? Und giftige Nebenstoffe, die da mal reingemischt worden sind, dürften nach 40 Jahren längst herausgeschwemmt sein. Immerhin hat die Fassade all die Jahre Regenwasser aufgenommen und wieder abgegeben. OHNE das irgendetwas schimmelte. Das ist auch etwas Gutes an Beton: Da schimmelt nichts. Heißt für mich: Der hässliche Waschbeton ist gar nicht so negativ zu bewerten, wie erst gedacht. Trotzdem bekommt jeder Maler erst einmal eine Krise, wenn er ihn sieht.

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Wir schaffen das: Supermalerin links; Mann-für-Alles i.d. Mitte, Bauleiterin rechts

In Materialkunde sind viele „Fachleute“ echt schlecht.

Das streichen? Da blättert Ihnen die Farbe schon nach wenigen Jahren wieder ab. Wenn Sie wollen, mache ich Ihnen das, aber sie müssen auf Gewährleistung verzichten!“ Muss ich das? Nein. „Vielen Dank für das Angebot, ich werde eine andere Lösung finden!“

Das beste ist, Sie dämmen das Haus nach KfW. Dann sind Sie auf der sicheren Seite, bekommen dafür Fördermittel und sparen in Zukunft eine Menge Heizkosten!“ Das ist teuer. Massiv teuer. Und zerstört die Atmungsaktivität meines Hauses! Niemals. Das will ich nicht. Seit 1.10.16 gibt es dann noch dieses Entsorgungsproblem von EPS/ Styropor …

Ich kann Ihnen nur raten, das Haus komplett zu verputzen und danach zu streichen. Die ganzen Tiefen und Höhen des Waschbetons sind danach weg. Dann haben Sie eine glatte Putzfassade.“ DAS klingt gut. Dafür gibt es gesunde Materialien, die wir auch schon Innen genutzt haben. Ich bekomme zwei Angebote; Preise zwischen 17 und 18tsd Euro. DAS ist zu teuer! Ich MUSS ja schon die Dächer unerwarteter Weise neu decken und dämmen und neu finanzieren. Fast 20tsd Euro für eine schöne Fassade sind da nicht drin.

Heul. Und jetzt? Gibt es Farbe, die auf Waschbeton hält? Ich google das. Als erstes finde ich einen Betonacrylfarbenhersteller. Das ist ein Chemieunternehmen. Was die produzieren hält auf Allem – und ist: Ungesund und komplett Luftdicht. Zufällig wohnt ein Regionalbetreuer in der Nähe und kommt vorbei. Trotz nettem Gespräch und vieler Argumente überzeugen mich deren Produkte nicht.

Ich will keine Chemie auf meiner atmungsaktiven Wand.

Entsprechend recherchiere ich weiter und finde die Firma KEIM aus Süddeutschland. Denen werde ich auf ewig dankbar sein für ihre Suchmaschinenoptimierung und perfekte Verschlagwortung ihrer Texte. Hier fand ich, was ich suchte! Gesunde Fassadenfarbe, die sogar sehr gut für Beton geeignet ist.

Silikatfarbe. Es gibt „reine Silikatfarbe“, die natürlich extrem teuer ist und heutzutage eigentlich nur bei KEIM und im Ökobau zu finden ist. Zum Beispiel bei KREIDEZEIT. Bei letzterem muss man selbst Farbpulver mit Wasserglas vermischen, was nie nicht auf einer großen Farbmenge einen einheitlichen Ton ergeben würde. Ich will einen Rotton. Das „Selbstmisch-Risiko“ gehe ich definitiv nicht ein.

Entsprechend durchforste ich die Website von KEIM im Detail und lasse mich begeistern! Sol-Silikatfarbe und Silikat-Dispersionsfarbe (nach DIN-Norm darf da nur 5% Dispersion drin sein) sind perfekt für Beton, ja sogar Waschbeton geeignet. Und warum? Ganz einfach.

Eine Verbindung auf Ewig – die Funktionsweise von Silikat

Die Steinchen in dem Waschbeton meines Hauses sind Kieselsteine. Kieselsteine sind Mineralsteine (Quarzgestein). Natürliches Silikat ist ebenfalls ein Mineral (Die Erdkruste besteht zu über 90 Prozent, der Erdmantel fast vollständig aus Silicaten).

Durch die Zugabe von flüssigem (mineralischen) Quarz = Wasserglas (Kaliwasserglas oder Lithiumwasserglas (beides super, letzteres hält noch besser) „verschmelzen“ Silikatfarbe und Beton miteinander. Das Fachwort dafür ist „verkieseln“.

Durch diese Verkieselung verbinden sich die Materialien und gehen eine Beziehung auf Lebenszeit ein. Eine Trennung ist nicht möglich. Ein Abblättern auch nicht (wie es bei normaler Fassadenfarbe passiert). Lediglich leichtes „sanden“ kann bei Regen sein, was in leichter Form sogar gewollt ist, weil damit auch Dreck abgespült wird. Nach 15 oder 20 Jahren kann man dann mal nachstreichen und die Farbe auffrischen.

Warum hat mir KEIN einziger Maler solch eine Silikatfarbe vorgeschlagen?

Zum Einem aus Unwissenheit – es mangelt offensichtlich an Materialkunde. Zudem: Der Malvorgang an sich auf Waschbeton ist extrem anstrengend, weil die Tiefen zwischen den Kieseln geschlämmt (gefüllt) werden müssen. Schlussendlich ist Sol-Silikatfarbe teuer und wird in der Regel im Denkmalschutz verwendet.

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Die Website von KEIM ist wirklich informativ! Deren Farbe will ich haben und frage beim Hersteller nach einem Lieferanten. Tatsächlich gibt es eine herstellereigene Beraterin in meiner Gegend. Sie kommt, testet die Saugfähigkeit meiner Fassade und schreibt mir sogar einen Arbeitsplan. Als fachlich versierte Malerin ist sie eine perfekte Beraterin. Die Frau hat richtig Ahnung und sie beantwortet mir infolge noch viele Fragen.

Selbst ist die Frau.

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Evelyn: alleinerziehende Mutter und gelernte Malerin – eine kleine Powerfrau mit viel Kraft

Da kein einziger Malerbetrieb mir diese Art von Farbe angeboten hat, steht fest: Es wird kein Malerbetrieb beauftragt, ich streiche mit Leuten aus meinem Bekanntenkreis selbst. Einer der Putz-Anbieter kriegt den Auftrag für den Gerüstbau. Da fehlt nur noch ein Teil …

Bevor die Arbeiten am Haupthaus vorgestern anfingen, teste ich zwei Produkte:

  • Das günstige PERL-Silikat von der Firma IMPARAT aus Glinde bei Hamburg. In Lübeck gibt es einen Lagerverkauf. Damit ist jetzt mein Anbau gestrichen. Aber: Dunkle Farbtöne können die nicht. Und: Es ist Biozid drin und die Farbe stinkt entsprechend fürchterlich. Mir scheint, dieses Material sandend sehr stark und ist nicht gut genug kristallisiert. Ich traue der Qualität nicht und möchte für mein Haupthaus lieber das Profi-Silikat nehmen …
  • Entsprechend beschaffte ich mir über einen Maler-Freund im Großhandel einen 3 kg Sol-Silikat von KEIM. Wie er mir sagte, ist KEIM der Ferrari unter den Silikatfarben-Herstellern. Das ist er wirklich. Von der Qualität her, wie auch von den Preisen! Ich teste diese 3 kg weiße Farbe, die in einem halbleeren 5-Liter-Eimer ist und bin erschrocken: Die Farbe ist dick und schwer, sodass ich auf dem Waschbeton damit nur 6 qm streichen kann. Das ist 1/5 von der Verbrauchsangabe, die sich auf glatte Wände bezieht!

Unvergleichbarkeit der Silikat-Farbenhersteller-Preise

Außerdem ärgere ich mich sehr, weil alle Hersteller den Verbrauch in Litern angeben, KEIM aber in Gewicht. D.h. 5 l sind bei KEIM tatsächlich nur 3 kg. Andere verbrauchen 200 ml/qm. KEIM 200 g/qm – das ist großer Unterschied.  Damit sind die Hersteller-Preise NICHT vergleichbar!!!

Sol-Silikat Eimergröße
in Liter oder Kilo
Einheit Inhalt
in Litern
Verbrauch
pro qm (1maliger Anstrich)
Einheit QM pro Eimer Farbe Preis pro Eimer Preis pro QM tatsächlicher Preis pro Liter
(NICHT kg)
Preisangabe im Shop
Soldalit (KEIM) 25 kg 15 0,22 kg 68 285,00 € 4,18 € 19,00 € 11,40 € / KG
Kieselit Fusion (Alligator) 12,5 Ltr 12,5 0,17 Ltr 74 199,56 € 2,71 € 15,96 € 15,96 € / Ltr
Perl-Silikat (Imparat) 12,5 Ltr 12,5 0,15 Ltr 83 186,00 € 2,23 € 14,88 € in Ltr
SIGMA Sol Silikat 12,5 Ltr 12,5 0,2 Ltr 63 103,00 € 1,65 € 8,24 € in Ltr
Ergebnis: Soldalit ist im Vergleich mit den anderen Produkten je gestrichenen QM deutlich teurer
(Soldalit = 4,18 €/qm im Vergleich mit Kieselit Fusion = 2,71 €/qm)

Bei allen Qualitätsansprüchen und trotz der tollen Tipps der KEIM-Beraterin: Mein Haus ist kein Luxus-Objekt und braucht bezahlbare Silikatfarbe. Entsprechend recherchiere ich wieder im Internet und finde vergleichbare und absolut nicht vergleichbare Produkte. Siehe dazu auch in die Tipps (unten).

In meine engere Wahl kommt die Sol-Silikatfarbe von SIGMA. Die ist so günstig wie Imparat, klingt wie die KEIM-Produkte, ist aber nicht erhältlich. Ein Großhändler hat die nicht im Sortiment, der andere (eine Unternehmenskette, also groß) hätte eine Bestellzeit von 10-14 Tagen. Testmaterial gibt es schon mal garnicht. Allround-Farbhersteller Caparol hat sehr teure Silikatfarbe. Die von Brillux klingt noch gut. Viele andere Produkte scheiden wegen Materialmangels oder irreführende (Werbe-) Aussagen aus.

Ich entscheide mich für den Farbhersteller ALLIGATOR aus NRW. KEIM ist der Ferrari und Erfinder der Sol-Silikatfarbe, aber ALLIGATOR ist ebenso auf solche Art Farbe spezialisiert und seit den 60er Jahren damit am Markt. Entsprechend haben die langjährige Erfahrung. Ich vertraue deren Prospekt. ALLIGATOR scheint die einzige Firma neben KEIM zu sein, die sich dem Thema „Silikat-Farben“ ebenso intensiv gewidmet hat. Die Erklärungen sind toll. Inhaltsstoffe auch. Der Preis ist mittelprächtig, aber für mich okay (5er-BMW, aber kein Ferrari).

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Toskana-Farben sollen es sein. Vor allem: Ziegel- bzw. Backsteinrot – wie rote Erde.

Einziger Mangel: Kein Händler in der Nähe (zw. Lübeck und Hamburg) hat aktuelle Farbfächer oder überhaupt einen Farbfächer. Aber: Ich rufe ja auch Hersteller direkt an. Jetzt auch. Der regionale Berater lässt mir einen Farbfächer zusenden. Tatsächlich kommen drei (3)!. Während des Postwegs, den ich Ungeduldige kaum abwarten konnte, fand ich einen Händler in Hamburg, der mit mir Backsteinrote-Farbe im alten Farbfächer, beinahe identisch mit der backsteinroten Farbe von KEIM fand. Braune Fensterrahmen und backsteinfarbene Stufen vor der Haustür schränken meine Farbwahl stark ein. „Toskana-Farben“ wünschte ich mir. „rote Erde“ = Backsteinrot gehört dazu. Braune Fassade wird also zu „Roter Erde“ und die grauweiße Unterhälfte meines Hauses wird zu „Sandsteinweiß“.

Würde ich keinen dunklen Farbton haben wollen, würde ich die Sol-Silikatfarbe von ALLIGATOR nehmen, da die keine Grundierung erfordert. Die gibt es aber nur in Pastellfarben. Wegen meines dunklen Rottons kommt nur die normale Silikat-Farbe infrage.

alligator-kieselitDie Verarbeitung der ALLIGTOR- Fassadenfarbe ist leichter, als die der KEIM-Farbe, da dünnflüssiger. Ein 2. Anstrich wird notwendig sein. Die Grundierung ist bei allen 3 getesteten Produkten nervig, weil das Wasserglas-Produkt flüssig wie Wasser ist und die Fassade runterläuft. Zudem „ätzt“ das Zeug (alkalisch) und darf nirgendwo raufkommen. Von Fensterglas ist es nicht zu entfernen. Kleidung bleicht es!

Letzte Produktinfo: Als Biozid, gegen Algen und Moose, habe ich das „Fungisol“ von SIGMA genommen, da es den am wenigsten giftigen Wirkstoff enthält (wird auch in Medikamenten und zur Wunddesinfektion verwendet) UND am schnellsten überstreichbar ist (6 Stunden, alle anderen 24 Stunden).

Praxis-Erfahrung, Wetter und Tipps

An meinem Haus kristallisiert nun edle „Denkmalschutz“-Farbe mit dem Waschbeton und wird niemals wieder abgehen.

Selbst mit Gewalt nicht. Siehe Video. Gott bin ich dankbar über die Qualität dieses Materials! Mein Albtraum wurde dadurch ausgelöst, dass es gestern, am Sonntag in den letzten Sekunden des Streichens einer Hauswand zu regnen anfing. Regen! Sofort nach dem Anstrich. Je nach Hersteller ist die Silikatfarbe nach circa 6 Stunden schlagregenfest. Überstreichbar in der Regel nach 12 Stunden.

Blöde Wetter-APPs! Zwei verschiedene Wetter-APPs haben für Sonntag keinen Regen angesagt. Ständig haben wir den Wetterbericht kontrolliert. Es sollte trocken bleiben. Und dann das: Farbe gerade drauf, in der Ferne ist Donner zu hören, Wolken ziehen auf und ein halbstündiger Schauer ergießt sich über unseren frischen Anstrich! Das ist noch nass! Gerade drauf!

Gerade gestrichen fällt Regen drauf - sie hält.

Gerade gestrichen fällt Regen drauf – doch: sie hält.

Besorgt und rauchend sitzen meine Supermalerin und ich im Anbau und beobachten, was passieren wird. Läuft die Farbe wieder runter? Haben wir gleich eine große rote Überschwemmung im Garten? Ich sehe schon Blut fließen … Aber tatsächlich tut sich nicht viel. Auf der Wetterseite wird die noch nicht getrocknete Farbe zwar feuchter und ein leicht rosa Wässerchen tröpfelte auf den Boden. Aber auf der windabgewandten Seite passiert – nichts. Weder saugt die Fassadenfarbe Wasser auf, noch läuft sie rosa runter. Alles ist gut.

Genau das glaube ich, bis in der Nacht starker, langanhaltender Regen fällt. Welchen Albtraum ich deshalb hatte, wisst ihr schon. Und wie es jetzt aussieht auch: gut!

Lobe den Tag nicht vor dem Abend … es kann noch viel passieren, bis wir fertig sind.

Aber: Was ich jetzt und heute sehe, gefällt mir und hat bis hierhin funktioniert. Gut zu wissen: Das Reinigen und Grundieren der Fassade ist zeitraubend, anstrengend und unbefriedigend, weil keine Erfolge zu sehen sind. Für Abklebe-Arbeiten braucht mach Geduld … Und ein zweiter Anstrich ist notwendig – NACH den Dachdeckerarbeiten. Heißt: Es gibt noch viel zu tun.
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Ich strecke mich. Mein Rücken schmerzt. Das Sitzen am Schreibtisch tut mit nicht gut. Text online stellen, Kind aus dem Bett locken und dann nichts wie raus an die Luft – mich bewegen. Vielleicht sollte ich Malerin werden?

Tipps für Fassadenfarben-Suchende:

Die verschiedenen Hersteller vergleichen gerne „Äpfel mit Birnen“. Silikatfarbe ist nicht gleich Silikatfarbe! Achten Sie auf folgendes:

  • Um so farbintensiver, um so teurer. Weiß kostet 1 bis 2/3 weniger, als ein dunkler, kräftiger Farbton.
  • Silikatfarbe ist hinterher MATT-Stumpf, mit dem Untergrund festverbunden und sandet leicht. Durch die Lichtbrechung in den Mineralien sind die Farben kräftig, beinahe leuchtend (wie Sonne auf Sandkörnern).
  • Vergleichen Sie richtig: KEIM gibt den Verbrauch in g/kg an, alle anderen Hersteller in ml/L (z.B. Fa. ALLIGATOR). Heißt: In KEIM-5-Liter-Einer sind nur 3 Liter drin! Zudem ist die KEIM-Farbe so dick, dass der Verbrauch sehr hoch ist.
  • Sol-Silikat und gute Silikat-Dispersion enthalten nicht mehr als 5% Dispersion (dann leidet die Dampfdurchlässigkeit)
  • „Sol-Mineralfarbe“ ist nur ein Werbewort und kein Sol-Silikat. Gleiches gilt für „Silikatfarbe“ und „Mineralfarbe“ – das ist nicht dasselbe. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe im Detail!
  • Biozide gehören da nicht rein. Steht entsprechend drauf „mit Biozid-Schutz gegen Algen“ ist „Gift“ mit reingemischt. Ein „guter“ Maler streicht einen Algenschutz separat vor dem Farbanstrich auf die Fassade.
  • Wer keine dunklen, tiefen Farbtöne haben möchte (so wie ich mit dem Rot), sondern gerne leichte, helle Farben, kann Sol-Silikat von verschiedenen Herstellern nehmen.
  • Die beste Qualität: echte Sol-Silikatfarbe haftet auf ALLEN Untergründen und bedarf nicht unbedingt einer Grundierung (nur bei stark saugenden).

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