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Selbst hochbegabte Kinder versagen in der Schule, liefern nicht ab und/oder werden depressiv? Eine wahre Geschichte, Daten und Fakten sowie ein emotionaler Poetry-Text. Der Anlaß zu diesem Artikel ist das:

Letzte Woche beschwerte ich mich über eine höchstaggressive Fachlehrerin ein. Beim Jahrgangsleiter der Gemeinschaftsschule mit Oberstufe. Der reagierte zunächst damit, dass er der Klassenlehrerin auftrug, herauszufinden,  was die anderen Schüler dazu sagen. Was sie im Klassenrat herausfand, entsetzte sie. Die Schüler konnten sich kaum mehr beruhigen und berichteten endlich, wie ausfallend die Fachlehrerin sich verhält. Der Jahrgangsleiter schrieb mir später, sie würden nach einer Lösung suchen, die ALLE zufrieden macht … Meine Antwort darauf ist die Werdegeschichte eines hochbegabten Mädchens und ihrer Schullaufbahn, in Briefform geschrieben.

Warum hochbegabte Schüler versagen, liefert allerdings in unumstößlicher Form, basierend auf diversen Meta-Studien, die Hattie-Studie und dem Buch dazu “Visible Learning“, welches im November auf Deutsch erschienen ist. Diese Übersicht (aus dem Buch Seite 143) zeigt, was die schädlichsten Faktoren – die “Verhinderer” für gute Schulleistungen sind:

  • Angst (-37)
  • ADHS (-0,90)
  • Depressionen (-35)
  • Langeweile (-0,49)
  • körperliche Züchtigung im Elternhaus (-33)
  • Unbeliebtheit in der Klasse (-23) (dieser Punkt steht auf einer anderen Buchseite)
  • Fernsehen (-15)

Die beiden fettmarkierten – ADHS und Langeweile – sind nicht nur die Faktoren, die sich am negativsten auf Schulleistungen auswirken. Nein, sie treffen zudem bei hochbegabten Kindern und Jugendlichen nennenswert oft zu. Wobei ADHS-ähnliche Symptome auch durch Unterforderung entstehen, wie diese Geschichte in Briefform (enthalten ein Poetry Text) auch erzählt.

Lieber Jahrgangsleiter,

es lässt mich nicht los, was Du geschrieben hattest “alle sollen zufrieden sein” … Aber darum kann es in dieser Situation nicht gehen! Es ist Deine und meine Aufgabe, wie von allen Lehrern und Eltern, Kindern zu helfen, sie zu schützen, sich vor sie zu stellen, wenn ihnen Leid angetan wird. Es muss uns egal sein, ob manch ein Erwachsener dann zufrieden ist. Siehe katholische Kirche – eine Krähe sollte der anderen durchaus ein Auge aushacken, wenn es sein muss!

Zur persönlichen Situation:

Ich habe so vielen Jugendlichen und Kindern schon geholfen oder auf einen vielversprechenden Weg gebracht … Nur meine Tochter konnte ich nicht vor einer schrecklichen Schullaufbahn, mit so vielen emotionalen Verletzungen schützen. Das tut weh.

Fakt: Sie ist hochbegabt – 2x nachgewiesen von einschlägigen Fachleuten. Und jetzt soll sie einen Hauptschulabschluss machen, den sie kaum schaffen kann, weil sie voller Angst in die Schule geht? Seit Langem!

Jeden Tag wird meine Tochter von Klassenkameraden beleidigt, beschimpft und angebrüllt. Täglich. Ja, beinahe stündlich (Lehrer tun dagegen nichts). Das Gleiche machen einige Lehrer, insbesondere die o.g. Fachlehrerin, die nicht nur ständig brüllt, sondern Menschen gezielt mit Worten herabwürdigt, bis sie seelisch zusammenbrechen.

Wo ist mein traumhaft fröhliches, wiss- und lernbegieriges Kind geblieben?

Meine Tochter war als Kind immer ein sehr, sehr fröhliches Wesen und voller Energie. Dieser Energiepegel war oft kaum auszuhalten… Der erste ADHS-Verdacht wurde von einer Erzieherin geäußert. Das war der Grund für das erste psychologische Gutachten, dabei kam eben heraus: nichts mit ADHS, sondern Hochbegabung.

Mein hochbegabtes, fröhliches und lebhaftes Kind wechselte in einen anderen Kindergarten, mit fähigen Erziehern und entwickelte sich toll. Dann kam sie in die Schule – emotional gesehen, zu früh. Wegen ihres Geburtstags zwei Wochen vorm Einschulungsstichtag, ist sie meistens die Jüngste in der Klasse.

Sie kam in eine Schule in direkter Nachbarschaft, mit reichen Eltern, wo Hochleistung zum Image der Mütter gehörte (schrecklich…). In den Pausen stand mein hochbegabtes, wie hochsensibles Kind mit dem Rücken zur Wand, weil sie das Chaos nicht ertragen konnte. Im Unterricht konnte das lebhafte fröhliche Wesen nicht stillsitzen, wollte selbstaktiv wirken, lernen ja, aber nicht so. Aus Langerweile spielt sie den Klassenkasper, sträubte sich vehement gegen Wiederholungen, ließ sich nicht unterkriegen. Das gab viel Ärger!

Damals schrieb ich „Free Flying Mind?“ ein „Gedicht“ oder ein Songtext, zu dem er vielleicht nochmal wird? Ein Poetry-Text vielleicht? (Hinter diesem Link der Text auf Deutsch)

free flying mind?

I’m sitting here, hush, and listening to what I must learn – Oh, I hate it so much!
I like to leave, to move around and to work with my head – three topics at the same time:
I like to check out things, to analyse and explore using my bare hands
Discover the world with my eagle eyes; find new perspectives then the most.

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m asii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

Nobody gets what I’m able to do, how fast I can think.
Who cares about my creativity? My ideas?
People saw me being hyperactive, they responded being irritated
Often, I’m living in my own world – being solitary as a wolf.

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m a sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

I have all the cognitive skills to change the world.
To develop new things – products and more.
But not by walking the common route. I can’t play the standard rules.
I will not be a white tiger in a cage! 

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m a sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

How can I get happy? What would I need?

I need friends, loving to discuss with me
A family, exercising lots of patience
And teachers, who accept me, who provide exiting, vivid projects
Help my mind to fly free as a bird!

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m a sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

Will I find like-minded people and a world accepting, aiding me?
Then you will see a very, very sensitive little person;
Who will provide a lot of surprise und rewarding facets –
I’m a Sii-Kid who could enrich your living.


Um meiner Tochter zu geben, was sie brauchte, fing ich an, Kurse für hochbegabte Kinder an der Schule zu organisieren. Robotik, Forscherkurse, etc. „Bionik im Zoo“ gab ich selbst als Dozent; organisierte Infotage für Eltern und Lehrer. Gleichgesinnte Kinder trafen sich, waren dann froh. Sie fanden spielerische Herausforderungen und lebten auf. Einiges lief im Rahmen des Enrichment-Programms vom Bildungsministerium.

Zum Schuljahreswechsel 3. zur 4. Klasse zogen wir um, in eine andere Stadt (meiner Heimatstadt, wo die Familie lebt). Und meine Tochter beschloss: Den Ärger will ich nicht mehr haben – ich passe mich an!

Ja, sie passte sich an. Sie stellte ihr Hirn aus und saß mucksmäuschenstill in der Klasse.

Hoffnung machte uns ihre Klassenlehrerin, selbst hochbegabt und SHIP-Lehrerin. Leider war diese selbst Außenseiterin unter ihren normalbegabten Kollegen und konnte ihre Ansätze nicht realisieren – zulasten ihrer Selbst und der betreffenden Schüler! Die Leistungen meiner Tochter nahmen ab; ihr geistig abwesendes still Dasitzen nahm dafür zu.

In der 5. und 6. Klasse auf der weiterführenden Schule hatte sie gute und schlechte Lehrer, aber in jedem Fall zwei Klassenlehrer (eine w, ein m), die das Herz am rechten Fleck haben und gute Lehrer sind. Er ein kreativer Chaot, aber total beliebt. Sie, eine qualifizierte, erfahrene Lehrkraft mit Verständnis für die zwischenmenschlichen Dinge, die meine Tochter zum Beispiel zum Vertreib ihrer Langenweile „nebenbei Zeichnen“ ließ. Zeichnen sollte meine Tochter laut Therapeuten immer, damit sie ihre innere Unruhe loswerden kann.

Es gab auch schlechte Lehrer, aber die guten Klassenlehrer wogen das auf und machten uns Hoffnung auf eine gute Schullaufbahn – auf dieser verrufenen Schule. Schwierig war und wurde immer mehr die Situation in Mathe. Ein Referendar nach dem nächsten kam in unsere Klasse und ging dann nach einem halben Jahr wieder. Und dann … verließen uns beide Klassenlehrer. Er durfte nicht in den 7. Jahrgang folgen, aufgrund seiner Ausbildung. Sie musste sich Zeit für ein krankes Familienmitglied nehmen.

Die neue Klassenlehrerin: nicht besonders interessiert an den Schülern und weder das eine noch das Andere – eine Standard-Lehrerin, die  normalen Unterricht macht, und glaubt, herumschleimende fleißige Schüler wären die Guten. Ihre Wahrnehmung der Dinge sind nicht meine …

Sie war keine Hilfe, konnte aus einer Schülerin, die im Bereich Sprache höchstbegabt ist (zuletzt 147 IQ-Punkte) gerade mal eine mittelgute bis eher schlechte Schülerin machen. Englisch? Genauso. Mathe – ein Drama. Ü8 in der 9. Klasse. Andere Fächer: schwankend. Am besten: NaWi – Bio, Chemie Physik – das, was meine Tochter als Kind schon interessierte und ich selbst in Nachmittagsprogrammen anbot oder organisierte (über unseren Verein).

Zudem: Ungerechte Bewertungen trotz guter und sehr guter Leistungen in einzelnen Bereichen und Fächern von verschiedenen Lehrern haben nicht nur meiner Tochter, sondern vielen Schülern die Motivation geraubt

Motivationsraub – ein Drama für die Leistungsfähigkeit!

Das Wesen meiner Tochter hat sich komplett gewandelt. Das fröhliche, aufgeweckte und lernbegierige Kind gibt es nicht mehr. Frust und Angst – das ist, was sie beherrscht. Sie ist abgeglitten, ist Smartphone-süchtig geworden, macht nichts mehr – außer Zeichnen.

Nur in unserem außerschulischen Projekt, dass ich über unseren Verein leite, lebt sie manchmal noch auf; zeigt manchmal, was sie kann, bei erKant.de – der besten Online-Schülerzeitung von Deutschland 2018, welche in 2019 Referenzprojekt für viele weitere dieser Art ist, die ich als Referent mit dem IQSH aufbauen werde. Nur hier erlebt meine Tochter noch Erfolge, positive Zusammenarbeit mit anderen und kann kreativ sein.

Wenn nur das Smarthone nicht wäre, und der extrem negative Schulalltag … dann hätte sie noch eine Chance.

Das einst ständig forschende und Dinge konstruierende Kind – aufgehalten. Stumm. Tut nichts mehr. Sie ist kraftlos geworden und verletzt. Sie versucht, nach Außen cool zu wirken. Niemals würde sie vor Dritten heulen. Niemals! Sie versucht, stark zu sein, das auszuhalten, was in der Schule alles passiert; sich nicht unterkriegen zu lassen, von Wut, Demütigungen und Herabwürdigungen.

Nur bei mir legt sie das Schutzschild zur Seite – aber immer seltener! Es tut weh, das zu sehen! Wenn sie erzählt, was so passiert, kann ich sie nur in die Arme nehmen und versuchen, sie zu stärken. Lehrer schützen sich nur gegenseitig. Eltern machen fast nicht nie den Mund auf. Viele Kinder erzählen zuhause noch nicht einmal, was in der Schule passiert.

Was alle sehen: Die schlechten Noten. Die Lehrer haben mein Kind emotional geschädigt und zu einer Minderleisterin gemacht. Sie, die Hochbegabte.

Unumstößlich ist laut Hattie-Studie: Schüler sind nur so gut wie ihre Lehrer! Von den lernhemmenden Faktoren laut Hattie, treffen folgende auf meine Tochter zu:

  • ADHS-ähnliche Wesenszüge – innere Unruhe und nachgewiesener Konzentrationsmangel
  • Angst in der Schule
  • Langeweile bei dem überwiegenden Frontalunterricht
  • Despressionen (zumindest ansatzweise)
  • Keine häusliche, aber Gewalt in der Schule, sofern verbale Herabwürdigungen, Mobbing, etc dazu zählen (was die Hattie-Studie nicht macht, aber jeder Psychologe tun würde).

Was tun die Lehrer? Dem Kind die Schuld zuschieben und im Zweifel den Eltern. Reflektieren, bei sich selbst nach den Gründen zu suchen? Fehlanzeige.

Wieso hilft ihr in der Schule keiner? Warum wird sie als dumm und unfähig, uvm betitelt (Mathelehrerin), herabgewürdigt, als wäre sie Dreck? Dieses zauberhafte, nette, gutaussehende, höchstintelligente Kind?

Privat hat sie keine nennenswerten Sorgen, ein schönes Zuhause, einen Hund, wenn auch keinen Vater und eine Mutter, mit der sie eigentlich klarkommt, außer wenn die sauer ist, dass das Kind ihr Smarthone zuviel nutzt und mittlerweile auch zuhause macht, was sie in der Schule gelernt hat: Nichtstun, Hirn ausschalten, am Smartphone oder vorm TV abhängen. Als Mutter könnte ich ihr das nur noch mit Gewalt verbieten – sie lässt sich nichts mehr sagen.

Was haben Lehrer und Mitschüler diesem Kind – meinem Kind – nur angetan? Zufrieden lieber Jahrgangsleiter?? Alle Beteiligten sollen zufrieden sein? Es sollen die zufrieden sein, die Kinder seelisch zerstören? Das ist unerträglich!

PS: Ich habe den Brief nicht an den Jahrgangsleiter gesendet – vermutlich würde ich es für meine Tochter nur schlimmer machen.


Mehr lesen, was passiert, wenn hochbegabte Kinder nicht gefördert werden: www.sii.kids.de

Erstmals wurde im Bildungsmonitor 2018 der Bereich “Digitalisierung in Schulen” vertieft untersucht. Das Ergebnis zeigt: Deutschland liegt im internationalen Vergleich schwach im Mittelfeld. Wie kann der Sprung an die Spitze der digitalen Bildungslandschaft gemeistert werden?

Dies einer von zwei Beiträgen von Susanne Braun-Speck (@SBraunSpeck) beim Booksprint von der Bertelsmann Stiftung zum Thema “Vereinbarkeit 4.0.”. Das Buch wird im Januar 2019 herausgegeben und gemeinfrei sein. Eine vorherige, kürzere Textversion aus September auf diesem Portal ist gelöscht worden.

Der Bildungsmonitor vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln läuft im Auftrag der Initiative “Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM). Er zeigt, dass Deutschland bei der Computernutzung an Schulen, bei den IT-Kompetenzen der Schüler und bei der Forschung Nachholbedarf hat. Innerhalb Deutschlands zeigt sich ein differenziertes Bild: Bayern und Baden-Württemberg zeigen hier Stärken. Schleswig-Holstein und viele der neuen Länder schwächeln. Siehe Factsheet SH. Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM wird in deren Pressemitteilung vom 15.8.2018 wie folgt zitiert: „Für die Digitalisierung brauchen wir eine bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrerfortbildung, mehr Austausch über innovative digitale Lehr- und Lernkonzepte und vor allem eine regelmäßige Überprüfung digitaler Kompetenzen der Schüler und ihrer Lehrer.“

Konkrete Lösungsvorschläge liefert ein Reinfelder Thinktank

Auch ein Elternteam mit einschlägigem Fachwissen aus Reinfeld (Holstein) macht sich Gedanken darüber. Vor den Sommerferien stand bereits die Idee im Raum, ein Lernportal für den Unterricht aufzubauen und jetzt zudem die Position eines Digitalisierungs-Managers in Schulen einzuführen. Für ein in SH und HH kurzfristig skalierbares Pilotprojekt werden Sponsoren und Kooperationspartner gesucht.

Zum Reinfelder Digitalisierungs-Thinktank-Team gehört Susanne Braun-Speck, die bereits die beste Online-Schülerzeitung Deutschlands 2018 – erKant.de – coachte. Sowie René Krolow (CDU), der in den Sommerferien zur Schülerzeitungsredaktion Kontakt aufnahm, um zusammen herauszufinden, wie die Oberstufe der Immanuell-Kant-Schule in Reinfeld belebt werden kann. Aktiv mitarbeiten wird auch Barbara Hilgert, die Mutter von 3 Schülern (m/w) und KMU-Beraterin im Bereich “Work 4.0 – Digitalisierung im Arbeitsleben” ist. Krolow ist IT-Projektleiter und Braun-Speck Webdesignerin und Content-Marketing-Fachfrau. Zusammen sind die drei ein fachlich versiertes Team! Die richtigen Fragen aus der Elternschaft, die mit digitalem Arbeiten bisher kaum etwas zu tun hatten, stellt u.a. Team-Mitglied Petra Naethbohm. Im September 2018 lernte sie bei Braun-Speck, wie am PC Bewerbungen erstellt und per E-Mail versendet werden. „Ich bin jetzt Anfang 50 und muss lernen, wie das geht, damit ich meine Tochter unterstützen kann. Ist das nicht eigentlich die Aufgabe der Schule in Zeiten wie diesen?“

Jüngster Bildungsauftrag für Lehrer (m/w) ist, in allen Schulfächern digitales Lernen und Arbeiten einfließen zu lassen. Doch: Das ist einfacher gesagt als getan, denn vielen Lehrern geht es ähnlich, wie Naethbohm: Sie sind nicht mit PC, Handy und den Möglichkeiten des Internets aufgewachsen.

Aber wie kann nun digitale Bildung gelernt und gelehrt werden?

“Vor den Ferien war ich u.a. Teilnehmerin einer Konferenz mit Lehrern, bei der der Lehrplan durch digitale Lehrinhalte erweitert werden sollte. Hier waren deutlich Umsetzungsprobleme zu spüren, die von Lehrer- sowie Technikmangel, Generations-Konflikten und fehlender Praxis herrühren: Woher sollen Knowhow, Technik und Zeit dafür kommen? Im September fand dazu eine einmalige Veranstaltung in Kiel statt. Wieviele Lehrer dort wohl zeitgleich – während der üblichen Unterrichtszeit – hingefahren sind?“ Fakt ist: In Schulen wird nach wie vor überwiegend Frontalunterricht mit Tafel und Papier gegeben. Wie sieht nun digitales Lernen und Arbeiten aus? So zum Beispiel:

Die Reinfelder Jugendredakteure (m/w) von erKant.de, der derzeit besten Online-Schülerzeitungs Deutschlands, und ihr Coach arbeiten voll digital.

Eine Online-Schülerzeitung ist ein digitales Produkt, mit digitalen multimedialen Inhalten und digitalen Arbeitsvorgängen. Obwohl die Redakteure von erKant.de ein eigenes Redaktions-Büro im Alfa-Park #1, aber aktuell keinen Internetzugang haben, treffen sie sich dort zwar zu Meetings, aber nicht zum aktiven Arbeiten. In der Praxis gestaltet sich die Teamarbeit also überwiegend digital. Beispielsweise so, wie jetzt bei Marwin, 12j, neu bei der Schülerzeitung. Er war bereits bei zwei Meetings von erKant.de dabei und arbeitet und denkt virtuell über deren WhatsApp-Gruppe bereits mit. Leider fand das Team noch nicht die Zeit, einen weiteren Workshop abzuhalten. Die Einarbeitung sowie Teamarbeit findet also überwiegend digital statt. Das nach Schulschluss, sehr oft am späten Nachmittag und an den Wochenenden.

Die Anfänge lernte Marwin in der Schulprojektwoche kennen. Projektleiter waren zu dem Zeitpunkt die Redakteure Minoka Braun und Marvin Ladwig; unterstützt aus der Ferne (remote) von ihrem Coach Susanne. Auch bei solchen, eigentlich schulinternen, Aktionen steht sie immer bereit – per Whatsapp, Telefon und E-Mail, in 2017 auch persönlich vor Ort. Grundsätzlich investiert sie seit Februar 2017 pro Woche zwischen drei und zehn Stunden Arbeit in das gemeinnütziges Projekt, das von ihr und ihrem Verein sii-kids & -talents e.V. gesponsert wird.

Seit der Projektwoche sind zweimal Ferien vergangen, bevor das jüngste Mitglied endlich seinen zweiten Artikel schreiben konnte. In der Zeit waren die Erinnerungen verblasst, aber das ist nicht schlimm, denn: Wie auf der Online-Schülerzeitung Artikel gestellt werden können und vieles Weitere, ist in Lern-Videos erklärt. Diese Videos können sich die Jugendredakteure und solche, die es werden wollen, jederzeit online ansehen – so oft sie wollen. Die einen Schüler und Schülerinnen (kurz: SuS) begreifen schnell, die anderen brauchen Wiederholungen – jeder lernt im eigenen Tempo und: Wann und wo und was er will!

Zurzeit stehen den Redakteuren von erkant.de 18 Lern-Videos sowie diverse Infotexte (auch zum Thema Recht wie Datenschutz, uvm.) zur Verfügung, die ihr Coach nach und nach produziert hat. Die Videos sind nicht professionell und nur so nebenbei – probono, wie alles andere – von ihr erstellt worden. Aber es reicht, um als SuS einfach loszulegen und Schritt-für-Schritt Online-Redakteur zu werden.

Soweit die Theorie. Ansonsten gilt hier: learning by doing … Das digitale Lernen und Arbeiten kann selbständig begonnen und erprobt werden. Für das Erlernen des journalistischen Handwerks und für die vielen tausend Details der digitalen Arbeit braucht es allerdings auch Menschen – d.h. bei erKant.de die Teamkollegen aus dem Kreis der Jugendredakteure und deren Coach. Manche Fragen kehren immer wieder, zu Themen und Inhalten, Schreibstil, Bilddateigrößen, Datenschutzfragen und vielem mehr.

Arbeitsmittel sind überwiegend Smartphones und die PC´s der Eltern zuhause. Smartphones werden zu Allem und Nichts genutzt: zum Schreiben auf der Website, zum Fotografieren und Video drehen, zum Aufnehmen von Interviews, Terminplanung und natürlich zur Kommunikation (Whatsapp und E-Mail) sowie für grafische Arbeiten (Plakate entwerfen, etc.). Besser geeignet wären dafür Tablets – etwas Geld dafür haben die Jugendredakteure – selbst gewonnene Preisgelder. Für ein interaktives Whiteboard reichen die Eigenmittel aber nicht …

Ein „Unternehmen“ führen und digital Lernen und Arbeiten in allen Facetten

„Tatsächlich ist es ja so, dass eine unabhängige Schülerzeitung (beachte die rechtliche Abgrenzung zur Schulzeitung) wie eine Firma ist. Das heißt, wir haben im Februar 2017 bei der Namensfindung und Marktpositionierung angefangen, es folgte das Teamfinden und das WebDesign. Heute haben wir natürlich immer wieder Aufgaben im Bereich des Personalwesens, Marketing, Technik und Finanzen  – und das überwiegend digital!“ sagt Susanne Braun-Speck, die auch Initiator der Schülerzeitung war. „“Meine“ Jugendredakteure lernen hier fürs Leben und sind teilweise enorm daran gewachsen – persönlich, als Menschen. Nicht zuletzt durch die zwei Gewinne beim Schülerzeitungs-Wettbewerb der Länder 2018 #2. Außerdem weiß ich, dass ich sie durch unsere Online-Schülerzeitung fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft mache – was wir hier tun, ist digitales Lernen und Arbeiten in allen Facetten.“

Das Coaching der Schülerzeitung versteht Susanne Braun-Speck als Teilaufgabe von jemanden, dessen Berufsbild sie vor wenigen Wochen kreiert hat. Dem:

Digitalisierungs-Manager für Schulen*

Schulen haben die Digitalisierung als Zusatzaufgabe, wofür es i.d.R. keine speziellen Lehrkräfte oder andere Fachmitarbeiter gibt. Medienentwicklungspläne sollen „nebenbei“ erstellt werden – was nur über einen langen, mehrjährigen Zeitraum geschehen kann. Genau das geht nicht! Wer bereits der weltweiten Entwicklung hinterherhinkt, muss schneller laufen, um nicht abgehängt zu werden! Dafür hat das Reinfelder Digi-Thinktank das Berufsprofil des Digitalisierungs-Managers (m/w) entworfen.  Was er/sie alles für Schulen IN Schulen vor Ort machen kann, teilt das Team auf Anfrage gerne mit. Die Ministerien fordern die Schulen im Rahmen dessen dazu auf, für digitale Hilfsmittel und technische Infrastruktur sowie Beratung & Schulung kompetentes Personal zu stellen (kein Ehrenamt) – und es sich ggf extern zu beschaffen (Quelle für SH).  

Ist das Digi4Schools-Konzept eines, das aufgehen könnte? Interessierte Sponsoren & Kooperationspartner oder auch weitere Lernbegleiter mt IT-Knowhow und/oder interessierte Schulen finden hier weitere Infos und Kontaktdaten: https://digi4schools.de/

* Creative Commons Lizenzvertrag
Digitalisierungsmanager für Schulen von Susanne Braun-Speck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter https://digi4schools.de/vorhabens-beschreibung-ziele/.

Fakten-Check: Welche Komponenten haben Digitalisierungs-Vorhaben?

·        Menschen & ein Steuerungsteam – Der Schulträger, Schüler, Lehrer und Eltern sind direkt betroffene Personen die mit Veränderungen im Schulalltag leben und arbeiten müssen. Sie sollten alle von Anfang eingebunden sein; das Steuerungsteam durch sie begründet und von externen Beratern begleitet werden. Die Auseinandersetzung mit der Thematik „Digitalisierung“ ist schon ein Teil des Ziels und nutzt allen beteiligten Personen, ja sogar den Stadtverwaltungen (meist Träger der Schulen).

·        Finanzielle Mittel – Der DigitalPakt ist in trockenen Tüchern (vorausgesetzt die Änderungen im Grundgesetz erfolgen auch) und auf Länderebene vorbereitet; Gemeinden stellen ihren Schulen bereits Gelder zur Verfügung und Akteure stehen bereit. Doch schlussendlich sind es Firmen und Betriebe, die fürs Arbeitsleben digital geschulte Jugendliche als Nachwuchs brauchen. Sie sollten helfen und durch Spenden den Schülern „Flügel“ verleihen; sprich ihnen technische Hilfsmittel und Manpower finanzieren.

·        Hardware & Netzwerke – Eine Netzwerkstruktur wird gebraucht, mit Servern, Routern, LAN, WLAN, Internetzugang, Security-Konzepten; interaktive Whiteboards, PC´s, Laptops u/o Tablets, Dokumentenscanner; Cloud- / Speicherlösungen uvm. sowie ggf. BYOD-Geräte, etc. Bei der Beschaffung von Hard- & Software sind insbesondere die Zusatzaufwände durch Installation, Wartung und Support zu beachten und zu vergleichen – vor der Anschaffung!

·        Apps & Software – Standard-PC-Anwendungen, Lern-Apps / -programme, Web-User- & Multimedia-Tools, interne Management-Systeme, Augmented Reality, etc. Schüler sollten darüber auch skizzieren, kommentieren und zusammen­arbeiten können und Lernmittel (vor allem Bücher und Arbeitsblätter) in digitaler Form nutzen können; Video-Learning bringt viel, uvm. Um neue Anwendungen zu finden und zu wählen, kann der Weg das Ziel sein! Zum Beispiel durch ein erstes Pilotprojekt, das vor dem „großen Wurf“ kommt.

·        Konzepte & Methoden –  Wie funktioniert ein virtuelles und ein „flipped“ Klassenzimmer? Was sind die Besonderheiten bei Remote-Arbeiten? Design-Thinking, schülerzentrierter Unterricht, kollaboratives Arbeiten, blended und e-learning? Wir wird Kreativität gefördert und in dezentralen Teams sowie in Gruppen gearbeitet? Viele neue Methoden müssen erprobt werden! Der Weg dorthin muss gezielt und klar geplant werden, ein MEP erstellt werden – sonst gibt es keine Fördermittel.

·        Knowhow & Praxis – Generationen von Lehrern und Eltern sind nicht mit PC, Handy und den Möglichkeiten des Internets aufgewachsen. Es gibt in vielen Schulen weder speziell ausgebildetes Personal noch flächendeckende einschlägige Erfahrungen. Dabei ist Anwender- und Lehrer-Knowhow entscheidend für den Erfolg jeglicher Digitalisierungs-Maßnahme! Deshalb ist unser Konzept, spezielle Digitalisierungs-Manager für Schulen IN die Schulen zu senden, enorm zielführend!

Weiteres siehe unter: digi4schools.de


# Hinweise:

#2 Gewinne beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder 2018 – erKant.de wurde 2018 beim SZWdL zweifach ausgezeichnet. Die aktuell beste Online-Schülerzeitung Deutschlands gewann den Innovationspreis vom Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger (@BDZV) sowie mit ihrem Artikel über „Mobbing“ (Werner-Bonhoff-Stiftung)

#1 Das Redaktionsbüro wird gesponsert. – Der Raum an sich wird von Armin Moghaddam (pistazien.de) zur Verfügung gestellt; die Büro-Ausstattung vom Coach Susanne Braun-Speck (tiefenschaerfe.de; @SBraunSpeck); 2 PC´s aus dem sii-kids-Forscherlabor kamen von der Firma IT-Tec.

*Quellen & Links:

  1. ISNM Bildungsmonitor: https://www.insm-bildungsmonitor.de/
  2. Pressemitteilung des INSM: www.insm-bildungsmonitor.de/pdf/bildungsmonitor-2018-bundesweit.pdf
  3. Digitalisierungs-Manager: https://digi4schools.de
  4. Online-Schülerzeitung: https://erKant.de
  5. Wegweiser Digitale Bildung, www.netzwerk-digitale-bildung.de
  6. Digitale Bildung in SH: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Arbeitsfelder/LSBB/SchulentwicklungQM/digitaleBildung.html

(SBS) Eine Frage, die sich viele Eltern und Lehrer stellen, aber nicht in 2 Sätzen beantwortet werden kann … Grundsätzlich sind mindestens zwei Bereiche zu betrachten: Einmal die kognitiven Fähigkeiten, die ggf. auch durch einen IQ-Test ermittelt werden können, sowie die Wesensmerkmale. Es müssen nicht alle, aber mindestens mehrere der Punkte zutreffen, um einen Verdachtsmoment hervorzurufen:

Kognitive Fähigkeiten / Merkmale – hochbegabte Kinder sind, bei Schülern unabhängig von den Zensuren, solche die …

  • sehr früh sprechen gelernt haben (inkl. umfangreichen Wortschatz)
  • früh philosophieren – verblüffen häufig mit Fragen nach dem Sinn des Lebens, etc.
  • sehr schnell verstehen und gerne lernen (selbstständig)
  • besonders kreativ sind, originelle Lösungen und Ideen entwickeln
  • ein sehr breites Interessenspektrum
  • Oder ein sehr spezielles tiefes Interesse haben
  • mit einer besonders hohen Informationsdichte umgehen können
  • über ein besonders gutes Gedächtnis verfügen
  • hervorragendes Verständnis für Probleme und Zusammenhänge zeigen
  • vernetzt, strukturiert Denken
  • oder sich selbst – früh – das Lesen oder Rechnen beigebracht haben
  • etc.

Wesensmerkmale / Verhalten – bei hochbegabten Kindern

  • treten häufig besonders starke Sensibilität und ausgeprägte soziale Eigenschaften auf (Empathie)
  • sind Konzentrationsschwächen häufig
  • tritt häufig geistige Abwesenheit im Unterricht (Träumer) auf
  • sowie motorische Unruhe / Hyperaktivität (wird oft mit ADHS verwechselt)
  • bleiben teils die Leistungen hinter ihren Möglichkeiten zurück (underachievement)
  • werden viele Einzelgänger gesehen
  • beobachtet man oft, dass sie lieber mit älteren Kindern spielen
  • und das andere Geschlecht bevorzugen (hb Mädchen spielen oft mit Jungs und umgekehrt)
  • und vieles mehr
    • nervig-zappelig
    • sensibel-einsam
    • gelangweilt-zurückhaltend
    • fällt in der Masse massiv auf (durch Hyperaktität oder Aggressivtät)
    • oder geht unter (durch inneren Rückzug)Auf den Punkt gebracht: Das eine oder andere hb Kind ist …

Weitere Infos zum Thema stehen auf der Vereins-Website von sii-kids.de




Minoka (10j) und Alannah (11j) haben am Sonntag die Route getestet und konnten sich als Erste ins Logbuch eintragen! (Foto: SBS)

In Reinfeld (Kreis Stormarn) wurde eine Geocaching-Route über den bekanntesten Sohn der Stadt geschaffen: Matthias Claudius. Zwei Mitglieder der Arbeitsgruppe „NaturTourismus Reinfeld“ und der Geocach-Profi “Speedy16996“ haben diese Idee realisiert. Familien mit Kindern, Schullklassen und Hobby-Geocacher finden während dieser GPS-Schnitzeljagd etwas über Matthias-Claudius heraus und am Ende einen Schatz.

Leser dieses Artikels können die Ersten sein!

Fachmann “Speedy” (ein zugezogener Reinfelder) hat diesen „Multi-Cach“ zwar auch auf www.geocaching.com eingestellt. Dort wird er aber erst in ein paar Tagen freigeschaltet. Wer zu den ersten Findern gehören möchte, kann sich die GPS-Daten bzw. Route hier herunterladen: www.reinfeld-aktiv.de/cach-mc

Mathe- und Geschichts-Unterricht in Einem.

Mit dem Hintergrund Kindern Spiel und Spaß in der Natur zu bieten und sie damit rauszulocken, entstand innerhalb der AG „NaturTourismus Reinfeld“ die Idee, diesen Geocach zu legen. Er sollte nicht nur Spaß machen, sondern auch mit der Geschichte der Stadt Reinfeld zu tun haben. Da 2015 das Matthias-Claudius-Jahr ist, passt dieser Cach perfekt ins Stadtprogramm. Auch Schulklassen können ihn als außerschulischen Lernort nutzen: Er ist Mathe- und Geschichts-Unterricht in Einem. Mit Wegezeit von der KGS sollte Lehrer ggf. eine Doppelstunde einplanen. MCS-Schüler sind deutlich näher dran und schaffen es vielleicht auch in 45 Minuten.

Fachinfo: Geocaching ( = „geheime Lager in der Erde“), auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art elektronische Schatzsuche. Die Verstecke („Geocaches“  kurz „Caches“), werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers (z.B. Smartphone) gesucht werden.




Zwei aus AG und Speedy haben die Stationen der Route festgelegt, Fragen und Aufgaben entwickelt, GPS-Daten bestimmt und die Route formuliert; ein Versteck gesucht und gefunden und dort eine „Dose“ versteckt. Oft sind diese Dosen ganz klein und enthalten nur einen Block als Logbuch. Aber hier ist es eine Box, worin ein richtiges schönes Logbuch mit Infos zu Matthias-Claudius enthalten ist – neben kleinen Überraschungen, die zum Teil von der Stadtverwaltung Reinfeld gespendet worden sind. Hinweis: Es ist unter Geocachern üblich, die kleinen Geschenke in den „Dosen“ gegen mitgebrachte Geschenke auszutauschen. So kann sich jeder Finder über eine Kleinigkeit freuen. Hier finden Leser die Geocach-Daten: www.reinfeld-aktiv.de/cach-mc

Leider verschwenden selbst die Fähigsten oft ihre Talente. Nur Abhängen und sich nicht besonders gut entwickeln, sind das kleinste Problem …

Besonders kreative und / oder begabte Kinder werden oft nervig-zappelig, sensibel-einsam oder gelangweilt-zurückhaltend, wenn sie z.B. keine Lern-Umgebung haben, die ihrem Naturell entspricht – oft wird kein entdeckendes und selbstaktives Lernen in Schulen angeboten. Dort fallen solche Schüler dann negativ auf oder gehen in der Masse unter – und leiden selbst darunter.

  • Ihre angeborenen Fähigkeiten verkümmern, entwickeln sich nicht.
  • Sie zeigen Hyperaktivität und Unruhe und werden mit ADHS-krank verwechselt.
  • Viele ziehen sich innerlich zurück, werden Außenseiter. Viele Kinder sagen: sie fühlen sich auf dem Schulhof immer so allein (Gleichgesinnte fehlen). Die Folge davon: erst “nur” Traurigkeit; langfristig: Depression.
  • Selbstwertprobleme / Minderwertigkeitskomplexe sind an der Tagesordnung
  • Einige neigen zur Selbstaufgabe. Gerade Mädchen versuchen sich dem Mittelfeld anzupassen, um dazuzugehören! Dafür geben sie ihre Talente auf.
  • Durch die oft parallel auftretende hohe Sensibilität / Empathie sind hochbegabte Kinder oft emotional stärker belastet und geraten schneller in Stresssituationen.
  • Für viele Menschen kaum nachvollziehbar: Solche Kinder versagen in der Schule und …
    • schalten ab, bekommen nichts mehr mit; bleiben im Stoff zurück
    • zeigen keine Leistung – das Abrutschen auf Hauptschul-Niveau kann folgen
    • Lernen das Lernen nicht (ihrer „Denkerstirn“ fehlt die Herausforderung)
    • lassen sich sehr schnell ablenken, können sich nicht konzentrieren, reagieren mit Hyperaktivität und Unruhe
    • spielen aus Langeweile den Klassen-Clown, ringen um Aufmerksamkeit
    • stellen sich quer, verweigern ggf. jegliche Mitarbeit, reagieren mit Aggression
    • verlieren ihre Lern-Motivation, wollen nicht mehr zur Schule gehen (Schulverweigerer)
  • und anderes

Dies, weil ihnen das förderliche, verständnisvolle Lernumfeld fehlt. Lies dazu gerne auch den Blog-Artikel: “Hirnforschung – hochbegabte Kinder lernen anders“.

Fälschlich als ADHS-krank eingestufte Kinder bringen Eltern zum Weinen.

Die ggü sii-kids am häufigsten genannten Dramen sind das Versagen in der Schule und die ganze ungerechtfertigte Kritik, die auf die Kinder und Eltern prasselt. Und: Die damit verbundenen Selbstwertprobleme. War im Kindergartenalter alles gut, beginnt dieses Drama mit der Einschulung.




Leider herrscht ganz viel Unwissenheit zu dem Thema Hochbegabung – nicht ohne Folgen! Eine ganze Reihe der Wesensarten von Hochbegabten zeigen zum Beispiel auch ADHS-kranke Kinder. In diese “Schublade” werden entsprechend viele von Ärzten und Lehrern gesteckt und nicht selten sogar mit Ritalin behandelt. Eltern, die ahnen, dass es eigentlich ganz anders ist, sind oft hilflos – selbst mit passendem Attest wird ihnen teilweise in den Schulen kein Glaube geschenkt. Die Kinder selbst werden nicht selten todunglücklich, falsch mit Medikamenten “behandelt”, gehen für sich selbst und die Gesellschaft verloren und:

Schlechte Schulnoten verbauen ihnen die Zukunft.

Ausbildungsbetriebe achten (leider) oft nur auf Noten, anstatt auf angeborene Fähigkeiten zu setzen. Dabei können lange brachliegende Talente durchaus später entdeckt und entwickelt werden! Es gibt tatsächlich nicht wenige Berechte darüber, wie Hochintelligente in der Schule schlecht waren und sich in der Ausbildung oder im Studium z.B. als Mathe-Ass entpuppten.

Beispiel: Ein Punk mit Hauptschulabschluss ohne Chance?

Vor mehr als 15 Jahren gab Vereinsvorstand Susanne Braun-Speck (damals Ausbilderin in einem IT-Personalunternehmen), einem jungen Oldesloer seine Chance. Sie und der Schüler lernten sich zuvor über einen Grafiker kennen und arbeiteten zusammen an einem Web-Projekt. Er bat darum, bei ihr ausgebildet zu werden; sie machte es mithilfe der IHK zu Lübeck möglich.

Er war Punk mit schlechtem Hauptschulabschluss. Mit Zahnlücke, Ratte, ungepflegtem Äußeren, Depressionen und Aggressionen. Anders war er schon irgendwie … und dachte in Nullen und Einsen – wie Programmierer es eben tun. Deutsch? Betriebswirtschaftliches Denken? Zeugnisnoten? Alles schlecht.

Doch Susanne sah seine versteckten Fähigkeiten und bildete ihn zum IT-Systemkaufmann aus.

Als Hauptschüler saß er in der Berufsschule zwischen Abiturienten. Mit der Zeit wurde ihm klar, dass er ihnen trotzdem das Wasser reichen konnte. Den Unterschied zwischen Brutto und Netto begriff er allerdings bis zum letzten Ausbildungstag nicht. Aber er entwickelte gemeinsam mit seiner Chefin ein Controlling-System für ein Franchisesystem; baute diverse Netzwerke auf, programmierte Websites und vieles mehr. Alles was mit Programmierung und System-/Netzwerk-Management zu tun hatte, musste er sich praktisch selbst erarbeiten – seine Ausbilderin war Kauffrau und Kreative …

Im Bereich “Logik” ist er relativ sicher hochbegabt. Zum Ende seiner Ausbildung waren Zahnlücke und Ratte weg, dafür trug er bei passenden Gelegenheiten einen Anzug!

Geschäftspartner und Kunden lobten stets sein zuvorkommendes Verhalten: Er war ein sehr beliebter Ansprechpartner in der Firma, Beratungs- und Vertriebsaffin. Dieser schlechte Schüler hatte im verständnisvollen Umfeld seine versteckten Fähigkeiten entwickelte und seinen Weg gefunden – mit Hilfe einer Ausbilderin, die sein wahres Ich gesehen hat. Er war gut in seinem Job. Sehr gut sogar.

Im Anschluss arbeitete er viele Jahre lang als IT-Supporter, dies mit einer Vielzahl an Überstunden, die er gerne leistete. Jetzt und heute arbeitet er als …

Anwendungsentwickler an einer Uni – ohne jemals selbst studiert zu haben.


So fühlt es sich an, hochbegabt und unterfordert zu sein:

„free flying mind“

I’m sitting here, hush, and listening to what I must learn – Oh, I hate it so much!
I like to leave, to move around and to work with my head – three topics at the same time:
I like to check out things, to analyse and explore using my bare hands
Discover the world with my eagle eyes; find new perspectives then the most.

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m an sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

Nobody gets what I’m able to do, how fast I can think.
Who cares about my creativity? My ideas?
People saw me being hyperactive, they responded being irritated
Often, I’m living in my own world – being solitary as a wolf.

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m an sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

I have all the cognitive skills to change the world.
To develop new things – products and more.
But not by walking the common route. I can’t play the standard rules.
I will not be a white tiger in a cage! ODER Please! – don’t jam me into a corset

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m an sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

How can I get happy? What would I need?

I need friends, loving to discuss with me
A family, exercising lots of patience
And teachers, who accept me, who provide exiting, vivid projects
Help my mind to fly free as a bird!

I’m highly gifted, nobody realizes!
HELP ME OUT!
I’m an sii-kid, a special- intelligent kid
Please help me – try to understand my nature!

Will I find like-minded people and a world accepting, aiding me?
Then you will see a very, very sensitive little person;
Who will provide a lot of surprise und rewarding facets –
I’m a SI-Kid who could enrich your living.

Autor / ©: Susanne Braun-Speck, Großhansdorf/Reinfeld, 2/2011; siehe auch Titelschutzanzeige; Creative Commons Lizenzvertrag „free flying mind“ von Susanne Braun-Speck steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Mehr über hochbegabte Kinder schrieb ich auf sii-kids.de




Hochbegabte Kinder denken und empfinden anders als andere – also können ihre Bedürfnisse im normalen Umfeld NICHT gestillt werden. Die Maslowsche Bedürfnispyramide  zeigt, worum es geht:

Die menschlichen Bedürfnisse bauen sich stufenweise auf. D.h.: Wenn unterste, grundlegendste Bedürfnisse nicht gestillt werden, kann die nächst folgende Bedürfnisstufe – gemäß der Theorie von Maslow – auch nicht erfüllt werden – an der Stelle verkümmert der Mensch.

Diese Grafik ist auch als pdf mit Erläuterungen abrufbar – klick …

Ein Beispiel (Auszug; das Thema ist hier nicht vollständig erörtert):

Hochbegabte Kinder sind oft auch hochsensibel; leiden dadurch ständig an Reizüberflutung. Sie fühlen sich z. B. in großen Gruppen, u.a. im normalen Schul-Chaos unwohl, ziehen sich entsprechend zurück, stehen irgendwo mit dem Rücken zur Wand, fühlen sich “überrannt” und unwohl in der Masse tobender Kinder. Dabei fühlen sich nicht nur einsam, sie werden es auch, weil sie nicht mitspielen ODER hyperaktiv oder aggressiv reagieren..

Deshalb erreichen hochbegabte Kinder oft noch nicht einmal die Stufe 2 und 3 der Bedürfnis-Pyramide! D. h., die nachfolgenden Stufen KÖNNEN sie nicht erklimmen und ganz sicher NICHT ihre Fähigkeiten entfalten!

* Diese Bedürfnispyramide beruht auf dem 1943 veröffentlichen Modell des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, um die (Selbst-) Motivationen von Menschen zu beschreiben.

Tipp: ebooks über Hochbegabung bei amazon.de


Geschrieben in 2012 auf sii-kids.de

Hochbegabte Kinder lernen schneller und komplexer als Andere – doch wieso?

Die meisten Menschen erfassen und lernen in Teilschritten. Vom Einfachen zum Schweren; Vormachen-Nachmachen – so lauten die Lehrgrundsätze, mit denen die meisten Schüler gut zurechtkommen. Aber das Frontalhirn von Hochbegabten  ist laut Aljoscha C. Neubauer, Prof. an der Universität Graz, ausgeprägter (genetisch bedingt).  Durch den  leistungsfähigeren „Arbeitsspeicher“ erfasst ein hochbegabter Schüler zum Beispiel eine Information erheblich schneller und umfassender. Dabei gelangt er nicht in 1, 2, 3 Teilschritten zur Erleuchtung, sondern ihm geht gleich das ganze Licht auf – Details werden erfasst; die Dinge aus mehreren Perspektiven gesehen.

Knackpunkt: Selbstkonzept

Nur im richtigen, verständigen Lernumfeld mit Gleichgesinnten, einer stressfreien, selbstbestimmten und anregenden Umgebung, können Kinder ihre Fähigkeiten nutzen und weiterentwickeln. Ihr Selbstkonzept muss stimmen – dies entfalten sie nur unter ähnlich veranlagten Kindern.

Ein entsprechend förderliches Lernumfeld finden Grundschüler zum Beispiel in der Claus-Rixen-Schule in Altenholz bei Kiel. Susanne Braun-Speck aus Großhansdorf besuchte am 30. März 2011 die 4 + 1  Projektklasse, die von Lehrer Kai Frantzen geführt wird. Als motivierter Lehrer, weiß er, was das Wichtigste für diese ist: sich als normal empfinden und in einer Gruppe wohlzufühlen, ohne darin besonders aufzufallen.

Susanne Braun-Speck erzählt: „Im heimatlichen Umfeld, wie auch in Kai´s Klasse, hörte ich von vielen Kindern, dass sie an der normalen Schule oft so alleine sind. Hier finden sie „echte“ Freunde – Gleichgesinnte eben!“

Gleichgesinnte sind  natürlich nicht das Einzige, was die Schüler im 4+1 Projekt vorfinden. Lehrer Kai Frantzen entwickelte dieses Konzept im Laufe der letzten 10 Jahre. Anfangs bot er es kostenfrei am Samstag an, nunmehr seit 2007 an drei Tagen in der Woche. Jeden Tag begrüßt er andere Kinder. Sie kommen aus dem eigenen Haus, nahe liegenden Schulen und auch von weit her.

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Selbstbestimmung fördert die Motivation

Konrektorin Andrea Raschke beantwortete der Besucherin zwischendurch rechtliche Fragen rund um die Idee. Auch, wie die Kinder zu ihnen kommen: „In der Regel werden die Kinder in Absprache mir den Eltern von ihren Lehrern für das Programm vorgeschlagen. Die Warteliste ist lang …“ Die stellvertretende Schulleiterin steht hundertprozentig hinter der Idee! Sie selbst hat jahrelang in New York gelebt und unterrichtet die bilingualen Klassen. Als zwei Schüler hereinkommen, spricht Andrea Raschke im fließenden Englisch mit den Kindern – die sii-kids Vertreterin ist beeindruckt!

Zum 4+1 Konzept gehört das selbstbestimmte Arbeiten: Die Schüler wählen sich jeweils selbst ein Thema aus; entscheiden, ob sie gerade alleine oder in einer Gruppe arbeiten möchten und fangen dann einfach an – mit komplizierten Schach-Knobeleien, Chinesisch lernen oder Geschichten am Computer schreiben.

„Obwohl die Kinder ständig in Bewegung waren, fand ich eine entspannte Atmosphäre vor!“, erklärt die Besucherin Braun-Speck. In dieser „Klasse“ der Claus-Rixen-Schule brauchen die Schüler nicht still an einem Platz sitzen. Sie arbeiten auch schon mal auf dem Boden liegend oder im Team am PC. Pausen werden nach Bedarf und im individuellen Rhythmus gemacht. Aufgaben und/oder Projektthemen mehrfach am Morgen gewechselt.

„Hier lernen wir halt eigenständig und etwas anderes, als immer nur Mathe und Deutsch!“, sagten mehrere der Kinder. Bloß dass sie nachmittags Zuhause den Lernstoff ihrer Stammschule nachholen müssen, finden sie doof.

Gelangweilte Gehirne schlafen

Die sii-kids Initiatorin besuchte im Herbst 2010 den Landesthementag Begabtenförderung „Stärken entdecken und entfalten“ in Kiel. Sie lauschte dort besonders gespannt dem Vortrag von Prof. Neubauer „Begabungserkennung und -förderung aus Sicht der Gehirnforschung“.

Eine seiner Erkenntnisse macht besonders deutlich, warum begabte Kinder im normalen Schulunterricht so oft versagen. Dort ist zum Beispiel das Lerntempo auf Normalbegabte (ca. IQ 100) ausgerichtet. Nun sitzt dazwischen ein hochbegabtes Kind, welches die Lerninhalte durch seine hohe Arbeitsgedächtniskapazität des Frontalhirns schnell erfasst – schneller, als die anderen. Hat das Hirn seine Arbeit getan, schaltet es ab und begibt sich in einen Ruhezustand und entspannt sich. Sollten nunmehr auch noch Wiederholungsaufgaben anfallen … ist das für überdurchschnittlich Intelligente eine Qual. Betreffende Schulkinder schalten ab und bekommen nichts mehr vom Unterricht mit. Entsteht dieser Zustand regelmäßig, Tag für Tag, Monat für Monat – gar für Jahre, passieren möglicher Weise folgende Dinge. Betroffene Schüler:

  • bleiben im Stoff zurück, zeigen keine Leistung – das Abrutschen auf Hauptschul-Niveau kann folgen !
  •  Lernen das Lernen nicht (ihrer „Denkerstirn“ fehlt die Herausforderung)
  • lassen sich sehr schnell ablenken, können sich nicht konzentrieren, reagieren mit Hyperaktivität und Unruhe
  • spielen aus Langeweile den Klassen-Clown, ringen um Aufmerksamkeit
  • stellen sich quer, verweigern ggf. jegliche Mitarbeit, reagieren mit Aggression
  • ziehen sich zurück, werden Außenseiter, die Folge davon: Depression
  •  oder verlieren ihre Lern-Motivation, wollen nicht mehr zur Schule gehen (Schulverweigerer)

Bei vielen Kinder passiert all das nicht – sie kommen gut durchs Leben, entwickeln sich prima, schreiben gute Noten, sind genauso froh und/oder erfolgreich, wie andere.

Auch denen, die betroffen sind, kann geholfen werden. Eine andere Lernumgebung und -methodik kann einen Teil zur Verbesserung der Situation dieser Kinder beitragen. Ebenso wichtig ist es, Kinder zusammenzubringen und ihnen den Austausch mit Gleichgesinnten zu ermöglichen. Wenigstens für einen Tag die Woche – das bringt schon immens viel, meint Kai Frantzen überzeugt.

Ziehen andere Schulen mit ähnlichen Modellen nach? Hilfe brauchen sie dabei ganz sicher! 

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