Abendidylle am Kellersee, Eutin, Campingplatz Prinzenholz

Abendidylle am Kellersee, Eutin, Campingplatz Prinzenholz, Foto: Susanne Braun-Speck

Naturnah und ruhig am Kellersee (Eutin)

Von der touristenbesetzten Ostsee sind wir ins Binnenland von Holstein gefahren. Hier ist es ruhig. Im ADAC-Führer finde ich keinen Campingplatz, der meinen Comfort-Ansprüchen genügt – außer dem Einen: der 5Sterneplatz Prinzenholz bei Eutin. Wir waren schon einmal hier; in Gedanken verwechsle ich allerdings die Sanitäranlagen mit denen vom Spitzenort in Plön. Und bin ich enttäuscht – zwar ist hier alles picobello sauber. Aber: die Duschen sind eintönig grau-weiß angelegt und vor allem: extrem klein. Hier gibt es die engsten Duschkabinen, die ich bisher auf 4- und 5-Sterneplätzen angetroffen habe.

Dennoch: Die pure Natur vor der Tür direkt am See und die Ruhe lassen uns dieses kleine Makel vergessen.

Prinzenholz ist klein. Es gibt nur 140 Plätze, einen Spielplatz, Bade- und Hundestrand, Kiosk und Kanu-Anlageplatz. Meine Tochter, die immer alle Sinne offen hat, kommt hier zur Ruhe und ist von jetzt auf gleich ein ganz entspanntes Kind. Ihr pubertierendes Gezicke hörte sofort auf! Zwar laufen hier wenige Kinder herum, aber dafür finden sie sich schnell und toben dann zusammen über den Platz.

Am 2. Tag entwickelte sich leider, insbesondere an unserem Platz, übler Geruch nach Müll. Tagsdarauf wurde es so schlimm, dass ich mich beschwerte. Die Reaktion der Chefin darauf, war so positiv, dass ich tatsächlich blieb und innerhalb des Campingplatzes wechselte, anstatt genervt abzureisen! Zum Einen berechnete sie mir den großen Platz zum Preis eines Kleinen – als Wiedergutmachung. Zum Anderen ließ sie die Müllcontainer noch am gleichen Abholen. Meine Stellplatznachbar waren dankbar … und ich zog um.

Zwei Reihen weiter fand ich dann meinen Traumplatz.

Direkt am kleinen Hundestrand, mit Blick aufs Wasser und am Rande des Campingplatzes. Heißt soviel wie: Hier war es noch ruhiger. Außer wenn gerade viele Kinder auf nahen Spielplatz tobten – was allerdings selten vorkam – oder Kanufahrer gerettet werden mussten.

Zusammenfassung:

Prinzenholz liegt herrlich direkt am Kellersee (einem von 200 Seen in der Holsteinischen Schweiz), ist ruhig und naturverbunden; sehr sauber und der Service gut. Die Duschen könnten größer sein. Als Ausgangsort für Rad- und Kanutouren ist die Lage perfekt! Die Nähe zu Eutin (ca. 2km Fahrradweg) ist verlockend, denn dort lässt sich eine wirklich schöne Altstadt mit Sehenswürdigkeiten entdecken. Zum Empfehlen? Ja, klar.

Meine Empfehlung:

Suchen Sie sich einen Platz nach am Wasser und weitweg vom Wald, da dort sehr früh (im Juli um 17 Uhr) die Sonne hinter dem Bäumen verschwindet.

Adresse / Kontaktdaten:

Naturpark-Camping Prinzenholz
Prinzenholzweg 20
Eutin, PLZ: 23701

Telefon: 04521 / 5281
Außerhalb der Saison: 04521 / 71678
Fax: 04521 / 790693

E-Mail: info@nc-prinzenholz.de

www.naturpark-camping-prinzenholz.de


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Minoka (10j) und Alannah (11j) haben am Sonntag die Route getestet und konnten sich als Erste ins Logbuch eintragen! (Foto: SBS)

In Reinfeld (Kreis Stormarn) wurde eine Geocaching-Route über den bekanntesten Sohn der Stadt geschaffen: Matthias Claudius. Zwei Mitglieder der Arbeitsgruppe „NaturTourismus Reinfeld“ und der Geocach-Profi “Speedy16996“ haben diese Idee realisiert. Familien mit Kindern, Schullklassen und Hobby-Geocacher finden während dieser GPS-Schnitzeljagd etwas über Matthias-Claudius heraus und am Ende einen Schatz.

Leser dieses Artikels können die Ersten sein!

Fachmann “Speedy” (ein zugezogener Reinfelder) hat diesen „Multi-Cach“ zwar auch auf www.geocaching.com eingestellt. Dort wird er aber erst in ein paar Tagen freigeschaltet. Wer zu den ersten Findern gehören möchte, kann sich die GPS-Daten bzw. Route hier herunterladen: www.reinfeld-aktiv.de/cach-mc

Mathe- und Geschichts-Unterricht in Einem.

Mit dem Hintergrund Kindern Spiel und Spaß in der Natur zu bieten und sie damit rauszulocken, entstand innerhalb der AG „NaturTourismus Reinfeld“ die Idee, diesen Geocach zu legen. Er sollte nicht nur Spaß machen, sondern auch mit der Geschichte der Stadt Reinfeld zu tun haben. Da 2015 das Matthias-Claudius-Jahr ist, passt dieser Cach perfekt ins Stadtprogramm. Auch Schulklassen können ihn als außerschulischen Lernort nutzen: Er ist Mathe- und Geschichts-Unterricht in Einem. Mit Wegezeit von der KGS sollte Lehrer ggf. eine Doppelstunde einplanen. MCS-Schüler sind deutlich näher dran und schaffen es vielleicht auch in 45 Minuten.

Fachinfo: Geocaching ( = „geheime Lager in der Erde“), auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art elektronische Schatzsuche. Die Verstecke („Geocaches“  kurz „Caches“), werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers (z.B. Smartphone) gesucht werden.




Zwei aus AG und Speedy haben die Stationen der Route festgelegt, Fragen und Aufgaben entwickelt, GPS-Daten bestimmt und die Route formuliert; ein Versteck gesucht und gefunden und dort eine „Dose“ versteckt. Oft sind diese Dosen ganz klein und enthalten nur einen Block als Logbuch. Aber hier ist es eine Box, worin ein richtiges schönes Logbuch mit Infos zu Matthias-Claudius enthalten ist – neben kleinen Überraschungen, die zum Teil von der Stadtverwaltung Reinfeld gespendet worden sind. Hinweis: Es ist unter Geocachern üblich, die kleinen Geschenke in den „Dosen“ gegen mitgebrachte Geschenke auszutauschen. So kann sich jeder Finder über eine Kleinigkeit freuen. Hier finden Leser die Geocach-Daten: www.reinfeld-aktiv.de/cach-mc

Campen? Ich? Niemals. Dachte ich zumindest. Aber nur solange, bis wir keinen Garten mehr hatten. Der Balkon meiner Eigentumswohnung an der Straßenfront war kein Ersatz – ich vermisste das “Draußen-sein”. Kein Grün, kein ruhiger Platz zum Sonnen und Lesen, kein Freiraum für mein Kind. Fürchterlich. Also ziehen wir los, um einen Wohnwagen zu kaufen. Wir sind die achtjährige Sofie und ich, ihre 44jährige Mutter.

Für mehr Urlaubsgefühl starte das Meeresrauschen!

Nach einigen Dramen und Betrugsversuchen fanden wir einen “Knaus 450″ und wollten sofort los. Sofort! Wohin? An meine geliebte Ostsee natürlich, erst einmal nach Mecklenburg-Vorpommern. Meine Eltern begleiteten uns in ihrem Wohnmobil. Natürlich hatte ich vorher im Internet nach guten Plätzen recherchiert. Allerdings fehlten mir Erfahrungswerte: Worauf muss ich achten? Was ist wichtig bei den Bewertungen?

Dank meiner Unerfahrenheit landen wir auf einem 3-Sterne-Campingplatz namens „Liebeslaube“ unweit von Wismar.

Grün. Es ist Anfang Juni und es ist alles Grün.

Satter Rasen empfängt unsere Fahrzeuge; meine Tochter stürmt los und erkundet die Gegend. Es gibt klare Grenzen für sie: nicht alleine an den Strand und aufpassen wegen des An- und Abreiseverkehrs. Ansonsten findet meine wilde Hummel hier grenzenlose Freiheit. Spielplätze. Rasenflächen. Strand und Meer und viele, viele andere Kinder. Perfekt.

Und ich? Ich kopple meinen circa 900 kg schweren Wohnwagen ab. Zum Glück eilen Nachbarn zur Hilfe und schieben ihn an Ort und Stelle – jeder hilft hier jedem. Beim Herunterschrauben der Wohnwagenbeine muss ich geduldig sein … Und dann zeigt „Opa“ mir den Rest: Wie ich zum Beispiel den Stromanschluss legen muss. Was schwierig wird, da der Verkäufer ein Adapter-Kabel einfach herausgenommen hat. Meine Eltern leihen mir eines. Was bin ich froh, dass sie dabei sind!




Außerdem brauche ich Wasser – ach herrje.

Gießkannen habe ich; damit fülle ich die Wassertanks. Da die „Liebeslaube“ eben ein 3-Sterneplatz ist, gibt es hier keine direkte Versorgung am Stellplatz. Heißt in Zukunft: Comfortplätze buchen! Mit Wasser und Abwasser am Platz. Jetzt muss ich über die Wiese laufen, um Wasser zapfen zu können. Da ich das als sportliche Übung betrachte, stört mich das nicht. Aber: Mit fehlt etwas. Ein Abwasserbehälter. Den kann ich mir im Shop auf dem Platz besorgen – wenigstens einen Eimer. Den stelle ich unter das Abwasserrohr des Wohnwagens.

Meine Herren: Ist das eine Arbeit!

Wie einfach meine Eltern es mit ihrem Wohnmobil, auch Reisemobil genannt, haben. Parken, Strom anschließen und Wasser holen – fertig. Nichts mit Abkuppeln, Schieben, Kurbeln, Abwasserschleppen und so. Dafür sind sie teurer in der Anschaffung. Doch gleicht sich das wieder aus, denn es gibt für Reisemobile oft günstige Kurzzeitplätze mit Pauschalpreisen ab 10,- EUR/Nacht mit 2 Personen. „Richtige“ Campingplätze kosten mehr. Für mein Kind und mich bezahle ich auf der „Liebeslaube“ mit Duschmünzen, Extra-Parkplatz fürs Auto, etc. rund 25,- EUR am Tag.

Für einen 3-Sterneplatz, dessen sanitäre Anlagen zwar sauber aber einfach sind, ist das teuer – lerne ich in der Zukunft. Denn ich werde den ganzen Sommer über selten mehr bezahlen, obwohl ich danach nur noch auf 4- und 5-Sterneplätze gehe. Also solche, die im Bereich der sanitären Anlagen mindestens 4-Sterne haben. Denn das ist mir wichtig: Saubere WC`s und ausreichend große Duschen, wo Sofie und ich zusammen hineinpassen, ohne uns wegen Platzmangel zu quälen. Oft gibt es auch etwas fürs Auge: ein ansprechendes, modernes Bad-Design.

Die schönsten Sanitäranlagen habe ich auf dem “Feriencamp Börgerende” nahe Heiligendamm gesehen.

Pause!

Nachdem der Wohnwagen fertig aufgestellt ist, komme ich zur Ruhe – auf der “Liebeslaube” und später überall, auf allen Plätzen. Wo ist eigentlich meine Tochter? Ach, dahinten sehe ich sie. Sie spielt und tobt mit anderen Kindern über den Platz. Es fällt mir schwer, von meinem Stress runterzukommen und einfach nichts zu tun. Meine Eltern sitzen schon gemütlich da. Meine Mutter lesend im und mein Vater vor dem Reisemobil am Klapptisch. Er schaut entspannt den Kindern zu.

Neugier und Bewegungsdrang treiben mich an den Strand.

Die Touristenplätze sind weit hinten; also gehe ich 3-4 Minuten über begrünte und geschotterte Wege an den Dauerplätzen vorbei und rieche schon die Meeresluft. Herrlich. Einfach herrlich!

Mit einem Sprung überwinde ich die Uferböschung und stehe am Strand. Am Strand! Der Strandabschnitt ist hier schmal, wie so oft an der Ostsee. Wie so oft in den neuen Bundesländern ist die Küste naturbelassen und biotopisch gesund. Das heißt, sie ist grüner als in SH. Die Bauern duften nicht so weit abholzen und die Felder nicht so nahe am Strand anlegen. Bäume und Sträucher säumen die Küste; Gräser wachsen oft bis ans Wasser. Ach ja, das Wasser. Das ist hier schön flach. Gefahrlos für Kinder. Hier können sie stundenlang „keschern“ und planschen.

Wenig Steine, wenig Algen und ein atemberaubender Ausblick!

Es gibt einen auffallenden Unterschied zwischen den Küsten: die Blickrichtung. In Schleswig-holsteinisch (SH) in der Lübecker Bucht usw. ist der Strand Richtung Süd-Ost ausgerichtet. In Mecklenburg-Vorpommern (MVP) sind die Strände öfter nach Nord-West ausgerichtet. Nun mag man denken, die Süd-Ost-Ausrichtung ist besser… Aber: Ich für meinen Teil bin Hobby-Fotograf. Als solcher achte ich aufs Licht. Und da die Farben, gerade die Farben des Meeres, kräftiger sind und stärker leuchten, wenn die Sonne im Rücken des Fotografen steht, ist die Ostsee in MVP in schöneres Licht getaucht. Denn dort scheint die Sonne vom Festland zum Meer. Ja, am Abend schließt sie ihre Augen sogar darüber, sodass es farbenfrohe Sonnenuntergänge gibt.

Dieser Sommer lehrt mich einiges!

Nicht nur über Lichtverhältnisse und Sanitärhäuser. Nein, der Sommer lehrt mich auch viel über defekte Technik am Wohnwagen und deren Reparatur (selbst ist die Frau). Über schmale Straße, Geschwindigkeitsbegrenzungen und über die Bedeutung von individuellen Bewertungen von Campingplätzen*. Und ich lerne viel über Menschen. Über tolle Bekanntschaften, die dennoch meistens flüchtig sind. Und vieles mehr. Und ach ja: Ich komme trotz allem zur Ruhe. Egal wo ich bin: vor mir ist Grün oder Meeresblau; viel Platz zum Spielen für die Kinder und ich kann frei atmen! Atmen. Atmen. Atmen. Mich an der frischen Luft bewegen oder einfach nur entspannen. Ja, hier bin ich Draußen – und das liebe ich.




Ergänzende Infos:

Campingplätze werden bewertet vom:

ADAC sowie ECC Campingführer, vom DTV/BVCD (Dt. Tourismusverband) und Privatpersonen auf Internetplattformen wie www.Camping.info

Folgende Kriterien spielen dabei eine Rolle:

  • Beschaffenheit der gesamten Geländes
  • Sanitäre Anlagen
  • Ausstattung der Urlauberplätze
  • Service + Angebote
  • Freizeitaktivitäten

* Hinweis: Gästebewertungen auf Portalen müssen richtig gedeutet werden!

Beispiel:Vergibt ein Jugendlicher nur 2*, weil die Nachtruhe eingehalten wird, ist ein Schlafbedürftiger dankbar über die Einhaltung der Ruhezeiten und würde vielleicht 5* dafür vergeben. Heißt: Lesen Sie genau. Wer sagt was?

Hersteller und Kaufpreise:

Ein gebrauchter WohnWAGEN (auch Caravan genannt) in gutem Zustand und halbwegs modernem Design ist ab 5tsd Euro zu bekommen; billigere Gebrauchte gibt es natürlich auch. Neue WohnWAGEN kosten ab 12tsd Euro aufwärts. Vergleichsweise muss das Portemonnaie für WohnMOBILE weiter geöffnet werden: Für gute Gebrauchte, ein paar Jahre alt, sind mindestens 15tsd zu zahlen; für neue Reisemobile müssen meist mehr als 40tsd Euro hingeblättert werden. Luxus kostet halt Geld. Wenig Arbeit ist luxuriös. Siehe z.B. hier: www.mobile.de

Viele Hersteller bieten Reisemobile und Caravans an. Firma Bürstner, Dethleffs, Fendt, Hobby, Knaus, LMC, Tabbert und Wilk sind die Gängigsten in Deutschland.

Campingplätze-Empfehlungen der Autorin:

In SH: „Rosenfelder Strand“ bei Dahme und „Kagelbusch“ in Bliesdorf vor Grömitz sowie “Prinzenholz” bei Eutin und “Spitzenort” am Plöner See.

In MVP: Ferienpark „Zierow“ gegenüber der „Liebeslaube“ nahe Wismar (bester Strand für Kinder, da lange flach) und Campingpark Kühlungsborn, sowie das o.g. “Feriencamp Börgerende” bei Heiligendamm.

Preise: SH ist etwas teurer als MVP. Aber grundsätzlich ist Campen in Deutschland auffallend günstig, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Dänemark oder Niederlande.