Deutschlands bekanntester Investor in StartUps & TV-Star – vor allem bekannt aus der Serie „Die Höhle der Löwen“ – ist Frank Thelen. Er versteht sich als europäischer Seriengründer und Tech-Investor, denn: seit 1994 gründet und leitet er technologie- und design-getriebene Unternehmen; mittlerweile investiert er auch in Firmen der Food-Branche. Frank ist der Gründer und CEO von der Investmentfirma Freigeist Capital, mit Sitz in Bonn. Das „Siezen“ mag er nicht…

Foto oben mit freundl. Genehmigung von: https://frank.io

Warst Du als Jugendlicher anders, als Deine Mitschüler und wenn wie?

„Ich war ein schlechter Schüler und bin nie gerne zur Schule gegangen, weil ich mit dem Frontalunterricht nichts anfangen konnte. Dadurch wurde ich zum Außenseiter und flog letztendlich sogar vom Gymnasium. Erst auf der Realschule entdecke ich im Informatikunterricht mein Interesse fürs Programmieren und für Computer. Dadurch habe die Kurve bekommen. Auch wenn mein Informatiklehrer damals zu meinem Vater sagte: „Was auch immer ihr Sohn macht, er soll bloß fern der Informatik bleiben“. Zum Glück habe ich nicht auf ihn gehört.“

Erkennst Du “Talente” unabhängig von Schulnoten/Erfolgen, wenn Du sie siehst und sprichst? Wenn ja, woran?

“Ich selbst hatte nie gute Noten und habe sogar mein Informatik-Studium abgebrochen. Dennoch habe ich mehrere sehr erfolgreiche IT-Firmen gegründet. Ich erkenne einen wirklich guten Gründer vor allem an seinem Durchhaltevermögen, seiner Hingabe und seiner Passion. Aber: Natürlich schaue ich als Investor auch auf den Background der Gründer und deren Erfahrungen.”

“Eines muss ich ehrlich zugeben: Meine Willensstärke und unermündlicher Drang zum Gründen haben mich zwar letztendlich ans Ziel gebracht, aber ich bin gerade am Anfang auch einige Mal hingefallen und habe mich oft verrannt. Das wünsche ich keinem und deshalb denke ich, dass eine gute Bildung als Grundlage durchaus sinnvoll ist.”

Wie hast Du es geschafft, nach Pleiten, Pech und Pannen wie ein Phönix wieder aufzustehen?

“Ich glaube, ich habe das Gründer-Gen. Man darf sich von Niederlagen nicht unterkriegen lassen, egal, wie schwer es ist. Jeder fällt mal – solange man lernt, wieder aufzustehen, kann man nicht verlieren.”

Frank Thelen ist in der Sendung “Die Höhle der Löwen” z.B. Investor bei “Ankerkraut” geworden. Foto: Susanne Braun-Speck


Denkst und lebst du 24h/Tag als Unternehmer oder hast Du noch so etwas wie ein Privatleben?

“Ich bin Unternehmer – durch und durch. 70-Stunden-Wochen und viele schlaflose Nächte waren für mich früher Normalität und es gibt sie auch heute noch. Aber inzwischen habe ich mit meiner Frau Nathalie eine gesunde Balance gefunden. Sie bringt den Ausgleich und die Ruhe in mein Leben, die mir vorher fehlte.

Warum werden einige StartUps erfolgreich, andere nicht? Was ist entscheidet dafür?

“Es gibt viele Faktoren, die über den Erfolg eines Startups entscheiden. Da stehen in erster Linie die Qualität und das Potential deines Produktes, die Kompetenz der Gründer und des Teams und auch das richtige Timing spielt oft eine große Rolle.”

“Eins ist sicher: Dein Startup hat nur dann eine Chance, wenn du für dein Produkt brennst. Leute, die nur das schnelle Geld machen wollen, werden mit ihren Unternehmungen langfristig keinen Erfolg haben.”

Warum heißt die Investment-Firma jetzt freigeist? Gibt es einen Zusammenhang zum “Freidenken” sprich Meinungsfreiheit?

“Freigeist bedeutet für uns, dass wir mit unserem eigenen Geld unsere eigenen Entscheidungen treffen, frei von jeglichen Konventionen und Vorurteilen. Wir investieren sowohl in Food-Startups als auch in Deeptech (Def. “tiefe” Technologien (Annahme der Redaktion)) – zwei wirklich unterschiedliche Branchen, was in den meisten regulierten Fonds garnicht möglich wäre. Mit Freigeist wollen wir neue Wege einschlagen und die Dinge neu denken!”


Im August 2018 erscheint Frank Thelens Biografie:

Autorin des Artikels ist Susanne Braun-Speck, kontakt@tiefenschaerfe.de


Wie kam es zu diesem Interview?

Auf dem Online-Marketing-Rockstars-Event im April 2018 in Hamburg traf Susanne ihn – sie hatte 30 Sekunden, um zu erklären, was ihr Anliegen ist. Susanne ist Initiator & Coach von erKant.de und ansonsten Webdesignerin, freiberufliche Autorin & Marketing-Fachfrau.

Frank Thelen, Investor bekannt von der Höhle der Löwen, Foto: Susanne Braun-Speck


„Einen letzten Kaffee wollte ich trinken, bevor ich mich wieder ins Auto setze. Im Pressezentrum des OMR-Festivals in Hamburg. Vor der Tür wurde Frank Thelen gerade von XING interviewt. Ich blieb stehen; verstand nicht viel; im Grunde genommen nur die letzten Worte: „Mit Menschen, die auf dem SIE bestehen, rede ich nicht. Ich will geduzt werden. Immer und von jedem!“

Entsprechend sprach ich den Online-Marketing-Rockstar Frank Thelen mit Du an. Fragte, was ich tun müsse, um mit ihm einen Termin zu bekommen. „Nichts. Ich muss los.“ Ich weiß nicht mehr, was ich antwortete, auf jeden Fall sagte er dann: „Ok, du hast 30 Sekunden, um mir zu erklären, worum es geht.“

30 Sekunden? „Ich bin freiberufliche Webdesignerin, und auch der Coach der derzeit besten Online-Schülerzeitung Deutschlands ( erkant.de ). Online ist Dein Metier … Klingt also passend. Was kann ich tun, damit wir ein Interview mit Dir bekommen?“

„Ach so, du bist Presse?“ Hatte er mich für einen Fan gehalten? „Ich muss jetzt los. Schreib gerne eine E-Mail an … (nenne ich hier nicht …) und sende 6 Fragen. Dann beantworte ich die!“ Neugierde lag in seinem Blick, genauso wie Hektik. Ich sagte, okay mache ich, und er eilte davon.“

“Geblieben ist das Gefühl, für einen kurzen Moment in der Höhle der Löwen gewesen zu sein!”


Wie hier zu lesen ist, hat er sein Wort gehalten und die Interview-Fragen beantwortet.

Viele Firmen sträuben sich dagegen, ehemalige Unternehmer festeinzustellen. Diese sprinteten anfangs hochmotiviert in ihre Selbständigkeit hinein, aber: War das eine Entscheidung für ewig? Der eine oder andere möchte nach einer gewissen Zeit zurück ins Angestelltenverhältnis. Doch: Nur wenige Firmen wollen sie haben! Warum? Und was kann helfen?

(Info: Dies ist der mit Abstand der am häufigsten gelesene Artikel von S. Braun-Speck © 2012, Update der Online-Artikels in 2016)

Anfangs spannend. Später eine Last?

Was in jungen Jahren spannend und abwechslungsreich wirkte (z.B. das viele Reisen oder immer wieder neue Auftraggeber) verliert irgendwann an Reiz oder wird schlichtweg zur Last. Die Familie im Norden, der Kunde im Süden. Abreisen am Sonntagnachmittag, wenn die anderen es sich erst so richtig gemütlich machen. Flexibel sein und sich schnell in neue Aufgaben hineindenken können, mögen ja wertzuschätzende Fähigkeiten sein, aber: irgendwann ist jeder mit Infos und Neuem überfrachtet. Jeder braucht mal Ruhe und mehr Gelassenheit im Job und nicht immer Projekte, deren Zeitziel meist zu knapp kalkuliert wurde oder mehrere Aufträge, die parallel laufen.

Unternehmerische Risiken erfordern starke Nerven & einen langen Atem

Einige Selbständige sind Einzelunternehmer, z.B. freiberufliche Berater. Andere werden „richtige“ Unternehmer, bauen eine Firma mit Angestellten auf, doch: jede Form der Selbständigkeit birgt unternehmerische Risiken – kurzfristige und langfristige.

Wird ein Freelancer krank, verdient er von heute auf morgen kein Geld mehr. Denn: Auftraggeber bezahlen NUR, wenn auch tatsächlich gearbeitet wird. Nach 6 Wochen übernimmt vielleicht – wenn vorhanden – eine Krankentagegeldversicherung die Einkommenszahlung. Und langfristig? Was ist beispielsweise mit der Rente?

Mag sein, dass das geltende Rentenkonzept in Deutschand mangelhaft ist, aber dennoch birgt es ein gewisses Maß an Existenz-Sicherheit – Selbständige sind hier meist nicht versichert. Oder vielleicht steht die Familieplanung an? Sicherheit und planbare Strukturen werden dann gebraucht – Risiken würden das Familienleben nur belasten. Oder der jeweilge Berater meint, er hätte jetzt ausreichend Erfahrungen gesammelt und könne damit nun zielgerichteter für einen Arbeitgeber wirken.

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Oder, oder, oder – es gibt viele Gründe, warum Selbstständige zurück ins Angestelltenverhältnis gehen möchten.

Vielleicht ist es nur der Traum davon, – wie Arbeitnehmer – regelmässig Urlaub machen zu können? Doch leider bestätigt eine Umfrage der jobhopper & consulting GmbH aus 2013 (jetzt: tiefenschaerfe) die allgemeinen Vermutungen:

Firmen wollen langjährige Selbständige selten im Unternehmen haben.

Was spricht dafür und was spricht dagegen, z.B. ehemalige Berater fest einzustellen? Die Umfrage, an der freiberufliche Berater sowie Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen größtenteils anonym teilnahmen, macht deutlich:

  • Nur sehr wenigen Firmen mangelt es an Vorbehalten – es sind meist Beratungsfirmen, Systemhäuser, u.ä. die offen für ehemalige Berater sind.
  • Einzig Vertriebsprofis scheinen es nach einer Selbständigkeit leicht zu haben, einen Job als festangestellte Vertriebsmitarbeiter zu bekommen.
  • Desweiteren ist es bedeutsam, WIElange jemand auf eigenen Beinen stand. Ist jemand nur wenige Monate bis hin zu 1 Jahr selbständig gewesen, rutscht er leicht in ein Unternehmen. Häufig in das, welches ihn zuletzt beauftragt hatte. Ähnlich wie bei Zeitarbeitern.

Auch Spezialisten, die sich schnell als „Fachidioten“ entlarven, wissen selbst und mögliche Arbeitgeber auch, dass sie lieber + besser ihren Fachaufgaben nachgehen, als sich mit den „lästigen“ Aufgaben des Unternehmertums zu beschäftigen (Planung & Verwaltung, Finanzen, Buchhaltung, Steuern, etc) – ihnen wird eher gelaubt, dass sie sich als Fachmann in ein Team von Angestellten eingliedern können.

Eingliederbar oder autarke Einzelgänger?

Aber: Die „richtigen“ Unternehmer mit Mitarbeitern sowie LANGjährige freiberufliche Berater müssen häufig die Erfahrung machen, dass sie als Nicht-Eingliederbar und Nicht-Teamfähig gelten. Arbeitgeber glauben, es sei nachteilig, sich einen Unternehmer ins Unternehmen zu holen. Dass diese Entscheidungen selbst treffen möchten und sich nicht unterordnen können; dass ihnen das Korsett der Festanstellung zu eng ist.

Ja, es wurde ehemals Selbständigen in der Umfrage sogar vorgeworfen, nur aus Not einen festen Job zu suchen und/oder überzogene Ansprüche zu haben (u.a. in punkto Gehalt). Ganz leise, eher nebenbei erwogen viele der Umfrageteilnehmer, dass die Führungskräfte in den Unternehmen Angst vor gestandenen Persönlichkeiten haben und sich diese nicht unterordnen können oder wollen – es könne zu Machtkämpfen kommen. Auch wurde deutlich, dass ehemalige Berater & Co. schwerer zu führen und weniger loyal sein sollen – ist das so?

Oder überwiegen vielleicht die Vorteile der ehemals Selbständigen?

Ihre Erfahrungen aus diversen Unternehmen und Branchen; ihre selbständige Arbeitsweise; ihre vermeitliche Durchsetzungkraft; ihr Willen, Vorhaben schnell voranzutreiben, anstatt von Meeting zu Meeting von Instanz zu Instanz in langwierigen Prozessen diese fast verebben zu lassen … Und der Sorge, sie könnten sich nicht unterordnen, lässt sich leicht begegnen: Arbeitgeber könnten sie in leitenden Positionen einsetzen: als Team-, Projekt- oder Abteilungsleiter. Hier werden ihre Fähigkeiten, die sie als Selbständige erworben haben, gebraucht.

Ein Moderator der Gruppe „InterimManagement“ bei XING, meint: „Kaum ein Arbeitgeber scheint sich bewusst zu sein, dass man als Selbstständiger quasi dauerhaft „Probezeit“ hat, ergo durchweg bessere Arbeitsqualität abliefern und sich viel besser organisieren muss, als Arbeitnehmer. Das würde natürlich auch weiterhin funktionieren, sehr zum Nutzen eines Arbeitgebers – doch: nur viele sehen nur die möglichen Probleme statt der Chancen.“

Alles nur Vermutungen oder stichhaltige Erfahrungswerte?

Dieser Bericht basiert auf einer nichtwissenschaftlichen Umfrage. Doch: Kaum jemand wird abstreiten, dass in unserer Gesellschaft grundsätzlich eher die negativen Merkmale jedweder „Medaille“ betrachtet und die positiven Seiten weniger beachtet werden – wieviele Chancen und Möglichkeiten gehen dadurch verloren?

Ein Trugschluss ist sicherlich die fehlende Integrationsfähigkeit. Denn: Freiberufliche Berater, die häufig ihre Auftraggeber wechseln, müssen sich immer und immer wieder in neue Teams einfügen. Eine ideale Vorraussetzung, um sich einem neuen Chef unterzuordnen …

Autorin des Artikels ist Susanne Braun-Speck, ehemalige Vermittlerin von IT-Freelancern, heute als WebDesignerin & Marketing-Coach tätig -> Kontakt

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Eine alleinerziehende Mutter lebt von Rücklagen und ist nebenberuflich selbständig. Sie verdient nach einem Burnout nur das Minimum von 386 EUR brutto im Monat  – und jetzt sendet ihr die gesetzliche Krankenkasse eine Nachforderung in Höhe von 342 Euro – PRO Monat. Für 1,5 Jahre in der Summe mehrere tausend Euro. Angeblich wäre sie hauptberuflich Selbständig gewesen …

Es gibt Situationen im Leben von alleinerziehenden Müttern, die den Blutdruck steigen lassen. Heute war so ein Tag bei Su-Enna* (Name geändert). Sie erzählt: “Heute (April 2015) bekam ich von meiner gesetzlichen Krankenkasse ein Schreiben zu meinen Beiträgen. Für die Zeit von Januar 2013 bis August 2014 soll ich fast 3.000 EUR nachzahlen. Ich habe fast einen Herzschlag bekommen, als ich das las!

Viele Jahre lang war sie als Selbstständige sehr erfolgeich. Trotz Kind, trotz Scheidung, trotz allgemeiner Wirtschaftskrisen verdiente sie viele Jahre gut. Aber dann … kam er schleichend; der Burnout Nr 2. Den ersten hatte sie Jahre vor der Schwangerschaft, als ihre Firma zu schnell gewachsen war.

Aus dem zweiten Burnout kommt sie nicht wieder in die Spur. Su-Enna* ist lange Zeit kaum arbeitsfähig; ist Monatelang krank geschrieben; kann einfach nicht mehr. Zwischendurch ist sie Arbeitslos gemeldet, hält aber ihre GmbH auf dem Papier am Leben. Sie verkauft ihre Wohnung. Löst eine Altersvorsorge auf. Verbraucht das Geld daraus über Jahre hinweg und kann damit ihrer Tochter dennoch ein ganz normales, aber lebenswertes Leben sichern. Sich selbst aber nicht. Sie funktioniert bestmöglich und versucht, wieder Geld zu verdienen.

Monat für Monat verbraucht Su-Enna. mehr als 2.000 Euro von ihrer Altersvorsorge. Nebenbei verdient sie als Aushilfe bei ihrer GmbH nur noch 386 Euro im Monat. Theoretisch. Faktisch wird mit diesem Betrag nur ihr uralter Firmenwagen abgerechnet. Das muss so sein laut Finanzamt. 14 Jahre vorher wurde der Neuwagen mit der 1-Prozent-Regelung als Arbeitslohn angelegt. Das heißt, der Arbeitnehmer, der den Firmenwagen nutzt, muss 1-Prozent des Neuwagenpreises als Einkommensbestandteil versteuern. Hier eben mit 386 Euro – jeden Monat, auch wenn er schon so alt ist, dass er fast auseinander fällt.

Laut Gehaltsabrechnung bekommt Su-Enna 386 Euro brutto als Sachwert. Macht netto in bar: 0,00 EUR. Tatsächlich lebt sie jahrelang von ihren Rücklagen. Die sind  Anfang 2015 fast aufgebraucht.

Die gesetzliche Krankenkasse ist nunmehr der Meinung, dass Su-Enna in 2013 und 2014 hauptberuflich selbständig war. Die Versicherung weiß aber (stand im Schreiben der KV), dass das Einkommen laut Einkommenssteuererklärung unter der Mindestbemessungsgrenze lag. Warum legt sie dann die Bemessungsgrundlage für “richtige” hauptberufliche Selbständige an, anstatt die Bemessungsgrundlage für nebenberuflich Selbständige?

Nach der gesetzliches Beitragsbemessungsgrundlage müsste sie einen monatlichen Beitrag von 152,27 EUR für nebenberuflich Selbständige bezahlen – was sie auch jahrelang getan hat. Aber: Nebenberuflich ist die selbständige Tätigkeit laut aktueller Gesetzgebung dann, wenn die versicherte Person ein weiteres, höheres Einkommen als Angestellte hat.

Aber was ist, wenn es nur dieses Nebeneinkommen gibt? Und die selbständig arbeitende Person ansonsten Hausfrau und Mutter ist und kein weiteres Einkommen hat? Muss sie dann wirklich 342 EUR KV-Beitrag monatlich zahlen? Kaum weniger als ihr Bruttoeinkommen?

Berechtigt das fehlende Haupteinkommen die Krankenversicherung, dass nebenberufliche Einkommen aus Selbständigkeit als hauptberufliche Selbständigkeit auszulegen? Auch wenn das faktisch unwahr ist? Und es kein nennenswertes Einkommen gibt? Oder hat die KV dennoch “Spielraum” und gibt es eine Beitragsermässungsgrundlage, wonach Su-Enna “nur” 152,- Euro im Monat Beitrag zahlen müsste? Was auch viel ist, wenn eigentlich NICHTS verdient wird?

Su-Enna hat die Forderung der Krankenkasse zurückgewiesen und ist bereit, den rechtlichen Weg zu gehen. Sie ist zum Glück auch Rechtschutzversichert …

Eine Lösung wäre die Sozialkasse für Alleinerziehende und Kleinstunternehmer.




Online, offline? Marketing im Real-Life und Social Web?

Was ist Social Media Marketing (Kurz: SMM) und wo hat es im Marketing-Mix eingegliedert zu werden? Keine Ahnung? Kein Wunder. Denn die Definitionen und Aussagen darüber driften weit auseinander. (Autor © S.Braun-Speck) 

Vorweg gesagt: An Ende habe ich die folgende Definition erarbeitet, welche hoffentlich für jedermann verständlich ist – auch Nicht-Fachleuten:

Social Media Marketing plant und führt “Pressearbeit”, “Werbung”, uvm. in der virtuellen Welt des Internets aus (im “Social-Web”), ergänzend zu Marketingmaßnahmen in der wirklichen Welt (im “Real-Life”)”

Von vorne … Fangen wir übergeordnet an: Marketing ist die bewußte Orientierung des Unternehmens an den Bedürfnissen des Zielmarktes, sprich an den Bedürfnissen der Kunden! Um das erste Missverständnis auszuräumen: Werbung ist nicht gleich Marketing, sondern ein Teil davon; eins von mehreren Marketingsinstrumenten.

Die klassischen 4 Marketinginstrumente sind die nach Meffert*

  • Produkt- und Sortimentspolitik
  • Distributionspolitik
  • Kommunikationspolitik („Werbung“)
  • Kontrahierungspolitik (Preispolitik)

Einige ergänzen den Marketingmix durch Personalpolitik und Standortpolitik. Diese „neuen“ Marketinginstrumente sind insbesondere in Sachen „Personalmarketing / Employer Branding“ wegen Fachkräftemangel, etc wichtig.

WO nun ist Social Media Marketing anzusiedeln?

Soziale Medien sind digitale Internet-Plattformen, wie z.B. XING, Facebook, Linkedin, etc. Sie bieten ihren Mitgliedern zahlreiche Möglichkeiten, um Informationen zu teilen und zusammen zu wirken. Kommunikation und Vernetzung stehen im Vordergrund.

Die sozialen Medien können als digitale „Werbeträger“ verstanden werden. Werbeträger sind Medien zur Übertragung von Werbebotschaften. Im Real-Life (wirklichen Leben) sind das z.B. prominente Personen, Zeitungen, Verpackungen und vieles mehr.

Social Media Marketing (SMM) beschreibt die Nutzung dieser Plattformen für Marketingzwecke auf Online-Ebene. Es ist eine KommunikationsSTARKE, GÜNSTIGE und auf die MASSE ausgerichtete Form des Marketings in der virtuellen Welt.

Die Kernfrage:

Ist SMM nun also ein Marketing- ODER Kommunikations-Instrument? Oder ist völlig davon gelöst zu betrachten?

Vielfach nutzen Unternehmen, Institutionen, etc „Social Media“ lediglich als Instrument der Kommunikationspolitik. Für:

  • Verkaufsförderung (Promotion)
  • PR / Öffentlichkeitsarbeit
  • Klassische Werbung
  • Events/Veranstaltungen
  • etc

Social Media Plattformen sind in der Kommunikations-Politik vor allem deshalb attraktiv, weil sie einen direkten Dialog mit der Zielgruppe, Meinungsbildnern u.a. Stakeholdern (Marktteilnehmern) ermöglichen. Unternehmen können u.a. in Echtzeit sehen, wie bestimmte Botschaften, Aktivitäten oder Produkte von den Nutzern wahrgenommen werden, und können diese ggf optimieren. Die Reaktion auf Wünsche und Bedürfnisse – die Anpassung aller Marketingmaßnahmen auf diese Erkenntnisse – ermöglicht somit eine nachhaltige Steigerung der Kundenbindung. Und vieles mehr.

Nutzungsmöglichkeiten

Tatsächlich können (und sollten) Social Media Maßnahmen aber auch für andere Marketinginstrumente genutzt werden:

  • Produkt- und Servicepolitik (z.B. zwecks Innovationsentwicklung, Bewertungen)
  • Preispolitik (z.B. zwecks Marktbeobachtung, Preisanpassung, Crowdfunding, etc.)
  • Distributionspolitik (als direkter Absatzweg, Bestellsystem, CRM-Tool)
  • Personalpolitik (z.B. Mitarbeiter finden, positives Arbeitgeberimage aufbauen)
  • Standortpolitik (z.B. zwecks Imagepflege)

Was können Social Media Maßnahmen, was andere Marketing-Maßnahmen weniger können?

  • Zielgruppe dort abholen, wo sie steht (wo sie sich aufhält, fragt, agiert)
  • Kontextorientiert und offen kommunizieren
  • Synergien nutzen (ggs. Unterstützen, Austauschen, etc)
  • Dramaturgien aufbauen (für PR)
  • vielzählige Multi Touchpoints (Kontaktpunkte) aufbauen
  • Reputation (den Ruf, das Image) online und offline pflegen
  • Vertrauen aufbauen (z.B. durch Transparenz der Geschäftsprozesse)
  • virales Empfehlungsmarketing durch Mundpropaganda (Word of Mouth) nutzen
  • etc

Aha – und wo nun bitte ist Social Media im Marketing-Mix einzuordnen? Immer noch die gleiche Frage …

Ist SMM ein Marketing- oder Kommunikations-Instrument ODER garkein Instrument sondern nur ein -Medium oder -Kanal? Social Media Marketing führt irgendwie ein Eigenleben und ist NICHT ausreichend differenziert! Mir persönlich fehlt 1 Satz, der Social Media Marketing so definiert, dass er jedem Bürger dieses Landes verständlich ist – auch Branchenfremden.

Also definiere ich (Susanne Braun-Speck) jetzt mal so:

Social Media Marketing plant und führt “Pressearbeit”, “Werbung”, uvm. in der virtuellen Welt des Internets aus (im “Social-Web”), ergänzend zu Marketingmaßnahmen in der wirklichen Welt (im “Real-Life”).”

Andere Definitionen:

  • http://www.uni-bamberg.de: „Unter Social Media Marketing wird generell die die zielgerichtete und marktorientierte Nutzung sozialer Medien verstanden. Dabei sollte zwischen aktivem und passivem Social Media Marketing differenziert werden.“
  • www.Wikipedia.org: „Social Media Marketing (SMM) beschreibt die strategische und operative, bzw. aktive und passive Nutzung sozialer Medien für Marketingzwecke, wobei prinzipiell alle Instrumente des 4P-Marketing-Mixes berücksichtigt werden können. Mit dieser neuen Form des Online-Marketing wird versucht, die Branding– und Marketingkommunikations-Ziele von Unternehmen durch die Beteiligung in verschiedenen Social Media-Angeboten zu erreichen.“

* Heribert Meffert (* 11. Mai 1937 in Oberlahnstein) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, bekannt insbesondere für das Marketing.




Allein im IHK-Bezirk von Lübeck sind (Stand: Jan. 2015) noch 400 Ausbildungsplätze frei. Die IHK- Onlineumfrage zur Ausbildung 2014 bestätigt: Nur jede 2. Firma nutzt das Internet zur Azubi-Suche und nur 20% die Sozialen Medien wie Facebook – dabei tummeln sich hier die Gesuchten! (Autor © S.Braun-Speck)

Zudem: Oft suchen junge Leute übers Smartphone nach Jobs und Ausbildungsstellen, was Arbeitgeberseiten und Stellenbörsen auf technischer Ebene herausfordert: Eine aktuelle Studie aus Österreich bestätigt: 40 Prozent der 18-29 Jährigen erwarten Stellenportale als responsive Websites, sprich: sie bevorzugen eine Website, die sich automatisch an die Größe ihres verwendeten Displays anpasst. Auf Smartphones “verschwindet” oft ein großer Teil der herkömmlichen Websites.

„Große Unternehmen machen es vor. Klein- und Mittelständler nutzen dagegen zielgruppennahe Personal-Marketingmaßnahmen kaum“, berichtet Susanne Braun-Speck, die seit kurzem auch das Entwickeln von Webblogs anbieten. Ihre Agentur – siehe unter: www.jobhopper.de – vermittelt eigentlich freiberufliche Fachkräfte.




„Aber: es fehlen ja immer mehr Fachkräfte am Markt, weswegen das Problem an der Wurzel gepackt werden muss: Arbeitgeber müssen junge Menschen für ihre Firma begeistern – auch oder gerade über soziale Medien“. Nicht nur Großunternehmen, sondern auch KMU-Betriebe können, allein oder über ein Gemeinschaftsprojekt, durch Webblogs unter Einbindung von Sozialen Medien die Gesuchten finden.

Eine Beziehung aufbauen und Interesse wecken

Auf einem Personal-Blog können Besucher den jeweiligen Arbeitgeber hautnah erleben und einen Blick hinter die Kulissen werfen! Als wären sie schon mal da gewesen und hätten den potentiellen Kollegen “die Hand geschüttelt”.

Insbesondere ist es auf Webblogs möglich, dass die Zielgruppe (die gesuchten Azubis/Mitarbeiter) mit Menschen auf ihrer Wellenlänge spricht. Beispiel: Ein Azubi im 2. Lehrjahr erklärt mit seinen Worten/in seinem “Slang”, was er in seinem Lehrberuf macht. Vielleicht filmt er seinen Arbeitsplatz – oder seinen Chef. Oder schreibt einfach mal, was er Besonderes erlebt hat.

Dies kann der “Blogger” danach auf Knopfdruck twittern, über Facebook verteilen, per WhatsApp empfehlen und mehr (Social Media Marketing)

Als Arbeitgeber das Image verbessern und auffallen

Gerade KMU´s können mit solchen Blogs einige Probleme des Personal-Rekruitings lösen (siehe Umfrage). Zum Beispiel:

  • kann der Bekanntheitsgrad der Firma stark erhöht
  • Menschen, außerhalb der eigenen Region erreicht
  • aber ebenso gezielt angesprochen werden (z.B. in regionalen Facebookgruppen)
  • Mitarbeiter im “besten Alter” bewegen sich meistens “online” und werden dort eher angetroffen, als im “Wochenblatt” des Ortes
  • das Image einer negativ-belasteteten Branche kann durch Offenheit und Ehrlichkeit z.B. auf einem Blog verbessert werden
  • das bestehende Mitarbeiter und Azubis bestenfalls selbst zu Wort kommen, schafft von vorne herein ein vertrauenswürdiges Klima

Für einen Personal-/Azubi-Blog spricht, wie oben genannt, vor allem die Nähe, die durch “persönliche Geschichten” (Storytelling) entstehen kann und die zielgruppengerechte Ansprache.

Gemeinschafts- / Cluster-Blogs für KMU im Kommen

Die großen machen es vor – OTTO hat z.B. ein Webblog. Ist so etwas für KMU´s zu teuer und zu aufwendig? Nicht unbedingt.

Noch nicht oft gesehen, aber ebenso wirkungsvoll sind gemeinschaftliche Blogs, die von mehreren kleinen und mittelständischen Unternehmen eines “Clusters” zusammen betrieben werden. In einem Cluster machen Betriebe mit, die z.B.

  • in der selben Region tätig sind (z.B. in einem bestimmten Kreis)
  • zu einer bestimmten Branche
  • oder zu einer Lieferkette gehören, etc

Die Technik

Ein Webblog ähnelt einer Internet-Homepage und basiert auf den gleichen plattformunabhängigen Entwicklungsumgebungen. Allerdings werden die Inhalte nicht einmal erfasst. Nein. Ein Webblog “lebt”. Er basiert jeweils auf einem webfähigem Content-/Redaktionssystem bzw. einer Webblog-Software (z.B. WordPress, Joomla, Drupal, etc).

Auf dem erstelltem Blog schreiben sogenannte “Blogger” eigene, teils sehr persönliche, Artikel. Leser und andere Blogger können auf die einzelen Artikel reagieren und “Kommentare” schreiben.

Webblogs sind interaktiv. Hier wird kommuniziert; miteinander wirklich geredet – und nicht einfach nur informiert.

Wichtig: Ein “responsive Design” für Smartphones

Ein “responsives Webdesign” passt Webseiten und -blogs automatisch der Bildschirmgröße des jeweiligen Lesegerätes (PCs, Smartphones und Tablets) an. Anders als bei Webseiten der älteren Generation verschwinden auf ihr keine Inhalte nur, weil der Monitor – z.B. auf einem Smartphone – klein ist.

Nein, auf einer reponsiven Webseite sind die wichtigsten Inhalte übersichtlich innerhalb des Bildschirms zu sehen. Details werden durch eine schlanke Struktur und einfache Menüführung nutzbar.

Tolle Idee – wie setzen Sie die um?

Sowohl bei der technischen Realisierung wie auch der konzeptionellen Arbeit vorher, unterstützen Susanne Braun-Speck (GF von jobhopper) und diverse freiberuflliche Berater gerne. Sie erreichen Sie per eMail unter: s.braun-speck@jobhopper.de




(© S.Braun-Speck) Nach 18 Jahren Berufstätigkeit fragte ich mich mal wieder: Wieviel Honorar dürfen IT-Freiberufler im Vergleich zu Angestellten verdienen? Ohne das es “ungerecht” zugeht, Selbständige “am Hungertuch nagen” oder Auftraggeber zuviel bezahlen? 

Das Interesse galt auch mir selbst, da ich nicht mehr nur Vermittler sein, sondern wieder selbst in Projekten arbeiten möchte. Bevorzugt im Marketing. Entsprechend habe ich gerechnet. Genauso wie damals, 2011, als ich einen redaktionellen Bericht zu dem Thema schrieb (u.a. wurde der in “it free (ab Seite 6)” und “Computerwoche” veröffentlicht; das Original steht hier).

Für die folgenden 4 Berufe habe ich Honorare auf Basis des jeweiligen Durchschnittsgehalts eines Angestellten (mit mindestens 5 Jahre Berufserfahrung)  errechnet:

Als Quellen für die Angestelltengehälter dienten mir Zahlen von “PersonalMarkt” bzw. Berichte darüber:

Aus den Rechnungen habe ich z.B. KFZ-Kosten herausgelassen, da diese fast jeder hat – egal ob freiberuflich oder festangestellt tätig.

Vielleicht ist die Berechnungsliste nicht vollständig oder es fehlen individuelle, persönliche Beträge. Aufgrund dessen wird es, wie immer bei diesem Thema, kontroverse Meinungen geben …

Fakt ist aber: Meine Honorarberechnung wird seit dem Bericht aus 2011 von einigen Unternehmen als Berechnungsbasis für Beraterhonorare genutzt!

Übersicht der Ergebnisse:

Position Angestelltengehalt
pro Jahr mit Nebenkosten
gleichwertiges Freiberufler-
Honorar pro Stunde
Softwareentwickler 74.580,00 € 67,59 €
IT-Projektleiter 112.090,00 € 97,08 €
Marketingmanager 98.780,00 € 81,69 €
Personalleiter 103.620,00 € 85,38 €

komplette Berechnung:

Die detaillierte Berechnung dazu steht hier: http://www.sbraun-speck.de/honorare/

“Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt”- ist eines der bekanntesten Zitate von Albert Einstein (Dt. Physiker aus Ulm; † 1955)

Wissen findet man heutzutage unbegrenzt und jederzeit abrufbar im Internet. Es war zu Einstein´s Zeiten nicht erforderlich und heute noch weniger, sein Hirn mit Wissen vollzustopfen und studiert zu haben!

Es ist viel wichtiger, durch Kreativität

  • Neues zu schaffen,
  • Lösungen zu finden,
  • komplizierte Sachverhalte zu verstehen,
  • Gelerntes auf Anderes zu übertragen,
  • Denkmuster zu ändern, etc.

Anders, als üblicher Weise angenommen, wird Kreativität nicht nur von Künstlern, etc gebraucht, sondern in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen.

per Definition (Quelle: Wikipedia):

Der Begriff “Kreativität” geht auf das lateinische Wort creare zurück, was so viel bedeutet wie

„etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen“ und „auswählen“.

Der Begriff enthält als weitere Wurzel das lateinische “crescere“,

das “geschehen und wachsen” bedeutet.

Diese Doppelgesichtigkeit der Kreativität zwischen aktiven Tun und passivem Geschehen-Lassen findet sich auch in modernen Kreativitäts-Methoden wieder .

Sie sind nicht kreativ?

Glauben Sie! Ich darf behaupten, eine Kreative zu sein. Mit mir im Team und meiner Methode dem “Mindmapping” sind Sie und Ihre Mitarbeiter so kreativ wie noch nie. Ganz entspannt, mit Spaß und guter Laune!

 

Zentrale Aufgabe des Personalmarketings (auch: “Employer Branding”) ist es, die Voraussetzungen zur langfristigen Fachkräfte-Sicherung für ein Unternehmen, einen Standort, etc zu schaffen. Weiterlesen

Selbstständige Dienstleister = Freelancer sind qualifiziert, agil und hoch motiviert. Sie ermöglichen es Unternehmen, flexibel auf marktbedingte und unternehmensspezifische Situationen zu reagieren; fremdes Know-how zu nutzen – zeitbegrenzt, mit kleinstem Risiko. Firmen können professionell agieren – trotz allgemeinen Fachkräftemangel. Sie können ohne Fixkosten zu produzieren ihr Personal aufstocken  – immer dann, wenn sie es brauchen. (© S. Braun-Speck 2011, Update 2014+16)

Dennoch wehrt dauerhaft eine Diskussion zwischen Auftraggebern und Freiberufler über die Höhe von Honoraren. Der Freiberufler möchte (nach Kosten und Steuern) selbstverständlich nicht schlechter dastehen als Kollegen im Angestelltenverhältnis und sieht auch das (Ausfall-) Risiko seiner Selbstständigkeit. Doch Auftraggeber (Firmen) sehen ihrerseits oft keinen Grund für die vermeidlich hohen Honorare, die auf die Stunde heruntergebrochen höher als ihr eigenes Gehalt ausfallen – auf den ersten Blick. Um Verständnis wird gerungen und Preisverhandlungen bis auf Messersschneide geführt.

Susanne Braun-Speck (Kontakt) hat sich Gedanken dazu gemacht: “Wie können Honorare fair und transparent kalkuliert werden? Was soll und darf berücksichtigt werden? Was ist zu viel und was ist zu wenig?”

Braun-Speck meint: „Zuwenig ist, was weder den normalen Lebensstandard ermöglicht noch dem Berufsstand des jeweiligen Freiberuflers entspricht. Zuviel ist, was nur auf der Not von Kunden basiert (z. B. wegen massivem Personalmangels am Markt) – wenigstens sieht ein fairer Geschäftspartner das so.“

Was bedenken Freiberufler in der Realität?

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Eine kleine Umfrage unter Freiberuflern, die mit der jobhopper + consulting GmbH zusammenarbeiten, hat ergeben:

Bis zu 74 % der Freiberufler richten die Höhe ihrer Honorare an Kriterien aus, wie:

  • Dauer / Laufzeit des Projektes
  • Projekt-Ort (Entfernung zum Heimatort)
  • und Funktion (leitend oder nicht)

Jeder 2. gibt zudem an, die Honorarhöhe auch davon abhängig zu machen, ob er bei der jeweiligen Projektanfrage mit oder ohne Vermittler arbeitet und von seiner Ausbildung (studiert oder nicht).

Grundsätzlich orientieren sich viele bei der Kalkulation ihres Honorars an:

  • den marktüblichen Stundensätzen (z. B. lt. bitcom)
  • den Honoraren von vergleichbaren Kollegen
  • ihrem persönlichen finanziellen Bedarf
  • der Wirtschaftslage – in guten Zeiten (hohe Nachfrage), wird mehr verlangt

Bemerkenswert: Nur einer der Befragten orientiert sich bei der Kalkulation auch an den Gehältern von Angestellten! Obwohl 2/3 meinen, dass sie ca. das Doppelte wie Angestellte verdienen sollten, da sie ein hohes unternehmerisches Risiko tragen.

Können wir auf rechnerische Weise auf ihre Durchschnitts-Stundensätze von 60-80 Euro (für Projekte von mindestens 3 Monaten) kommen?

Wie könnte ein Honorar nun kalkuliert werden?

Für Erbsenzähler funktioniert die betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Methode: Errechne den privaten Finanzbedarf pro Jahr, lege dort die jährlichen Betriebskosten (Personal, KFZ, Bürokosten, etc.), Urlaub, Krankheitszeiten, Rentenvorsorge, Steuern, etc. drauf und teile das Jahresergebnis in die möglichen Arbeitsstunden pro Jahr. Das Ergebnis ist sehr individuell, aber die Ausrichtung an Mitbewerbern und Markt fehlt. Auch könnten Kunden sagen: „Deine Kosten interessieren mich nicht!“

Ist diese Kalkulationsart die richtige Basis für Freelancer? Könnte es sein, dass jemand dadurch zu teuer ist und keine Aufträge bekommt? Oder sich zu günstig / unter Wert verkauft? Immerhin kann im teuren Bayern jemand mit den gleichen Fähigkeiten leben wie im günstigen Meck-Pom …

Der einfachste, durchaus logische Ansatz ist die Kalkulation auf der Basis von Angestellten-Gehältern. Gegenüber Kunden ist er leicht transparent zu machen und trifft auf Verständnis, anstatt Abwehr. Ein Beispiel errechnete Braun-Speck am Beispiel eines Software-Entwicklers in der Telekommunikationsbranche, Berufserfahrung 6-8 Jahre (Quelle für Gehalt: it-jobs-stepstone.de / bitcom):

Position / Kosten für Angestellten Euro/Jahr
Durchschnittsgehalt angestellter Entwickler  (13 Monatsgehälter á 3.950,- € brutto) 51.350,00 €
zzgl. Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (ca. 20%) 10.270,00 €
freiwillige AG-Leistungen wie z.B. Pensionsfonds, vermögenswirksame Leistungen, etc (200,-/mon.) 2.600,00 €
Weiterbildungskosten p.a. 1.000,00 €
Summe pro Jahr 65.220,00 €

Das bedeutet: Ein Freiberufler müsste im Vergleich 65.220 EUR / Jahr als Honorar netto, zzgl. Spesen und Umsatzsteuer an Kunden pro Jahr berechnen. ABER: Was ist mit den Zusatzkosten eines Selbstständigen? Und auf welchen Stundensatz ist das runterzurechnen? Sicherlich gibt es noch andere Methoden, aber die folgende Berechnung wirkt schlüssig:

Arbeitstage eines Angestellten
Kalendertage 365
abzgl. Wochenend-Tage -104
abzgl. Urlaub -30
abzgl. Feiertage -10
abzgl. Krankheit -8
abzgl. Weiterbildung -6
produktive Tage eines Angestellten á 8 Stunden 207
das kostet ein Angestellter tatsächlich:
Gehalt 65.220 EUR durch produktive Arbeitstage (207) 315,07 €
das sind in der Stunde (8/Tag) 39,38 €
das dürfte nun ein gleichwertiger Freiberufler kosten, um das gleiche wie ein Angestellter zu verdienen:
Summe Gehalt pro Jahr Angestellter (siehe oben) 65.220,00 €
zzgl. Betriebskosten für Freelancer mit 400,- Aushilfskraft, Büro, KFZ, etc 15.000,00 €
Summe 80.220,00 €
tatsächliche Arbeitstage für Freiberufler errechnen sich so:
Tatsächlich produktive Angestellte-Arbeitstage 207
abzgl. Leerlauf zw. Projekten, Akquisephase (22 Tge/Jahr) -22
abzgl. “Heimarbeit” / Tage für interne, nicht an Kd fakturierbare Arbeitstage (4 Tage pro Monat) -48
Summe tatsächlich fakturierbarer Arbeitstage: 137
Honorar pro Tag 585,55 €
Honorar pro Stunde für einen Software-Entwickler als Freiberufler* 73,19 €
*berücksichtigt sind bei der Berechnung keinerlei Steuern

Ergebnis: Der hier errechnete Stundensatz entspricht gut dem Durchschnittstundensatz der durch jobhopper befragten Freiberufler.

Axel Dahmen (Freelancer im jobhopper-Team) meint: „Im Gegensatz zu Festangestellten muss ich mich immer auf dem neuesten Stand der Technik halten und entsprechend Zeit und Geld investieren. Dafür erhält der Kunde Top-Leistung und kann mich jederzeit loswerden, wenn sein Bedarf gedeckt ist. Soviel Vorteil für den Kunden kostet nun mal etwas mehr.“

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Strategien zur Honorar-Berechnung
Abschließend: Wie sieht bei Freiberuflern eigentlich die persönliche Strategie aus, um ihr Honorar zu optimieren bzw. durchzusetzen? Ein großer Teil (78%) setzt sein Honorar auf Verhandlungsbasis fest und schaut sich dann die Projektbedingungen an. Und gut zu wissen für die Kunden: 61% der befragten Freiberufler bilden sich regelmäßig weiter, um ihren Preis wert zu sein!

Barbara Beenen (Dipl. Informatikerin sowie Sprecherin des Hamburger Arbeitskreises der Gesellschaft für Informatik) weiß aus eigener Erfahrung: „Wir Freiberufler kümmern uns selbst um unsere Fortbildung. Das führt im Allgemeinen dazu, dass der Einzelne sehr aktuelle und sehr gute Kenntnisse in seinem Fachgebiet hat. Der Aufwand dahinter ist für den Kunden jedoch nicht sichtbar – im Gegensatz zu dem Aufwand, den er für das Erreichen desselben Kenntnisstands bei seinen Mitarbeitern hat.“

Die erworbenen Kenntnisse des Freiberuflers kann der Kunde bei Beauftragung direkt nutzen – und müssen nicht erst aufgebaut werden! Das der „Einsatz von Externen (Freelancer)“ viele Vorteile bringt und diese ihr Geld wert sind, erfährt der jeweilige Auftraggeber spätestens dadurch.

Autor / Kontakt:

copyright by Susanne Braun-Speck – Tel. 0172-4332277 – e-mail: s.braun-speck@tiefenschaerfe.de

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