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Allein als Frau zuhause? Niemand hilft. Alle sehen nur zu? In dem hier geschilderten Fall hören einige Leute zu. Sie lauschen der Hetzjagd eines griesgrämigen Rentners im Kreis Stormarn, der eine alleinerziehende Mutter in Misskredit bringt, ihren Ruf schädigt. Jetzt endlich nach fast 12 Monaten Tyrannei hat sie sich an den Weissen Ring gewendet und bekommt Hilfe.

Die Betroffene möchte namentlich nicht genannt werden, aber erzählt: “Endlich steht jemand hinter mir – mit breiten Schultern. Ein Kripobeamter! Er ist mein “weißer Ritter”.”

Der hasserfüllte Rentner erzählte über sie so einiges in der Nachbarschaft herum. Zum Beispiel, dass sie insolvent, pleite wäre. Er wiegelt Nachbarn auf; sagt ihnen, sie bräuchten keine Rücksicht nehmen und ihr ruhig den Nachtschlaf durch Ruhestörungen rauben. Dabei muss sie jeden morgen früh hoch, um sich um ihre schulpflichtige Tochter zu kümmern. Eigentlich muss sie auch ins Büro, Kunden akquirieren. Aber wie soll sie das schaffen, wenn sie nur 4-5 Stunden geschlafen hat?

Die Bewohner des gepflegten Hauses, der Verwalter, Nachbarn aus dem Umgebung gucken sie schief an, sagen ihr kaum noch “guten Tag”. Der Alte beschimpft mehrfach die kleine Tochter im Hausflur; er brüllt durchs Haus, die alleinerziehende Mutter wäre Schuld am Tod seiner Frau. Er versucht, den Verwalter davon abzuhalten, ihr gegen die Ruhestörungen zu helfen. An ihrem Geburtstag lud er die Nachbarn ein, um eine Versammlung gegen sie zu halten – und vieles mehr.  Der Alte verhält sich ihr gegenüber massiv feindseelig und destruktiv, schikaniert sie, wenn er nur kann. Der Verwalter macht das teilweise mit – hat er Angst, selbst der Gehetzte zu werden?

Die Hetzjagd des Alten hat Folgen.

Die seelische Belastung durch den gebrochenen Hausfrieden nimmt der Betroffenen die Kraft. Die Kraft, die sie dringend braucht, um sich um ihr Kind, ihre Arbeit und alles andere zu kümmern. Anstatt sich zuhause erholen, wird sie dort krank. “Ich bin selbst eher ein Helfertyp und kann nicht verstehen, wie jemand eine solche Hexenjagd veranstalten kann.”, erzählt die Betroffene. Warum der Alte das tut? Sie weiß es nicht, vermutet verletzte Eitelkeit.

Ihr Helfer vom WEissen Ring, Matthias Bruhn, hatte ihr Hilfegesuch, dass sie per E-Mail einreichte, mit Kollegen diskutiert und kam bereits mit Vorschlägen zu ihrem Termin. Die erste gute Nachricht: Aus Sicht des Weissen Rings ist sie Opfer einer Straftat und somit ein Fall für den Weissen Ring. Die zweite gute Nachricht: Durchaus gibt es Möglichkeiten, um gegen solche eine Art vom Verleumdung vorzugehen. Sie ist sogar strafbar. Im deutschen Recht ist Verleumdung im StGB folgendermaßen definiert:

„Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ (§ 187 StGB)

Was ist zu tun? Beispielsweise könnte die Betroffene bei der Polizei eine Anzeige erstatten, einen Rechtsanwalt beauftragen, einen Schiedsmann als Moderator um Hilfe bitten, oder einen Antrag auf einstweilige Anordnung beim Familiengericht stellen. Letzteres ist die Lösung, die der hier Betroffenen am ehesten zusagte. Jede Sachlage ist anders, weshalb die hier genannten Maßnahmen nicht für jeden Fall geeignet sind.

Opfer, die ebenfalls Hilfe benötigen, finden Informationen, Kontaktdaten, etc. unter:

www.weisser-ring.de oder Telefon: 04331/4349909 (Landesrufnr SH)

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geschrieben 2011; überarbeitet 2014

Stachybotrys Chartarum – stand auf dem Bericht des Labors, welches ich in den Händen hielt. Stachy was? Keine Ahnung. »Betreten Sie niewieder die Räume. “Wie bitte? Ich soll nie mehr in mein Büro gehen?

Papier zur Seite gelegt, suche ich im Internet nach einer Erläuterung. Stachybotrys Chartarum ist einer von vielen, vielen Schimmelpilzen auf der Welt. Doch er ist einer der Giftigsten! Er schüttet Mykotoxine, sprich Pilzgifte, aus. In Cleveland, USA, soll ein Baby nachweislich daran gestorben sein!

Ich bin entsetzt. Und dieser Schimmelpilz ist also der, der hinter meinem Aktenschrank an der Wand klebt? Die Bärentatzengroßen fellartigen schwarzen Flecken versprühen etwas Toxisches? Ich bin gerade von meiner Mutter-Kind-Kur zurückgekommen! Meine Kopfschmerzen, die Schwindelgefühle, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Haarausfall habe ich vielleicht nicht, weil ich überarbeitet bin? Kann es sein, dass ich keinen Burnout hatte, sondern der Schimmelpilz an allem schuld ist?

Rechtstreitigkeiten sind zu erwarten.

Ich schreite zur Tat und rufe den Vermieter an. Der kommt und sagt: »Das ist Ihre Schuld. Sie haben zuwenig gelüftet!” Dieses Büro hat einen offenen Kamin und eine 4 m lange Terrassentür!

»Ich habe ganz sicher nicht zu wenig gelüftet. Es zieht hier fast dauerhaft», kläre ich den Mann auf. Das ganze Haus ist feucht. Im Keller muffelt es schon geraume Zeit. Die drei Wasserschäden, die wir in den letzten Jahren durch die defekten Abwasserleitungen hatten, haben jedes Mal das gesamte Erdgeschoss durchnässt. Jedes Mal musste der Fußbodenbelag ausgetauscht werden. Ich habe zwar eine Ahnung davon, vermute aber, dass das Schreiben vom Schornsteinfeger nun auch eine neue Bedeutung bekommt. Der schrieb, die Schornsteine wären undicht und müssten instand gesetzt werden – letztes Jahr!

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Hätte der Eigentümer rechtzeitig gehandelt und die Schornsteine wieder wasserdicht gemacht, wäre es dann nicht soweit gekommen? Vielleicht. Fakt ist: Das Labor sagt mir am Telefon, dass der Stachybotrys Chartarum nur bei einer Wandfeuchte von 90% wächst. 90 Prozent! Das ist nass, nicht nur feucht! Bevorzugt frisst er Zellulose, also Papier. Deswegen wuchs er nicht auf der Steinwand, sondern nur auf der tapezierten Innenwand.

Ursachenforschung kommt vor der Behebung …

Und wie geht der wieder weg? Die pelzigen, 3-4 mm dicken Teller an der Wand dürfen nicht trocknen. Dann lösen sich die gefährlichen Sporen! Und jetzt? Rufe ich einen Fachmann an? Ich brauche wohl einen Sachverständigen und Gutachter – mit dem Vermieter wird es Auseinandersetzungen geben, da er weiterhin ans schlechte Lüften glaubt. Der Sachverständige soll herausfinden, was die tatsächliche Ursache für den ungebetenen Besucher ist. Er kommt sofort am nächsten Tag. Falsches Lüften schließt er sofort aus. Das ist meistens nur in Bädern und zum Beispiel in Schlafzimmern (Menschen verdunsten pro Nacht circa 250-300 g Feuchtigkeit) der Grund für Schimmel.

Der Sachverständige besichtigt das Haus von Innen und von Außen. Misst die Luft- und Wandfeuchtigkeit. Läuft in den Keller (findet dort u.a. Salzpeterausblühungen (normal im Neubau an Außenwänden; merkwürdig im Altbau an Innenwänden) und klettert aufs Dach. Und findet nicht nur die defekten Schornsteine sondern auch eine defekte Dachrinne. Sie ist in der Länge auf fast 3 Metern gerissen. Regen und Schneeschmelzwasser sind vermutlich über Jahre in die Wand darunter eingedrungen – und sie durchnässt. Ein idealer Nährboden für Schimmelpilze.

Rechtzeitiges Handeln hätte das Schlimmste verhindert.

Den Stachybotrys Chartarum zu entfernen ist schwierig und aufwendig. Die Umgebung muss luftdicht abgesiegelt werden, damit die Sporen sich nicht über die Luft verteilen. Alle Gegenstände müssen entsorgt, gewaschen oder mit Alkohol (kein Essig!) gereinigt werden. Bücher, Tapeten und anderes aus Zellulose ist hoffnungslos verloren … Es muss mit Atemschutzmaske und -kleidung fachgerecht entfernt werden. Im Anschluss kann zusätzlich das gesamte Haus mit OZON vergast werden.

Selbstverständlich müssen alle Baumängel am Haus saniert; vor allem die Dachrinne und die Schornsteine müssen entfeuchtet und wasserdicht instandgesetzt werden.

»Was an diesem Altbau durch Defekte entstanden ist,» erzählt mir im Abschlussberatungsgespräch der Sachverständige, »entsteht bei Neubauten schon in der Bauphase. Wenn Sie hier nun ausziehen und sich etwas Neues suchen, achten Sie darauf, dass das Haus nicht in der kalten Jahreszeit gebaut wurde. Wenn im Winter im Ergeschoss zum Beispiel die Wände geputzt werden, steigt die Feuchtigkeit nach oben unters Dach – unter die Dampfbremse – und sammelt sich dort.» Gut zu wissen, denke ich. Ob ich den Mann zu jeder Immobilienbesichtigung mitnehme?

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