Schulunterricht. Der Sportlehrer verlangt Montagmorgen um 8.05 Uhr von einer müden Schülerin, dass sie Hochsprung macht. Sie ist kalt – Aufwärmtraining gab es nicht. Sie weiß nicht wie – fehlte in der letzten Stunde. Eine Mitschülerin erklärt ihr die Sprungart. Schon beim ersten Absprung verdreht sich das Mädchen ein Knie; fällt mehrmals auf die Stange. Der Lehrer sagt: “Mach, bis du es geschafft hast.” Sie springt. 3x, 4x, 5x. Nachmittags klagt sie über Schmerzen in Hüfte, Rücken und Knie …

Die Schülerin hat am ganzen Körper verteilt blaue Flecken und kann kaum auftreten. Ihre Mutter ist hart im Nehmen, und meint zunächst, dass ihre Tochter sich nicht so anstellen soll. Doch ihr Kind klagt jeden Tag ein wenig mehr, insbesondere über Schmerzen im Knie. Also gehen die beiden dann doch noch zum Arzt. Zum Hausarzt, ohne Termin. Sie sitzen fast zwei Stunden lang im Wartezimmer. Es ist Herbstanfang, die Ersten mit Husten und Schnupfen sitzen dort – sich anzustecken kann sich die Mutter nicht leisten …

Eines darf einer Frau, die mit wirklich Allem alleine dasteht, nicht passieren: Sie darf niemals krank werden. Niemals. Wenn sie auch noch selbständig ist, sind die Folgen durch gesundheitliche Probleme existenzbedrohend!

Zwei Stunden in der Praxis, viel Papierkram, und: Nichts genutzt

Eine Arzthelferin lässt sie ein Unfallformular ausfüllen, worin unter Anderem der Unfallvorgang geschildert wird. Das müsste sein, weil es ein Schulunfall war. Sie fragen nach: “Der Lehrer hat kein Aufwärmtraining gemacht? Und nicht selbst erklärt, wie Hochsprung richtig geht?” Nein, hat er nicht.

Nachdem Mutter und Kind endlich den Arzt sehen, untersuchte er die Sportverletzte und sagte danach: “Das sind Prellungen. Die Schmerzen im Knie halte ich nicht für bedenklich, aber das muss weiter abgeklärt werden, weil es ein Schulunfall war. Deshalb hätten Sie eigentlich auch direkt zu einem Durchgangsarzt (siehe Wikipedia) gehen müssen.”

Wieso haben die Arzthelferinnen das nicht bei der Anmeldung gesagt?



Patientin und Mutter gehen mit einem Schmerzsalben-Rezept und rufen direkt beim nächstgelegenen Durchgangsarzt an – 8 Kilometer weiter, in einer anderen Stadt. Sie haben Glück und dürfen direkt kommen. Die Wartezeit hält sich in Grenzen. Die Mutter muss das gleiche Formular wie zuvor erneut ausfüllen – auf Papier. Sie muss den “Unfall”- Hergang erneut erzählen – von Anfang an. Diese Ärztin untersucht die verletzte Schülerin erneut, spricht auch von Prellungen und auch von einer notwendigen tieferen Untersuchung des Knies, weil die Unfallkasse das braucht – nicht, weil sie eine schlimmere Verletzung vermutet.

“Da ich nicht mit Sicherheit sagen kann, dass der blaue Fleck seitlich des Knies keine innere Blutung ist, die Folgen haben kann, müssen Sie das für die Unfallkasse abklären.” Sie händigt der Mutter eine Überweisung aus – für ein MRT (Magnetresonanztomographie). “Wir müssen erneut eine Untersuchung durchführen lassen – aus versicherungstechnischen Gründen? Wer bezahlt mir die entfallene Arbeitszeit?” Die Ärztin zuckt mit den Schultern und bemerkt: “Bürokratie …”

Das Kind hat weiterhin Scherzen – auch im Rücken. Blaue Flecken sind auch dort zu sehen. Sie wurde schon viel untersucht – geholfen hat ihr niemand!

Sollen sie jetzt auch noch zum Orthopäden gehen? Es dauert zwei bis drei Monate, bevor man dort einen Termin bekommt.

Soll die Patientin bis dahin mit Schmerzen herumlaufen? Sich herumquälen? Mutter und Kind entscheiden sich dagegen und gehen zu ihrer Chiropraktorin, die in Deutschland – trotz 5-jährigem Vollzeitstudium zum Mediziner im Ausland (z.B. in England) – als Heilpraktikerin tätig sein muss. Das bedeutet: Sie kann nicht mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, sondern nur privat. Wer kann sich das leisten? Wer ist Privat zusatzversichert?

Nun: Diese beiden sind es, haben einen privaten Zusatztarif für Heilpraktikerleistungen und bekommen am nächsten Tag einen Termin bei der Chiropraktorin. Diese stellt fest: “Es sind mehrere Wirbel verkantet, das Hüftbecken und eine Rippe sitzen nicht richtig – kein Wunder, wenn so ein Sport ohne Aufwärmtraining und ohne richtige Technik gemacht wird!”

Es dauert keine zwanzig Minuten, da sitzt durch gezielte – professionelle –  Handgriffe und Drehungen wieder alles richtig, und: die Schmerzen in Rücken und Hüfte lassen sofort nach.

Die Chiropraktorin hat dem Kind SOFORT geholfen. Im Gegensatz zu allen anderen Ärzten!



Aber das war es noch nicht … Mutter und Kind hatten sich, relativ sicher in der Hausarztpraxis, mit Grippe angesteckt und lagen infolge flach. Die Mutter kann einige Tage kaum arbeiten, aber erledigt wie immer, das Wichtigste – solche Dinge, die sie tun muss, aber mit denen sie kein Geld verdient. Kundenkontakt, selbst das Sprechen am Telefon fällt ihr schwer. Ihre Tochter hatte nun Schmerzen UND Grippe. Sie kann nicht zur Schule – 10 Tage lang, selbst in den Herbstferien ist sie noch krank. In der letzten Woche vor den Ferien wurden mehrere Klassenarbeiten geschrieben – die Patientin konnte nicht mitschreiben.

Die Unfallkasse schickt jetzt auch noch ein Formular zum Ausfüllen – der Unfallvorgang muss zum 4. Mal schriftlich geschildert werden.

Zum vierten Mal! Handschriftlich. Wochen später kommt noch ein Formular zum Ausfüllen. Die Mutter dreht am Rad; ihrem Kind wurde nicht geholfen. Normale Schmerztabletten und Sportsalbe hatten sie zuhause; alles nicht rezeptpflichtig. Was hätte eine elektronische Patientenakte geholfen? Über sinnlose Kosten wollen wir hier garnicht reden. Oder doch?

Das MRT muss trotzdem sein und findet ausnahmswiese in Kürze statt.

NUR weil die Patientin eine private Zusatzversicherung hat und die Mutter mehrere Radiologen anrief, bekommt sie in der Woche darauf bereits einen Termin dafür. Wieder in einer anderen Stadt – entgegengesetzte Richtung. Geschichte und Formular mussten erneut erzählt bzw. ausgefüllt werden …

Aber auch das MRT ergibt nichts. Das Knie ist definitiv nicht tiefer oder nachhaltig verletzt worden. Alles nur äußere Prellungen und Zerrungen – nur die Rückenproblematik wäre ohne “Heilpraktikerleistungen” nicht mit ein wenige Salbe und Zeit weggegangen.

Folgen? Wollen wir über Folgen sprechen?

Die Schülerin war durch die sinnlosen Arztbesuche 2fach krank und verpasste eine Menge Unterricht und schrieb Klassenarbeiten nicht mit. Nach den 3wöchigen Herbstferien (in SH, einmalig in 2018 so lang), hatte sie 2 Wochen lang Betriebspraktikum. Die Lehrer verlangten, dass die Schülerin 6 Wochen später, als alle anderen Schüler, die Klassenarbeiten schreibt.

Dazwischen lag eine Zeit von Sommerferienlänge, in der viel vergessen wurde und ein arbeitsreiches, anspruchsvolles Betriebspraktikum.

Die Schülerin hat die Klassenarbeiten versemmelt, was dazu führte, dass sie die ESA-Prüfungen im Frühjahr mitmachen muss (an einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe, siehe Schulsystem Schleswig-Holstein).

Für die Mutter bedeuten all die Arztbesuche: Verdienstausfall.

In der Summe fünf (5) halbe Tage durch Arztbesuche und weitere 4 ganze Tage durch die Grippe. Die Tochter war rund 14 Tage krank.  Die Arbeitsausfall- sowie Fahrtkosten durch insgesamt fünf Arzttermine (mit MRT-Nachgespräch) an verschiedenen Tagen in verschiedenen Städten sowie die, durch die Folgeerkrankung durch Ansteckung im Wartezimmer, bezahlt der Mutter: niemand!

Der ganze Vorgang ging am meisten zu Lasten des Kindes und der Mutter!

  • Der Lehrer, der fahrlässig gehandelt hat, weil er weder Aufwärmtraining noch eigene Erklärungen für notwendig hielt, bekam wohl nur einen Rüffel (beruht auf “Hörensagen”)
  • Das Kind hatte wochenlang Schmerzen und Schulprobleme.
  • Die Mutter hatte Verdienstausfall und Kosten.
  • Das Gesundheitssystem hat die – sinnlosen? – vielzähligen Untersuchungskosten getragen.
  • Außer der Chiropraktorin hat KEIN Arzttermin der Patientin geholfen.

Was hätte eine elektronische Patientenakte genutzt?

Und: Hätten Arzt-Beratungsgespräche per Videotelefonie die eine oder andere Fahrt in die Praxen erspart?

  • Klar ist: es hätte NICHT 4x der Unfallvorgang auf Papier-Formularen ausgefüllt werden müssen.
  • Der Gang zum Hausarzt hätte ausbleiben können, wären Patienten besser im Vorwege informiert.
    • Dadurch hätten sich Mutter und Kind nicht im Wartezimmer angesteckt. Hätte bedeutet: Keine Ansteckung. Weniger Arbeitsaufall. Weniger Einkommensverlust.
  • Das abschließende Gespräch nach dem MRT hätte per Videotelefonie stattfinden können; per Telefon durfte das wegen der nicht möglichen Identifikation nicht stattfinden.

Kurz: 2 von 5 Terminen hätten ausbleiben können. Ein dritter auch? Gäbe es nicht die bürokratischen Unfallversicherungstechnischen Gründe?

Würde unsere Gesellschaft zudem:

  • Mütter nicht herabwürdigen und von ihnen erwarten, dass sie durch ihre Familienarbeit selbstverständlich Einkommensverluste hinnehmen, wäre für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf viel getan.
  • Lehrer besser ausbilden und zur Verantwortung ziehen, wenn sie fahrlässig handeln, dann hätten Schüler weniger Folgen zu tragen.

Mehr zum aktuellen politischen Thema / Jens Spahn / eHealth / digitale Gesundheitsakte / Gesundheits-Apps – siehe News (link zum Google-News).



200 Stimmen im großen Saal der Musik- und Kongresshalle, klirrende Gläser, erwartungsvolle Spannung – so startete der Kongress für Frauen in Führung im Norden (FiFin). Themen wie New Work, Veränderungen durch die Digitalisierung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie kamen auf die Bühne, in die Barcamp-Sessions und: an die Tische.


Selbstständige, Gründerinnen und Frauen in Führung trafen sich am 17. und 18. Mai 2019 in Lübeck, beim 2. FiFin-Kongress mit dem Titel: “Meine Arbeitswelten”. Freitagabend wurde zudem der IB.SH-Unternehmerinnenpreis verliehen.

Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, war Gastgeberin des FiFin-Kongresses und Schirmherrin des IB.SH-Unternehmerinnen-Preises.

Schleswig-Holstein soll ein echtes Gründerland werden – die Digitalisierung bietet neue Chancen. Zwar wächst laut IHK-Statistik die Zahl der Unternehmerinnen, aber: da ist noch Luft nach oben. “Die Digitalisierung ist ein aktuelles Zeitthema, das insbesondere Berufstätigen mit Kindern die Chance bietet, flexibel zu Arbeiten.”  sagte Gastgeberin Frederike C. Kühn (Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein) am Freitag unter Anderem in ihrer Begrüßungsrede. “Dabei ist die Selbständigkeit ein Weg, den wir von der IHK fördern.”

Dr. Katarzyna Mol-Wolf von der INSPIRING NETWORK GmbH & Co. (Verlag) forderte in ihrer Keynote-Rede u.a.:

“Frauen sollten sich nicht gegenseitig bewerten, sondern sich gegenseitig stärken und solidarisch unterstützen. Jede Frau soll “strahlen” dürfen!”

Welches Verhalten damit unter Frauen gemeint ist, wurde in einer Barcamp-Session am Nachmittag (siehe unten) weiter diskutiert. Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und aktueller Bundesratspräsident Daniel Günther (Foto oben) sprach kurz vorm Ende der Veranstaltung – er hält Vereinbarkeit von Beruf und Familie für wichtig und selbstverständlich, weswegen er zum Beispiel den Ausbau von KiTa`s fordert.

Weitere Statements oben genannter Persönlichkeiten, stehen bereits im Presseartikel der IHK geschrieben. Ein Video dazu, ist ganz unten eingefügt.

Der Kongress bot eine Plattform für aktives Networking.

Neben den Reden auf der großen Bühne, gestalteten die Forumsleiterinnen und Teilnehmer (m/w/d) den Kongress zu dem aus, was er wurde: Zu einer aktiven Networking-Veranstaltung mit geplanten Foren-Beiträgen, unvorhergesehenen Barcamp-Sessions und persönlichen Gesprächen in den Pausen. Am späten Freitagvormittag fanden drei Foren statt. Themen: „Netzwerk schlägt Hierarchie: Führung im digitalen Zeitalter“ mit Referentin Christiane Brandes-Visbeck (Kommunikationswissenschaftlerin & Autorin aus Hamburg); sowie „Digital durchstarten – bessere Chancen für Frauen, Solo-Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen mit neuen Online-Tools“ mit Referentin Alexandra Brosowski (Autorin & SchreibCoach aus Neumünster) sowie “New Work – Und nun?“ mit Referentin Jennette Rouvel (geschäftsführende Gesellschafterin der SPI GmbH, Ahrensburg und Vorstandsmitglied des HanseBelt e.V.).

Die Autorin dieses Artikels war im Forum von Jeannette Rouvel, welche den Teilnehmern einen Blick in betriebswirtschaftlichen Modelle gab, die NewWork und Vereinbarkeit in Zeiten der Digitalisierung in ihrer Firma möglich machen sollen. Sie sprach von drei Modellen der Organisationsentwicklung: Kultur- und Personalentwicklung sowie Strukturänderungen, welche bei den zukünftigen Veränderungen durch Digitalisierung und NewWork in Unternehmen beachtet werden müssen.

Eine Aufnahme von Jeanette Rouvels Forum:

“Unternehmen müssen kreativ sein, um besser als der Wettbewerb zu sein!“ sagte Jeanette Rouvel (SPI GmbH u. HanseBelt e.V.) u.a. in ihrem Forum. (Bild- & Audio: Susanne Braun-Speck)

Die Zukunft ist digital und zunehmend agil – verbunden mit Unsicherheit in der Industrie.

Ihre Forumsteilnehmer ließ sie Werkzeuge und Modelle vor Ort in Teams erproben. Mit der Systemtheorie „Blau-Rot“ löste sie bei vielen Kopfzerbrechen aus – was Sinn dieser Theorie ist! Gezielt soll quergedacht und versuchsweise verbunden werden, was völlig verschieden ist.

Jeanette Rouvel stellte im Schaubild blaue Probleme mit roten Ansätzen gegenüber. Während die Blauen festgeregelte, oft technischer Natur sind und nur mit Wissen gelöst werden können, sind die roten Probleme flexibel und veränderbar – um sie zu lösen, brauchen Mitarbeiter gute Ideen, Kreativität und Talent. Diese Systemtheorie ähnelt der Vorstellung von rechter und linker Gehirnhälfte, die verschiedene Fähigkeiten haben, welche nur mit „Trick 17“ bewusst vereinbart werden können – ist zumindest die Annahme der Autorin #SBraunSpeck, welche vor wenigen Wochen erst den Neurowissenschaftler Gerald Hüther auf der #NWX19 zum Thema NewWork und Kreativität interviewte.

Rouvels Ziel: Deutlich machen, dass die festen, klaren Strukturen des Industrie- durch das agile Digitalisierungs-Zeitalter abgelöst werden – wozu zunächst Denkprozesse verändert werden müssen.


Diplomat, Teamplayer, Zicke oder Alpha? Macht & Anpassungsfähigkeit.

Birgit Schliche, Leadership-Consultant bei PlanB sorgte für Erkenntnisse, denen Klischees anhaften. Foto: S. Braun-Speck

Eine sehr lebhafte und spaßige Runde erlebte Beitragsautorin Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und Mitautorin des Bertelsmann Booksprints „Vereinbarkeit 4.0“) bei der Barcamp-Session von Birgit Schiche, Leadership-Consultant aus Hamburg.

Die Fachfrau für Geschlechter unterschiedliches Kommunikationsverhalten sorgte für viele Lacher und interessante Diskussionen wegen klischeehafter Stereotypen – die doch viele Wahrheiten zeigen. Session-Thema waren u.a. typische Kommunikationsmodelle – die weibliche des „Kaffeekränzchens“ bei dem gemeinschaftlich, auf Augenhöhe, als Teams agiert wird und: bei dem Frauen sich gleichmachen und nicht aus der Reihe tanzen – weswegen sie seltener in Führungspositionen sind!

Dem Gegenüber steht das männliche Kommunikationsmodell der „Seilschaften“, bei dem es „laut“ ums Hervorheben der eigenen Person geht – und nicht um Inhalte; um einen sportlichen Wettkampf mit dem Ziel:  in der Hierarchie möglichst weit Vorne zu stehen und zu „gewinnen“. Was die anderen davon halten, ist den Männern egal.

Besonders interessant war auch das „Johnestone“ Statusmodell (siehe Foto), bei dem Menschen in einem Team die Rollen und Positionen wechseln – bewusst oder unbewusst. Birgit Schliche verdeutlichte den Teilnehmern, wann und wie sie von einer Rolle in die nächste gelangen, und was vielleicht helfen würde, um von einer tiefen (Teamplayer- oder Zicken-Rolle), in eine hohe Position (Diplomaten- oder Alpha-Rolle) zu gelangen.


In der Mittags-, wie in der Kaffeepause im Anschluss des Barcamps, sowie Abends nach der Preisverleihung (Foto: Büfett im Kolosseum) war ausreichend Zeit zum Netzwerken und für persönliche Gespräche. Dabei kamen insbesondere Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf „den Tisch“. Dabei waren Freiberuflerinnen und Beraterin, mittelständische Arbeitgeberinnen, genauso wie Führungskräfte von Lübecks größtem Arbeitgeber Dräger.


Abends: IB-SH Unternehmerinnen-Preisverleihung im Kolosseum

Im Anschluss an den FiFin-Kongress ging es ab 18 Uhr mit alten und neuen Gesichtern weiter. Bis zur Bekanntgabe blieb es spannend im Kolosseum in der Kronsforder-Allee in Lübeck: Weder Schirmherrin Frederike C. Kühn, noch Justiz- und Gleichstellungsministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Lübecks stellvertretender Stadtpräsident Klaus Puschaddel oder Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), wussten vorher, welche Unternehmerin den diesjährigen Unternehmerinnen-Preis der IB.SH gewinnen und wer Newcomerin des Jahres sein würde.

Die Unternehmerin Manuela Görcke (Foto: mit Urkunde in der Hand mittelinks) von der OTHEB GmbH überzeugte die Jury mit ihren psychosozialen Beratungsleistungen für Mitarbeiter von Unternehmen und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, sowie eine Skulptur des schleswig-holsteinischen Künstlers Volker Tiemann als Trophäe. „IB.SH-Newcomerin 2019“ wurde Claudia Valder (Foto: mit Urkunde in der Hand mitterechts), Geschäftsführerin der Systema Natura GmbH, welche Spezialistin im Bereich Prozessoptimierung und Analytik pflanzlicher Wirkstoffe ist.

 


Essay nach einem Gespräch mit dem Neurobiologen & Autor Gerald Hüther

Die Zukunft ist digital. Die Zukunft hat KI. Die Zukunft braucht kreative Köpfe! Sind  “Kreativität” und “Begeisterung” das, was Menschen zukünftig brauchen? Was die Wirtschaft braucht? Das Folgende ist ein Essay zum Thema „neue Arbeitswelt“ und „Bildung“ im Rahmen der „digitalen Transformation“, nach einem Gespräch mit Gerald Hüther, Neurobiologe & Autor populärwissenschaftlicher Bücher. Hierin versucht die Autorin u.a., die Zusammenhänge zwischen Bildung/Schulsystem und Wirtschaft/digitale Arbeitswelt herauszukristallisieren…

Als Forscher sieht Hüther die Verbreitung und Nutzbarmachung von Erkenntnissen aus der Hirnforschung als seine zentrale Aufgabe an. Ziel ist, Lebensbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, menschliche Potenziale zur Entfaltung zu bringen – nicht nur im Bereich Erziehung und Bildung. Als Vorstand der „Akademie für Potenzialentfaltung“ berät er hierzu auch auf der Ebene der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen. Autorin dieses Essays, Susanne Braun-Speck, ist seit 1996 in der IT-/Medien-Branche tätig und Mutter eines hochbegabten Mädchens, welche im hiesigen Schulsystem zum „Underachiever“ geworden ist. Mit Gerald Hüther sprach sie erstmalig im Rahmen des XING #NWX19 Events in der Elbphilharmonie in Hamburg und konnte danach mit ihm über seine Sichtweisen und möglichen Lösungen etwas länger sprechen.

Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und sii-kids.de).  Portrait von Gerald Hüther (privat), Foto von der NWX19: #SBraunSpeck

Gerald Hüther eröffnete die NWX19 in der Elphi (Foto: #SBraunSpeck)

Auf der „New Work Experience“ ging es um die Arbeitswelt der Zukunft.

Gerald Hüther lieferte morgens um zehn Uhr die Auftakt-Rede im großen Saal der Elbphilharmonie. Zusammenfassend erklärte er den Teilnehmern, das Kreativität und selbstbestimmtes Lernen sowie Arbeiten mit Begeisterung zukünftig von noch höherem Wert für Gesellschaft und Wirtschaft sein werden. Denn: KI – künstliche Intelligenz – wird sehr viele Tätigkeiten von Menschen ablösen. Aber kreatives Denken und Entwicklungsarbeit kann sie nicht leisten! Hier wird der Mensch unersetzlich bleiben. Zunächst.

Damit Kinder kreative Entwickler für die Arbeitswelt der Zukunft werden können (besser: bleiben), brauchen sie ein Lernumfeld, dass selbstbestimmtes, motiviertes und kreatives Lernen zulässt. Darin liegt die Verbindung zwischen den Themen „Lernen/Bildung“ und „New Work“.

Das Schulumfeld ist nur ein Abbild unserer Gesellschaft und Wirtschaft.

Dieser Zusammenhang veranlasste den Neurobiologen dazu, die „Akademie für Potenzialentfaltung“ zu gründen. Bei ihr geht es darum, Gemeinschaften entstehen lassen, in der die freie Entfaltung von Talenten und Begabungen möglich ist. Aktuell begleitet er ein Stadtentwicklungsprojekt in Tulln dazu, einer Bezirkshauptstadt an der Donau. Hüther ist so in die gesamtgesellschaftliche Diskussion zur Transformation in die digitale Zukunft geraten. Dafür notwendige Veränderungen sind nicht nur in der Bildung, sondern in der gesamten Gesellschaft, jeder Kommune, jedem Sportverein und natürlich auch in der „neuen Arbeitswelt“ der Wirtschaft notwendig. Dazu sprach er auf der „New Work Experience“

2013 erhitzte er mit dem Buch „Jedes Kind ist hoch begabt” (siehe amazon) die Gemüter. Unabhängig vom Buchtitel wird allgemein zwischen den Begrifflichkeiten „hochbegabt“ und „hoch begabt“ mit Leerzeichen unterschieden. Meinte er vielleicht eher „Talent“ oder „Fähigkeit“? Vielleicht hätte der Titel „Jedes Kind hat ein Talent“ es besser getroffen? Auf jeden Fall ist in jeder Gesellschaft etwas Anderes wichtig und wird etwas Anderes als besondere Begabung bezeichnet. Im Regenwald zählen zum Beispiel mathematische Fähigkeiten gar nichts, in der digitalen Welt viel.

Fakt ist: Mit der heutigen digitalisierten Gesellschaft verändert sich auch, was ein wichtiges Talent ist, und was nicht. Das Industriezeitalter ist vorbei. Heute und in der digitalen Zukunft sind andere Fähigkeiten wichtig, als noch vor wenigen Jahren.

Gerald Hüther sprach u.A. davon, dass Mitarbeiter in Zukunft deutlich kreativer sein müssen.

Doch wie kann selbständiges Denken und Kreativität bei Kindern und Jugendlichen sowie Mitarbeitern gefördert werden? Unter welchen Bedingungen können sie ihre Talente entfalten? Wie, fragte sich die Autorin, wieder aktiviert werden, wenn deren Hirn im langweiligen Frontalunterricht von Schulen oder in Firmen, mit festgeregelten Arbeitsalltag, längst abgeschaltet hat?

Die Initiative „Schule im Aufbruch“ hilft zum Beispiel bei dieser Transformation, sagte Gerald Hüther. Ihre Aktivitäten sollen zu mehr Potenzialentfaltung der Kinder führen. Dazu bedarf es einer neuen Lernkultur, vielfältiger Lernformate und einer wertschätzenden Haltung. Was wirklich zählt: Vertrauen, Wertschätzung, Beziehung, Verantwortung, Sinn.

Diese Beschreibung klingt genau nach dem, was auch auf der „New Work Experience“ in der „Elphi“ vermittelt wurde.

Das klingt auch genau nachdem, was insbesondere hochbegabte Kinder und Jugendliche brauchen. Doch gelebt wird das in den Schulen bisher kaum. Dafür werden lokale Initiativen gebraucht, die Schritt für Schritt vormachen, wie es gehen kann und dafür sorgen, dass sich die Transformation mit der Zeit flächendeckend durchsetzt. Durchaus auch mit digitalen Lernprojekten, wie Media4Schools von sii-kids, bei denen kreative und agile Methoden gelebt werden? Hüther sagte: Die Welt wird in der Zukunft digital sein – Industrie 4.0 heißt sie in der Wirtschaft. In 20 Jahren wird künstliche Intelligenz Routineaufgaben von Menschen übernommen haben – nicht nur in der industriellen Produktion und das Autofahren, nein, auch bis hin zu Hochschuldozenten, die Semester für Semester Wiederholungen durchführen.

Wiederholungen, feste Abläufe, sind automatisierbar und können grundsätzlich von KI übernommen werden.

Damit der einzelne Mensch in der digitalen Welt von morgen noch eine Rolle spielt, muss er zum Entwickler werden. Zum kreativen Entwickler, der sich für seinen Job begeistert. Doch: unser Schulsystem fördert kreative und freie Entwicklung nicht; viele Schüler haben aufgrund starren und langweiligen Unterrichts die Lust am Lernen verloren. Kurz: Motivation geraubt.

Aber: Fähigkeiten können sich nur entwickeln und Leistung entstehen, wenn aus intrinsischer Motivation heraus gehandelt wird. Das heißt, wenn Menschen aus eigener Motivation heraus lernen möchten. Zum Beispiel, weil sie sich für ein Thema interessieren, daran Freude haben oder es ihren Stärken entspricht oder sie sich anderweitig dazu ermutigt fühlen – zum Beispiel, wenn sie sehen, wie jemand anderes Freude an dem jeweiligen Thema hat. Belohnungs- und Bestrafungssysteme zählen dagegen nicht zu den Motivations-Förderern.

Doch welches (Berufs-) Schulsystem lässt Schüler ihre Lerninhalte nach Interesse wählen?

Für alle Schulen gibt es vorgeschriebene Lernpläne, die Lehrer ihren Wünschen entsprechend ausgestalten können. Daraus folgt oft Lehrer- anstatt Schülerzentrierter Unterricht. Beim schülerzentrierten Unterricht würde das Lerngeschehen wesentlich durch die Lernenden und ihre Interessen, Fragen, Impulse und Aktionen bestimmt werden. Sie könnten dabei möglichst selbst Etwas erarbeiten, kritisch miteinander diskutieren und Lerntempo und Lernziele weitestgehend selbst bestimmen.

Praktisch wird das aber im allgemeinen sowie beruflichen Schulalltag viel zu selten gelebt, kreatives Arbeiten kaum gefördert und gefordert. Themen auswählen geht nur im untergeordneten Sinne, zum Beispiel bei Projektarbeiten. Die gibt es in der Regel einmal im Schuljahr und werden überwiegend Zuhause durchgeführt, anstatt im Unterricht – der bleibt, so wie er bisher war. Außerdem ist das Regelwerk, wie solche Projektarbeiten inhaltlich und optisch gestaltet werden müssen, oft so eng, dass jegliche kreative Entwicklungsfreiheit schon im Ansatz unterdrückt wird.

Doch: Die Zukunft ist digital. Die Zukunft hat KI. Die Zukunft braucht kreative Köpfe!

Was Gesellschaft und Wirtschaft zukünftig an Nachwuchs brauchen, liefert das Bildungssystem bisher kaum. Wie können Begeisterung, Motivation, Kreativität und Lernwille, bei demotivierten Kindern und Jugendlichen wieder entfacht werden? Was braucht es dazu?

…. Der weitere Text wird gerade noch geschrieben.

Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de und sii-kids.de). Foto oben: Gerald Hüther auf der xing #nwx19 bei seiner Eröffnungsrede im großes Saal in der “Elphi”, Foto: xing

Die vermutlich größte Veranstaltung zum Thema „Zukunft der Arbeit“ im deutschsprachigen Raum fand am 7. März 2019 in der Elbphilharmonie Hamburg statt: die dritte “New Work Experience” #NWX19. Rund 1.800 Teilnehmer und Gäste tauchten in die neue Arbeitswelt ein – mit Themen rund um neue Arbeits(zeit)modelle, Vereinbarkeit, Wohlfühlatmosphäre, kreativer Weiterentwicklung z.B. durch WOL (Working Out Loud), agile Mindsets, Homeoffices sowie mobile & Co-Working-Arbeitsplätze – das in Zeiten von digitaler Transformation und Arbeitsplatzbedrohung durch künstliche Intelligenz.

Autor des Artikels / copyright by: Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de), Foto oben: XING, Foto unten: @SBraunSpeck. Dieser Artikel ist einer von zwei Beiträgen von ihr beim Booksprint der Bertelsmann Stiftung zum Thema “Vereinbarkeit 4.0.”. Das Buch wird im Frühjahr 2019 herausgegeben und gemeinfrei sein.

“New Work” bezeichnet die Gesamtheit der modernen, orts- und zeitunabhängigen sowie flexiblen Arbeitsformen und –methoden im globalen und digitalen Zeitalter. Die Idee dazu soll auf den österreichisch-US-amerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann zurückgehen. Sie wurde von dem deutschen Psychologen, Informatiker und Autor Markus Väth weiterentwickelt. Zentrale Werte der „Neuen Arbeit“ sind laut Bergmann Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an Gemeinschaft, sowie Arbeit, die man wirklich mag und als sinnhaft versteht.

Laut dem Zukunftsinstitut, mit Sitz in Frankfurt am Mein, ist das Zeitalter der Kreativ-Ökonomie angebrochen – und es gilt Abschied zu nehmen von der industriellen Leistungsgesellschaft; Abschied von festen hierarchischen (Macht-) Strukturen mit engen Arbeitsvorgaben und –zeiten. Nine-to-five-Jobs sind nicht mehr “in”. Das selbstbestimmte Handeln mit freier Zeiteinteilung, auch in virtuellen Teams und Kreativitäts-Entfaltung steht zukünftig im Vordergrund. “New Work” verlangt von den Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft eine entsprechende Haltung; Kinder und Jugendliche sollen selbstentdeckende, freiheitliche Bildung erleben dürfen; Transparenz, Offenheit und Wertschätzung unter anderem durch “Kommunikation auf Augenhöhe” sind gewollt, ebenso wie Diversity (Dt: Vielfalt). 

Von all dem und noch viel mehr sprachen auf der #NWX19 in der “Elphi“: Gerald Hüther, Ricardo Semler, Sascha Lobo, Kathrin Menges, Fréderic Laloux, Jutta Allmendinger, Joschka Fischer, und viele mehr. 

Jobsharing: Ein Modell der neuen Arbeitswelt

Anders als bei typischer Teilzeitarbeit, bei der Aufgaben und Rollen in verschiedene Positionen aufgeteilt und somit fachlich und inhaltlich getrennt werden, ist Jobsharing insbesondere für Arbeitsplätze geeignet, die sich aufgrund von Strukturen und Verantwortlichkeiten nicht auf mehrere Personen verteilen lassen. Als CHAN bekleiden zum Beispiel Christiane Haasis (links im Bild) und Angela Nelissen (rechts im Bild) zusammen eine Führungsposition. CHAN ist “Vice President Refreshment DACH” bei Unilever in Hamburg und als stellvertretende “Persona” für beide und von beiden Führungskräften entwickelt worden. 

Nach Studienabschlüssen in BWL und Internationalem Management starten Christiane Haasis und Angela Nelissen ihre jeweiligen Karrieren bei Unilever. Es folgten Positionen in der Strategieführung und Markenentwicklung sowie im operativen Vertrieb einzelner Sparten. Dabei kreuzten sich ihre Wege immer wieder, bis sie einige Jahre später die Körperpflegemarke “Dove” gemeinsam für Europa verantworteten. Eine als strategische Markendirektorin, die andere als operative Länderchefin. Nach 15 Jahren im Unternehmen beschäftigten sich beide damit, welchen anderen Weg es geben könnte, um Karriere / Arbeit und Familie besser zu vereinbaren. Zu dieser Zeit entstand die Idee für das Job-Tandem.

Weltweit sind sie aktuell das einzige Duo, das sich auf so hoher Ebene einen Job teilt. 

Im Interview auf der #NWX19 erzählten sie der Freiberuflerin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de/sii-kids.de und dem Jugendredakteur Philipp Nuhn, stellvertretend für erkant.de, mehr von ihrem “Doppelkopfleben” beim Jobsharing. Damit das Tandem CHAN authentisch im Interview wiedergespiegelt wird, wurden auch hier die Antworten wie von einer Person wiedergegeben. Das “Du” gehörte zum guten Ton der Veranstaltung. 

Ihr tretet zusammen und auch einzeln unter dem Namen CHAN auf? 

Ja. CH ist das Kürzel von Christiane, AN das Kürzel von Angela. Wir sind zwei Menschen, verstehen uns im Job aber für den Arbeitgeber und Kollegen als eine “Persona“. Unsere Vorstellungen von Beruf und Arbeit sind sehr ähnlich, Qualifikationen und Kompetenzen sind vergleichbar, Tantiemen werden zu gleichen Teilen ausgeschüttet. Wir sind Eins und agieren als eine Person. Im Außenverhältnis sind wir gegenseitig jederzeit ersetzbar. 

Wie lange arbeitet Ihr inzwischen als Tandem? 

Seit 2009 sind wir im Jobsharing aktiv. Erst verantworteten wir als Category Direktor das Food-Geschäft, seit 2014 das Eis- und Teegeschäft von Unilever; aktuell in der Rolle als Vice President Refreshment für Deutschland, Österreich und die Schweiz (ca. 1mrd € Außenumsatz). 

Wie werden zwei Köpfe zu einer Führungskraft? 

Vieles ist eine Frage der Organisation. Wir sind zum Beispiel unter derselben E-Mail-Adresse erreichbar. Projekte teilen wir zwar unter uns auf, halten uns aber informiert. Wenn zum Beispiel unser direkter Vorgesetzter einen Ist-Zustand zu einem Projekt abfragen möchte, kann er stets davon ausgehen, dass wir beide eine plausible Antwort darauf geben können. 

Wie sieht das Jobsharing in der Praxis aus? 

Von einem üblichen Fulltimejob arbeiten wir beide 60%, sodass jeweils 10% der Arbeitszeit zwecks Austausches und Planung überlappen. Wie wir uns organisieren, klären wir unter uns. Einzelne Aufgaben verteilen wir nach persönlichen Schwerpunkten und Kernkompetenzen. Für Außenstehende kommunizieren wir sehr klar, wer welches Projekt gerade federführend leitet oder, ob wir zu zweit im Wechsel aktiv sind. Eine von uns arbeitet Montag bis Mittwoch, die andere von Dienstag bis Freitag; an zwei Tagen davon nur bis zum Nachmittag. Ansonsten ist es ganz normale Teamarbeit, bei der regelmäßige Infos und Unterlagen ausgetauscht werden, etc.  

Was ist wichtig, damit Jobsharing tatsächlich funktioniert? 

Wichtig sind vor allem gemeinsame Ziele, offene und ehrliche Kommunikation untereinander, aber auch mit den Chefs und Kollegen. Und, dass wir alle digitalen Tools nutzen (E-Mail, Microsoft Teams, WhatsApp) … nach 10 Jahren Jobsharing sind wir natürlich ein eingespieltes Team und es fühlt sich manchmal schon fast wie Gedankenübertragung an, wenn wir uns die Bälle zuspielen. Fatal wäre dagegen Egoismus – der stetige Teamgedanke ist enorm wichtig! 

Welchen Weg seid ihr gegangen, um das Jobsharing-Modell bei Unilever zu platzieren? 

Vor rund 10 Jahren entwickelten wir für uns die Idee; einige Jobshare-Paare gab es bei Unilever aber schon. Die Geschäftsleitung stand der Idee offen gegenüber. Infolgedessen stellten wir sie verschiedenen Führungskräften in Einzelgesprächen und bei entspannter Atmosphäre vor. Wir überlegten uns gut, was für wen wichtig ist, und warum Jobsharing darauf die Antwort sein kann. Klassisches Marketing mit Zielgruppenorientierung :-) Wir feilten an der Realisierung herum, machten uns weiterhin Gedanken, und konnten innerhalb weniger Wochen die Entscheider überzeugen. Als eine Position, die wir uns gemeinsam passend war, vakant wurde, konnten wir als Jobsharing-Tandem beginnen. In der Summe nach sechs Monaten. 

Macht Jobsharing Unternehmen fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft? 

Die Welt verändert sich stetig. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein können, ist ein Schlüssel „diversity“. Das heißt, Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Geschlecht und Herkunft werden gebraucht. Beim Jobsharing verdoppelt sich das Know-how – zwei Köpfe denken jeweils über die gleichen Themen und Projekte nach, ohne gleich doppelt viel zu kosten und sind zusammen viel kreativer. Weiterhin müssen hochqualifizierte Mitarbeiterinnen ihren Job nicht mehr aufgeben, nur weil sie eine Familie gründen möchten – sie können bleiben und somit wird der Fachkräfte-Abwanderung entgegengewirkt. Jobsharing bietet auch die Möglichkeit, sich im Urlaub gegenseitig zu vertreten. Der Arbeitsplatz ist also jederzeit besetzt.

Was ist insbesondere für die betreffenden Tandems positiv? 

Wir teilen uns die Verantwortung, coachen uns gegenseitig, haben insbesondere einen interessanten Führungsjob – trotz Kindern. Unsere Vier sind übrigens im Alter von 10 sowie 12 bis 18 Jahren; wir mussten uns nicht zwischen Beruf oder Familie entscheiden. Unsere Ehemänner stehen beide als gleichberechtigte Partner neben uns. Mit ihnen spielen wir uns die Familien-Aufgaben wie Pingpongs immer nach Bedarf hin und her. Außerdem entwickeln wir über das normale Maß hinaus stetig unsere Management-Fähigkeiten weiter – wir sind ja Sparringspartner, die sich gegenseitig coachen! 

Gibt es Nachteile? Habt ihr das Gefühl, ihr verpasst etwas, wenn ihr nur zu 60% arbeitet? 

Anfangs war die Organisation nicht ganz einfach. Man muss überzeugen können; dann läuft das Modell und verändert die Arbeitskultur für viele. Verpassen? Nein, niemals. Ganz im Gegenteil! Wir haben den Raum und die Möglichkeiten dafür, gestalten und entwickeln zu können.  

Ist Euer Jobsharing-Modell im Sinne von “New Work” erfolgreich?  

Inzwischen gibt es im Hause Unilever 30 Jobsharing-Teams. Das Modell bietet die Chance auf und den Verantwortungsumfang von Jobs, die nicht in reiner Teilzeit angeboten werden können – und eben doch alle Freiheiten der Teilzeit! 

Wir sind überzeugt, und bei Unilever ist dies gelebte Praxis, dass jeder Job geteilt werden kann. Entsprechend wird jetzt, von Arbeitgeberseite aus, bei neuen Stellenausschreibungen immer darüber nachgedacht, ob der jeweilige Job in Teilzeit oder eben im Jobshare-Modell gemeinsam von zwei Mitarbeitern besetzt werden könnte. Jetzt stellt sich nur die Frage: Who‘s next? 



Unilever ist mit einem Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro nach Procter & Gamble und Nestlé der drittgrößte Hersteller von FMCG (Fast Moving Consumer Goods) weltweit. Der Konzern entstand 1930 aus der Fusion des britischen Seifenherstellers Lever Brothers mit dem niederländischen Produzenten Margarine Unie. 

Bis heute hat das Unternehmen sowohl Standbeine im Lebensmittel- als auch im Non-Foodsektor. Den wichtigsten Produktbereich stellen heute mit rund 20 Milliarden Euro Jahresumsatz Körperpflegeartikel dar. Dove wird zu den wertvollsten Körperpflege- und Kosmetikmarken der Welt gerechnet. Bei Deodorants (u.a. Axe und Rexona) ist Unilever Weltmarktführer. Getränke (v.a. Teegetränke unter dem Lipton-Label) und Eiscreme sind nach wie vor ein bedeutendes Geschäftssegment und steuern knapp ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Unilever ist der größte Eiscremeproduzent der Welt. Die wichtigsten Marken in diesem Bereich sind das im Jahr 2000 gekaufte Ben & Jerry’s und die „Heartbrands“-Markenfamilie, die ein globales Logo (ein stilisiertes Herz) eint, die aber unter jeweils lokal verschiedenen Bezeichnungen auftritt – als Langnese in Deutschland. 

Quelle: Statista, abgerufen am 08.03.2018 unter: https://de.statista.com/themen/1647/unilever/ 


Weitere Quellen & Urheber: 

 

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Erstmals wurde im Bildungsmonitor 2018 der Bereich “Digitalisierung in Schulen” vertieft untersucht. Das Ergebnis zeigt: Deutschland liegt im internationalen Vergleich schwach im Mittelfeld. Wie kann der Sprung an die Spitze der digitalen Bildungslandschaft gemeistert werden?

Der Bildungsmonitor vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln läuft im Auftrag der Initiative “Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM). Er zeigt, dass Deutschland bei der Computernutzung an Schulen, bei den IT-Kompetenzen der Schüler und bei der Forschung Nachholbedarf hat. Innerhalb Deutschlands zeigt sich ein differenziertes Bild: Bayern und Baden-Württemberg zeigen hier Stärken. Schleswig-Holstein und viele der neuen Länder schwächeln. Siehe Factsheet SH. Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM wird in deren Pressemitteilung vom 15.8.2018 wie folgt zitiert: „Für die Digitalisierung brauchen wir eine bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrerfortbildung, mehr Austausch über innovative digitale Lehr- und Lernkonzepte und vor allem eine regelmäßige Überprüfung digitaler Kompetenzen der Schüler und ihrer Lehrer.“

Konkrete Lösungsvorschläge liefert ein Reinfelder Thinktank

Auch ein Elternteam mit einschlägigem Fachwissen aus Reinfeld (Holstein) macht sich Gedanken darüber. Vor den Sommerferien stand bereits die Idee im Raum, ein Lernportal für den Unterricht aufzubauen und jetzt zudem die Position eines Digitalisierungs-Managers in Schulen einzuführen. Für ein in SH und HH kurzfristig skalierbares Pilotprojekt werden Sponsoren und Kooperationspartner gesucht.

Jüngster Bildungsauftrag für Lehrer (m/w) ist, in allen Schulfächern digitales Lernen und Arbeiten einfließen zu lassen. Doch: Das ist einfacher gesagt als getan, denn vielen Lehrern geht es ähnlich, wie den Eltern: Sie sind nicht mit PC, Handy und den Möglichkeiten des Internets aufgewachsen.

Aber wie kann nun digitale Bildung gelernt und gelehrt werden?

“Vor den Ferien war ich u.a. Teilnehmerin einer Konferenz mit Lehrern, bei der der Lehrplan durch digitale Lehrinhalte erweitert werden sollte. Hier waren deutlich Umsetzungsprobleme zu spüren, die von Lehrer- sowie Technikmangel, Generations-Konflikten und fehlender Praxis herrühren: Woher sollen Knowhow, Technik und Zeit dafür kommen? Im September fand dazu eine einmalige Veranstaltung in Kiel statt. Wieviele Lehrer dort wohl zeitgleich – während der üblichen Unterrichtszeit – hingefahren sind?“ Fakt ist: In Schulen wird nach wie vor überwiegend Frontalunterricht mit Tafel und Papier gegeben. Wie sieht nun digitales Lernen und Arbeiten aus? So zum Beispiel:

Die Reinfelder Jugendredakteure (m/w) von erKant.de, der besten Online-Schülerzeitungs Deutschlands 2018, und ihr Coach arbeiten voll digital. Daraus entwickelte der betreuende Verein das Projekt “Media4Schools” als digitales Lernprojekt für Lehrer, Schüler und Schulsozialpädagogen.

Eine Online-Schülerzeitung ist ein digitales Produkt, mit digitalen multimedialen Inhalten und digitalen Arbeitsvorgängen. Obwohl die Redakteure von erKant.de ein eigenes Redaktions-Büro im Alfa-Park #1, aber aktuell keinen Internetzugang haben, treffen sie sich dort zwar zu Meetings, aber nicht zum aktiven Arbeiten. In der Praxis gestaltet sich die Teamarbeit also überwiegend digital. Beispielsweise so, wie jetzt bei Marwin, 12j, neu bei der Schülerzeitung. Er war bereits bei zwei Meetings von erKant.de dabei und arbeitet und denkt virtuell über deren WhatsApp-Gruppe bereits mit. Leider fand das Team noch nicht die Zeit, einen weiteren Workshop abzuhalten. Die Einarbeitung sowie Teamarbeit findet also überwiegend digital statt. Das nach Schulschluss, sehr oft am späten Nachmittag und an den Wochenenden.

Die Anfänge lernte Marwin in der Schulprojektwoche kennen. Projektleiter waren zu dem Zeitpunkt die Redakteure Minoka Braun und Marvin Ladwig; unterstützt aus der Ferne (remote) von ihrem Coach Susanne. Auch bei solchen, eigentlich schulinternen, Aktionen steht sie immer bereit – per Whatsapp, Telefon und E-Mail, in 2017 auch persönlich vor Ort. Grundsätzlich investiert sie seit Februar 2017 pro Woche zwischen drei und zehn Stunden Arbeit in das gemeinnütziges Projekt, das von ihr und ihrem Verein sii-kids & -talents e.V. gesponsert wird.

Seit der Projektwoche sind zweimal Ferien vergangen, bevor das jüngste Mitglied endlich seinen zweiten Artikel schreiben konnte. In der Zeit waren die Erinnerungen verblasst, aber das ist nicht schlimm, denn: Wie auf der Online-Schülerzeitung Artikel gestellt werden können und vieles Weitere, ist in Lern-Videos erklärt. Diese Videos können sich die Jugendredakteure und solche, die es werden wollen, jederzeit online ansehen – so oft sie wollen. Die einen Schüler und Schülerinnen (kurz: SuS) begreifen schnell, die anderen brauchen Wiederholungen – jeder lernt im eigenen Tempo und: Wann und wo und was er will!

Zurzeit stehen den Redakteuren von erkant.de 18 Lern-Videos sowie diverse Infotexte (auch zum Thema Recht wie Datenschutz, uvm.) zur Verfügung, die ihr Coach nach und nach produziert hat. Die Videos sind nicht professionell und nur so nebenbei – probono, wie alles andere – von ihr erstellt worden. Aber es reicht, um als SuS einfach loszulegen und Schritt-für-Schritt Online-Redakteur zu werden.

Soweit die Theorie. Ansonsten gilt hier: learning by doing … Das digitale Lernen und Arbeiten kann selbständig begonnen und erprobt werden. Für das Erlernen des journalistischen Handwerks und für die vielen tausend Details der digitalen Arbeit braucht es allerdings auch Menschen – d.h. bei erKant.de die Teamkollegen aus dem Kreis der Jugendredakteure und deren Coach. Manche Fragen kehren immer wieder, zu Themen und Inhalten, Schreibstil, Bilddateigrößen, Datenschutzfragen und vielem mehr.

Arbeitsmittel sind überwiegend Smartphones und die PC´s der Eltern zuhause. Smartphones werden zu Allem und Nichts genutzt: zum Schreiben auf der Website, zum Fotografieren und Video drehen, zum Aufnehmen von Interviews, Terminplanung und natürlich zur Kommunikation (Whatsapp und E-Mail) sowie für grafische Arbeiten (Plakate entwerfen, etc.). Besser geeignet wären dafür Tablets – etwas Geld dafür haben die Jugendredakteure – selbst gewonnene Preisgelder. Für ein interaktives Whiteboard reichen die Eigenmittel aber nicht …

Ein „Unternehmen“ führen und digital Lernen und Arbeiten in allen Facetten

„Tatsächlich ist es ja so, dass eine unabhängige Schülerzeitung (beachte die rechtliche Abgrenzung zur Schulzeitung) wie eine Firma ist. Das heißt, wir haben im Februar 2017 bei der Namensfindung und Marktpositionierung angefangen, es folgte das Teamfinden und das WebDesign. Heute haben wir natürlich immer wieder Aufgaben im Bereich des Personalwesens, Marketing, Technik und Finanzen  – und das überwiegend digital!“ sagt Susanne Braun-Speck, die auch Initiator der Schülerzeitung war. „“Meine“ Jugendredakteure lernen hier fürs Leben und sind teilweise enorm daran gewachsen – persönlich, als Menschen. Nicht zuletzt durch die zwei Gewinne beim Schülerzeitungs-Wettbewerb der Länder 2018 #2. Außerdem weiß ich, dass ich sie durch unsere Online-Schülerzeitung fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft mache – was wir hier tun, ist digitales Lernen und Arbeiten in allen Facetten.“

Das Coaching der Schülerzeitung und andere digitale Lernprojekte versteht Susanne Braun-Speck als Teilaufgabe von jemanden, dessen Berufsbild sie vor wenigen Wochen kreiert hat. Dem:

Digitalisierungs-Manager für Schulen*

Schulen haben die Digitalisierung als Zusatzaufgabe, wofür es i.d.R. keine speziellen Lehrkräfte oder andere Fachmitarbeiter gibt. Medienentwicklungspläne sollen „nebenbei“ erstellt werden – was nur über einen langen, mehrjährigen Zeitraum geschehen kann. Genau das geht nicht! Wer bereits der weltweiten Entwicklung hinterherhinkt, muss schneller laufen, um nicht abgehängt zu werden! Dafür hat das Reinfelder Digi-Thinktank das Berufsprofil des Digitalisierungs-Managers (m/w) entworfen.  Was er/sie alles für Schulen IN Schulen vor Ort machen kann, teilt das Team auf Anfrage gerne mit. Die Ministerien fordern die Schulen im Rahmen dessen dazu auf, für digitale Hilfsmittel und technische Infrastruktur sowie Beratung & Schulung kompetentes Personal zu stellen (kein Ehrenamt) – und es sich ggf extern zu beschaffen (Quelle für SH).

Ist das Digi4Schools-Konzept eines, das aufgehen könnte? Interessierte Sponsoren & Kooperationspartner oder auch weitere Lernbegleiter mt IT-Knowhow und/oder interessierte Schulen finden hier weitere Infos und Kontaktdaten: https://digi4schools.de/

* Creative Commons Lizenzvertrag
Digitalisierungsmanager für Schulen von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://digi4schools.de/vorhabens-beschreibung-ziele/.

Fakten-Check: Welche Komponenten haben Digitalisierungs-Vorhaben?

·        Menschen & ein Steuerungsteam – Der Schulträger, Schüler, Lehrer und Eltern sind direkt betroffene Personen die mit Veränderungen im Schulalltag leben und arbeiten müssen. Sie sollten alle von Anfang eingebunden sein; das Steuerungsteam durch sie begründet und von externen Beratern begleitet werden. Die Auseinandersetzung mit der Thematik „Digitalisierung“ ist schon ein Teil des Ziels und nutzt allen beteiligten Personen, ja sogar den Stadtverwaltungen (meist Träger der Schulen).

·        Finanzielle Mittel – Der DigitalPakt ist in trockenen Tüchern (vorausgesetzt die Änderungen im Grundgesetz erfolgen auch) und auf Länderebene vorbereitet; Gemeinden stellen ihren Schulen bereits Gelder zur Verfügung und Akteure stehen bereit. Doch schlussendlich sind es Firmen und Betriebe, die fürs Arbeitsleben digital geschulte Jugendliche als Nachwuchs brauchen. Sie sollten helfen und durch Spenden den Schülern „Flügel“ verleihen; sprich ihnen technische Hilfsmittel und Manpower finanzieren.

·        Hardware & Netzwerke – Eine Netzwerkstruktur wird gebraucht, mit Servern, Routern, LAN, WLAN, Internetzugang, Security-Konzepten; interaktive Whiteboards, PC´s, Laptops u/o Tablets, Dokumentenscanner; Cloud- / Speicherlösungen uvm. sowie ggf. BYOD-Geräte, etc. Bei der Beschaffung von Hard- & Software sind insbesondere die Zusatzaufwände durch Installation, Wartung und Support zu beachten und zu vergleichen – vor der Anschaffung!

·        Apps & Software – Standard-PC-Anwendungen, Lern-Apps / -programme, Web-User- & Multimedia-Tools, interne Management-Systeme, Augmented Reality, etc. Schüler sollten darüber auch skizzieren, kommentieren und zusammen­arbeiten können und Lernmittel (vor allem Bücher und Arbeitsblätter) in digitaler Form nutzen können; Video-Learning bringt viel, uvm. Um neue Anwendungen zu finden und zu wählen, kann der Weg das Ziel sein! Zum Beispiel durch ein erstes Pilotprojekt, das vor dem „großen Wurf“ kommt.

·        Konzepte & Methoden –  Wie funktioniert ein virtuelles und ein „flipped“ Klassenzimmer? Was sind die Besonderheiten bei Remote-Arbeiten? Design-Thinking, schülerzentrierter Unterricht, kollaboratives Arbeiten, blended und e-learning? Wir wird Kreativität gefördert und in dezentralen Teams sowie in Gruppen gearbeitet? Viele neue Methoden müssen erprobt werden! Der Weg dorthin muss gezielt und klar geplant werden, ein MEP erstellt werden – sonst gibt es keine Fördermittel.

·        Knowhow & Praxis – Generationen von Lehrern und Eltern sind nicht mit PC, Handy und den Möglichkeiten des Internets aufgewachsen. Es gibt in vielen Schulen weder speziell ausgebildetes Personal noch flächendeckende einschlägige Erfahrungen. Dabei ist Anwender- und Lehrer-Knowhow entscheidend für den Erfolg jeglicher Digitalisierungs-Maßnahme! Deshalb ist unser Konzept, spezielle Digitalisierungs-Manager für Schulen IN die Schulen zu senden, enorm zielführend!

Weiteres siehe unter: digi4schools.de


# Hinweise:

#2 Gewinne beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder 2018 – erKant.de wurde 2018 beim SZWdL zweifach ausgezeichnet. Die aktuell beste Online-Schülerzeitung Deutschlands gewann den Innovationspreis vom Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger (@BDZV) sowie mit ihrem Artikel über „Mobbing“ (Werner-Bonhoff-Stiftung)

#1 Das Redaktionsbüro wird gesponsert. – Der Raum an sich wird von Armin Moghaddam (pistazien.de) zur Verfügung gestellt; die Büro-Ausstattung vom Coach Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de; @SBraunSpeck); 2 PC´s aus dem sii-kids-Forscherlabor kamen von der Firma IT-Tec.

*Quellen & Links:

  1. ISNM Bildungsmonitor: https://www.insm-bildungsmonitor.de/
  2. Pressemitteilung des INSM: www.insm-bildungsmonitor.de/pdf/bildungsmonitor-2018-bundesweit.pdf
  3. Digitalisierungs-Manager: https://digi4schools.de
  4. Online-Schülerzeitung: https://erKant.de
  5. Wegweiser Digitale Bildung, www.netzwerk-digitale-bildung.de
  6. Digitale Bildung in SH: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Arbeitsfelder/LSBB/SchulentwicklungQM/digitaleBildung.html

Startup-DNA. Hinfallen, Aufstehen, die Welt verändern.

In seiner Autobiografie erzählt Frank Thelen (43j) – Deep-Tech-Investor und TV-Star –  von einem bewegten Leben mit Hoch und Tiefs als Unternehmer, seiner zweiten Karriere als Juror bei “Die Höhle der Löwen”, sowie von Technologien der Zukunft. Was kommt da auf unsere Gesellschaft zu? Warum wurde dieser Mittelschichts-Junge so erfolgreich?

Das Buch ist am 27. August 2018 vom Hamburger Murmann Verlag herausgegeben worden und als Print- und E-Book* erhältlich. Es hat rund 285 Seiten mit 21 Kapiteln. Fachbegriffe werden zwischendurch erklärt und Fotos von ihm und seinen Wegbegleitern gezeigt.

Ein Buch für Unternehmer und solche, die es werden wollen.

Das Buchcover ist schlicht in Blaugrün gehalten und zeigt den gestandenen Unternehmer und TV-Star in jugendlicher Frische, als hätten seine Erlebnisse mit jahrelangen 70-Stunden-Wochen und Nachtarbeit kaum Spuren hinterlassen. Ist das authentisch?

Anfangs wirkt der Schreibstil etwas aufgesetzt, wodurch der Eindruck vermittelt wird, dass Frank Thelen nicht gerne über Alltägliches spricht. Typisch für ihn, der wenig Sinn für Smalltalk hat? Mit jedem Kapitel wird seine Sprache gezielter und lebendiger: Wenn es ums Business und Technologien geht, scheint Frank Thelen auch als Autor in seinem Element zu sein!


Ist das „Unternehmer-Gen“ der Grund für seinen Erfolg?

Rezensentin Susanne Braun-Speck, tiefenschaerfe.de wollte herausfinden, warum und wie Frank Thelen “es” geschafft hat – und warum Andere nicht.

Es klingt, als wäre Begeisterung für die jeweilige Produktidee und das Mitreißen von Investoren und/oder Kunden die wichtigsten Erfolgsfaktoren von Frank Thelen – und natürlich seine Fähigkeit, einfach loszulaufen, hinzufallen, einzustecken und – wieder aufzustehen. Welche Talente & Fähigkeiten er noch hat; also solche, die ihn so erfolgreich machen, lassen sich nur zwischen den Zeilen herauslesen. Aber: Die Autobiografie liefert interessante und lehrreiche Inhalte aus der Technikwelt von heute und morgen.

Doch vorher erzählt sie von seiner Jugend in Bonn, Skateboardfahren, Schulversagen & seinem Einstieg in die IT; vom Aufstieg und Fall seiner ersten drei Firmen; seiner Frau Nathalie sowie unerwarteten Erfolgen, Unternehmensverkäufen an Größen wie Microsoft und seiner zweiten Karriere als TV-Star in der Höhle der Löwen. Später folgen Details über Investments in Deep-Technologien und Food-Start-Ups und: Ab Kapitel 13 geht es nicht mehr um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft. Unsere. Bei der Prognose für 2050 und der Aussicht auf „technologische Singularität“, bei der Mensch und Technologie eins sind, bekommt der eine oder andere Leser etwas Angst – was kommt da auf uns zu?

Von Fach-Chinesisch schreibt Frank (der das Duzen bevorzugt) auch, sogar viel: Auf rund 40 Seiten liefert er Einblicke in die wichtigsten Technologien, die Revolutionen vorantreiben, z.B. im Bereich Sprachsteuerung, 5G und IoT, Virtual Reality, 3D-Druck, Quantencomputer, etc. Die Themen künstliche Intelligenz (KI) und Distributed Ledgers, wozu auch die Blockchain und Kryptowährungen gehören, haben eigene Kapitel. Besteht hier die Möglichkeit, beim Lesen neue Geschäftsideen zu entwickeln? Fakt ist: Wer nicht losläuft, kommt nicht an. In Kapitel 21, dem Letzten, machen Franks Schlussworte Mut und fordern auf: Finde Deine #StartupDNA

Ende der kurzen Rezension, Download als pdf (mit 3.265 Zeichen)

Foto oben mit freundlicher Genehmigung von: freigeist.com; Bildmontage mit Spickzettel: Susanne Braun-Speck


Details zu den Inhalten einzelner Kapitel:

Skateboard-Fahren, Schulversagen & der Einstieg in die IT

Die ersten beiden Kapitel wirken sanftmütig und irgendwie normal. So normal, wie Frank Thelens Kindheit und Jugend in Bonn, wo er ab 1975 und in den 80zigern mit einer älteren Schwester aufwuchs. Im Stadtteil Bad Godesberg lernte er das Skateboard-Fahren, holte sich Blessuren, fiel oft hin und stand immer wieder auf. Sein Freizeitsport prägte ihn fürs Berufsleben und lieferte den Titel für dieses Buch.

Wegen schlechter Noten flog er vom Gymnasium; sein Informatiklehrer riet ihm von der IT ab. Er zerstörte beinahe den Familien-PC und lernte autodidaktisch, wie er ihn wieder reparieren konnte. Durch ein Praktikum und eine duale Ausbildung, sowie mit abgebrochenem Studium wurde er erst Programmierer und Gründer und infolge das, was er heute ist.

Von Aufstieg und Fall seiner ersten drei Firmen

Die folgenden drei Kapitel erzählen von den ersten drei Firmengeschichten, von 1993 bis 2008. Von der Gründung als 18-jähriger, seiner ersten Pleite und dem großen Unternehmensverkauf an Japaner. Der Leser merkt: Ab hier scheint der Autor in seinem Element zu sein – eher, als bei alltäglichen, privaten Themen. Im 6. Kapitel beschließt Frank Thelen erstmalig Investor zu werden; im nächsten geht es um Nathalie, die seine Wegbegleiterin wird und ihn heiratet – obwohl er bis dahin ein Nerd ohne Freundin war.

Er investierte als Erstes in „Wunderlist“, wofür Microsoft später mehr als 100 Millionen US-Dollar zahlte. Aber Frank Thelen gründete auch wieder selbst: Doch nicht immer erfolgreich. Er scheiterte mit DOO an den Gewohnheiten der Menschen. In Nachgang lieferte er aber wieder die beste APP am Markt.

Die Höhle der Löwen – fast alle rieten ihm davon ab, bei der TV-Show mitzumachen.

Zeitgleich mit dem Niedergang von DOO startet Franks Thelens TV-Karriere. Im 10. Kapitel seines Buches findet ein Ausflug in die Welt der Medienmacher statt: Er erzählt von seinem Werden in „Die Höhle der Löwen“ ( #DHDL ) und den Start-Ups, in die er investierte. Hier war er „Greenhorn“ und lernte viel Neues: Über das TV- und das Lebensmittel-Business. Auf alle Mitglieder seiner Food-Family geht er kurz ein und verrät, was sinnvoll klingt (Zitat):

Die beste Voraussetzung für ein Startup ist es, wenn die Gründer eine Lösung für ein persönliches Problem entwickeln.

Frank Thelen entdeckte natürlich auch ein Kern-Problem seiner Food-Family-Mitglieder: Das betraf die Logistik. Entsprechend gründete er “Xentral”, eine Softwaretechnologie, die die Logistikprobleme all der Food-Startups löst.

Investments in Deep-Technologien & Food-Start-Ups

Oft scheint Hochmut im Spiel zu sein, was in Wahrheit aber echte Begeisterung für das jeweilige Produkt ist. Das zeigt sich auch im Schreibstil: Ab Kapitel 12, in dem es um die heutige Beteiligungsgesellschaft „Freigeist“ geht und infolge um Disruptionen* der Vergangenheit und Zukunft: Da fühlt der Leser den Frank-Thelen-Innovationsgeist und sein Unternehmern-Gen durch die Worte und sieht mit seinen Augen, wohin Digitalisierung und Disruptionen* unsere Gesellschaft führen können.

* ist im Buch erklärt und online

Spätestens ab Kapitel 13 geht es nicht mehr um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft. Unsere.

Das größte Investment von Frank Thelen fand 2015 statt: In Lilium Aviation aus München, deren “fliegendes Auto” -> der Lilium-Jet erstmalig im April 2017 abhob. Dazu fiel mir, der Autorin dieser Rezension, ein Zitat von Albert Einstein ein:

„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorn herein ausgeschlossen erschien.”

Bei der Prognose für 2050 und der Aussicht auf „technologische Singularität“, bei der Mensch und Technologie eins sind, bekommt der eine oder andere Leser etwas Angst – was kommt da auf uns zu?

Von Fach-Chinesisch schreibt Frank auch, sogar viel: In Kapitel 15, 16 und 17 liefert er auf rund 40 Seiten Einblick in die wichtigsten Technologien, die Revolutionen vorantreiben, z.B. im Bereich Sprachsteuerung, 5G und IoT, Virtual Reality, 3D-Druck, Quantencomputer, etc. Den Themen künstliche Intelligenz (KI) und Distributed Ledgers, wozu auch die Blockchain und Kryptowährungen gehören, haben eigene Kapitel.

Besteht hier die Möglichkeit, beim Lesen neue Geschäftsideen zu entwickeln? Bestimmt. Details stehen im Buch 😊 Ebenso wie Links zu weiteren Informationen auf Franks Website (https://frank.io)

In Kapitel 18 geht es um die jüngste Lösung von Freigeist: Neufund.

Sie liefert bisher undenkbare Investitions- bzw. Finanzierungs-Möglichkeiten. Anstatt wegen Basel-III-Kriterien keine Kredite zu bekommen, geht es hier um alternative Finanzierungsformen: Seed-Kapital, Crowdfunding, etc und eben: Neufund eine “Distributed Ledgers”-Finanzierungsplattform, eine die leichtes Investieren in Startups etablieren will, wobei die Anteile dieser Startups über eine Blockchain basierte Technik handelbar sind (Artikel dazu).

Kurz vorm Ende geht Frank Thelen erneut auf sein Hobby ein und erklärt sinngemäß (kein O-Ton): Skateboarding ist eine Philosophie und der Weg, so etwas wie das Unternehmer-Gen zu entwickeln.

Das Buch soll dabei helfen, dass der Frosch aus dem Topf springt, bevor er platzt.

Bitte was? Für die Welt von morgen braucht unsere Gesellschaft: Mut, Pioniergeist, Passion und flexible Arbeitszeiten sowie Unternehmer und Politiker, die vorausdenken und der Wahrheit zeitig ins Gesicht sehen: Die Zukunft ist digital und künstliche Intelligenz wird Wahrheit. Bisher verharrt unsere Gesellschaft auf Bewährtem, anstatt jetzt die Bausteine der Zukunft voranzutreiben, bevor China und die USA uns Europäer komplett überholt haben. Wir müssen rechtzeitig das Springen lernen –  wie der Frosch.

Wie sehr schadet uns die Datenschutz-Grundverordnung? Was steht uns in Deutschland im Weg? Steuerwahnsinn, fehlende Digitalisierung, unser Bildungsystem? Was machen wir Menschen, wenn KI (künstliche Intelligenz) uns Menschen als Arbeitskräfte ersetzt und wieso brauchen wir dann ein Grundeinkommen?

Wer nicht losläuft, kommt nicht an.

In Kapitel 21, dem Letzten, machen Franks Schlussworte Mut und fordern auf: Finde Deine #StartupDNA

PS: Frank trinkt nach Feierabend gerne ein Glas Castell Miquel *- ob rot oder weiß, steht nicht geschrieben.

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Das Twitter-Hashtag zum Buch lautet:  #StartupDNA, Franks:

* Foto oben mit freundlicher Genehmigung von: freigeist.com

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