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(SBS) Eine Frage, die sich viele Eltern und Lehrer stellen, aber nicht in 2 Sätzen beantwortet werden kann … Grundsätzlich sind mindestens zwei Bereiche zu betrachten: Einmal die kognitiven Fähigkeiten, die ggf. auch durch einen IQ-Test ermittelt werden können, sowie die Wesensmerkmale. Es müssen nicht alle, aber mindestens mehrere der Punkte zutreffen, um einen Verdachtsmoment hervorzurufen:

Kognitive Fähigkeiten / Merkmale – hochbegabte Kinder sind, bei Schülern unabhängig von den Zensuren, solche die …

  • sehr früh sprechen gelernt haben (inkl. umfangreichen Wortschatz)
  • früh philosophieren – verblüffen häufig mit Fragen nach dem Sinn des Lebens, etc.
  • sehr schnell verstehen und gerne lernen (selbstständig)
  • besonders kreativ sind, originelle Lösungen und Ideen entwickeln
  • ein sehr breites Interessenspektrum
  • Oder ein sehr spezielles tiefes Interesse haben
  • mit einer besonders hohen Informationsdichte umgehen können
  • über ein besonders gutes Gedächtnis verfügen
  • hervorragendes Verständnis für Probleme und Zusammenhänge zeigen
  • vernetzt, strukturiert Denken
  • oder sich selbst – früh – das Lesen oder Rechnen beigebracht haben
  • etc.

Wesensmerkmale / Verhalten – bei hochbegabten Kindern

  • treten häufig besonders starke Sensibilität und ausgeprägte soziale Eigenschaften auf (Empathie)
  • sind Konzentrationsschwächen häufig
  • tritt häufig geistige Abwesenheit im Unterricht (Träumer) auf
  • sowie motorische Unruhe / Hyperaktivität (wird oft mit ADHS verwechselt)
  • bleiben teils die Leistungen hinter ihren Möglichkeiten zurück (underachievement)
  • werden viele Einzelgänger gesehen
  • beobachtet man oft, dass sie lieber mit älteren Kindern spielen
  • und das andere Geschlecht bevorzugen (hb Mädchen spielen oft mit Jungs und umgekehrt)
  • und vieles mehr
    • nervig-zappelig
    • sensibel-einsam
    • gelangweilt-zurückhaltend
    • fällt in der Masse massiv auf (durch Hyperaktität oder Aggressivtät)
    • oder geht unter (durch inneren Rückzug)Auf den Punkt gebracht: Das eine oder andere hb Kind ist …

Weitere Infos zum Thema stehen auf der Vereins-Website von sii-kids.de




Minoka (10j) und Alannah (11j) haben am Sonntag die Route getestet und konnten sich als Erste ins Logbuch eintragen! (Foto: SBS)

In Reinfeld (Kreis Stormarn) wurde eine Geocaching-Route über den bekanntesten Sohn der Stadt geschaffen: Matthias Claudius. Zwei Mitglieder der Arbeitsgruppe „NaturTourismus Reinfeld“ und der Geocach-Profi “Speedy16996“ haben diese Idee realisiert. Familien mit Kindern, Schullklassen und Hobby-Geocacher finden während dieser GPS-Schnitzeljagd etwas über Matthias-Claudius heraus und am Ende einen Schatz.

Leser dieses Artikels können die Ersten sein!

Fachmann “Speedy” (ein zugezogener Reinfelder) hat diesen „Multi-Cach“ zwar auch auf www.geocaching.com eingestellt. Dort wird er aber erst in ein paar Tagen freigeschaltet. Wer zu den ersten Findern gehören möchte, kann sich die GPS-Daten bzw. Route hier herunterladen: www.reinfeld-aktiv.de/cach-mc

Mathe- und Geschichts-Unterricht in Einem.

Mit dem Hintergrund Kindern Spiel und Spaß in der Natur zu bieten und sie damit rauszulocken, entstand innerhalb der AG „NaturTourismus Reinfeld“ die Idee, diesen Geocach zu legen. Er sollte nicht nur Spaß machen, sondern auch mit der Geschichte der Stadt Reinfeld zu tun haben. Da 2015 das Matthias-Claudius-Jahr ist, passt dieser Cach perfekt ins Stadtprogramm. Auch Schulklassen können ihn als außerschulischen Lernort nutzen: Er ist Mathe- und Geschichts-Unterricht in Einem. Mit Wegezeit von der KGS sollte Lehrer ggf. eine Doppelstunde einplanen. MCS-Schüler sind deutlich näher dran und schaffen es vielleicht auch in 45 Minuten.

Fachinfo: Geocaching ( = „geheime Lager in der Erde“), auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art elektronische Schatzsuche. Die Verstecke („Geocaches“  kurz „Caches“), werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers (z.B. Smartphone) gesucht werden.




Zwei aus AG und Speedy haben die Stationen der Route festgelegt, Fragen und Aufgaben entwickelt, GPS-Daten bestimmt und die Route formuliert; ein Versteck gesucht und gefunden und dort eine „Dose“ versteckt. Oft sind diese Dosen ganz klein und enthalten nur einen Block als Logbuch. Aber hier ist es eine Box, worin ein richtiges schönes Logbuch mit Infos zu Matthias-Claudius enthalten ist – neben kleinen Überraschungen, die zum Teil von der Stadtverwaltung Reinfeld gespendet worden sind. Hinweis: Es ist unter Geocachern üblich, die kleinen Geschenke in den „Dosen“ gegen mitgebrachte Geschenke auszutauschen. So kann sich jeder Finder über eine Kleinigkeit freuen. Hier finden Leser die Geocach-Daten: www.reinfeld-aktiv.de/cach-mc

Hochbegabte Kinder denken und empfinden anders als andere – also können ihre Bedürfnisse im normalen Umfeld NICHT gestillt werden. Die Maslowsche Bedürfnispyramide  zeigt, worum es geht:

Die menschlichen Bedürfnisse bauen sich stufenweise auf. D.h.: Wenn unterste, grundlegendste Bedürfnisse nicht gestillt werden, kann die nächst folgende Bedürfnisstufe – gemäß der Theorie von Maslow – auch nicht erfüllt werden – an der Stelle verkümmert der Mensch.

Diese Grafik ist auch als pdf mit Erläuterungen abrufbar – klick …

Ein Beispiel (Auszug; das Thema ist hier nicht vollständig erörtert):

Hochbegabte Kinder sind oft auch hochsensibel; leiden dadurch ständig an Reizüberflutung. Sie fühlen sich z. B. in großen Gruppen, u.a. im normalen Schul-Chaos unwohl, ziehen sich entsprechend zurück, stehen irgendwo mit dem Rücken zur Wand, fühlen sich “überrannt” und unwohl in der Masse tobender Kinder. Dabei fühlen sich nicht nur einsam, sie werden es auch, weil sie nicht mitspielen ODER hyperaktiv oder aggressiv reagieren..

Deshalb erreichen hochbegabte Kinder oft noch nicht einmal die Stufe 2 und 3 der Bedürfnis-Pyramide! D. h., die nachfolgenden Stufen KÖNNEN sie nicht erklimmen und ganz sicher NICHT ihre Fähigkeiten entfalten!

* Diese Bedürfnispyramide beruht auf dem 1943 veröffentlichen Modell des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, um die (Selbst-) Motivationen von Menschen zu beschreiben.

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Geschrieben in 2012 auf sii-kids.de

Hochbegabte Kinder lernen schneller und komplexer als Andere – doch wieso?

Die meisten Menschen erfassen und lernen in Teilschritten. Vom Einfachen zum Schweren; Vormachen-Nachmachen – so lauten die Lehrgrundsätze, mit denen die meisten Schüler gut zurechtkommen. Aber das Frontalhirn von Hochbegabten  ist laut Aljoscha C. Neubauer, Prof. an der Universität Graz, ausgeprägter (genetisch bedingt).  Durch den  leistungsfähigeren „Arbeitsspeicher“ erfasst ein hochbegabter Schüler zum Beispiel eine Information erheblich schneller und umfassender. Dabei gelangt er nicht in 1, 2, 3 Teilschritten zur Erleuchtung, sondern ihm geht gleich das ganze Licht auf – Details werden erfasst; die Dinge aus mehreren Perspektiven gesehen.

Knackpunkt: Selbstkonzept

Nur im richtigen, verständigen Lernumfeld mit Gleichgesinnten, einer stressfreien, selbstbestimmten und anregenden Umgebung, können Kinder ihre Fähigkeiten nutzen und weiterentwickeln. Ihr Selbstkonzept muss stimmen – dies entfalten sie nur unter ähnlich veranlagten Kindern.

Ein entsprechend förderliches Lernumfeld finden Grundschüler zum Beispiel in der Claus-Rixen-Schule in Altenholz bei Kiel. Susanne Braun-Speck aus Großhansdorf besuchte am 30. März 2011 die 4 + 1  Projektklasse, die von Lehrer Kai Frantzen geführt wird. Als motivierter Lehrer, weiß er, was das Wichtigste für diese ist: sich als normal empfinden und in einer Gruppe wohlzufühlen, ohne darin besonders aufzufallen.

Susanne Braun-Speck erzählt: „Im heimatlichen Umfeld, wie auch in Kai´s Klasse, hörte ich von vielen Kindern, dass sie an der normalen Schule oft so alleine sind. Hier finden sie „echte“ Freunde – Gleichgesinnte eben!“

Gleichgesinnte sind  natürlich nicht das Einzige, was die Schüler im 4+1 Projekt vorfinden. Lehrer Kai Frantzen entwickelte dieses Konzept im Laufe der letzten 10 Jahre. Anfangs bot er es kostenfrei am Samstag an, nunmehr seit 2007 an drei Tagen in der Woche. Jeden Tag begrüßt er andere Kinder. Sie kommen aus dem eigenen Haus, nahe liegenden Schulen und auch von weit her.

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Selbstbestimmung fördert die Motivation

Konrektorin Andrea Raschke beantwortete der Besucherin zwischendurch rechtliche Fragen rund um die Idee. Auch, wie die Kinder zu ihnen kommen: „In der Regel werden die Kinder in Absprache mir den Eltern von ihren Lehrern für das Programm vorgeschlagen. Die Warteliste ist lang …“ Die stellvertretende Schulleiterin steht hundertprozentig hinter der Idee! Sie selbst hat jahrelang in New York gelebt und unterrichtet die bilingualen Klassen. Als zwei Schüler hereinkommen, spricht Andrea Raschke im fließenden Englisch mit den Kindern – die sii-kids Vertreterin ist beeindruckt!

Zum 4+1 Konzept gehört das selbstbestimmte Arbeiten: Die Schüler wählen sich jeweils selbst ein Thema aus; entscheiden, ob sie gerade alleine oder in einer Gruppe arbeiten möchten und fangen dann einfach an – mit komplizierten Schach-Knobeleien, Chinesisch lernen oder Geschichten am Computer schreiben.

„Obwohl die Kinder ständig in Bewegung waren, fand ich eine entspannte Atmosphäre vor!“, erklärt die Besucherin Braun-Speck. In dieser „Klasse“ der Claus-Rixen-Schule brauchen die Schüler nicht still an einem Platz sitzen. Sie arbeiten auch schon mal auf dem Boden liegend oder im Team am PC. Pausen werden nach Bedarf und im individuellen Rhythmus gemacht. Aufgaben und/oder Projektthemen mehrfach am Morgen gewechselt.

„Hier lernen wir halt eigenständig und etwas anderes, als immer nur Mathe und Deutsch!“, sagten mehrere der Kinder. Bloß dass sie nachmittags Zuhause den Lernstoff ihrer Stammschule nachholen müssen, finden sie doof.

Gelangweilte Gehirne schlafen

Die sii-kids Initiatorin besuchte im Herbst 2010 den Landesthementag Begabtenförderung „Stärken entdecken und entfalten“ in Kiel. Sie lauschte dort besonders gespannt dem Vortrag von Prof. Neubauer „Begabungserkennung und -förderung aus Sicht der Gehirnforschung“.

Eine seiner Erkenntnisse macht besonders deutlich, warum begabte Kinder im normalen Schulunterricht so oft versagen. Dort ist zum Beispiel das Lerntempo auf Normalbegabte (ca. IQ 100) ausgerichtet. Nun sitzt dazwischen ein hochbegabtes Kind, welches die Lerninhalte durch seine hohe Arbeitsgedächtniskapazität des Frontalhirns schnell erfasst – schneller, als die anderen. Hat das Hirn seine Arbeit getan, schaltet es ab und begibt sich in einen Ruhezustand und entspannt sich. Sollten nunmehr auch noch Wiederholungsaufgaben anfallen … ist das für überdurchschnittlich Intelligente eine Qual. Betreffende Schulkinder schalten ab und bekommen nichts mehr vom Unterricht mit. Entsteht dieser Zustand regelmäßig, Tag für Tag, Monat für Monat – gar für Jahre, passieren möglicher Weise folgende Dinge. Betroffene Schüler:

  • bleiben im Stoff zurück, zeigen keine Leistung – das Abrutschen auf Hauptschul-Niveau kann folgen !
  •  Lernen das Lernen nicht (ihrer „Denkerstirn“ fehlt die Herausforderung)
  • lassen sich sehr schnell ablenken, können sich nicht konzentrieren, reagieren mit Hyperaktivität und Unruhe
  • spielen aus Langeweile den Klassen-Clown, ringen um Aufmerksamkeit
  • stellen sich quer, verweigern ggf. jegliche Mitarbeit, reagieren mit Aggression
  • ziehen sich zurück, werden Außenseiter, die Folge davon: Depression
  •  oder verlieren ihre Lern-Motivation, wollen nicht mehr zur Schule gehen (Schulverweigerer)

Bei vielen Kinder passiert all das nicht – sie kommen gut durchs Leben, entwickeln sich prima, schreiben gute Noten, sind genauso froh und/oder erfolgreich, wie andere.

Auch denen, die betroffen sind, kann geholfen werden. Eine andere Lernumgebung und -methodik kann einen Teil zur Verbesserung der Situation dieser Kinder beitragen. Ebenso wichtig ist es, Kinder zusammenzubringen und ihnen den Austausch mit Gleichgesinnten zu ermöglichen. Wenigstens für einen Tag die Woche – das bringt schon immens viel, meint Kai Frantzen überzeugt.

Ziehen andere Schulen mit ähnlichen Modellen nach? Hilfe brauchen sie dabei ganz sicher! 

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Wäre de Investition in Eltern-Initiativen oder Rentenvorsorge eine gute Idee? Im April diesen Jahres sendete ich das unten aufgeführte Konzept an unser Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gestern hörte ich einen Teil davon in den Nachrichten … Weiterlesen