Ist bei Dir ständig Ebbe in der Kasse? Bist Du deshalb wirklich arm oder ist das laut Statistik garnicht so? Und wer sind wirklich die “reichen 10%” der deutschen Bevölkerung?

Zahlen der IW-Studie ( Instituts der deutschen Wirtschaft):

  • Das mittlere Nettoeinkommen eines Singles beträgt 1.869 Euro im Monat. Zu den einkommensreichsten 10% des Landes gelten Singles mit mindestens 3.440 Euro netto (West) bzw. 2.839 Euro (Ost).
  • Paare ohne Kinder und Paare, deren Kinder bereits ausgezogen sind, gehören ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 5.160 Euro zu der Gruppe der Reichsten im Land.
  • Dagegen: Das mittlere Einkommen der Alleinerziehenden mit ihren Kindern liegt bei nur 1.309 Euro netto im Monat. Mit dieser Summe zählen sie zu den einkommensärmsten Viertel der Bevölkerung!

Fühlt man sich durch ein hohes monatliches Einkommen gleich reich? Oder wird Reichtum nicht durch das Gehalt wahrgenommen, sondern durch Eigentum, wie Immobilien, Sportwagen, Yachten oder sogar Flugzeuge? Anders herum: Fühlt sich jemand arm, wenn er zwar ein Eigenheim hat, aber am Ende des Monats nie einen Pfennig über hat?

Überraschend sind die Kernaussagen der IW-Studie nicht:

Wer studiert hat, verdient deutlich mehr als Leute mit Ausbildung oder garkeiner Berufsbildung. Städter haben ein höheres Einkommen, als Menschem von Land. Alleinerziehende mit ihren Kindern hängen am unteren Ende der Einkommensschicht. Die Frage ist: Wie wirkt sich das aus? Während auf dem Land z.B. die Wohnkosten niedriger sind, als der in der Stadt und deshalb niedrigere Einkommen nicht so dramatisch sind, wirkt es sich aber durchaus dramatisch aus, dass Alleinerziehende und ihre Kinder zu den Ärmsten des Landes gehören

Im Rahmen dessen stelle ich mir erneut die Frage:

Warum werden Jugendliche über 14 Jahre überall, auch in dieser Einkommensstudie, wie Erwachsene behandelt?

Außer bei Hartz 4 – dort bekommen sie einen Kinderbeitrag … Ab 15j zahlen Kinder fast überall Erwachsenen-Preise: in Bus und Bahn (außer auf dem Schulweg), in Freizeitparks & Schwimmhallen, bei Veranstaltungen & im Kino, bei Versicherungen, etc. Das bedeutet: Kinder ab 15j müssen Erwachsenen-Preise bezahlen und brauchen deshalb viel mehr Geld, als noch mit 14. Und das, obwohl sie in der Regel kein Einkommen haben? Heutzutage gehen die meisten Jugendlichen doch nicht mehr mit nach der 9. Klasse in die Lehre, sondern machen immer öfter ihr Abitur. Warum werden sie nicht weiterhin durch Kinderpreise dabei unterstützt?

Wo stehst Du da selbst im Vergleich? Mit oder ohne Kinder?

Hier kannst Du das durch Verstellen der Faktoren unter der Grafik selbst herausfinden! Grundlage der Berechnungen ist das Sozio-oekonomische Panel (SOEP). Solltest Du wissen / kurz erklärt: Das “Medianeinkommen” ist das mittlere Einkommen in einer Gesellschaft oder Gruppe und bezeichnet die Einkommenshöhe, von der aus die Anzahl der Haushalte (bzw. Personen) mit niedrigeren Einkommen gleich groß ist wie die der Haushalte mit höheren Einkommen. Damit definiert der Median das mittlere Einkommen.

 

Image oben by 1820796 from Pixabay

Ein bettelnder Blick, Sehnsucht! Ein Junge erzählt seiner Mutter, dass ein Freund mit seinem Vater spontan nach Schweden reisen wird. Pure Sehnsucht, der Wunsch, auch so ein Abenteuer zu erleben, liegt in seinen Augen. Auch er möchte nach den Ferien von Erlebnissen erzählen können – wird er aber nicht! Er und seine Mutter bekommen Hartz 4 …

Damit ist noch nicht einmal eine Fahrt in den Freizeitpark möglich – noch nicht einmal so richtig groß Eisessengehen ! Denn: Meistens ist das Geld (die Leistungen der BA, Hartz 4) am 5. des Monats längst ausgegeben. Zumindest immer dann, wenn der Unterhalt vom Vater nicht eingegangen ist.

Die Erkenntnis in absehbarer Zeit, vielleicht niemals, einen Kurzurlaub irgendwohin zu machen, trifft den Jungen hart – sein Blick wird traurig, dann dreht er sich von seiner Mutter weg und geht. Gibt er ihr die Schuld? Sein Vater lebt zwar nicht von Hartz 4, aber mit einer anderen Frau zusammen und würde niemals eine Männertour mit ihm machen. Seine Mutter würde natürlich sehr gerne Urlaub machen und mit ihm Reisen gehen!

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland rund 11,58 Millionen Familien, mit Kindern jeden Alters im Haushalt. Davon sind rund 2,62 Millionen Eltern in Deutschland alleinerziehend (Quelle: Statista) – kurz mal mit dem Dreisatz gerechnet, sind das 22,4 %. Das heißt, dass mehr als 1/5 der Haushalte in Deutschland mit Kindern ein alleinerziehendes Elternteil hat.

Allerdings sollten Alleinerziehende (kurz: AE) in diesem Artikel nicht das Kernthema sein, sondern alle Hartz-4-Empfänger mit Kindern. Doch Laut der Bundesagentur für Arbeit gab es im März 2019 rund 1 Mio Leistungsberechtigter mit Kindern, davon 536.132 Alleinerziehende. Das ist die Hälfte – das muss hier geschrieben werden!

Rund 53% der Hartz-4-Empfänger mit Kindern sind Alleinerziehende!

Merkmal Insgesamt Alleinerziehende 2) (AE) Anteil Spalte 9 an Spalte 8
Spalte 8 Spalte 9 Spalte 10
Bedarfsgemeinschaften erwerbsfähiger Leistungsberechtigter nach Alter der Kinder bis unter 18 Jahre
Bestand BG mit Kindern 1.019.923 536.132 52,6%
mit Kindern (Mehrfachnennungen möglich):
unter 3 Jahre 331.444 134.759 40,7%
Anteil am Bestand 32,5% 25,1% .
3 bis unter 6 Jahre 319.560 148.543 46,5%
Anteil am Bestand 31,3% 27,7% .
6 bis unter 15 Jahre 629.886 324.190 51,5%
Anteil am Bestand 61,8% 60,5% .
15 bis unter 18 Jahre 225.795 112.490 49,8%
Anteil am Bestand 22,1% 21,0% .
Quelle: BA





AE mit Kindern: 1.484 € werden gebraucht, nur 872 € bezahlt.

Überraschend ist die folgende Tabelle. Durchschnittliche Werte sind:

  • ein Single 765 € braucht und bekommt 662 €.
  • eine Alleinerziehende hat einen durchnittlichen Bedarf* von 1.484 €, erhält aber nur 872 €.
  • Partner (2 Erwachsene) mit Kind (ern) brauchen 2.121 € und bekommen 1.299 €

Eine Mutter mit Kindern sollte mindestens eine 3-Zimmer-Wohnung haben, damit sie nicht im Wohnzimmer auf der Couch schlafen muss – genauso, wie Partner mit Kind(ern). Oder hat sie kein Recht auf eine entspannte Schlafumgebung? Unterkünfte werden bei Hartz 4 / SGB II übrigens zu gleichen Teilen auf die Personen der Bedarfsgemeinschaft gerechnet (siehe unten, Definition). Und brauchen Kinder weniger Kleidung? Oder weniger Nahrung? Nicht wirklich; wenigstens nicht in der Pubertät. Hausrat nutzen in der Regel alle, also Kleine und Große.

Ab einem Alter von 15 Jahren zahlen Kinder fast überall Erwachsenen-Preise:

  • in Bus und Bahn
  • in Freizeitparks & Schwimmhallen
  • bei Veranstaltungen & im Kino
  • bei Versicherungen, etc!

Dabei gehen die Meisten heutzutage nicht mehr mit 15 J. von der Hauptschule und in die Lehre, sondern machen immer öfter die Fachhochschulreife oder ein Abi und studieren danach! D.h.: Kinder ab 15j sind richtig teuer.

Obwohl sie soviel wie Erwachsene zahlen müssen – warum bekommen sie dann weniger Geld vom Jobcenter?


Statistik der BA dazu (Stand März 2019):

Bedarfe und Zahlungsansprüche auf Gesamtregelleistung nach Bedarfsgemeinschaftstypen

Single-BG Alleinerziehende-BG Partner-BG mit Kindern
mit Bedarf mit Zahlungsanspruch mit Bedarf mit Zahlungsanspruch mit Bedarf mit Zahlungsanspruch
Bestand durchschnitt-
licher Bedarf
in Euro
Bestand durchschnitt-
licher Zahlungs-anspruch in Euro
Bestand durchschnitt-
licher Bedarf
in Euro
Bestand durchschnitt-
licher Zahlungs-anspruch in Euro
Bestand durchschnitt-
licher Bedarf
in Euro
Bestand durchschnitt-
licher Zahlungs-anspruch in Euro
5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
1.649.071 765 1.646.499 662 535.875 1.484 535.831 872 480.721 2.121 480.711 1.299
Quelle: BA

Vergleich von kalkuliertem Bedarf und tatsächlichem Bedarf.

Definition von “Bedarf” lt BA (Bundesagentur für Arbeit):

Die Hilfebedürftigkeit einer Bedarfsgemeinschaft und ihrer Mitglieder stellt den Ausgangspunkt für den Bezug von Leistungen im SGB II dar. Hilfebedürftig ist, wer seinen eigenen Lebensunterhalt sowie den seiner Bedarfsgemeinschaft nicht oder nicht ausreichend durch Einkommen oder Vermögen sichern kann. Als Bedarf bezeichnet man den Geldbetrag, der notwendig ist, um den Lebensunterhalt sichern zu können. Der Bedarf einer Person ist sowohl von gesetzlichen Vorgaben als auch von der individuellen Situation des Leistungsberechtigten abhängig. Beispielsweise geht man davon aus, dass Frauen in der Schwangerschaft einen höheren Bedarf haben als andere Leistungsberechtigte.

Der Gesamtbedarf eines Leistungsberechtigten besteht aus:

  • einem Grundbedarf für Ernährung
  • Kleidung,
  • Körperpflege,
  • Hausrat usw.,

… der als pauschalierter Regelbedarf abgedeckt wird. Individuell abhängig kann sich der Bedarf um Mehrbedarfe z. B. in der Schwangerschaft erhöhen. Weiterhin zählt eine

  • angemessene Unterkunft mit Heizung zum Bedarf eines Leistungsberechtigten
  • sowie weitere Bedarfe in besonderen Lebenssituationen.

Mit Ausnahme des Bedarfs für die Kosten der Unterkunft werden alle Bedarfe personenbezogen, d. h. für jedes Mitglied der Bedarfsgemeinschaft getrennt ermittelt.


In Zahlen (Quelle: Diakonie):

416 Euro Regelsatz (seit 2018) für Erwachsene enthält:

  • 145,04 Euro für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke
  • 39,91 Euro für Freizeit, Unterhaltung und Kultur
  • 37,20 Euro für Nachrichtenübermittlung
  • 36,89 Euro für Wohnen, Energie, Wohnungsinstandhaltung (Soll das ein Witz sein? Darin enthalten sind auch die Stromkosten des Haushalts)
  • 36,45 Euro für Bekleidung und Schuhe (??? Eine gute Jeans kostet locker 70,-)
  • 34,66 Euro für Verkehr (??? Wie bezahlt z.B. eine AE die Anfahrtkosten zu ihrem Teilzeitjob??)
  • 32,99 Euro für andere Waren und Dienstleistungen
  • 25,64 Euro für Innenausstattung, Haushalt und Haushaltsgeräte (guter Scherz)
  • 15,80 Euro für Gesundheitspflege (Hygiene hat keinen Stellenwert??? 15 € brauchst du alleine für Waschmittel)
  • 10,35 Euro für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (2 Gläser pro Monat – wau)
  • 1,06 Euro für Bildung (siehe Beispiel*2)

Regelsätze für Kinder und Jugendliche (Quelle: lpb) – zw. 100 u. 150 €/Monat weniger:

  • unter 25jährige (im Haushalt der Eltern lebend): 327 Euro
  • Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren:   322 Euro
  • Kinder von sechs bis unter 14 Jahren:      302 Euro
  • Kinder von 0 bis 6 Jahre:                           245 Euro

*2 Beispiel Bildung:

Ab 8/2019 gibt es für persönlichen Schulbedarf nunmehr 150,- pro Jahr (vorher 1x 70 € und 1x 30 € pro Jahr). Wie sollen davon:

  • Schulranzen (teuer!)
  • Schreibhefte, Mappen, Umschläge
  • Bücher & Kopiergeld
  • Stifte, Füller, Tuschkasten, Pinsel, etc.
  • Taschenrechner
  • Sportschuhe (oft 1x Hallen- und 1 Draußenpaar, teuer!), Sportkleidung, Sporttasche
  • Lizengebühren für digitale Medien; ggf. ein Tablet?
  • etc

… bezahlt werden? Wie hoch wären die Kosten für Erwachsene? Mit Weiterbildungskosten? Oder für Studierende?


Ich, als Autor, darf jetzt nicht weiterschreiben – mit jeder neuen Recherche und/oder statistischen Zahl rege ich mich mehr auf!

Was sagst du dazu? Wie hoch ist dein tatsächlicher Bedarf pro Monat (die Frage richtet sich an alle, auch NICHT-Hartz4-Empfänger)?

Es wäre toll, würden hier einige ihre Lebenshaltungskosten pro Monat nach oben genannter Tabelle (hier online kopierbar) ohne Wohnkosten (also ohne Miete, warm) als Kommentar drunterschreiben.





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Eine alleinerziehende Mutter lebt von Rücklagen und ist nebenberuflich selbständig. Sie verdient nach einem Burnout nur das Minimum von 386 EUR brutto im Monat  – und jetzt sendet ihr die gesetzliche Krankenkasse eine Nachforderung in Höhe von 342 Euro – PRO Monat. Für 1,5 Jahre in der Summe mehrere tausend Euro. Angeblich wäre sie hauptberuflich Selbständig gewesen …

Es gibt Situationen im Leben von alleinerziehenden Müttern, die den Blutdruck steigen lassen. Heute war so ein Tag bei Su-Enna* (Name geändert). Sie erzählt: “Heute (April 2015) bekam ich von meiner gesetzlichen Krankenkasse ein Schreiben zu meinen Beiträgen. Für die Zeit von Januar 2013 bis August 2014 soll ich fast 3.000 EUR nachzahlen. Ich habe fast einen Herzschlag bekommen, als ich das las!

Viele Jahre lang war sie als Selbstständige sehr erfolgeich. Trotz Kind, trotz Scheidung, trotz allgemeiner Wirtschaftskrisen verdiente sie viele Jahre gut. Aber dann … kam er schleichend; der Burnout Nr 2. Den ersten hatte sie Jahre vor der Schwangerschaft, als ihre Firma zu schnell gewachsen war.

Aus dem zweiten Burnout kommt sie nicht wieder in die Spur. Su-Enna* ist lange Zeit kaum arbeitsfähig; ist Monatelang krank geschrieben; kann einfach nicht mehr. Zwischendurch ist sie Arbeitslos gemeldet, hält aber ihre GmbH auf dem Papier am Leben. Sie verkauft ihre Wohnung. Löst eine Altersvorsorge auf. Verbraucht das Geld daraus über Jahre hinweg und kann damit ihrer Tochter dennoch ein ganz normales, aber lebenswertes Leben sichern. Sich selbst aber nicht. Sie funktioniert bestmöglich und versucht, wieder Geld zu verdienen.

Monat für Monat verbraucht Su-Enna. mehr als 2.000 Euro von ihrer Altersvorsorge. Nebenbei verdient sie als Aushilfe bei ihrer GmbH nur noch 386 Euro im Monat. Theoretisch. Faktisch wird mit diesem Betrag nur ihr uralter Firmenwagen abgerechnet. Das muss so sein laut Finanzamt. 14 Jahre vorher wurde der Neuwagen mit der 1-Prozent-Regelung als Arbeitslohn angelegt. Das heißt, der Arbeitnehmer, der den Firmenwagen nutzt, muss 1-Prozent des Neuwagenpreises als Einkommensbestandteil versteuern. Hier eben mit 386 Euro – jeden Monat, auch wenn er schon so alt ist, dass er fast auseinander fällt.

Laut Gehaltsabrechnung bekommt Su-Enna 386 Euro brutto als Sachwert. Macht netto in bar: 0,00 EUR. Tatsächlich lebt sie jahrelang von ihren Rücklagen. Die sind  Anfang 2015 fast aufgebraucht.

Die gesetzliche Krankenkasse ist nunmehr der Meinung, dass Su-Enna in 2013 und 2014 hauptberuflich selbständig war. Die Versicherung weiß aber (stand im Schreiben der KV), dass das Einkommen laut Einkommenssteuererklärung unter der Mindestbemessungsgrenze lag. Warum legt sie dann die Bemessungsgrundlage für “richtige” hauptberufliche Selbständige an, anstatt die Bemessungsgrundlage für nebenberuflich Selbständige?

Nach der gesetzliches Beitragsbemessungsgrundlage müsste sie einen monatlichen Beitrag von 152,27 EUR für nebenberuflich Selbständige bezahlen – was sie auch jahrelang getan hat. Aber: Nebenberuflich ist die selbständige Tätigkeit laut aktueller Gesetzgebung dann, wenn die versicherte Person ein weiteres, höheres Einkommen als Angestellte hat.

Aber was ist, wenn es nur dieses Nebeneinkommen gibt? Und die selbständig arbeitende Person ansonsten Hausfrau und Mutter ist und kein weiteres Einkommen hat? Muss sie dann wirklich 342 EUR KV-Beitrag monatlich zahlen? Kaum weniger als ihr Bruttoeinkommen?

Berechtigt das fehlende Haupteinkommen die Krankenversicherung, dass nebenberufliche Einkommen aus Selbständigkeit als hauptberufliche Selbständigkeit auszulegen? Auch wenn das faktisch unwahr ist? Und es kein nennenswertes Einkommen gibt? Oder hat die KV dennoch “Spielraum” und gibt es eine Beitragsermässungsgrundlage, wonach Su-Enna “nur” 152,- Euro im Monat Beitrag zahlen müsste? Was auch viel ist, wenn eigentlich NICHTS verdient wird?

Su-Enna hat die Forderung der Krankenkasse zurückgewiesen und ist bereit, den rechtlichen Weg zu gehen. Sie ist zum Glück auch Rechtschutzversichert …

Eine Lösung wäre die Sozialkasse für Alleinerziehende und Kleinstunternehmer.




Geändert im Januar 2014 + 2016, entworfen im Okober 2012 von Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de)

Kinderarmut? Rentenvorsorgelücke? Hohe Krankenkassenbeiträge? Nachwuchsmangel? Alleinerziehende und Kleinstunternehmer leben ohne Netz und doppelten Boden – ständig und bis zum Lebensende mit hohem Risiko. In Deutschland. Ganz ohne Krieg oder Hungersnöte. Einfach nur, weil die Gesellschaft deren Situation nicht erkennt, und die im Sozialsystem über Bord gehen lässt, die am Dringensten benötigt werden: Frauen, die Kinder in die Welt setzen & Kleinstunternehmer, die die Wirtschaft tragen.

Helfen würden eine

Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK)* ähnlich der Künstlersozialkasse

Creative Commons LizenzvertragSAK – Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://tiefenschaerfe.de/sak/.

Ziele: Soziale Absicherung & Rentenvorsorge für die Mitglieder der Gesellschaft, die die Beiträge alleine nicht leisten können.

Ziele: Soziale Absicherung & Rentenvorsorge für die Mitglieder der Gesellschaft, die die Beiträge alleine nicht leisten können.

Die zu gründende Sozialkasse für Alleinerziehende & Kleinstunternehmer (SAK) würde ihre Mitglieder, ähnlich wie die Künstlersozialkasse, in den vollumfänglichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung stellen.

Alleinerziehenden wird das Einkommen und die Rentenvorsorge so aufgestockt, als wären sie Vollzeit berufstätig. Sollten sie und auch andere als Kleinstunternehmer selbstständig sein, zahlen sie wie Angestellte nur prozentual Sozial-Versicherungsbeiträge anstatt hohe Pauschalen. Denn: Eine freiberufliche bzw. selbständige Tätigkeit macht es ihnen möglich, flexibel zu arbeiten – wann und wo sie wollen und wegen ihrer Kinder können!

Die bisherige aktuell soziale Ungerechtigkeit: Kleinstunternehmer können sich freiwillige Beiträge in sämtliche Sozialversicherungen meistens NICHT leisten – vor allem nicht die für gesetzliche Krankenkasse und die Rentenversicherung. Sie sind massiv von Altersarmut bedroht – es ist ein gesellschaftlicher Irrtum, dass es Selbständigkeiten grundsätzlich finanziell besser geht.

Besonders unfair zur Zeit: Eine verheiratete nebenberufliche Selbständige (max 18 Std/Woche) ist kostenfrei in der Familienversicherung mit krankenversichert. Alleinerziehende haben diese Möglichkeit NICHT und müssen sich ggf voll als Selbständige krankenversichern – von Rentenvorsorge, etc. reden wir hier noch garnicht!

Der Mindestbeitrag betrug z.B. in 2016 (auch bei TZ-selbständigen Müttern) mit Krankengeld-Anspruch 382,- EUR / Monat (link zur Quelle). –> Sinngemäß wird mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) auf die bürokratische Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflicher Selbstständigkeit ab 2019 verzichten.

Die zwei Hauptaufgaben der SAK:

  1. Sozialversicherungs-Zuschuss: Die SAK übernimmt den Arbeitgeberanteil von 50% an Versicherungsbeiträgen von freiberuflichen/selbständigen Müttern und Vätern (nur Einzel-/Kleinstunternehmer ohne Mitarbeiter) für die Krankenkasse, Rentenvorsorge, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung – so, wie es auch die Künstlersozialkasse für ihre Mitglieder macht.
  2. Einkommens-Aufstockung: Außerdem sollen die Einkommen von Alleinerziehenden (egal ob festangestellt oder selbständig), prozentual auf einen fiktiven (berufs- und altersabhängigen) Ganztagslohn aufgestockt werden, inkl. anteiliger Rentenversicherungsleistung, sodass sie später genauso viel Rente bekommen, als wären sie Vollzeit-Arbeitnehmer gewesen.

Ziele für die Betreffenden

  • bezahlbar sozialversichert sein, vergleichbar mit einem Vollzeit-Arbeitnehmer
  • Arbeiten und Kinder versorgen ohne Nachteile oder sozialem Abstieg
  • Unabhängig schaffen, berufliche Möglichkeiten als Klein-UnternehmerInnen wahrnehmen können, um nicht arbeitslos zu sein.
  • durch die Einkommens-Aufstockung heute Lebenswert mit Kindern leben
  • und später gut versorgt im Rentenalter sein.

Ziele für Gesellschaft & Wirtschaft

  • Start-Up´s und Kleinunternehmen fördern!
  • Fachkräftemangel senken: In vielen Berufen ist Teilzeitarbeit auf selbständiger Basis sehr gut möglich (vom Rechtsanwalt bis zur Pflegefachkraft). Gäbe es ein deutlich kleineres Risiko als Unternehmer UND soziale Sicherheit, würden deutlich mehr Mütter, die eine Fachausbildung oder Studienabschluss haben, neben den Kindern selbständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
  • Geburtenrate erhöhen – für mehr Nachwuchs sorgen. Eine derartige soziale Absicherung böte Frauen den Anreiz, der Wirtschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen UND Kinder zu bekommen.
  • Alternative zu Hartz IV; eine berufliche Chance auf selbstständiger Basis geben
  • Hilfe zur Selbsthilfe leisten (Selbständigkeit ist eine gute Alternative für Alleinerziehende -> eigene Zeiteinteilung = flexible Arbeit)
  • Kinder aus der Armutsfalle holen und eine förderliche Entwicklungsumgebung ermöglichen. Denn: Diese Kinder sind die Ingenieure UND Rentenzahler von morgen! Aber nur, wenn sie “abliefern” (gute Schullaufband und später Berufstätigkeit), was sie nicht können, wenn ihre Grundbedürfnisse nicht gestillt werden.

Finanzierung

  • Bund und Länder zahlen die Zuschüsse der SAK anstatt ALG oder Hartz IV aus selbigen Kassen. ALG I und II – Empfänger sind ja auch sozialversichert. D.h. die Mehrkosten für Bund/Länder für SAK wären gering. Langfristig erheblich geringer.
  • Wie Angestellte und Mitglieder der Künstlersozialkasse bezahlen SAK-Versicherte prozentual am Einkommen gemessene Beiträge mit dem selben Höchstbetrag. Neugründer und Teilzeitselbständige zahlen niedrigere Beiträge.
  • Spenden durch Stiftungen, etc.

Mitglieds-Voraussetzungen könnten sein:

Alleinerziehend mit mind. einem minderjährigen Kind bei Gesetzeinführung (Übergangsfrist?) oder Gründung (wie freiwillige AL-Versicherung);  der Status erlischt, wenn alle Kinder Schulbildung und den ersten Berufsweg (Ausbildung o. Studium) abgelegt haben, spätestens jedoch im Alter von 24J.

Bei Kleinunternehmern: Nicht mehr als 2 Teilzeitmitarbeiter und max. 20% mehr Netto-Einkommen als eine vergleichbare angestellte Führungskraft in selben Beruf (entsprechend Alter und Region). Es wird das höhere Gehalt von Männern angesetzt.

Die wichtigste begleitenden Maßnahmen:

  • Gesetzesänderungen im SGB z.B. im 5. Buch gesetztl. Krankenversicherung. Hier insbesondere eine Neu-Definition von “nebenberuflicher Selbständigkeit” – diese hängt jetzt von einer “hauptberuflichen Angestelltentätigkeit” ab. Dieser könnte eine “hauptberufliche Elterntätigkeit” gleichgesetzt werden. –> sinngemäß wird mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) auf die bürokratische Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflicher Selbstständigkeit ab 2019 verzichten.
  • Ausbau der Bürgschafts-Übernahme durch Bund und Länder ggü Banken und Kreditinstituten (ganz wichtig!) für Neugründer
  • Aufbau von Netzwerk-Zentren (kurz: NWZ) speziell für berufstätige Alleinerziehende und ihre Kinder zwecks Betreuung und Organisation des Alltags.
  • etc

Autor: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de) ist seit 1996 überwiegend selbständig und seit 2005 alleinerziehend, aber erst seit 2017/01 endlich in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert. Ähnlich sozialversichert zu sein – mit der SAK – wünscht sie allen Gleichgesinnten.

Allein als Frau zuhause? Niemand hilft. Alle sehen nur zu? In dem hier geschilderten Fall hören einige Leute zu. Sie lauschen der Hetzjagd eines griesgrämigen Rentners im Kreis Stormarn, der eine alleinerziehende Mutter in Misskredit bringt, ihren Ruf schädigt. Jetzt endlich nach fast 12 Monaten Tyrannei hat sie sich an den Weissen Ring gewendet und bekommt Hilfe.

Die Betroffene möchte namentlich nicht genannt werden, aber erzählt: “Endlich steht jemand hinter mir – mit breiten Schultern. Ein Kripobeamter! Er ist mein “weißer Ritter”.”

Der hasserfüllte Rentner erzählte über sie so einiges in der Nachbarschaft herum. Zum Beispiel, dass sie insolvent, pleite wäre. Er wiegelt Nachbarn auf; sagt ihnen, sie bräuchten keine Rücksicht nehmen und ihr ruhig den Nachtschlaf durch Ruhestörungen rauben. Dabei muss sie jeden morgen früh hoch, um sich um ihre schulpflichtige Tochter zu kümmern. Eigentlich muss sie auch ins Büro, Kunden akquirieren. Aber wie soll sie das schaffen, wenn sie nur 4-5 Stunden geschlafen hat?

Die Bewohner des gepflegten Hauses, der Verwalter, Nachbarn aus dem Umgebung gucken sie schief an, sagen ihr kaum noch “guten Tag”. Der Alte beschimpft mehrfach die kleine Tochter im Hausflur; er brüllt durchs Haus, die alleinerziehende Mutter wäre Schuld am Tod seiner Frau. Er versucht, den Verwalter davon abzuhalten, ihr gegen die Ruhestörungen zu helfen. An ihrem Geburtstag lud er die Nachbarn ein, um eine Versammlung gegen sie zu halten – und vieles mehr.  Der Alte verhält sich ihr gegenüber massiv feindseelig und destruktiv, schikaniert sie, wenn er nur kann. Der Verwalter macht das teilweise mit – hat er Angst, selbst der Gehetzte zu werden?

Die Hetzjagd des Alten hat Folgen.

Die seelische Belastung durch den gebrochenen Hausfrieden nimmt der Betroffenen die Kraft. Die Kraft, die sie dringend braucht, um sich um ihr Kind, ihre Arbeit und alles andere zu kümmern. Anstatt sich zuhause erholen, wird sie dort krank. “Ich bin selbst eher ein Helfertyp und kann nicht verstehen, wie jemand eine solche Hexenjagd veranstalten kann.”, erzählt die Betroffene. Warum der Alte das tut? Sie weiß es nicht, vermutet verletzte Eitelkeit.

Ihr Helfer vom WEissen Ring, Matthias Bruhn, hatte ihr Hilfegesuch, dass sie per E-Mail einreichte, mit Kollegen diskutiert und kam bereits mit Vorschlägen zu ihrem Termin. Die erste gute Nachricht: Aus Sicht des Weissen Rings ist sie Opfer einer Straftat und somit ein Fall für den Weissen Ring. Die zweite gute Nachricht: Durchaus gibt es Möglichkeiten, um gegen solche eine Art vom Verleumdung vorzugehen. Sie ist sogar strafbar. Im deutschen Recht ist Verleumdung im StGB folgendermaßen definiert:

„Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ (§ 187 StGB)

Was ist zu tun? Beispielsweise könnte die Betroffene bei der Polizei eine Anzeige erstatten, einen Rechtsanwalt beauftragen, einen Schiedsmann als Moderator um Hilfe bitten, oder einen Antrag auf einstweilige Anordnung beim Familiengericht stellen. Letzteres ist die Lösung, die der hier Betroffenen am ehesten zusagte. Jede Sachlage ist anders, weshalb die hier genannten Maßnahmen nicht für jeden Fall geeignet sind.

Opfer, die ebenfalls Hilfe benötigen, finden Informationen, Kontaktdaten, etc. unter:

www.weisser-ring.de oder Telefon: 04331/4349909 (Landesrufnr SH)

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