Die Elektrifizierung von Schleswig-Holstein ist erschreckend! Jetzt soll auch noch eine e-Highway-Teststrecke für Elektro-LKWs auf der A1 vor Lübeck gebaut werden. Die im Süden brauchen Strom, die Skandinavier wollen Güter transportieren und wir machen dafür unser Bundesland zum zweiten Ruhrpott?

Wird Schlewig-Holstein ein Land voller LKW´s, Masten, Bahngleisen, Windrädern und Stromtrassen – soweit das Auge reicht? Wo dann Touristen wegbleiben; Hotels und Gastromen pleite gehen; mit Verkehrs-Chaos in Stormarn und rund um Lübeck? SH – dann ein ländlicher Raum, in dem Wohnen nicht mehr schön ist?

Schon jetzt ist die A1 im Raum Nord-Stormarn & Lübeck der Verkehrunfallsreichste von SH! (siehe Blaulichtmonitor vom SHZ)

Meine kreativer Kopf zeigt mir die Zukunft, ein Gesamtbild von dem, wohin uns die Energie- und Transport-Konzerne in Schleswig-Holstein führen werden – wenn wir nichts dagegen tun.

In Gedanken (in 2 Jahren) fahre ich an einem Freitagnachmittag in Reinfeld auf die Autobahn. Mit Hund und Kind will ich an die Ostsee, einen Spaziergang am Strand machen. Die Fenster sind offen und der frische Wind weht mir durchs Haar. Kaum habe ich die Auffahrt genommen, schweift mein Blick über die Wiesen und Felder links und rechts der Autobahn. Aber mein Blick bleibt nicht lange ungetrübt …

Was viele Jahre meines Lebens mein Herz freudig zum Hüpfen brachte und Touristen Jahr für Jahr anlockte, ist – verbaut: Die Weitsicht.

Die Weitsicht ist weg!

Die grünen und gelben (Raps-) Felder Schleswig-Holsteins sind schon zu 17% dem Maisanbau  gewichen. Zudem sind sie – und es werden noch mehr – von Windkraftanlagen verbaut (zur Energiegewinnung …). Rotorblätter drehen sich kraftvoll, verursachen Windgeräusche und holen Vögel vom Himmel. Die wenigen Häuser und Höfe am Rande der Autobahn sind stellgelegt. Hier will keiner mehr wohnen!

DAS soll Umweltschutz sein?

Wegen des Fehmarnbelt-Tunnels (zwecks Transport von Gütern) wird nach und nach die Bahnstrecke im Innenland ausgebaut – überwiegend parallel zu den Autobahnen. Im 15-Minuten-Rythmus rauschen irgendwann unendlich lange ratternde Güterzüge durchs Land. Ebenso säumen die neuen Hochspannungsleitungen (zum Energie-Transport …) die komplette Autobahnstrecke – in alle Himmelsrichtungen. Sie sollen den Strom, der von den Windkraftanlagen produziert wird, in den Süden von Deutschland und andere Länder bringen.

Vor Lübeck läuft zudem die neue e-Highway-Teststrecke (auch zwecks Transport von Gütern) von Siemens auf Hochtouren.

Ihre Stromleitungen sind unter die neuen Hochspannungsleitungen gequetscht. LKW´s drosseln hier ihr Tempo, um ihre Batterien aufzuladen. Ständig gibt es technische Probleme, LKW´s stehen dann auf der Bahn und zack – da ist er wieder: ein Stau.

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Stau; immerzu Stau – zum Leid der Einheimischen und regionalen Betriebe.

Die Staus sind so häufig geworden, dass die Leute von hier die Autobahnen möglichst meiden –  vor allem die A1. Aber das geht nicht immer … In diesem Moment meldet mir mein Smartphone einen 12 km langen Stau bis weit hinter Lübeck. Ein Handwerker mit seinem Firmenwagen aus Oldesloe direkt neben mir, haut mit der Faust aufs Armaturenbrett. Wie andere regionale Betriebe wird er seine Termine nicht einhalten können – das ist schlecht fürs Geschäft.

Ich fluche und schaue rechts – genervte Autofahrer mit Kennzeichen von überallher setzen den Blinker und reihen sich in die Abfahrt Richtung Rostock. Ob die Urlauber jetzt noch häufiger nach Mecklenburg-Vorpommern fahren? Schleswig-Holstein hat schon jede Menge Touristen an das neue Bundesland verloren. Steigen jetzt die Zahlen der Abwanderer?

Was wird es für Folgen haben, wenn Schleswig-Holstein mehr und mehr von Strom-und Gas-Erzeugungsanlagen und Trassen verbaut wird?

Das beliebteste Urlaubsland der Deutschen wird Gäste verlieren; die Tourismus-Branche wird leiden!

Denn: Die Urlauber kommen wegen der Weitsicht, dem frischem Wind und des Meeres wegen.

Mindestens die Weitsicht wird es zukünftig so nicht mehr geben!

Gerade die vielen Menschen aus NRW, die Ruhrpottler zum Beispiel reisen nach SH, weil sie ungestört die Wiesen und Felder und die Wellen sehen wollen. Doch, was ist, wenn es in SH genauso aussieht wie Zuhause? Die Frage ist einfach zu beantworten: Es wird ein neues Urlaubsziel gesucht. In Meck-Pom, vielleicht wird es dann auch lieber Norditalien?

Schleswig-Holstein lebt (noch) vom Tourismus!

Aber nicht mehr lange, wenn alle unten aufgeführten Vorhaben durchgeführt werden sollten!

Und wofür? Damit Welt-Konzerne aus dem Energie- und Transport-Branchen noch viel größer und stärker werden? Das, obwohl weltweit die Emissionswerte steigen und unsere Bemühungen darum, den CO2-Ausstoß zu senken, sinnlos verpuffen? Dies, weil Großmächte am anderen Ende Welt wenig Rücksicht auf die Umwelt nehmen?

Dafür lassen wir uns die Landschaft verschandeln?

Und gehen gesundheitliche Risiken ein? Siehe Umwelt-im-Unterricht.de

Laut einem NDR-Bericht (siehe Link unten) will die Landesregierung Schleswig-Holstein zum Top-Windstrom-Exporteur machen – der Rest von D wird über uns lachen! Die im Süden brauchen Strom, die Dänen wollen Güter transportieren und wir machen dafür unser Bundesland zum zweiten Ruhrpott.

Würde unsere Landesregierung alternativ sagen. “Wir wollen, dass SH das TOP-Ferienland von Deutschland wird!,” würde ich das beispielsweise unterstützen. Klar Touristen können auch echt nerven. Aber die sind ja die Hälfte des Jahres nicht da!” sage ich, die Autorin Susanne Braun-Speck.

Abschließend:  die Idee ist ganz und gar NICHT neu.

Zudem erzählte ein befreundeter Ingenieur (der lange Jahre u.a. in der Automobilbranche als Berater tätig war), dass LKW-eHighways jetzt schon überholte Technik sind! Neue Elektromotoren machen sie schon in Kürze überflüssig. Und: Neu ist die Idee überhaupt nicht. Viele Länder haben im letzten Jahrtausend bereits solche erprobt – und für nicht gut befunden.

Wer will das für SH? Ich nicht.


Unternehmerland Schleswig-Holstein

Rückgrat der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft ist der Mittelstand: Fast 99 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten (Warum erlauben wir es, das 1% Konzerne unser SH kaputt machen?). Der Anteil des Dienstleistungssektors (Handel, Logistik, Tourismus, Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleister sowie Dienstleistungen in den Bereichen Erziehung und Gesundheit) an der Bruttowertschöpfung liegt mit 75 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt von 69 Prozent !!! Quelle

weitere Zahlen und Fakten:

  • Def. Elektrifizierung: Als Elektrifizierung wird allgemein die Bereitstellung der Infrastruktur in Form von Stromnetzen zum Transport und Versorgung mit elektrischer Energie bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)
  • e-Highway von Siemens: Die Oberleitungslastkraftwagen sind nur modernisiert. Es gibt sie in verschiedenen Formen mindestens seit 1901 – in vielen Ländern wurde ihr Betrieb nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Quelle: wikipedia -> weiterlesenInfo-Seite von Siemens
  • Windkraft in SH, Stand 2016-12: Mit noch mehr Windrädern will die Landesregierung Schleswig-Holstein zum Top-Windstrom-Exporteur machen. Den Politikern sind die Bürger egal. Neue Anbauflächen und andere W-Fragen werden hier beantwortet: NDR  – zum Vogel-Dilemma siehe NABU
  • Fehmarnbelt-Tunnel: Skandinavien und Deutschland sollen verbunden werden – überwiegend zum Transport von Gütern. Unter der Ostsee soll ein 18 Kilometer langer Tunnel für Schiene und Straße gebaut werden. Wie sehr die Umwelt (Natur- und Tierwelt) darunter leiden wird, können wir kaum absehen. Siehe weiteres unter: http://femern.com/de
  • Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung: Im Rahmen dessen soll die Bahnstrecke von Fehmarn bis Hamburg ausgebaut werden. Dies mit dem Ziel umweltgerechten Transport zu ermöglichen – mehr Güter kommen auf die Schiene, der Schienenweg für Warentransporte verkürzt sich um 160 Kilometer, Emissionseinsparungen gibt es auch. Weitere Infos unter: https://www.anbindung-fbq.de/
  • Mais-Anbau: Wie andere Energieträger hat auch der Anbau nachwachsender Rohstoffe seine ökologischen Schattenseiten: Großflächige Raps-Monokulturen zur Herstellung von Biodiesel führen teils zu einem erheblichen Rückgang der Biodiversität in der Agrarlandschaft. Quelle und weitere Informationen: http://www.kritischer-agrarbericht.de
  • Netzausbau SH: Nach dem Netzausbau-Konzept soll der Windstrom, der überwiegend an der Nordsee, in Nordfriesland, Dithmarschen, Ostholstein und Schleswig-Flensburg erzeugt wird, vor allem über 110-kV-Stichleitungen zu 380-kV-Umspannwerken geführt und von dort über (zu erschaffende) 380-kV-Leitungen nach Süddeutschland transportiert werden. Pläne, etc siehe hier: https://www.sh-netz.com
  • Emissionswerte / CO2: siehe Statista.com

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Aktuell gibt es bundesweit ein Styropor-Entsorgungs-Drama. Baustellen stehen still. Dachdecker und Fassaden-Sanierer sitzen auf Styropor-Abfall-Bergen; Angst vor Auftragsverlust und Stellenabbau geht um. Und was ist mit den Umweltzielen??? Wenn alte Dämmstoffe von Dach und Fassaden garnicht oder nur zu immensen Kosten entsorgt werden können, werden energetische Sanierungen kaum noch durchgeführt werden können. Umweltpolitische Ziele ersticken dann wortwörtlich in Müll!

Seit Jahren wird EUweit darüber diskutiert, was Sonderabfall sein soll und was nicht. Seit mindestens 2013 dürften der Handwerks- sowie der Abfall-Entsorgungs-Branche bekannt sein, dass EPS (Styropor) mit dem Flammschutzmittel HBCD zukünftig als Sondermüll gelten soll. In Deutschland ab 1.10.2016. Eine Entsorgung dessen ist aktuell fast unmöglich. Am 15. Dezember tagt der Bundestag u.a. dazu.
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Kein Dachdecker dachte VORHER an die Entsorgungs-Problematik

Von all dem ahnte ich als Privatperson und Kunde nichts! Keiner der 7 Dachdecker-Betriebe, die mir im 1. Halbjahr 2016 Angebote zur energetischen Dachsanierung vorgelegt haben, erwähnte das EPS-Entsorgungsproblem. Keiner. Jeder bot Bauschutt-Container an; dachte dabei an die Extrakosten für Bitumen-Abfall; aber an Styropor-Entsorgungs-Kosten? Die waren kein Thema.

Ende September stand gerade das Gerüst, die Aufbauer waren noch nicht vom Hof gefahren, da rief mein Dachdecker mich an. “Wir haben ein UNERWARTETES Problem. Wir werden die alte Dämmung nicht los. Wegen einer Gesetzesänderung wird EPS von KEINEM Entsorger mehr angekommen. Wir müssen unseren Termin verschieben! Das hat uns der Dachdeckerverband empfohlen.”

“Bitte was? Den dringend notwendigen Dachsanierungstermin verschieben? Wegen Abfall? Das geht nicht!” Ich antworte ihm, dass es eine Lösung geben muss, da ja EUweit unzählige Betriebe und ihre Kunden betroffen sind. Und vor allem: Mein Dach hat Leckagen! Es muss vor Wintereinbruch saniert werden. Die KfW-Fördermittel dafür sind bewilligt und kosten mich bald Geld.

Styropor darf nicht mehr in den Bauschutt-Container

Styropor darf nicht mehr in den Bauschutt-Container

Der Dachdecker musste loslegen. Bei mir liegen seitdem Styropor-Abfälle auf dem Parkplatz – und werden bis zur politischen Lösung dort bleiben. Die sind jetzt natürlich säuberlich in Säcken verpackt.

Einige wenige Entsorger machen jetzt den Reibach.

Aktuell nimmt nur 1 Entsorger in Schlewig-Holstein die EPS-Dämmstoffe an. Dieser nimmt 180 EUR / pro Kubikmeter. Wären bei mir rund 2.000 EUR!!!! Zweitausend! Für etwas, was bisher Hausmüll war. Auf meinem Dach war nur eine 6cm dicke Dämmung – Aber wie soll es Hauseigentümern gehen, die vor Jahren schon mal die Fassade 20 cm dick dämmten und diese bald erneut sanieren müssen? Wieviele Altbauten gibt es in Deutschland davon?

Bestehende und geplante Förderprogramme werden in Müll ersticken!

Was soll das neu geplante Programm “Effizienzhaus Nature+”? Was nutzen die bestehenden KfW-Förderprogramme? Deren Sinn und Zweck ist das Fördern von energetischen Sanierungen von Wohngebäuden. Dies mit den Zielen, Umweltressourcen zu schonen und den Energieverbrauch zu senken. Doch niedrige Kfw-Zinsen und einmalige Zuschüsse nutzen dem Verbraucher nichts, wenn er hohe zusätzliche Entsorgungskosten für alte Dämmungen zahlen soll.

Im Zweifel werden Hauseigentümer schlichtweg KEINE energetische Sanierung vornehmen.

Fehlt der Politik der Weitblick? 

Einige Bundesländer nahmen bereits die betreffende Verordnung zurück oder erteilten Sondergenehmigungen. Doch vor allem in nördlichen Bundesländern stehen ganze Branchen fast still und Lösungen werden nicht angeboten. Werden die Zusammenhänge nicht erkannt?

Tipp: Ein HBCD-Test vorweg?

Bevor teuer entsorgt wird, kann eine Röntgenfluoreszenzanalyse zwecks Testung von EPS / Styropor auf bromhaltiges HBCD durchgeführt werden. Das kostet beim Fraunhofer Institut wohl um die 500 EUR bei Firma Fischer aber nur 95,- EUR für 2 Materialproben in Postkartengrößen; Dauer: nach Posteingang 48 Std. Das Zertifikat wird von den Entsorgern anerkannt.

Aktuelle Pressemeldungen dazu bei Google News.





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Reinfeld, Alte Schule. Es ist Montagmorgen und ich erlebe in einem Rollenspiel, wie es ist, ein Flüchtling in Deutschland zu sein. Das ist mit viel Warterei und Ungewissheiten verbunden. Aber was mich nachhaltig berührt, ist die WAHRE Geschichte einer Familie, die vielleicht in wenigen Tagen tödlich enden wird.

WP_20160808_10_15_15_ProUdo Reichle-Röber von der Diakonie führt uns, 8 deutsche Jugendliche zwischen 12 + 19 Jahren sowie zwei Mütter, durch den halben Tag. In dem geplanten Rollenspiel werden wir Deutschen zu Flüchtlingen, die auf dem Parkplatz der Alten Schule DIE Grenze überschreiten müssen. Die eigentlichen Flüchtlinge (mindestens genauso viele) und Udo werden zu Grenzschutzpolizisten, Beamten, freiwilligen Flüchtlingshelfern, Übersetzern, Heimleitern und Sprachdozenten. Sprache? Ist ein Problem. Ein Großes, wenn nicht sogar das Größte.

An der Grenze antworte ich auf die Fragen der Grenzpolizisten immer nur mit dem, was ich verständlich sagen kann.

Meinen fiktiven Namen. Ich bin jetzt Nouriyeh Amiri, 39 Jahre alt, aus Afghanistan, von wo ich mit meinem Mann Reza (Zahnarzt) und drei Kindern wegen der Taliban geflüchtet bin. Nie wieder will ich eine Burka tragen! Ich bin intelligent und gebildet. Mein Weltbild ist ein Westliches. Das meiner Eltern auch – sie sind dafür getötet worden.

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Nachdem wir ins Land eingelassen wurden, registriert und in einer Sammelunterkunft untergebracht sind, warten wir – mal wieder. Diese Warterei macht mich verrückt. Untätig zu sitzen und zu warten, zu warten, zu warten, dass es irgendwie weitergeht – kaum zu ertragen. Es ist müßig Fragen zu stellen – sie werden nicht verstanden. Antworten kommen kaum. Die Beamten und Unterkunftsmitarbeiter sprechen halt nicht die vielen Sprachen von uns Flüchtlingen. Arabisch, Dari, Slowenisch-kroatisch, Persisch – da ich gebildet bin, spreche ich auch Englisch – aber das nützt mir nichts, die Beamten und die Unterkunftsleiterin sprechen nur ihre Muttersprache. Aber zum Glück kommt eine Übersetzerin dazu. Nach der Einweisung in das 8-Bettenzimmer müssen wir wieder warten.

Tatsächlich ist das hier und heute das erste Rollenspiel meines Lebens (mit Ende Vierzig). Uns wurde gesagt, wer aus der Rolle fällt, wird aus dem Spiel geschmissen. Aber wir schummeln trotzdem. Angelina (Name geändert), 11 Jahre jünger als ich und ihre älteste Tochter Babett (Name geändert) sind mit meinem „Mann“ (ein 12jähriger J) eine Weile in der Unterkunft allein. Unser Spielleiter ist irgendwo draußen.

alban familieWir brechen die Regeln. Die beiden echten Albanerinnen und ich tauschen uns über das wahre Leben aus.

Angelina spricht wenig Deutsch, aber das, was sie mir sagt und von ihrer hübschen, intelligenten Tochter in sehr gutem Deutsch ergänzt wird, lässt mir die Tränen kommen. „Wir müssen gehen“, sagt sie. „Schon bald, in den nächsten zwei Wochen.“ „Warum? Wohin? Was hat Euch hergebracht?“ will ich wissen und erfahre: „Mein Mann wurde von einer verfeindeten Familie umgebracht. Er ist tot. Ich musste mit den Kindern aus unserem Dorf fliehen!“

Seit April 2015 sind sie in Deutschland. Die kleinen Jungs sind in der Kita, die beiden jugendlichen Mädchen gehen in die Schule. Sie sollen Klassenbeste sein, lobt Udo später. Ich will Angelina noch was fragen, sehe aber die Angst und die Qual in ihrem Gesicht – mir kommen die Tränen. Ich spüre, was sie spürt: Angst und Verzweiflung. Die Angst, vielleicht bald eines der Kinder zu verlieren. Wir kannten uns bis vor einer Stunde nicht. Aber Mütter sind Mütter und wir fühlen in den Sekunden das Gleiche. Eine verlegene Umarmung von Fremden, unter Tränen, geboren von dem Verständnis unter Gleichgesinnten.

Anstatt weiter mit der deutschen Sprache zu ringen, zieht sie ein Schreiben an die Ausländerbehörde / Widerspruchsstelle aus der Tasche und gib es mir zum Lesen. In ihrem Widerspruch gegen die Abschiebung steht ihre Geschichte in Kurzform geschrieben:

Eine Rückkehr wäre Lebensbedrohlich

In Albanien führte ihre Familie eine teilweise blutige Fehde gegen eine andere Familie. Ein Mädchen aus der verfeindeten Familie hat Angelinas Mann umgebracht. Darauf sind sie und die Kinder geflüchtet. Denn: Rache ist gewiss. Die Mörderin ist verurteilt worden und sitzt im Gefängnis. Aber: diese hat vier Brüder. Die wohnen noch immer in dem albanischen Dorf. Sie haben das Haus von Angelina verwüstet (es ist wohl kaum bewohnbar) und warten nur auf den Zeitpunkt, um endlich Rache ausüben zu können.

Das hat nichts mit einem Glaubenskrieg zu tun. Nichts mit Politik oder Religion. Nichts mit den Taliban oder dem IS. Das hört sich nach einer kriminellen Geschichte an, nach einer Vendetta, nach etwas ganz Persönlichem. Wie soll diese Frau, dieser persönlichen Geschichte ausweichen? Deutschland will sie zwingen, ihre Kinder dorthin zurückzubringen, wo sie persönlich, ganz gezielt um ihr Leben gebracht werden können. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. So ist das bei Familienfehden in Albanien.

Wird die Mutter mit ihren vier Kindern von unserem Staat ans Messer geliefert?

Hilflosigkeit übermannt mich – wie kann das abgewendet werden? Selbst ein Anwalt hat ihnen nicht helfen können. Hat dieser Sachverhalt nur was mit Asylrecht zu tun? Geht es hier nicht um Schutz vor Mord und Todschlag von einzelnen Personen?

WP_20160808_11_59_08_ProDas Rollenspiel geht weiter. Unser Spielleiter meint im Vorbeigehen: „Passend zu Deiner Rolle solltest Du ein Kopftuch tragen.“ Ich habe einen Schal um den Hals. Nach Sekunden des Zweifels glaube ich, mich in die Rolle besser einfinden zu können, wenn ich es wirklich tue. Es ist ein leichter Sommerschal, ich spüre ihn kaum meinem Kopf, bin mir aber die nächste halbe Stunde sehr bewusst, dass er meine langen Haare abdeckt. Verändert er mich? Ein wenig schon. Gefühlt. Wirke ich jetzt anders auf Andere? Ich weiß es nicht.

Wir Flüchtlinge werden von einem unfreundlichen Sozialarbeiter (Udo) aufgefordert, seinen verschiedenen Anweisungen zu folgen. Wir Afghanen und Syrier sollen an einem Sprachkurs teilnehmen. Das tun wir gerne und folgen den Dozenten (in echt sind das zwei Kurdisch-Syrier) in die Küche der Alten Schule, die heute ein Schulungszimmer ist. Ich bin die einzige Erwachsene am Tisch, die anderen Schüler sind Kinder – sie verstehen unseren perfekt Englisch sprechenden Dozenten kaum. Ich übersetze einen Teil in unsere Muttersprache für sie.

Übrigens sollen wir Arabisch lernen!

Die Sprache hat kurze, knappe Worte aber die typischen Rachen- und Zischlaute kommen mir schwer über die Lippen. Aber es geht. Geschrieben wie ich es höre: „Marchaba“ heißt zum Beispiel „Guten Tag!“; „Zalom“ heißt „Tschüss“; „Amme“ heißt „Arbeit“; „Dschowall“ heißt „Handy“. Die zwischenmenschliche Barriere wird immer kleiner. Unsere beiden Dozenten sind sympathetische, kluge und offene junge Männer. Sie erzählen viel über die Sprachbarrieren und welche Probleme daraus erfolgen. Am Anfang war es am Schlimmsten. Das Aufnahmeverfahren; die erste Unterkunft; all die offenen Fragen, die sie niemanden stellen konnten. Die vielen Behördengänge; das nie Alleinsein in der Massenunterkunft; das Ringen um Sprachkurse; das Langweilen, weil sie nicht arbeiten durften.

Warten – das ist derzeit ihr “Job”. Gerne würden sie arbeiten.

Die Männer haben eine Chance; sie sind gebildet. Einer ist Journalist; ein anderer schreibt hobbymässig. Er hat einen PC. Ein Dritter war zuletzt in Dubai als Controller tätig gewesen (sein Business-Englisch ist deutlich wahrnehmbar), bevor er seine Familie aus dem heimischen Krieg nach Deutschland brachte. Zwei Filmemacher sind auch da. Bei ihnen allen herrscht Krieg in den Heimatländern. Sie dürfen bleiben, vielleicht für immer. Allesamt interessante Menschen, denen ich gerne wieder begegnen werde.

Aber sie, sie werde ich nicht wiedersehen können: Angelina mit ihren vier Kindern, die in Kürze in ihre Heimat ausgewiesen wird, wo sie nach albanischen Vendetta-Regeln mit tödlichen Racheakten zu rechnen hat. Die Spielteilnehmer sehen mich – mich, die sonst tatkräftige Kämpfernatur – noch zweimal emotional werden. Diese Familie ohne Vater hat keine Chance in ihrem alten Dorf. Werden Sie der Blutrache zum Opfer fallen? Oder gibt es einen Ausweg für sie?

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Liebe Frau Doktor Merkel,

Sie sind eine mächtige Frau, DIE mächtigste Frau der Welt. Es ist für Sie unvorstellbar, sich Männern unterzuordnen. Sie beherrschen ihre Machtspiele. Sie beherrschen sie.

Ich bin eine selbständige Unternehmerin und alleinerziehende Mutter, die gerade ein Haus aus den 70ern renoviert hat. Ich bin durchsetzungsstark und eine Kämpfernatur. Für mich ist es ebenfalls unvorstellbar mich Männern unterzuordnen.

Aber: Für Millionen, nein Milliarden muslimischen Frauen ist es Alltag, sich unterordnen. Immer. Jederzeit. Sie werden unterdrückt – von den Männern. Den muslimischen Männern, die jetzt als Flüchtlinge in unser freies Land einreisen.

Wir werden sie nicht ändern können. Wir haben vielleicht langfristig eine Chance, wenn wir sofort klare harte Regeln aufstellen und schlauere Signale setzen.

Wie dumm ist es eigentlich, den Zuzug von Frauen und Kindern zu erschweren?

In der Wertekultur der muslimischen Männer entsteht dadurch leicht der Glaube, dass die vermeintlich wertlosen Frauen und Mädchen von den Deutschen nicht gewollt sind. Das wir uns nur den Zuzug von Männern wünschen.

Aber das ist doch absolut verkehrte Welt – für westliche Kulturen. Ich habe kein Verständnis dafür, dass wir Deutschen es unterstützen, dass Frauen und Kinder von ihren Männern, Schwestern von ihren Brüdern, im Krieg, an der Grenze, wo auch immer, zurückgelassen werden.

Wie können wir es zulassen, dass Frauen und Kinder dort bleiben, wo sie hungern, frieren, bombardiert und vergewaltigt werden?

Wie können wir so dumm sein, Unmengen an muslimischen Männern aufzunehmen, die wie feige Kapitäne das sinkende Schiff verlassen und Frauen und Kinder im Stich gelassen haben?

Wir müssen sofort ein neues Signal setzen. Zum Beispiel: Wir nehmen nur Frauen und Kinder auf – die, die wollen dürfen ihre Ehemänner mitbringen.

Mit dem folgenden Traum bin ich eben aufgewacht – er zeigt nicht nur meine momentane Angst, sondern die von vielen Müttern:

2017. Ich bin zuhause. Mein frisch angeheirateter Mann hat gerade Besuch bekommen und ist mit dem ins Wohnzimmer gegangen. Meine Tochter macht darin Hausaufgaben. Interessiert gehe ich hinterher und öffne die Tür.

Mein bis dahin netter Mann rastet aus. Er brüllt. Er wirft ein Glas nach mir, das auf dem Boden zerschellt. Ich bin überrascht, überrumpelt, sprachlos. Ich sehe ihm in die Augen. Er brüllt: „Was fällt Dir ein? Verschwinde!“ und droht mir mit Gebärden. Ich schäme mich – was erlaubt der sich? Mein Gesicht läuft rot an. Ich hole tief Luft, will meine Tochter hier rausbringen. „Komm Mäuschen!“, fordere ich sie auf und will zu ihren Schulsachen greifen.

Doch mein neuer Ehemann schlägt meine Hand weg und sagt: „Sie bleibt hier! Und Du: geh!“ Er schiebt mich zur Tür raus. Davor stehe ich kurz und versuche zu realisieren, was das eben passiert ist. Ich höre, was hinter der Tür gesprochen wird.

Der Besucher holt etwas aus einer Tasche und gibt es meiner Tochter. Er sagt: „Probier es. Das sieht gut aus!“ Sie antwortet: „Nein, ich mag keine Kopftücher!“ Mein neuer Mann befiehlt: „Los, zieh es an.“ Dann sanfter: „Bitte – ich möchten sehen, wie du damit aussiehst. Das erinnert mich an meine Schwester! Ich würde mich übrigens freuen, wenn du sie mit mir zusammen nächste Woche in meiner Heimat besuchst!“

Meine Tochter zieht das Kopftuch über. Und ich brenne vor Wut und Angst! Entweder hole ich jetzt eine Waffe raus und rette meine Tochter vor den Moslems oder sorge für Öffentlichkeit.

Die Polizei würde ja erst einschreiten, wenn sie entführt worden wäre.

Ich habe keine Waffe. Aber ich bin im Marketing tätig. Ich kenne Presseleute. Die rufe ich an. Zwei kommen innerhalb von 30 Minuten – mit Kameras natürlich. Wir gehen gemeinsam ins Wohnzimmer. Meine Tochter sitzt züchtig mit Kopftuch bedeckt da und macht mit niedergeschlagenem Blick ihre Hausaufgaben. Der Besucher hat eine Hand auf ihrer Schulter.

Horror. Der blanke Horror für mich. Die Presseleute knipsen Fotos. Ich schlage die Hand des traditionell gekleideten Besuchers weg und ziehe meine Tochter von ihm fort. Mein Mann steht hasserfüllt daneben. Er ist lang genug in Deutschland, als dass er weiß, was meine Zeugen zu bedeuten haben. Er zittert vor Wut, tut aber nichts.

Ich hole meine Tochter daraus. Die Journalisten warten, bis ich einige Sachen zusammen gepackt habe. Dabei stellen sie mir ihre üblichen W-Fragen. Kurz danach verlassen wir mein Haus. Meins. Es ist meins! Wie bekomme ich diesen Mann aus meinem Haus???

Traum-Ende.

 

Liebe Frau Dr Merkel,

Sie haben mit Ihrer Grenzöffnung dafür gesorgt, dass wir Deutschen endlich nicht mehr den Ruf von Rechtsradikalen haben. Das ist gut. Mag sein, dass wir die Flüchtlinge aus wirtschaftlichen Gründen auch brauchen können.

Fakt ist aber: Die muslimische Flüchtlinge werden an ihrer Kultur weitestgehend festhalten. Integration und Wertewandel dauert mehrere Generationen!!!

Sie werden ihre eigenen Frauen und Mädchen – auch in unserem Land – unterdrücken. Diese werden Wohnungen nicht verlassen dürfen; sie müssen sich verschleiern, sie haben sich zu unterwerfen. Ggf werden sie geschlagen und die Töchter zurück nach Syrien verheiratet, wenn die Zeit gekommen ist. Das sowas passiert, ist keine Mär von der Presse. Mein jüngerer Bruder hat es vor vielen Jahren selbst erlebt: seine erste und einzige große Liebe seines Lebens galt einem muslimischen Mädchen aus Lübeck. Sie trafen sich heimlich. Mit Hilfe ihrer Chefin! Sie war sooo hübsch mit ihren schwarzen langen Haaren. Mein Bruder so tief verliebt – war das süß.

Doch: Als ihre Familie davon Wind bekam, wurde sie SOFORT nach Berlin verschleppt und dort mit einem fremden muslimischem Mann verheiratet.

Mein Bruder hat das niemals verwunden. Samira – hast du sehr gelitten? Tust du es noch? Ich denke zurzeit häufig an Dich!

Eigentlich müssten alle verschleierten Frauen dauerhaft – ein Leben lang an Vitamin D-Mangel leiden. Davon wird ein Mensch richtig, richtig krank und kraftlos! Wer kraftlos ist, ist leicht zu unterdrücken …

Aus all diesen Gründen wäre es wohl besser, wenn wir Deutschen z.B. so klare Signale setzen:

  • Wir wollen Frauen, Mädchen und Kinder. Sie werden von uns in jedem Fall und in unbegrenzter Zahl aufgenommen. Für Männer wird die Grenze jetzt geschlossen.
  • Flüchtlinge sollen sofort und alle unterschreiben, dass sie die Gesetze unseres Landes anerkennen. Dass sie alle Frauen als Gleichberechtigt zu respektieren haben und sie nicht unterdrücken dürfen.
  • Sie sollen unterschreiben, dass sie verstanden haben, dass in Deutschland erzwungene Verschleierung, Unterdrückung, Einsperren und das Schlagen von Frauen und Kindern verboten ist und ggf zur sofortigen Ausweisung führt.

Das ist eine Antwort auf einen Teil der aktuellen Angst der Deutschen:

Wenn wir Mütter sehen, wie die muslimischen allein eingereisten jungen Männer deutsche junge Mädchen umgarnen, dann wird uns schlecht. Wir sehen unsere Töchter schon mit Kopftuch.

Als Mutter muss ich jetzt wohl Amazone werden und meine Waffen rausholen oder: in ein anderes Land flüchten!

 

Viele Grüße

Eine Mutter aus dem Kreis Stormarn, die bitte NICHT öffentlich mit Namen genannt werden will.

Statistik: Lassen sich in Deutschland Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren oder ist das schlechter gelöst als in anderen Ländern? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Was passiert zukünftig mit dem Solidaritätszuschlag? Wird er abgeschafft oder bekommt er eine neue Verwendung? Vorschlag von der Autorin: Der Soli wird  für die Sozialkasse für Mütter (SKA) verwendet.

In 2013 gab beispielsweise mehr als 14 Milliarden Steuereinahmen durch den Soli. Damit sollte das SKA-Konzept finanzierbar sein!

Was sagt Ihr liebe Leser/innen dazu?

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Geändert im Januar 2014 + 2016, entworfen im Okober 2012 von Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de)

Kinderarmut? Rentenvorsorgelücke? Hohe Krankenkassenbeiträge? Nachwuchsmangel? Alleinerziehende und Kleinstunternehmer leben ohne Netz und doppelten Boden – ständig und bis zum Lebensende mit hohem Risiko. In Deutschland. Ganz ohne Krieg oder Hungersnöte. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation nicht erkennt und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen.

Helfen würden eine

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) ähnlich der Künstlersozialkasse


Ziele: Soziale Absicherung & Rentenvorsorge für die Mitglieder der Gesellschaft, die die Beiträge alleine nicht leisten können.

Die zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder, ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen.

Alleinerziehenden wird das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozial-Versicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberuflliche bzw. selbständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

Die aktuell soziale Ungerechtigkeit: Kleinstunternehmer können sich freiwillige Beiträge in sämtliche Sozialversicherungen meistens NICHT leisten – vor allem nicht die für gesetzliche Krankenkasse und die Rentenversichung. Sie sind massiv von Altersarmut bedroht – es ist ein gesellschaftlicher Irrtum, dass es Selbständigkeiten grundsätzlich finanziell besser geht. Lies hier.

Besonders unfair zur Zeit: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich ggf voll als Selbständige krankenversichern – von Rentenvorsorge, etc. reden wir hier noch garnicht!

Der Mindestbeitrag betrug z.B. in 2016 (auch bei TZ-selbständigen Müttern) mit Krankengeld-Anspruch 382,- EUR / Monat (link zur Quelle). Ein Blogbeitrag dazu.

Die zwei Hauptaufgaben der SFA:

  1. a) Sozialversicherungs-Zuschuss: Die SAK übernimmt den Arbeitgeberanteil von 50% an Versicherungsbeiträgen von freiberuflichen/selbständigen Müttern und Vätern (nur Einzel-/Kleinstunternehmer ohne Mitarbeiter) für die Krankenkasse, Rentenvorsorge, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung – so, wie es auch die Künstlersozialkasse für ihre Mitglieder macht.
  2. b) Einkommens-Aufstockung: Außerdem sollen die Einkommen von Alleinerziehenden (egal ob festangestellt oder selbständig), prozentual auf einen fiktiven (berufs- und altersabhängigen) Ganztagslohn aufgestockt werden, inkl. anteiliger Rentenversicherungsleistung, sodass sie später genauso viel Rente bekommen, als wären sie Vollzeit-Arbeitnehmer gewesen.

Ziele für die Betreffenden

  • bezahlbar sozialversichert sein, vergleichbar mit einem Vollzeit-Arbeitnehmer
  • Arbeiten und Kinder versorgen ohne Nachteile oder sozialem Abstieg
  • Unabhängig schaffen, berufliche Möglichkeiten als Klein-UnternehmerInnen wahrnehmen können, um nicht arbeitslos zu sein.
  • durch die Einkommens-Aufstockung heute Lebenswert mit Kindern leben
  • und später gut versorgt im Rentenalter sein.

Ziele für Gesellschaft & Wirtschaft

  • Start-Up´s und Kleinunternehmen fördern!
  • Fachkräftemangel senken: In vielen Berufen ist Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Gäbe es ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, würden deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
  • Geburtenrate erhöhen – für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen.
  • Alternative zu Hartz IV; eine berufliche Chance auf selbstständiger Basis geben
  • Hilfe zur Selbsthilfe leisten (Selbständigkeit ist eine gute Alternative für Alleinerziehende -> eigene Zeiteinteilung = flexible Arbeit)
  • Kinder aus der Armutsmutfalle holen und eine förderliche Entwicklungsumgebung ermöglichen. Denn: Diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen! Aber nur, wenn sie “abliefern” (gute Schullaufband und später Berufstätigkeit), was sie nicht können, wenn ihre Grundbedürfnisse nicht gestillt werden.

Finanzierung

  • Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II – Empfänger sind ja auch sozialversichert. D.h. die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig erheblich geringer.
  • Wie Angestellte und Mitglieder der Künstlersozialkasse bezahlen SAK-Versicherte prozentual am Einkommen gemessene Beiträge mit dem selben Höchstbetrag. Neugründer und Teilzeitselbständige zahlen niedrigere Beiträge.
  • Spenden durch Stiftungen, etc.

Mitglieds-Voraussetzungen könnten sein:

Alleinerziehend mit mind. einem minderjährigen Kind bei Gesetzeinführung (Übergangsfrist?) oder Gründung (wie freiwillige AL-Versicherung);  der Status erlischt, wenn alle Kinder Schulbildung und den ersten Berufsweg (Ausbildung o. Studium) abgelegt haben, spätestens jedoch im Alter von 24J.

Bei Kleinunternehmern: Nicht mehr als 2 Teilzeitmitarbeiter und max. 20% mehr Netto-Einkommen als eine vergleichbare angestellte Führungskraft in selben Beruf (entsprechend Alter und Region). Es wird das höhere Gehalt von Männern angesetzt.

Die wichtigste begleitenden Maßnahmen:

  • Gesetzesändungen im SGB z.B. im 5. Buch gesetzl. Krankenversicherung. Hier insbesondere eine Neu-Defintion von “nebenberuflicher Selbständigkeit” – diese hängt jetzt von einer “hauptberuflichen Angestelltentätigkeit” ab. Dieser könnte eine “hauptberufliche Elterntätigkeit” gleichgesetzt werden.
  • Ausbau der Bürgschafts-Übernahme durch Bund und Länder ggü Banken und Kreditinstituten (ganz wichtig!) für Neugründer
  • Aufbau von Netzwerk-Zentren (kurz: NWZ) speziell für berufstätige Alleinerziehende und ihre Kinder zwecks Betreuung und Organisation des Alltags.
  • etc

Autor: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de) ist seit 1996 überwiegend selbständig und seit 2005 alleinerziehend, aber erst seit 2017/01 endlich in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert. Ähnlich sozialversichert zu sein – mit der SAK – wünscht sie allen Gleichgesinnten.

Anmerkungen oder weitere Ideen? Schreib ggf unten ein Kommentar.

Unzuverlässigkeiten, falsche Empfehlungen und die Folgen, die ich zu tragen habe. Immer wieder passiert es mir, dass mir ein Schaden entsteht, weil andere Menschen oder Firmen aus Faulheit, Egoismus oder Dummheit einfach nichts oder das Falsche tun, Lügen und Betrügen oder den falschen Rat geben. Wie soll man damit umgehen?
Ganz aktuell zum Beispiel habe ich den Superstress mit meinem Auto bzw. Wohnwagen, weil die Werkstatt unfähig ist .. Ich denke immer voraus – Entsprechend brachte ich im Juni mein Auto vorzeitig zur Inspektion und ließ ihn vom TÜV prüfen (Hauptuntersuchung), damit ich sicher sein kann, dass das Auto in Ordnung ist BEVOR ich mir einen Wohnwagen kaufe. Ich will ja keine bösen Überraschungen erleben …
Das Auto bekam die Plakette. Meine Werkstatt meinte noch, demnächst müsse mal eine Zündkerze getauscht werden, aber sie hätten keine Zeit mehr heute, dafür müssten wir einen Termin machen. Auch fragte ich, was denn nun mit meiner Anhängerkupplung sei, die wollte er doch noch mal prüfen, da – meiner Meinung nach – die Elektrik nicht in Ordnung ist.


Ja, machen wir demnächst ; ist nicht dringliches. „Ich kann so ganz bestimmt problemlos fahren?“, Ja, können Sie!“, lautete die Antwort. Der muss es ja wissen, oder? Ist ja vom Fach. Also nahm ich ihn erst und glaubte ihm …

Ich fahre also vom Hof und fange an, mir Wohnwagen anzusehen.
DAS ist eine eigene Geschichte. In dieser wurden mir auch einige Lügen aufgetischt – u.a. trat bei einem WoWa Gas aus, was ich zufällig am Ende der Besichtigung roch. Gas-Austritt kann tödlich enden – und der Typ meinte, „Ach was, alles in Ordnung.“ War es sicher nicht, sonst hätte er wohl eine gültige Gas-Prüfung vorlegen können – oder?
Ticken die Leute noch ganz richtig? Wie können Menschen andere Menschen wissentlich in Gefahr bringen – nur weil sie Geld machen wollen? Wir reden hier von „Normalos“, Menschen, die wir täglich auf der Straße treffen. Nicht von zweifelhaften Händlern aus Timbuktu. Wieso tun die sowas?
Zurück zum Wohnwagen.
Ich habe einen gefunden, sogar zwei, aber ich nahm den Kleineren. Einen Knaus mit Doppelbett; mit Deichsel 5,96 m lang. Innen wie neu – dachte ich. Sah gepflegt aus; die Familie mit eignem Handwerksbetrieb wirkte Bodenständig und Ehrlich. (Fast) Alles, was ich prüfen konnte, prüfte ich. Stromzufuhr, die elektrischen Geräte, die Gasanlage – ich nötigte den Verkäufern eine aktuelle Gas-Prüfung ab – sie machten die ohne Zögern. Preisnachlaß war allerdings nicht drin, weil sie ja SO VIEL noch investiert hätten …
Ich kaufe, unterschreibe, bezahle mehrere tausend Euro in BAR (die wollten das so; ich schwitzte Blut und Wasser, weil ich es hasse, viel Geld bei mir zu tragen) – und kupple den Wohnwagen das erste mal an. Irgendwie geht das schwer – bin ich zu unerfahren, zu aufgeregt? Vermutlich. Ich fahre vom Hof mit meinem Wohnwagen und meiner aufgeregten Tochter, die unaufhörlich redet. Mein Herz pocht überdreht, seitdem ich die Tausender von der Bank aufgeholt habe. Mein Tinnitus ist fast lauter als mein Kind. Ich versuche mich zu konzentrieren. Es rauscht – in mir drinnen. Am liebsten würde ich aussteigen und die Füsse hochlegen. Aber selbst ist die Frau; die erfolgreiche Unternehmerin gönnt sich natürlich keine Ruhe; ich schaffe das – als gute Autofahrerin alles kein Problem.
Stimmt. An mir liegt es nicht.



3 Tage später geht die WC-Spülung nicht mehr. Ein Nachbar meiner Eltern warf einen Blick darauf und stellte fest: Dadrinnen ist alles verrostet! Also die Schrauben, die Kabelverbindungen, etc. Kurzschlussgefahr und zwar massiv! Die Stromleitungen im WC-Kasten liegen quasi ungesichert frei und versinken im Wasser, wenn der Spülkasten darunter voll ist.
Kurzschlussgefahr heißt Brandgefahr. Tickt der Verkäufer nicht ganz richtig? Will der mir erzählen, dass bis dahin die Spülung immer ging? Nie ausgefallen ist, obwohl Stromkabel und Wasser oft aufeinandergetroffen sein müssen (siehe Rost)? Nachdem ich mich informiert hatte, bestellte ich das Ersatzteil und repariere selbst. Wau – ich kann sogar Elektriker sein. Ich baue den Spülknopf aus, vergaß nicht, den Strom abzuschalten und zu prüfen, ob die Leitung vor Reparatur auch keinen Strom mehr führt. Selbst ist die Frau.
Wochen später:
„Hey, Hallo, bei Ihnen geht nichts. Kein Bremslicht. Kein Blinker!“ – ach herrje, „Wirklich? Prüfe ich gleich!“ Ich stehe rund 100 km von Zuhause entfernt auf einem Campingplatz. Mein Auto hört sich komisch an. Mein Blick gleitet aufs Armaturenbrett. Da leuchtet doch was?! Mein Handbuch klärt mich auf: Das ist die Warnleuchte für den Motor. Sofort prüfen lassen. Wie denn???
Ich setzte den Blincker, steige aus. Auto blinkt, Wohnwagen nicht. Scheiße. Das Blut rauscht mir in den Ohren. Es ist August. Wir haben endlich Hochsommer in der Deutschland. Selbst an der Ostsee sind um die 30 Grad. Mir ist so schon heiß, ZWEI technische Probleme bringen mein Blut zum Kochen.
WARUM war ich im Juni in der Werkstatt? Weil ich sicher sein wollte, das mein Auto technisch in Ordnung ist? Meine Gedanken drehen sich um die Probleme. Meine Gefühle drehen sich um die Wut auf andere, weil sie – obwohl Fachleute – mich ins Verderben reißen. Ich stehe an der Ausfahrt des Platzen und weiß gerade nicht, welches Problem ich zuerst lösen soll. Erst meine Tochter holen, weil die schon auf dem Spielplatz auf mich wartet? Oder Auto und Wohnwagen hier wegfahren, weil die hier nicht stehen bleiben können? Oder mich um die Defekte kümmern?
Meine Tochter ist schlau, im Zweifelsfall sollte sie sowieso zur Rezeption kommen. Dort sage ich bescheid, wo meine Tochter mich ggf. findet und fahre die Fahrzeuge vom Hof, neben den Campingsplatz. Dorthin, wo wir bis heute Abend bleiben können und den Sonnenschein am Strand genießen zu können.
Geparkt, Fahrrad abgebaut, zum Spielplatz gefahren, Kind hat mich wirklich schon gesucht und eine Frau gebeten mich anzurufen – ich war nicht rangegangen, war ja mit dem WoWa beschäftigt. Ich kehre zurück und rufe beim ADAC an. Seit 2006 bin ich dort Mitglied und weiß jetzt endlich, auch warum. Der Mann kommt nach ca. 1 Std., die wir bei Wüstentemperaturen auf der Wiese verbringen.
Der KFZ-Mechaniker wirkt nett und kompetetent. Er ruft mit dem notebook und WLAN die Fehlermeldung ab; er prüft nach. Zündspule? Wie hört sich der Motor an? Er löscht den Fehler aus dem System und meint, es liefe alles ruhig, das wäre wohl ein Zündungsfehler oder so gewesen. Ich könne fahren. Zudem prüft er, aufmeine Bitte hin, mit mir die Rückleuchten des Wohnwagens. Blinker geht, Bremslicht nicht – das hätte ich alleine auch nicht prüfen können. Hier beweist er seine Kompetenz:
Was meiner Werkstatt nicht spontan einfiel (die wollte ja dafür extra einen Termin machen…) ist ihm in Nullkommanichts klar: Eine Sicherung ist durchgeknallt. Von der Stromversorgung der Anhängerkupplung. Er tauscht die in Sekunden aus, gibt mir noch zwei zum Ersatz mit. Was hätte mich die Fehlersuche in der Werkstatt gekostet???
Ich bin froh, habe das Gefühl, dass der Mann mir geholfen hat. Die nächsten Stunden verbringen wir – Mutter und Kind – am Strand, wo sich die Wärme bei Wind gut aushalten lässt. Später duschen wir noch auf dem Campingplatz und machen uns gg 17.30 Uhr auf den Weg nachhause.
Mein Gepann rollt von der Grünfläche. Die Warnleuchte springt wieder an – und bleibt. Verzweifelt beobachte ich das Verhalten meines Autos. Er fährt kaum. Setzt das Gasgeben nicht richtig um; scheint nur auf 5 Zylindern nicht auf 6 zu laufen. Immer dort, wo ich langsam fahren muss, geht es fast aus – auf der Landstraße, in den Kurven. Die Autobahn naht. Vermutlich fährt er dort besser, weil das Tempo hoch und gleichmäßig ist. Soll ich wirklich rauffahren? Was sonst, der ADAC-Mensch hat gesagt, es gäbe keine wirkliches Problem.
Mutig, wie ich bin, gebürtige Tochter eines KFZ-Meisters und nicht ganz unerfahren in solchen Sachen, fahre. Es stimmt: Auf der Autobahn läuft der Motor rund. Aber dann … STAU! Schneckentempo. Der Motor treibt wieder sein Spiel mit dem „Beinahe-Ausgehen“ und meine Nerven sind nun wirklich gereizt. 32 Grad draußen, Drinnen nochviel mehr. Das Kühlsystem ist überlastet. Der Motor wird heißer und heißer. Der Innenraum wird heißer und heißer, weil die Klimaanlage der Hitze von der Sonne und dem ackerndem Motor nichts mehr entgegen zu setzen hat.
SCHEIßE! Wasser tritt aus meiner Haut; der Rücken ist klitschnass geschwitzt. Meinem kleinem Engelchen hinten im Kindersitzt ist noch viel heißer. Wenigstens haben wir ausreichend Wasser dabei. Der Stau zieht sich. Mit meinem gerade erworbenen Smartphone suche ich im Internet nach „Stau A1“. 8 km zwischen Oldesloe und Ahrensburg. Und wieso wird dieser Stau hier, in dem ich Stecke, nicht angegeben? Die Strecke kenne ich; es gibt aktuell keine Besonderheiten, keine Autobahnzusammenführungen oder so. Also liegt es nur an den Automassen.
Mein Geländewagen geht fast aus. Ich gebe mehr Druck aufs Gaspedal. Der Impuls verpufft; der Motor reagiert nicht darauf. Ich HASSE so was! Stau, Heiß, Auto kaputt – und Hunger. Das alles mit Wohnwagen hinten dran. Angst legt sich für einen Moment auf meine Seele: Wenn der Motor ausgeht, kann ich den Wagen kaum noch lenken, weil die Servolenkung dann nicht mehr funktioniert. Der Geländewagen ist schwer – noch viel schwerer mit Wohnwagen dran! Geht der Motor aus, verliere ich die Kontrolle über mein Gespann…
Ausfahrt ‚Timmendorfer Strand / Niendorf‘. Niendorf? Freunde, Essen, Pause? Schnell ist der Blinker gesetzt und ich bin weg – raus aus dem Stau. 9 km weiter parken wir, besuchen eine befreundete Familie, wir essen, die Kinder spielen, meine Nerven beruhigen sich, der Motor kühlt ab.
Auch der Stau ebbt ab. Der, aus dem ich nach wenigen Kilometer rausgefahren ist, war zwischendurch 30 km lang. DREIßIG – gut, dass ich geflüchtet bin. Zwei Stunden später fahren wir erneut los – der Vater der befreundete Familie hatte die Staulage gescheckt – nur noch 6 km. Kaum vom Hof: Der Motor läuft nicht rund. Der Tank ist fast leer. Mir reicht es!

Was hat der ADAC-Mechaniker bloss übersehen? Warum habe ich Trottel mich auf den Fachmann verlassen? Wut und Sorge und mangelnde Konzentration machen mich ganz fuchsig. Meine Tochter fragt: „Mama, können wir jetzt einen Unfall bauen?“ „Ja …“
Nachhause wären es noch 50 km. Bis zu meinen Eltern nur 20. Ich rufe an. Erkläre und bitte um Obdach. Ich rufe wieder an; wir kommen später. Wir stecken erneut im Stau. Mal wieder logge ich mich im Internet an – irgendwie sind von mir lang vermiedene Smartphones doch echt gut – Stau. Immer noch 30 km. Zwischen Scharbeutz und Oldesloe. Der danach wird extra aufgeführt. Lübeck Mitte weiche ich dem Grauen und fahren über die B75 nach Reinfeld. Geht ganz gut. Nur in den Kurven geht mir der Motor fast aus.
Entnervt, überhitzt, und mein Töchterchen totmüde, kommen wir gegen 22 Uhr dort an. Oma versorgt und duscht sie; legt sie in ihr dortiges Kinderzimmer schlafen. Mein Bruder und ich versuchen im Schwach beleuchtetem Dunkeln mein Gespann zu parken und korrekt aufzustellen – ich sehe die Muttern nicht, auf die die Kurbel zum Aufbocken muss.. . Im WoWa schlafe ich viel besser als auf dem Gästebett meiner Eltern. Bei 25 Grad schlafe ich unruhig.
Der Morgen ist warm und schwül und voller Aufgaben. Meine Werkstatt sagt: keinen Meter mehr fahren, bevor noch mehr kaputt geht. Der ADAC würde mich auch zu denen schleppen. Ja? Ich frage nach. Stimmt. Ich bin Plus-Mitglied. Das hat Vorteile. Die hätten mich auf vom anderen Ende der Republik nachhause gebracht – auch vom Campingplatz aus.
Hätte der erste ADAC-Mitarbeiter mir das geraten … Wie schön, dann hätte ich gerne bei dem traumhaften, doch zu heißem Sommerwetter, Abend und Nacht erneut auf dem Campingplatz verbracht und gerne auf den Abschleppwagen am nächsten Morgen gewartet.
Aber das hat er mir nicht geraten, dieser Fachmann. Sondern gesagt, ich könne fahren.
„Der Abschleppwagen kommt innerhalb von 60 Minuten!“, sagt die ADAC-Dame am Telefon. „Mama? Kann ich meine Wäsche und Geschirr hier lassen?“ „Ja!“. Ich eile, esse kein Frühstück, weil ich echt noch zu tun habe, bevor der Abschleppwagen kommt. In der Schule rufe ich an und melde mein Kind ab bzw. für später an – wir werden ja gleichschon abgeholt. Ich räume den Wohnwagen auf, trage Dreckwäsche und – geschirr ins Haus meiner Mutter. Ich kupple den WoWa vom Auto, decke die Fahrräder ab – hier sollen durchaus mal Jugendliche herumstreunern, die Mist machen – hier???; ich gehe in die Physio-Praxis am Wendehammer und finde die Mitarbeiterin, die mich eingeparkt hat. Sie fährt ihr Fahrzeug weg; ich fahre mein Auto ohne WoWa um die Ecke, damit der leichter auf den Schlepper fahren kann.
Zwei Stunden sind um. Erneut rufe ich beim ADAC an. „Was? Sie sind noch nicht abgeholt worden? Ich schaue nach!“ Der Fahrer ist auf dem Weg, sagt sie. Wir warten.
3 Stunden sind um. Langsam reicht es mir. Es kann keine Verbindung aufgebaut werden. Mein Herz pocht vor Wut – und Hitze. Die Temperaturen steigen wieder. Nach dem fünften Versuch habe ich endlich wieder eine Damen des ADACs am Apparat. „Das gibt es ja garnicht!“, ruft sie und schaut ins System. „Warten Sie bitte, ich muss den Auftragnehmer anrufen. Firma Huckepack!“.
Huckepack sagt, sie kommen in 30 Minuten. Die ADAC-Dame regt sich über den Schleppdienst auf und entschuldigt sich tausend Mal bei mir.
Huckepack kommt – nach insgesamt 3,5 Stunden. Meine Herren, was hätte ich in Ruhe frühstücken können! Der Techniker kontrolliert erst mal die Funktionsfähigkeit des Autos. In diesem Moment läuft der Motor rund. „Dort wo ich heute Nacht stand, ist ein frischer Ölfleck!“, informiere ich ihn unter anderem. „Öl?“ Er schnuppert, sucht das Leck. „Kein Öl, Benzin; die Benzinleitung ist defekt.“
Nach einer weiteren halben Stunde sind wir endlich auf der Bahn. Die wichtigsten Sachen habe ich mit; meine Tochter sitzt aufgeregt im Heck des Abschleppwagens – welch ein Abendteuer! Es ist heiß. Wir haben Wasser. Der Fahrer erzählt von der Nacht. 30-km-Staus gab es auch in der entgegengesetzten Richtung. Ein Motorraderfahrer ist in Ohnmacht gefallen. Ein anderer mit 200 km/h auf einen Stau gefahren – ihn hat das in seine Einzelteile zerlegt. Ich bitte den Fahrer, diese Story wegen meiner Tochter nicht weiter auszuführen. Also erzählt er, dass er bis morgens um 6 Uhr im Dienst war und seine Tochter ihn um 10 Uhr schon wieder geweckt hat. Um 12 rief dann sein Chef und meinte, er müsse jetzt langsam mal losfahren, weil eine ADAC-Kundin wartet.
Er tut mir leid; all der Stress, Schlafmangel, die 15 Stunden Arbeit und zudem Seelenmüll. Den zerlegten Motorradfahrer wird er vermutlich nie wieder vergessen.
ICH tue mir aber auch leid. Der Mann schläft und ich warte derweil? Wieso hat sein Chef nicht jemanden anderen geschickt oder den ADAC gebeten, eine andere Firma zu beauftragen? Aus Egoismus und Gleichgegültigkeit vermute ich. Der will ja Geld verdienen, mein Problem interessiert ihn nicht.
Für Wut bin ich zu erschöpft… Wir kommen in der Werkstatt an. Alle Vermutungen der ADAC-Mitarbeiter teile ich dem Werkstattleiter mit: Benzinverlust, defekte Leitung und eine Zündspule ist wohl auch hinüber – zwei Defekte. Wie kann das sein, obwohl die 6 Wochen vorher mein Auto gerade kontrolliert und durch den TÜV gebracht haben? Vielleicht ist auch mehr kaputt gegangen, weil der ADAC-Mitarbeiter Nr 1 ja meinte, ich könne fahren?

Fazit: Mein Stress hätte mehrfach vermieden werden können – nur durch den richtigen Rat. Die Rechnung wird vermutlich hoch sein – die muss ich zahlen.
Ich fühle mich um unsere Sicherheit, meine Ruhe und mein Geld betrogen. Mein Gefühl sagt mir: Höre niemals mehr auf Fachleute! Sondern bestehe auf sofortige Lösung des Problems ODER verweigere dich, jemals wieder irgendwo vom Hof zu fahren, wenn irgendwas nicht wirklich funktioniert.

Und lass das mit dem Pflichtgefühl. Der Hitze wegen hätte ich das Wochenende vielleicht einfach bis Montag verlängern sollen – dann hätte ich mir wenigstens die Staus und die Halts inkl. Übernachtung ersparen können; stattdessen den Sommertag/-nacht am Strand verbracht.
Ich bin so dumm – aber die Fachleute noch dümmer. Wem kann man überhaupt vertrauen? Muss man alles selbermachen und für alles und nichts selbst Fachmann sein?
Wollt ihr Wissen, was nun wirklich kaputt war? Was sich Ende September rausstellte?

kununuSie informieren sich oft im Internet? Ihre Personalabteilung recherchiert dort nach Bewerbern? Aufgepasst: Arbeitssuchende tun das auch und informieren sich dort – über Sie, als Arbeitgeber! (© S.Braun-Speck) Weiterlesen

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